Claudia Moll | Politikerin & Altenpflegerin - Wie viel Eschweiler verträgt der Deutsche Bundestag?
Shownotes
Mehr Personal, weniger Bürokratie, bessere Arbeitsbedingungen, eine verlässliche Finanzierung – wenn über Pflege gesprochen wird, klingt die Liste der notwendigen Veränderungen längst bekannt. Trotzdem erleben Pflegekräfte, Pflegebedürftige und Angehörige seit Jahren, dass vieles nur langsam vorankommt. Claudia Moll kennt diese Realität nicht nur aus Ausschusssitzungen und Bundestagsdebatten. Bevor sie 2017 in den Deutschen Bundestag einzog, arbeitete sie viele Jahre selbst als Altenpflegerin und bildete sich zur Fachkraft für Gerontopsychiatrie weiter. Im Gespräch mit André Puchta geht es deshalb um eine ziemlich große Frage: Kann man Deutschland eigentlich gesundpflegen?
Claudia Moll weiß, wie sich ein Dienst anfühlt, wenn Personal fehlt, das Telefon klingelt und gleichzeitig mehrere Menschen Hilfe benötigen. Sie kennt Situationen, in denen Pflegekräfte fachlich sehr genau wissen, was zu tun wäre, rechtliche oder organisatorische Vorgaben ihren Handlungsspielraum aber begrenzen. Diese Erfahrung bringt sie heute in die Politik ein. Von 2022 bis 2025 war Moll Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, inzwischen arbeitet sie wieder als Bundestagsabgeordnete schwerpunktmäßig an Pflege- und Gesundheitsthemen. Noch 2026 beteiligte sie sich im Bundestag an Debatten über die Absicherung pflegender Angehöriger und Reformen des Pflegesystems.
Im Podcast geht es um die Frage, warum sich manche Probleme der Pflege trotz jahrelanger Diskussion so hartnäckig halten. Liegt es am Geld? Am Personalmangel? An komplizierten Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern, Kassen und Einrichtungen? Oder auch daran, dass Pflege politisch häufig erst dann Aufmerksamkeit bekommt, wenn irgendwo bereits etwas nicht mehr funktioniert? Moll spricht über Bürokratie, Fachkräftemangel und die Notwendigkeit, Pflegekräften mehr Kompetenzen zu geben. Gerade bei Letzterem argumentiert sie aus eigener Erfahrung: Pflegefachkräfte könnten heute vieles, dürften es aber nicht immer eigenständig entscheiden. Der Bundestag beschäftigte sich deshalb zuletzt auch mit einer Erweiterung pflegerischer Befugnisse und dem Abbau unnötiger Bürokratie.
Dabei führt die Debatte schnell zu einer unbequemen Wahrheit: Deutschland wird älter, gleichzeitig werden Menschen fehlen, die professionelle Pflege leisten können. Wie attraktiv ist ein Beruf, wenn Beschäftigte regelmäßig einspringen, hohe Verantwortung tragen und gleichzeitig das Gefühl haben, einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit mit Dokumentation und organisatorischen Vorgaben zu verbringen? Reicht mehr Geld, um Menschen dauerhaft für die Pflege zu gewinnen? Oder braucht es vor allem verlässlichere Dienstpläne, bessere Führung, mehr Entscheidungsfreiheit und Arbeitsbedingungen, unter denen Beschäftigte überhaupt bis zur Rente in ihrem Beruf bleiben können? Als Pflegebevollmächtigte unterstützte Moll unter anderem Programme, die genau an solchen Arbeitsbedingungen in ambulanten und stationären Einrichtungen ansetzen.
Doch professionelle Pflege ist nur ein Teil des Systems. Millionen Menschen werden zu Hause von Angehörigen versorgt. Für Familien bedeutet das häufig, Beruf, eigenes Leben und Pflege irgendwie gleichzeitig organisieren zu müssen. Was passiert, wenn Pflegebedürftigkeit plötzlich eintritt? Wer erklärt, welche Leistungen zustehen? Wie verhindern wir, dass Menschen durch Pflege finanziell überfordert werden? Und wie viel Verantwortung darf ein Sozialstaat selbstverständlich an Familien weiterreichen? Moll beschäftigt sich auch nach ihrer Zeit als Pflegebevollmächtigte weiter mit der sozialen Absicherung pflegender Angehöriger. Gerade hier zeigt sich, dass Pflegereform nicht nur ein Thema für Pflegeheime und Krankenhäuser ist, sondern eine gesellschaftliche Frage, die früher oder später fast jede Familie betreffen kann.
Mit André Puchta spricht Claudia Moll aber nicht nur über Gesetze und Reformen, sondern auch darüber, wie eine Altenpflegerin überhaupt im Bundestag landet. Politik war nicht der selbstverständliche nächste Karriereschritt. Heute sitzt dort eine Frau, die aus eigener Berufserfahrung weiß, wie politische Entscheidungen einige Monate später auf einem Wohnbereich oder bei einem Hausbesuch ankommen. Wie verändert das den Blick auf parlamentarische Debatten? Was nervt sie an Politik? Und kann man sich in einem Betrieb, in dem Kompromiss praktisch zum Berufsbild gehören, die direkte Art aus der Pflege bewahren?
Denn Claudia Moll ist nicht unbedingt für diplomatische Floskeln bekannt. Ihre Auftritte leben von klarer Sprache, Bodenständigkeit und Humor. Genau das macht die Begegnung spannend: Auf der einen Seite steht eine Politikerin, die lernen musste, Mehrheiten für Veränderungen zu organisieren. Auf der anderen eine Altenpflegerin, die weiß, dass ein pflegebedürftiger Mensch wenig davon hat, wenn eine gute Idee nach jahrelangen Verhandlungen vielleicht irgendwann umgesetzt wird. Zwischen diesen beiden Perspektiven liegt die Realität deutscher Pflegepolitik.
Eine Folge über Fachkräftemangel und Verantwortung, Pflegeberuf und Bundestag, Bürokratie und Menschlichkeit – und über die Frage, ob ein Land, das immer älter wird, Pflege weiterhin hauptsächlich als Problem behandeln kann. Vielleicht lässt sich Deutschland nicht einfach gesundpflegen. Aber ohne Menschen, die Pflege verstehen, wird es ganz sicher nicht funktionieren.
Kann man Deutschland gesundpflegen?
Transkript anzeigen
00:00:01: Hinter jedem Beruf steckt ein Mensch.
00:00:04: Hinter jedem Menschen steckt
00:00:06: eine Geschichte.
00:00:08: Herzlich willkommen zu
00:00:10: Schüchtern bis Nüchtern,
00:00:12: der Podcast mit André Puchta fast live aus Berlin.
00:00:18: und jetzt geht's los!
00:00:23: Claudia Moll weiß wie sich Pflege anfühlt bevor darüber in Sitzungsräumen gesprochen wird.
00:00:28: sie ist examinierte Altenpflegerin Viele Jahre ganz praktisch mit Menschen, die auf Hilfe angewiesen waren.
00:00:37: Erst danach führte ihr Weg in die Berufspolitik.
00:00:41: Seit Jahrzehnten sitzt dies Sozialdemokratin im Deutschen Bundestag.
00:00:45: Von Jahrzehn-Zweiundzwanzig bis Jahrzehrzehntunzwanziger war sie Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung und heute ist ihr politische Spektrum bemerkenswert breit.
00:00:55: Claudia Moll gehört gleichzeitig dem Gesundheits-, dem Verteidigungs- und dem Tourismusausschuss an.
00:01:02: Mich interessiert deshalb heute nicht nur, was in der deutschen Pflege schiefläuft sondern was es mit einem Menschen macht erst Bewohner zu waschen, zu versorgen und beim Sterben zu begleiten.
00:01:12: Und später in Berlin über die Rahmenbedingungen genau dieser Arbeit mitzuentscheiden.
00:01:18: Wir sprechen über Würde-und Geld, über Fachkräftemangel und Pflegeheime, über politische Macht und Ohnmacht über Bundeswehr und gesellschaftliche Sicherheit, aber auch über Heimat, Karneval, Humor.
00:01:30: Und die Frage ob man nach Jahren im Deutschen Bundestag noch dieselbe Claudia Moll ist, die früher zum Frühdienst gefahren ist?
00:01:37: Herzlich willkommen bei Schüchtern bis Nüchtharn Claudia Mollen!
00:01:41: Ja hallo
00:01:43: Hallo.
00:01:44: erstmal Liebe Claudia wir haben uns darauf geeinigt dass wir uns mit dem Vornamen ansprechen.
00:01:49: das finde ich sehr schön.
00:01:51: Deswegen herzlich willkommen in der langen Tradition von Schüchtern bis Nüchdern.
00:01:55: und ich möchte gleich mal zu Beginn eine Frage stellen, die ja sehr aktuell ist.
00:01:59: Denn bald könnte er vielleicht die Position des Bundeskanzlers verfügbar sein.
00:02:03: Wann übernimmt Claudia Moll?
00:02:07: Äh gar nicht!
00:02:08: Um Gottes Willen!
00:02:09: Nein!
00:02:10: Das... das möchte ich nicht.
00:02:14: Ich glaube auch nicht dass das passiert.
00:02:18: Also... Man darf ja ein bisschen träumen von daher.
00:02:20: Ich habe mich im Vorfeld so ein bisschen beschäftigt, was macht hat eigentlich Claudia Moll aus und warum wäre sie eine gute Bundeskanzlerin?
00:02:26: Denn Claudia Mollen kennt die Nachtschichten und so einen Koalitionsausschuss bis vier morgens werde wahrscheinlich auch für eine ehemalige Altenpflegerin eher ein ruhiger Dienst
00:02:37: Das stimmt das stimmt.
00:02:39: aber glauben Sie mir da es ist eine große Verantwortung die man dort tragen muss Und die hatte ich auch im Nachtdienst, also das war auch eine große Frage damals.
00:02:54: Ich bin oft gefragt worden ob ich als kleine Altenpflegerin mir das überhaupt zutraue und ob ich da keine Angst hätte in den Bundestag?
00:03:03: Dann habe ich immer gesagt, ich hatte mehr Angst im Nacht-Dienst mit sechzig schwerstkranken Patienten.
00:03:09: Da hatte ich Angst und vom Bundestag habe ich keine Angst!
00:03:13: Also ich glaube, wer reinische Kommunalpolitik überlebt dürfte vor Berliner Regierungskrisen jetzt nicht sofort erschrecken.
00:03:18: Nein!
00:03:19: Auf gar keinen Fall.
00:03:21: Aber Bundeskanzler, das wäre zwei Nummern zu groß für mich.
00:03:25: Ja gut, liebe Claudia Sie könnten beim Kabinett nicht nur die politischen sondern notfalls ja auch die Vitalzeichenkontrolle übernehmen so nach dem Motto Herr Minister ihr Blutdruck gefällt mir heute gar nicht dass wir auch noch eine Zusatzqualifikation die nicht jeder hat.
00:03:39: Können wir es machen?
00:03:42: Die Möglichkeit bestünde.
00:03:43: Also, Sie gelten ja nicht gerade als Politikerin die lange um den heißen Brei herumredet?
00:03:48: Wie oft müssen sie sich denn in Berlin innerlich zu sich selbst sagen Mensch Claudia jetzt bitte mal diplomatisch.
00:03:56: Ganz oft ganz oft gelingt mir nicht immer aber meistens gelingt es mehr Schierig.
00:04:03: deshalb könnte ich auch keine Bundeskanzlerin werden weil ich viel zu ehrlich bin.
00:04:08: das heißt jetzt nicht dass ein bundeskanzler Lügt oder nicht die Wahrheit sagt, ich bin da manchmal noch immer ziemlich naiv.
00:04:17: Und diese Naivität ist doch vielleicht etwas sehr Schönes weil man dann auch diese Authentizität die vielen Berufspolitikern zumindest gefühlt abhandengekommen ist weiterhin für sich behält?
00:04:29: Ja natürlich auf der einen Seite ja und ich bin ja nun auch ganz anders sozialisiert worden als die meisten Bundestagsabgeordneten.
00:04:36: das darf man auch nicht vergessen Wobei mittlerweile auch in meiner Fraktion viele sind mit einer ähnlichen Geschichte, wie ich.
00:04:44: Halt nur anders.
00:04:46: Nur anders?
00:04:46: Genau!
00:04:46: Wann haben Sie denn zuletzt im Deutschen Bundestag gedacht?
00:04:49: Dafür hätte ich auf Station aber eine klare Ansage bekommen.
00:04:53: Oh, muss ich jetzt echt überlegen... Was halten wir jetzt gerade spontan nicht ein?
00:05:00: Wirklich
00:05:01: nicht?!
00:05:03: Ich kann mir vorstellen wenn man durch die langen Gänge des Deutschen Bundestages läuft, man begegnet ja vielen Menschen.
00:05:08: Unterscheiten sie Liebe Claudia, dann eigentlich noch nach den Jahren so ein bisschen auch nach den Fraktionen?
00:05:14: oder ist Ihnen das persönlich jetzt fast egal?
00:05:18: Egal.
00:05:18: Ist das auf gar keinen Fall!
00:05:19: Also ich sage immer man muss immer anständig bleiben.
00:05:23: Egal wer es ist da steht ein Mensch vor mir und denen habe ich Respekt wollte zu behandeln und dann ist das auch egal ob das einen Bundestagsabgeordnete, ob das ein General oder ob dass der Kanzler ist oder ein Parteivorsitzender, egal welcher Fraktion immer anständig bleiben und immer mit Respekt behandeln.
00:05:44: Das ist eine gute Voraussetzung, sollte eigentlich selbstverständlich sein?
00:05:47: Ja
00:05:48: es ist aber leider nicht.
00:05:49: Es
00:05:50: ist auch bei Bürgerinnen und Bürgern so.
00:05:52: Immer mit Resekt behandeln und manchmal sind das individuelle Probleme die dann an mich ran getragen werden.
00:06:00: wenn ich helfen kann helfe ich aber oft ist es so dass sich dann auch nicht helfen kann.
00:06:05: Ich kann aber sagen wo man eventuell Hilfe bekommt Und auch da habe ich mit Respekt, äh... ...mit den Menschen umzugehen.
00:06:12: Respektvoll!
00:06:13: Ja.
00:06:14: Sie sind waschechte Eschweilerin?
00:06:17: Wo dann merkt man denn bei Ihnen spätestens nach fünf Minuten das Aachen oder Köln zwar netz sind aber Eschwailer eben Heimat ist?
00:06:23: Jaja, ich bin eine richtig Eschwallermädchen und bei denen anderen unterscheidet uns das schon zum Dialekt.
00:06:29: Die Aachen sprechen einen ganz anderen Dialekt als wir hier in Eschwailler.
00:06:33: Wir sind eher den Kölner nahe.
00:06:35: Was den Dialekt betrifft.
00:06:37: Ich bin hier geboren, ich bin hier groß geworden und Eschweiler ist halt meine Heimat.
00:06:42: Und ich kenne hier jeden Stein, ich kenn hier jeden Baum... ...und das ist Heimat!
00:06:51: Da wo ich halt geboren bin und wo ich groß geworden bin.
00:06:56: Nämlich in der Stadt Erschweiler die in der Städteregion Aachen liegt?
00:07:00: Genau
00:07:00: und die Städte Region Aachen gehört aber auch zu meiner Heimat da bin ich verwurzelt.
00:07:07: So, aber was ja Ashweiler auch so ein bisschen ausmacht.
00:07:10: Das ist ja eine Jeckenhochburg.
00:07:11: da gibt es nämlich laut meiner Liste Zweiundzwanzig Karnevalsgesellschaften.
00:07:15: Genau und wir haben einen Wahnsinnigen Rosenmontagszug.
00:07:20: Und diese Karneval Gesellschaften sag ich immer das ist der Kitt unserer Gesellschaft.
00:07:26: Da ist es egal ob du Professor bist oder Ob Du Kehrmännchen bist.
00:07:33: im Karnevalsverein sind alle Menschen gleich und das ist, was das so ausmacht.
00:07:38: Und da steckt ganz viel Ehren am Tinter.
00:07:42: Ich weiß, wenn man nicht aus einer Karnevalzhochbruch kommt... Dann heißt es immer, das ist nur von Weiberfast noch bis Aschermittwoch und dem ist nicht so.
00:07:52: Also ganz viel Ehrenamtitanzgruppen die Kinder, die Jugendgruppen Die wunderbaren Kustüme mit Leib- und Seele meistens selbst genäht werden geplant wird, die Sommerfeste Und das ist alles ehrenamt!
00:08:09: Das darf man nicht vergessen.
00:08:10: und meistens hat man als Karnevalist gar keine Zeit, dann heißt es immer der Wucht nur gesoffen und als richtige Karnevalistin hast du da Karnevall.
00:08:20: Gar keine Zeit für... Da musst du nämlich fit sein!
00:08:24: Sind Sie denn selbst auch in einem Karnevalsverein tätig?
00:08:27: Also aktives Mitglied?
00:08:30: Nicht mehr!
00:08:33: Inaktiv sehr gerne aber aktiv das schaffe ich nicht mehr.
00:08:37: Leider!
00:08:39: Ich wollte gerade sagen die Zeit ist natürlich auch begrenzt grade in ihrer Position.
00:08:43: Was war denn ihr größerer Kulturschock, liebe Claudia?
00:08:46: Vom Pflegeheim in den Deutschen Bundestag oder vom Rheinland nach Berlin.
00:08:51: Vom Rhein-Land nach Berlin!
00:08:56: Erinnern Sie sich noch an die ersten Tage in der Hauptstadt...
00:08:58: Ja ich habe zum ersten Mal den Paul Löber reingegommen und dann habe ich gedacht, das sieht aus wie Raumschiff Enterprise.
00:09:08: Und irgendwann, ich hab immer das Gefühl gehabt.
00:09:10: Ich muss mehr leisten als andere weil ich halt keinen Akademischen hintergrund habe und ich muss mehr arbeiten bis ich dann irgendwann festgestellt habe es wird überall nur mit Wasser gekocht und ich sage, ich halte mal Nerven, ne?
00:09:27: Das war also Anfangs habe ich mich da selbst auch ziemlich unter Druck gesetzt.
00:09:33: Ja Ich glaube, das verbindet uns ein bisschen als Nicht-Akademiker.
00:09:37: Dass man natürlich mehr beweisen muss was man eigentlich kann und dass einem nicht über den Verlauf des Lebens ja entscheiden sollte und man oft dann am besten ist wenn man unterschätzt wird.
00:09:49: Genau das spiele ich auch gerne mit!
00:09:51: Das macht mir einen unwahrscheinlichen Spaß damit zu spielen und dann hau'e ich dann einen raus und dann denken sie alle rups die hat ja wohl mal doch in Kasten.
00:10:02: Also raushauen dürfen sie bei mir auch, wenn Deutschland heute ein Patient wäre und Sie müssten als ehemalige Altenpflegerin die Übergabe machen.
00:10:10: Wie würde denn Ihre Diagnose lauten?
00:10:12: Besteht da noch Hoffnung auf baldige Gekbesserung?
00:10:15: Auf alle Fälle!
00:10:16: Ich würde dann erst mal sagen, dass es einen Patienten mit erhöhter Temperatur ist... mit im Moment massiven gesundheitlichen Problemen, die wir aber alle wieder in den Griff kriegen.
00:10:27: Wir müssen jetzt erst mal ein bisschen engmarschisch beobachten und den Patienten kriegen wir wieder ans Laufen.
00:10:33: Das sind unwahrscheinlich viele Ressourcen.
00:10:35: In der Altenpflege arbeitet man ja viel mit Biografiearbeit und mit Ressorten.
00:10:41: Und wenn wir die Ressorts noch ein bisschen rauskitzeln bin ich der Meinung dass wir das wieder alles hinkriegen.
00:10:49: Ja wir Deutschen, wir gelten ja gerne als Weltmeister im Meckern.
00:10:52: Ist denn die Stimmung im Land tatsächlich so schlecht?
00:10:55: oder reden wir uns Deutschland manchmal schlechter?
00:10:57: also es ist?
00:10:58: Ich würde sagen beides!
00:11:00: Also mir ist aufgefallen wenn ich im Ausland unterwegs bin dann werde ich ganz oft gefragt warum habt ihr Deutschen eigentlich immer so schlechte Laune?
00:11:08: und da fällt mir leider nichts ein.
00:11:12: Ich habe mir in Finnland das Gesundheitssystem angeschaut und die haben zum Beispiel noch massivere Probleme mit Fachkräftemangel als wir.
00:11:21: Und was ich in Finnlands toll fand, die kennen keinen Neid.
00:11:26: Ja?
00:11:27: Also die kennen das nicht dass man dann kauft sich der Lachbarn neues Auto und der nächste Lachbar sagt... Ich sagte jetzt mal so in meinem Sprachschrank, da hat er ein Mlotte und ich wüsste es ja wieder wie er sich das Auto leisten kann.
00:11:40: So was gibt's zum Beispiel nicht in Finn Land!
00:11:42: Die sagen dann, oh das freut mich aber dass du dir ein neues Auto gekauft hast.
00:11:45: Das ist schön und das hier alles ein bisschen schwieriger.
00:11:51: und hier ist auch immer die Debatte warum kann der das?
00:11:56: Und ich kann das nicht.
00:11:57: Ja.
00:11:58: Und das war halt früher gab es das so nicht.
00:12:02: da wusste ganz genau.
00:12:03: also Ich wusste als Kind zum Beispiel Der Arzt kann sich den Flug nach Kenia leisten und eine Safari machen.
00:12:12: Und wir fahren halt mit dem Erholungs-Sozialwerk nach Österreich, das war für uns damals nie ein Problem weil wir nie an das Gehalt eines Arzes gekommen sind.
00:12:23: Ich glaube da hat es sich auch vieles verschoben.
00:12:28: Es ist halt manchmal so.
00:12:31: Wenn bei uns das Auto kaputt ging dann wussten wir ganz genau Scheiße!
00:12:36: dieses Jahr wird der Urlaub eine Woche kürzer oder wir können gar nicht fahren.
00:12:40: Aber da habe ich doch niemals den Staat so verantwortlich gemacht und oft ging es halt, dass wir gar nicht in Urlaub fahren konnten.
00:12:51: Ich glaube diese Bodenständigkeit liebe Claudia die sie ja auch erlebt haben oder die sie ausmacht das würde manche einem gut tun, der vielleicht auch in einer politischen Verantwortung steht um vielleicht auch besser zu verstehen, was die Menschen da draußen bewegt.
00:13:05: Das ist so mein Gefühl!
00:13:06: Auch wenn ich glaube dass wir grundsätzlich auch ein bisschen verlernt haben in Deutschland... ...zulachen?
00:13:11: Auch mal den Humor dazu zu lassen.
00:13:12: Es ist alles so verkrampft geworden oder?
00:13:14: Ja
00:13:14: das kommt auch dazu und ich finde es gibt auch Menschen, die haben irgendwann dem Boden unter den Füßen verloren warum auch immer?
00:13:23: weil, weil's kein doppeltes Netz gab oder einfach keine Familie da war, keine Freunde da war oder hauptsächlich Menschen die große Suchtprobleme haben.
00:13:36: Die habe ich nun fast fünfzehn Jahre gepflegt und diese Menschen haben nie erfahren was es bedeutet mit Respektbehandel zu werden.
00:13:45: Und das kann aber jedem von uns passieren.
00:13:48: Ich sage immer heute du, morgen, ich.
00:13:50: Ja.
00:13:54: Das ist total schwierig.
00:13:56: Wenn ich sehe eine Familie, die drei oder vier Kinder hat und die sich abrakern.
00:14:01: Die sich wirklich abraktern... Da kann ich nicht einfach sagen ihr seid zu faul oder ihr habt keinen Bock.
00:14:08: Ihr müsst noch mehr arbeiten!
00:14:11: Das funktioniert nicht.
00:14:13: da muss ich auch mal überlegen.
00:14:14: Ich weiß ja nur selbst wie das ist mit zwei kleinen Kindern was das alles kostet Und du kannst manchmal nicht mehr als arbeiten.
00:14:25: Zwei schneidig, ne?
00:14:29: Ja sie sind selbst... Ganz
00:14:30: ganz schwierig.
00:14:31: Ja Sie sind selbst Mutter von zwei Töchtern.
00:14:33: Zumindest hatte ich das dem Internet entnommen.
00:14:36: Ich hoffe da stimmt Und sie waren ja lange Zeit auch vor ihrer Wahl in den Deutschen Bundestag bei der Carditas.
00:14:42: Sie sind römisch-katholisch Das darf man an dieser Stelle auch noch erwähnen und sie kennen sowohl den Frühdienst im Pflegeheim als auch die Sitzungswochen Im deutschen Bundestag.
00:14:52: Wo denken Sie denn am Montagmorgen häufiger?
00:14:55: wie soll ich diese Woche überstehen?
00:14:57: Das denke ich gar nicht.
00:15:00: Gar nicht, das habe ich aber auch nicht... Du kannst sich immer alle Eventualitäten einplanen und wenn ich schon Montags anfange mir Gedanken zu machen was eventuell Donnerstag oder Mittwoch schieflaufen kann dann bekommt man ja schon direkt Fläche Laune Ja, aber das ist so.
00:15:20: Und es gab auch Frühdienste, wo ich gedacht habe, meine Güte sind jetzt schon wieder los.
00:15:25: Aber jeder Tag ist doch anders und ich glaube das ist sowohl in der Pflege als auch im Bundestag.
00:15:32: Du musst auch manchmal flexibel reagieren können.
00:15:37: Wenn ich dann jedes Mal überlege wie schlimm wie vorsprachbar alles ist, ja, dann habe ich das ja dafür schon versaut!
00:15:45: Ja, ich glaube doch diese Flexibilität ist doch vielen... Menschen die im politischen Betrieb unterwegs sind etwas abhandengekommen.
00:15:51: Da hat man ein Problem, dann hat man vielleicht eine Lösung und wenn die Lösung nicht funktioniert, tja dann war es das.
00:15:57: Das
00:15:57: geht nicht!
00:16:00: Ich musste das in der Altenpflege auch lernen.
00:16:03: Und vor allen Dingen können wir alten Pfleger oder wir Krankenschwestern... Wir haben gelernt zu priorisieren Und ich glaube, das fehlt oft in der Politik.
00:16:15: Ich habe zum Beispiel nächste Woche ein Problem.
00:16:17: Ich hab da zwei tolle Termine.
00:16:19: Da habe ich mich auch super tierisch darauf gefreut.
00:16:22: Jetzt ist aber was dazwischen gekommen, was wichtiger ist und zwar im Plenum.
00:16:28: So jetzt versuche ich zu zirkeln und versuch das irgendwie alles unter einem Hut zu kriegen.
00:16:33: Aber ich muss jetzt priorisieren!
00:16:35: Was ist mir jetzt im Moment wichtiger oder was nicht mehr?
00:16:40: sondern was ist wichtiger für die politische Arbeit?
00:16:46: Ja.
00:16:46: Da haben Sie mir fast schon eine Frage vorweggenommen, denn die werde gewesen irgendwie wie viele Claudia Moll verträgt Deutschland.
00:16:54: also man kann ja irgendwann auch Menschen klonen.
00:16:56: ich finde man bräuchte noch ein paar mehr von ihnen.
00:16:59: Und Gottes Will!
00:17:00: Dann wollen sie den Menschen nicht antun.
00:17:05: Also ich finde, wenn jemand ein bisschen Humor und gute Laune in den Deutschen Bundestag bringt davon gibt es jetzt nicht so viele.
00:17:11: Das sind Sie und sie wissen ja auch mal vorhin zu sprechen.
00:17:14: Denn Sie haben ja nachts ... Ja, Sie haben viele Nachtschichten hinter sich.
00:17:17: was ist denn eigentlich anstrengender?
00:17:18: Eine Nachtschicht in der Pflege oder eine Nachtsitzung im deutschen Bundestag?
00:17:22: Das kann man auch so nicht bei Schal sagen!
00:17:25: Das kann man so wahrscheinlich sagen.
00:17:27: Also wenn du nachts einen schwierigen Patienten hast oder du hast ein Sterbefall, oder du hasst wirklich eine Notsituation dann ist das im Bundestag, ich sage das jetzt mal ganz platt Pipikram.
00:17:41: Ja
00:17:43: also da musst du dann alleine entscheiden oder mit deiner Kollegin zusammen.
00:17:49: was mache ich jetzt?
00:17:51: Gerade bei einem Notfall oder bei einem sterbenden Patienten, also da ist wirklich eine Nacht im Bundestag.
00:17:59: Ist das schon entspannter?
00:18:01: Auch wenn man sich aufregt.
00:18:03: aber das kann man nicht miteinander vergleichen und das würde ich auch niemals machen.
00:18:08: Das wird nämlich dann den Pflegekräften nicht gerecht.
00:18:11: Absolut!
00:18:12: Also die Frage, dass haben Sie hoffentlich richtig verstanden, ist natürlich nicht ganz ernst gemeint gewesen und meine nächste auch nicht denn wo wird der Hertha dazwischen gerufen?
00:18:20: in Karneval oder im Bundestach?
00:18:24: Äh,
00:18:24: im Bundestag.
00:18:25: Also ich hab ja nun viele Jahre auch eine Karnevalssitzung geleitet und ich habe auch schon Büttenreden gemacht.
00:18:31: Und glauben Sie mir?
00:18:32: Eine Büttenerede ist viel viel anstrengender als eine Rede im Bundestage
00:18:38: Ja
00:18:39: also nicht anstregender vom Reden her.
00:18:42: also wir macht halt nichts.
00:18:43: ob ich jetzt zwar zwei hundert Leuten meiner Karneval-Sitzung rede oder vor Drei hundert Leute in dem Bundestag das kann ich gut unterscheiden, aber glauben Sie mir, Karneval ist manchmal strenger als Politik.
00:19:00: Ja ich kann mir das gut vorstellen!
00:19:01: Wo wird denn mehr Kaffee getrunken?
00:19:03: in der Politik oder in einer Gesundheitseinrichtung?
00:19:07: Also eigentlich trinke ich gerne und viel viel Kaffees.
00:19:10: In der Pflege habe ich es oft nicht geschockt, dass sie an einem Stück leer zu trinken weil du da einfach keine Zeit für hast.
00:19:18: Ich bin ein Kaffeedjunkie, ich gebe's zu
00:19:21: Gibt's Schlimmeres.
00:19:23: Ja, finde ich ja.
00:19:24: Warum haben Sie sich denn damals ausgerechnet für Altenpflege entschieden?
00:19:28: Was hat denn eine junge Claudia Molle an einem Beruf gereizt von dem viele andere sagen das könnte ich niemals.
00:19:34: Ich habe damals von der Schule außen Praktikum in einer Pflegeeinrichtung gemacht und Das war zu der Zeit noch was ganz ganz anderes.
00:19:44: Und ich war da in einer Einrichtung drei Tage.
00:19:47: Da sind die Leute noch alle fixiert worden.
00:19:50: Es war einfach vorsparen.
00:19:53: Es war wirklich das, ich überlegen Sie mal da ist jetzt vierzig Jahre her.
00:19:58: Da gab es noch keine Konzepte, da gab's noch keine Pflegemodelle, da gibt es noch eine vernünftige Übergabe, da gabs noch keine vernünftig Dokumentation.
00:20:06: und ich konnte mich damals entscheiden zwischen Krankenpflege und Altenpflege.
00:20:13: Und kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.
00:20:17: zu der Zeit gab's über zweihundertfünfzig bis dreihundert Menschen, die auf der Wachteliste standen für die Krankenpflegeausbildung.
00:20:25: Und ich hab mich dann für ein Jahrespraktikum in der Altenpflege entschieden und wusste schon nach einer Woche genau das ist
00:20:31: es.".
00:20:34: Ja... Ich kann das sehr gut nachvollziehen!
00:20:36: Ich habe meinen Zivildienst auch in einer alten Pflegeeinrichtung gemacht gestartet damals noch zehn Monate und meine Mama meinte zu mir mal schauen ob du das eine Woche überstehst.
00:20:46: Da wurden schon Wetten abgeschlossen, ob ich das da irgendwie durchhalte.
00:20:48: Mit mir hat er noch ein Schulfreund auch sein Zivilins begonnen.
00:20:52: der meinte dann so nach zwei Wochen in der Pflege, ah, der schafft ja nicht!
00:20:56: Der ist dort geblieben und hat einen Haushandwerker gemacht Und es gab irgendwann den Moment dass sich auch den ersten Menschen Sterbenszenen habe.
00:21:06: Das wird bei ihnen ja auch der Fall gewesen sein.
00:21:08: Lämt man denn durch die Pflege auch anders über das eigene Leben nachzudenken?
00:21:16: nur dass es ganz schnell zu Ende sein kann.
00:21:20: Also, ne?
00:21:21: Und bei einem älteren Menschen da denkst du dir so der hat ein tolles Leben gehabt und er darf dann auch irgendwann gehen.
00:21:30: Auch wenn er schwer krank ist sowieso.
00:21:33: Wenn dann junger Mensch verstorben ist das fand ich schon immer sehr ungerecht.
00:21:40: Aber... Das ist das Leben!
00:21:42: Ne?
00:21:43: Das ist Leben Und der Tod gehört dazu und in unserer Kultur wird da eh viel zu wenig oder weniger offen drüber geredet über den Tod.
00:21:54: Also ich habe schon ganz tolle Sterbebegleitung gemacht mit Angehörigen, denn haben wir in der Nacht eine Pizza bestellt wo die Angehöhren gesagt haben boah das würde sie jetzt total freuen wenn Sie das noch richtig mit bekommen würden wie wir hier alle schön zusammen sitzen trinken ein Glas Wein und essen ne Pizza zusammen.
00:22:14: Ich bin auch schon morgens ins Zimmer gekommen und habe dann jemanden unerwartet tot aufgefunden.
00:22:20: Und da war ich total sauer, weil ich gedacht hab wie könnt ihr dich jetzt einfach vom Acker machen?
00:22:25: Wir waren gestern noch zusammen in der Stadt und haben noch Eis gegessen und dir ging es gut.
00:22:34: Der Tag war noch geplant und dann kommst du morgen ins Zimmer und dann liegt er tot da!
00:22:38: Da war ich richtig sauer.
00:22:40: also da dachte ich das eine Unverschämtheit Blödsinn, natürlich blödsin.
00:22:47: Aber auch da war es dann sehr krank und ich habe mich gefreut dass bei den Tag davor noch so einen schönen Tag hatten.
00:22:57: Der Tod wartet nicht auf ein der holt ein?
00:23:00: Nein.
00:23:01: Eigentlich ist das ganz gut wenn man es nicht weiß oder wenn man so friedlich übergeht und das passiert.
00:23:08: Das ist eigentlich der schönste Übergang zu einer neuen Ja, für denjenigen, der geht
00:23:14: ja.
00:23:16: Aber wenn das dann plötzlich passiert ist es natürlich für den jenigen, der gehen muss, ist das super aber Für die Angehörigen ist das dann natürlich schwierig Obwohl sie wissen dass es gerade in der Pflegeeinrichtung oder Wenn jemand schwerstkrank ist.
00:23:31: man weiß ja, dass der tag kommt Aber wenn dieser tag dann doch plötzlich kommt ist es Ist Es doch schon für die angehörige schwierig.
00:23:42: Fliege bedeutet eine enorme körperliche Nähe auch zu fremden Menschen.
00:23:47: Was haben Sie dabei über Würde gelernt?
00:23:51: Das ist absolut wichtig, ich habe da immer bei meinen Auszubildenden oder hab' ich auch immer stark drauf geachtet.
00:23:58: wenn ich zum Beispiel ne ganz Körperfliegel gemacht habe und ich habe oben rum gepflegt dann habe ich den unteren Körperteil mit nem Handtuch abgedeckt und umgekehrt genauso Und ich habe immer gefragt Oder ich habe immer Bescheid gesagt, so.
00:24:11: Ich fang jetzt oben rum an zu waschen und das kam dann wenn der natürlich bettlerig war.
00:24:19: Dann hab' ich gesagt So, ich nehme jetzt den Waschlappen Es ist Wasser zu kalt es ist Wasser Zu warm.
00:24:25: Und hab' das dann auch so gemacht dass das dann wirklich würdevoll ist.
00:24:31: und gerade bei Auszubildenden, ich hatte mal eine auszubildende da haben wir auch ne Ganzkörperfläche durchgeführt.
00:24:39: Und dann fängt ihr auf einmal an, mit ihrem Handy rumzutippen.
00:24:44: Da bin ich etwas ausgerastet und habe dann auch das Handy einkassiert.
00:24:49: Ich hab gesagt, dass sie nach dem Dienst oder in der Pause das wieder haben darf und hab mir dann auch mal erklärt wie das wäre wenn Sie da jetzt liegen würde schwerst krank und müsste ... von Kopf bis Fuß gepflegt werden.
00:25:03: und dann steht da so ein junges Ding daneben und fängt an mit dem Handy zu telefonieren oder umzutippen.
00:25:10: Ich glaube, ich hoffe sie hat es dann auch verstanden.
00:25:14: Ja Sie haben viel erlebt und Sie kennen vor allem die Pflegeinnen aus Wendig liebe Claudia.
00:25:21: Wann wurde denn bei Ihnen aus dem Gedanken Da müsste die Politik etwas ändern?
00:25:24: Das funktioniert ja irgendwie nicht so!
00:25:26: Da müsste was verbessert werden.
00:25:28: der Gedanke Dann muss sich vielleicht selbst in die Politik.
00:25:31: Ach, eigentlich schon immer.
00:25:34: Ich kann mich daran erinnern ich habe glaube ich zwei tausend oder zweitausend eins schon gegen den Pflegenotstand demonstriert.
00:25:41: Ich hab ach Gott!
00:25:43: Ich weiß nicht mein.
00:25:44: ich habe immer wenn Wahlen waren habe ich auch das Landtagswahlen waren Bundestagswahl waren oder auch bei der Kommunalwahl.
00:25:52: Ich habe immer wieder das Thema pflege angesprochen Aber das System hat ja funktioniert.
00:26:00: Und irgendwie hatte ich immer das Gefühl, es hat niemanden interessiert oder es interessiert niemanden.
00:26:06: und dann hat es mich auch immer geärgert dass immer so schlecht über die Pflege gesprochen worden ist also noch nicht mal über die pflege Fachkräfte sondern wie schlimm das alles in den Pflegeeinrichtungen ist.
00:26:19: und dann habe ich mir immer gedacht wenn wir immer so schlechter darüber reden warum sollten denn junge Menschen diesen Beruf erlernen wollen?
00:26:27: Und das wollte ich eigentlich auch ein bisschen verändern, dass ein ganz vielseitiger Beruf ist und dass dieser Beruf Spaß macht.
00:26:37: Dass man sich das doch mal anschauen sollte und dann darüber zu urteilen.
00:26:42: Ich kann mich daran erinnern als es losging mit der Generalisierung der Pflege, der Ausbildung – da war ich noch nicht im Bundestag!
00:26:51: Und ich war von Anfang an dagegen, weil ich nicht wollte dass die Kinderfliege damit reinkommt.
00:26:57: Weil Kinder sind keine kleinen Erwachsenen.
00:27:00: und ach Gott da hab' ich mir den Mund fusselig geredet auch nachher noch aber da ist jetzt in den Brunnen gefallen.
00:27:06: Ich habe davor gewarnt... ...und ich hatte meistens bei einigen Sachen mal wieder recht.
00:27:15: So und dann kam der Oktober.
00:27:17: Dann sind sie nach Berlin gekommen, sind auch viele Menschen getroffen die Jura studiert haben Volkswirtschaft Politik Wissenschaft alle irgendwie Studiert studiert studieren.
00:27:26: dann sind in den Deutschen Bundestag gekommen Ärzte und so weiter genau.
00:27:29: Und dann haben Sie denn Sie werden ja wahrscheinlich aus einer Form von Bildungsdünkel erlebt haben gegenüber Menschen Ausausbildungsberufen hatten sie das Gefühl dass man sie so ein bisschen wie, ich sag mal, Abgeordneter zweiter Klasse empfangen hat oder war das nie der Fall?
00:27:45: Nee.
00:27:45: Das würde ich jetzt nicht sagen aber man hat mich oft nicht ernst genommen.
00:27:49: Aber nicht nur aus meiner Fraktion, sondern auch aus der anderen Fraktion hauptsächlich.
00:27:57: So nach dem Motto was will uns die dann erklären, die hat ja keine Ahnung.
00:28:00: Ja genau, genau.
00:28:02: Okay.
00:28:05: Wie gesagt, Anfangs habe ich mir das noch sehr zu Herzen genommen.
00:28:09: Weil ich genau wusste, ich hab recht dass es nicht so funktioniert und das war super anstrengend.
00:28:15: Das hat auch ganz viel Energie gekostet.
00:28:19: die anderen dann vom Gegenteil zu überzeugen ist mir auch nicht immer gelungen.
00:28:24: schade eigentlich hätte man mal früher auf mich gehört naja
00:28:28: Mensch naja sie haben ja noch einiges vor sich.
00:28:30: also So und dann sitzen sie in Ausschüssen oder in irgendwelchen Meetings.
00:28:36: Und ich kann mir vorstellen, dass Sie manchmal auch gedacht haben oder denken oh mein Gott ey!
00:28:41: In der Pflege würden wir für diese Besprechung zehn Minuten brauchen?
00:28:45: Ja.
00:28:46: Ist das ist auch glaube ich etwas was sich in der Politik komplett unterscheidet von anderen Tätigkeitsfeldern?
00:28:51: Dass es alles ein bisschen länger dauert?
00:28:53: Stimmt, man macht doch bitte mal einfach.
00:29:00: Was wissen Sie denn über Pflege, dass man auch nach hundert Aktenordnern und Expertenanhörungen nicht wirklich verstehen kann wenn man nie selbst gepflegt hat?
00:29:10: Ja wie soll man das verstehen, wenn man es noch nicht selbst gemacht hat.
00:29:16: Und du kannst nicht alle Situationen... die kannst du nicht rechtlich absichern!
00:29:22: Das funktioniert mich auch nicht gesetzlich abschern.
00:29:26: Ich bin immer dafür viel freier und viel viel offener hält.
00:29:34: Ich kann zum Beispiel, ich kann doch jetzt nicht mit dem Pflegekompetenzgesetz.
00:29:40: Da haben wir ja uns auf drei Sachen spezialisiert – auf Demenz, auf Rundversorgung und auf Diabetes.
00:29:46: So das kann ich doch nicht als Politik vorschreiben wie die Pflegekräfte damit umzugehen haben.
00:29:52: Das kommt ja jetzt vom GBA aus.
00:29:57: Ausschutz, wo ich das ja jetzt festgelegt und ich glaube noch nicht mal dass die das können.
00:30:03: Glauben Sie mir wenn ich jedes Mal einen Arzt gerufen hätte dann hätte ich gerade am Wochenende dann kommt ein Orthopäde als Bereitschaftsarzt und ich sage dem dann was er mehr aufschreiben soll weil er dann sagt Frau Moll sagen sie es mir doch bitte wie wollen sie's gerne?
00:30:27: Aber er muss das dann aufschreiben, damit ich das ausführen kann.
00:30:35: Zeitverwendung!
00:30:36: Ich wollte es gerade sagen... Das hört sich alles sehr umständlich an.
00:30:40: Ja jetzt kommt's natürlich auch drauf an wenn du gerade fertig bist mit der Ausbildung und dann bist du ja auch noch unsicher.
00:30:47: Und dann ist es ja auch gut, wenn man da von außen Hilfe bekommt.
00:30:51: also um Gottes Willen ne?
00:30:54: Sie waren ja mehr als drei Jahre Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung.
00:30:58: Und übrigens Katrin Staffler war auch schon bei mir zu Gast im Podcast vor einiger Zeit, wenn sie ihre eigene Bilanz ziehen müssten?
00:31:06: Was hat sich denn in diesen drei Jahren konkret verbessert Ihrer Meinung nach?
00:31:12: Da hat sich überhaupt was verbessert!
00:31:14: Zum einen hängt es sich das mit Verhindernis und der Kurzzeitpflege.
00:31:18: Verbesserter habe ich lange für gekämpft Und ich werde das jetzt auch versuchen, dass es mit dem neuen Gesetz alles so bleibt.
00:31:29: Weil gerade für Eltern die schwerstbehinderte Kinder haben, die konnten jetzt mit dem Budget eigentlich sehr flexibel arbeiten sag' ich mal und sie haben jetzt auch ihre Leute und können die daraus bezahlen.
00:31:44: wenn wir das jetzt wieder abschaffen dann hat gerade diese Gruppe Ein wahnsinniges Problem.
00:31:55: Und ich durfte ja leider als Pflegebevollmächtigte durfte ich ja nicht entscheiden und das ist mir dann manchmal
00:32:06: auch ziemlich schwer gefallen, ne?
00:32:07: Wenn wir über dieses Pflegen-Neuordnungsgesetz sprechen hat er diese schöne Kürzel PNOG glaube ich.
00:32:15: Da geht es ja um höhere Beiträge auch für Kinderlose, die mehr einzahlen sollen und Mini-Jobs Arbeitgeber, die eben künftig auch für geringfügige Beschäftigungen Pflegebeiträge abführen sollen.
00:32:26: Wie schaffen Sie das denn?
00:32:28: Liebe Claudia, wenn sie an einem Stand stehen jeder Partei oder durch eine Fußklingerzone laufen, ihre Gegenüber davon zu überzeugen dass das eigentlich etwas Gutes sein könnte?
00:32:38: Ich wachte jetzt erst mal auf den Topin ins Bistos.
00:32:43: Vielleicht wird das ja noch geändert, ich weiß es nicht.
00:32:46: Von daher bin ich da im Moment sehr zurückhaltend solange ich noch keinen Kabinettsbeschluss habe und letztendlich sind wir Parlamentarier dafür verantwortlich.
00:33:03: Wie frustrierend ist es denn für eine ehemalige Altenpflegerin wenn politische Kompromisse am Ende weit hinter dem zurückbleiben?
00:33:10: was sie auch aus ihrer praktischen Erfahrung eigentlich für notwendig halten.
00:33:16: Wie man sie das jetzt?
00:33:18: Es gibt ja manchmal Ideen, Gesetzesentwürfe die man vielleicht einbringt an denen man mitgearbeitet hat und am Ende kommt etwas völlig anderes dabei heraus.
00:33:30: Das gab es tatsächlich bei Ihnen noch nicht?
00:33:33: Nee, nicht so.
00:33:34: und wenn bin ich dann... also ich hab ja jetzt zum Beispiel GKV habe ich gar nichts mitverhandelt.
00:33:38: Ich fahre ja nicht alles mit.
00:33:42: Und letztendlich geht das dann... bin ich ja da nicht die alleinige, die da mit verhandelt oder die mitbestimmt?
00:33:53: Also das wär schön!
00:33:56: Ja, manchmal wäre es besser wenn man mit einem etwas überschaubarrenen Kreis an Menschen vielleicht mehr entscheiden kann und weniger abstimmen muss.
00:34:03: Aber das nennt man Demokratie, da bedarf es immer mehr.
00:34:06: halten genau.
00:34:08: Ich habe mich letzte Woche mit einer Freundin unterhalten zum Thema Pflege und die hat mich so ein bisschen auf dieses ja.
00:34:15: also wie soll ich sagen... Es geht so ein bissel um Pflegeheimbewohnern die ja im ersten Aufenthaltsjahr bundesweit so um die drei Tausend, dreihundert Euro aus eigener Tasche aufbringen müssen.
00:34:25: Ich glaube in NRW, in ihrem Heimatland sind es sogar so um diese Dreitausend sechshundert Euro.
00:34:31: Welcher normale Rentner kann sich das denn überhaupt noch leisten?
00:34:34: Ja Moment!
00:34:35: Da müssen wir jetzt aber auch mal aufpassen.
00:34:37: Natürlich kann sich da zum Beispiel meine Mutter kann sich dass nicht leisten mit ihrer kleinen Rente und dann springt er das Sozialamt ein.
00:34:50: Also da müssen wir auch mal abwarten, was da ein Kabinetzbeschluss drinsteht.
00:34:56: Also das kann eigentlich kein normaler Rentner kann sich das leisten.
00:34:59: aber man muss auch mal dabei sagen die Fliegeversicherung ist eine Taltkasko-Versicherung.
00:35:05: Ja richtig!
00:35:06: So und ich kann jetzt natürlich die Beiträge erhöhen dann sind aber dann haben wieder die meisten weniger Netto vom Brutto und auch schwierig.
00:35:21: Also eigentlich ist Pflege eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
00:35:28: Das ist sie, und die Pflegefersicherung wurde ja auch mal als Absicherung des Pflegerysikos geschaffen.
00:35:34: Aber heute stellen eben viele Familien auch fest dass ihnen nur einen Teil der tatsächlichen Kosten dann auch abdeckt.
00:35:41: Wie soll ich das denn machen?
00:35:45: Ja, das war jetzt gar kein Vorwurf an Sie.
00:35:46: Also ich frage nur was glauben sie denn?
00:35:49: Was wir den Menschen?
00:35:50: oder müssen wir den den Menschen ehrlicherweise sagen dieses Versprechen funktioniert so nicht mehr.
00:35:57: also eigentlich hat das ja noch nie funktioniert wenn man mal ehrlich ist.
00:36:04: Ich glaube nur außen in der in der Öffentlichkeit wurde es vielleicht etwas anders wahrgenommen.
00:36:08: da war er der Start oft diejenige der dann am Ende doch irgendwie unterstützt hat.
00:36:13: Ja, wenn man und es wird da auch keinen Unterschied gemacht in einer Pflegeeinrichtung.
00:36:19: Ob du jetzt privat bezahlst oder ob das der Staat bezahlt.
00:36:25: So nur ist alles schwierig.
00:36:29: Das ist es ja.
00:36:30: wir werden älter gleichzeitig vielen pflegekräfte die finanzierung gerät immer stärker unter druck.
00:36:37: Verspricht denn die Politik dann den Menschen vielleicht derzeit noch eine Qualität der Pflege, die wir in sagen wir mal in zehn oder zwanzig Jahren personell möglicherweise gar nicht mehr gewährleisten können?
00:36:48: Das weiß ich doch jetzt nicht.
00:36:49: Vielleicht ändert sich das ja nochmal.
00:36:53: Wissen Sie, wenn ich jemanden frage?
00:36:55: Das ist ja Claudia Moll.
00:36:56: Sie sind für mich das Orakel nach vorne.
00:36:58: Ich möchte so ein bisschen... Wenn ich denke da hat jemand eine Ahnung und dann sind sie es.
00:37:02: aber ich weiß natürlich dass die auch nicht auf alles eine Antwort haben können.
00:37:05: Aber ich frag mal anders!
00:37:06: Wenn Sie heute selbst noch einmal Vollzeit in der Altenpflege anfangen könnten oder müssten würden Sie den Beruf denn nochmal wählen?
00:37:12: Ja klar!
00:37:13: Auf jeden Fall!
00:37:15: Sie haben sich recht glaube ich.
00:37:17: Sie könnten zurück zu Ihrem Arbeitgeber oder in diese
00:37:19: Krosche.
00:37:20: Ohja Ja klar.
00:37:25: Und wenn Sie
00:37:25: selbst... Könnte mir gar nichts anderes vorstellen!
00:37:28: Okay, also das ist tatsächlich weiterhin Ihr Wunschberuf und Traumberuf?
00:37:33: Weil es ja auch ein toller Beruf ist und es macht ja auch Spaß bei allem.
00:37:38: ich glaube heutzutage irgendwo ist immer was.
00:37:43: Also ob ich jetzt beim Bäcker bin die jammern mir manchmal die Ohren voll wie viel Arbeit sie haben.
00:37:50: Wir haben ja alle im Moment unter dem Fachkräftemangel zu leiden und müssen irgendwie alle das kompensieren.
00:38:00: Ich meine, jetzt kann ich natürlich nicht die Pflege mit einer Bäckerei vergleichen aber fragen Sie mal eine Reinigungskraft, die auch ganz hart für ihr Geld arbeiten muss.
00:38:15: also irgendwie ist das schwierig, ganz ganz ganz schwierig.
00:38:21: Ich hab da auch heute keine Lösung.
00:38:24: Nee, die müssen Sie bei mir nicht liefern.
00:38:27: Aber was mich interessiert, sie sind gleichzeitig im Gesundheits-, Tourismus und im Verteidigungsausschuss.
00:38:34: So, alten Pflegerinnen, ehemalige Pflegebevollmächtigte, heute Verteilungsausschluss!
00:38:38: Wie kommt man dem Bitte vom Pflegebett zum Panzer?
00:38:40: Ähm...Verteidigungen
00:38:43: ist ja nicht nur Panzer oder Drohne oder Kampfsflugzeug ... Ich habe zum Beispiel ganz tolle Berichterstattung, ich hab z.B die Berichterstattung für die Veteranen und für die Jugendoffiziere.
00:38:59: Für die Militärseelsorge – also alles ganz toller Themen, die Berichtserstattungen, die auch super zu mir passen.
00:39:08: Und es war ja nun so dadurch dass sich unsere Fration verkleinert hat mussten wir alle mindestens zwei Ausschüsse nehmen und dann habe ich gesagt, dann will ich was ganz anderes haben.
00:39:21: Noch dazu!
00:39:22: Und auch das ist super interessant und macht doch einen Riesenspaß.
00:39:28: Ja denn zur Verteidigungsfähigkeit eines Landes gehört eben gehören nicht nur die Soldaten und Waffen sondern vor allem auch Krankenhäuser, Rettungsdienste, Pflegeeinrichtungen.
00:39:35: Genau
00:39:36: und die Reserve und so...
00:39:40: Die Reserve ja?
00:39:41: So jetzt kommen sie aus einem klassischen Arbeitsberuf engagieren sich für die SPD.
00:39:48: Warum gelingt es denn der SPD trotzdem im Moment zumindest nicht mehr so selbstverständlich, gerade Menschen aus der Pflegehandwerk oder aus der Industrie für sich zu gewinnen?
00:39:57: Haben Sie da eine Erklärung?
00:39:59: Nee ich glaube, da hat sich einiges auch gesellschaftlich verschoben.
00:40:05: Also da überlege ich auch ganz oft was ist da passiert, was ist dann gesellschaftliche passiert?
00:40:13: Und was ist da auch in meiner Partei passiert?
00:40:18: Auch dazu zermatter ich mir oft den Kopf drüber.
00:40:22: Auf der einen Seite, wir haben für ein Mindestlohn gesorgt und das sind ja nun wirklich dann Profitieren Millionen von.
00:40:31: aber irgendwie habe ich das Gefühl im Moment kannst du machen, was du willst alles ist falsch.
00:40:38: Ich glaube, es ist so ein Personkult vielleicht auch ein bisschen entstanden.
00:40:41: Ich hatte ja nun doch schon einige Gäste aus dem politischen Bereich bei mir im Podcast und man kam immer wieder auf das Thema Social Media.
00:40:50: Das hat auch Tim Klüssendorf übrigens bei mir erwähnt.
00:40:52: Früher war's ja so wenn man eine Rede gehalten hat im Deutschen Bundestag dann die wurde durch das Büro vorbereitet durch Referenten Man hat vielleicht auch selbst geschrieben mal drüber geschaut Dann las man sagen oder hatte man seine jetzt acht bis zehn Minuten oder manchmal auch drei, keine Ahnung.
00:41:05: So heute ist es so, man hat eine Rede, keine ahnung fünf Minuten und dann ist Einsatz oder ein Abschnitt markiert zumindest in vielen Büros.
00:41:13: Und das ist dann der Satz den man möglichst betont vortragen soll.
00:41:16: denn der funktioniert auf den Social Media Kanälen auf TikTok Instagram Facebook am besten.
00:41:21: Haben Sie das selbst auch manchmal schon miterlebt?
00:41:24: Oder das Gefühl dass man dass viele dort vorne stehen und nur noch für Tiktok und Social media ihre Reden halten
00:41:32: Einige ja Aber ich glaube nicht, da sollte man mal über eine andere Fraktion sprechen.
00:41:43: Ich weiß gar nicht wie Sie meinen!
00:41:48: Ist denn Humor für Sie Unterhaltung oder manchmal auch eine ziemlich wirksame Überlebensstrategie in der Politik wenn sie im Plenarsaal sitzen und das alles mitverfolgen?
00:41:56: Ach, ich würde sagen beides aber ich war schon immer sehr positiv Hat mir da doch nie nehmen lassen.
00:42:05: Egal wie schlimm es war, egal... Wie komisch es war!
00:42:10: Egal was war!
00:42:15: Manchmal und manchmal bei uns heißt ja Lach wenn eine Tresche zu Griechen wird.
00:42:23: Ja da ist das wieder.
00:42:24: Eschweiler.
00:42:25: So wie häufig sitzen Sie denn in Berlin in einer Diskussion?
00:42:28: Und denken sie sich Mensch Leute jetzt kommt doch einfach mal mit mir nach Eschwailern.
00:42:32: Gab's da schon mal Politikerkollegen, die Sie mitgenommen haben?
00:42:35: Auf alle Fälle.
00:42:36: Ich hatte schon ganz viele hier und die sind auch eigentlich... ich hab dann natürlich meine Eifel also meine nicht aber die sind total begeistert gewesen von der Eifle, von Aachen und ich habe hier ganz tolle Sachen in der Städteregion die man echt wunderbar auch erklären und zeigen kann.
00:43:01: Und dann natürlich mein Echweiler, aber es ist wirklich ganz tolle Sachen hier in der Städteregion und ich glaube viele wissen gar nicht in was für einer tollen Region wir überhaupt leben, was wir ja überhaupt für Schätzchen haben.
00:43:19: So, also an der Stelle die herzliche Einladung und alle mal nach Eschweiler zu kommen.
00:43:22: Claudia Moll stellt sich sicherlich auch zur Verfügung so ein bisschen die Stadt zu zeigen in einer ruhigen Minute nur... Die haben sie ja selten!
00:43:29: Wir sind fast schon am Ende der heutigen Folge angekommen.
00:43:31: ich habe noch zwei drei Fragen.
00:43:32: dann lasse ich Sie auch gleich in Ruhe liebe Frau Moll oder lieber Claudia.
00:43:37: Was bringt denn die Claudia zuverlässig auf Hundert Achtzig?
00:43:39: Und womit bekommt man sie innerhalb von fünf Minuten wieder herunter?
00:43:43: Ach, mich bekommt man immer ganz schnell runter.
00:43:45: Das ist total lustig!
00:43:47: Ich riege mich schnell auf und hänge dann unter der Decke, mache ein ganzes Dorf verrückt und wundere mich dann nach zehn Minuten, warum das ganze Dorf noch vorrückt?
00:43:56: Ist nur ich nicht.
00:43:58: Also was ich absolut nicht mag, ist Fauldheit und Ignoranz und Ungerechtigkeit.
00:44:10: Egal wer es wenigstens betrifft.
00:44:12: also Ignorans finde Das kann mich wirklich in zwei Minuten auf den Baum bringen.
00:44:21: Ja, dann sind wir froh dass es Bäume am Deutschen Bundestag gibt denn ich glaube auch das wird ab und zu mal der Fall sein!
00:44:28: Ja also Ignoranz.
00:44:30: und wenn so manche Dinge ach ist mir doch egal... Boah da kann ich dich vertrafen Und geht nicht gibts nicht!
00:44:39: Ja, das ist auch ein weitverbreitetes Phänomen in Deutschland.
00:44:44: Dann sitzen sie abends irgendwann mal nach so einem langen Plenartag in ihrem Berliner Apartment oder zuhause in Eschweiler, dann läuft da irgendwie Dschungelcamp Sommerhaus der Stars Bachelor.
00:44:56: Schauen Sie sich sowas an?
00:44:57: Oder denken Sie sich, oh nee Trash das ist überhaupt nicht mein Ding?
00:45:00: Nee hab ich noch nie geguckt.
00:45:02: Also wie heißt er?
00:45:04: Sommerhaus Der Stars weiß ich ja nicht.
00:45:06: jetzt Dschungell Camp weiß ich auch nicht.
00:45:10: Da bin ich mal ganz am Anfang.
00:45:12: Das war so, glaube ich ... im ersten Jahr.
00:45:15: Da hat man mich gefragt, ob ich den wüsste, wer neuer Dschungelkönig ist oder so?
00:45:21: Und ich hab gedacht, oh Gott, du hast irgendwie verpasst!
00:45:23: Da ist jetzt ein König gewählt worden oder ein Könige grün worden und du weißt überhaupt nicht, welter das is'.
00:45:30: Ja, das fand ich dann ziemlich ... Als sich das danach aufgeklärt hat, da habe ich auch gedacht, Junge, was denkst du eigentlich von mir?
00:45:40: Also ich kann sie beruhigen, Sie haben nichts verpasst.
00:45:42: Nee!
00:45:43: Ich hab's wirklich also... Was war das andere Nummer?
00:45:47: Ja, Sommerhaus der Stars, Dschungelcamp Bachelor könnte ich auch noch anbieten.
00:45:51: Naja, habe ich auch nicht geguckt.
00:45:53: Das ist irgendein gut aussehender Mann, der dann natürlich die große Liebe seines Lebens sucht und tanzen hat zehn Frauen an und schmücken sich da irgendwie in eine Wohnung ein und am Ende sagt er, die nehme ich und nach einer Woche ist das Ganze vorbei.
00:46:03: Und das war jetzt die Kurz-Zusammenfassung.
00:46:04: Exklusiv für Claudia Meuth.
00:46:06: So was.
00:46:07: Ja, das ist die Quote im deutschen Fernsehen Ja, das ist so.
00:46:11: Also nee, wir halten fest es nicht so ihr Ding.
00:46:14: und ganz zum Schluss will ich Sie noch fragen wenn sie eine Woche lang mit einem meiner bisherigen Gäste davon gab's schon einige den Beruf tauschen müssten also ich hab zur Auswahl Tatortreiniger in Kuhfriseur, Senzenlehrer oder Coil Girl wobei das letzte jetzt wahrscheinlich nicht so Ihr Ding ist aber Tatort Reiniger in kuh Friseur oder Sensenlehrern für was würden sie sich dann entscheiden?
00:46:39: Da hätten sie Lust, okay.
00:46:41: Ja, das würde ich erst mal ausprobieren!
00:46:43: Ich liebe Kühe!
00:46:45: Na dann...wenn wir das mal für die Backe-List setzen.
00:46:50: Da vernetze ich Sie gerne immer und da gibt es eine Weiterbildung zur Kufresurin.
00:46:55: Näh!
00:46:56: Haa!
00:46:56: Doch, das ist gut.
00:46:58: Ich liebe sowieso Tiere am Akku ja auch.
00:47:01: Wunderbar!
00:47:03: Also, das war ein schöner Schluss unserer der schönen Unterhaltung heute, liebe Frau Molli oder liebe Claudia.
00:47:07: Herzlichen Dank für die Zeit.
00:47:10: Das war ein großes Fürgnügen und ich wünsche Claudia Meul, ich wünschte Ihnen von Herzen weiterhin dass Sie mit so einem großen Engagement auch viel bewegen und sich nicht entmutigen lassen von denen, die sagen das geht nicht!
00:47:20: Und ich wünsche mir persönlich, dass sie noch lange im Deutschen Bundestag sitzt und wenn es ihnen irgendwann zu viel ist dann machen Sie was anderes um Bewegen dort alles zum Guten.
00:47:29: Alles Liebe für Sie!
00:47:30: Ja danke schön, vielen Dank und wie gesagt geht nicht gibt's nicht Fast live aus Berlin.
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