ISAAK | Sänger und Eurovision Song Contest-Teilnehmer - Muss man heute laut sein, um gehört zu werden?
Shownotes
Eine Stimme, ein brennendes Bühnenbild – und plötzlich schaut ganz Europa zu. ISAAK vertrat Deutschland 2024 beim Eurovision Song Contest in Malmö und schaffte mit „Always On The Run“ etwas, worauf Deutschland beim ESC lange gewartet hatte: Platz zwölf und damit eine Rückkehr ins Mittelfeld.
Dabei begann seine Geschichte weit entfernt von internationalen Fernsehshows und Millionenpublikum. Schon als Jugendlicher machte ISAAK Straßenmusik, später spielte er in Kneipen, veröffentlichte eigene Songs und arbeitete sich Schritt für Schritt in die professionelle Musikbranche vor. Musik beschreibt er als einen Ort, an dem er ganz er selbst sein kann – ohne Schubladen und ohne feste Regeln.
Im Gespräch mit André Puchta geht es deshalb nicht nur um drei Minuten auf einer der größten Bühnen der Welt. Es geht um den Menschen hinter der kraftvollen Stimme: um Erwartungen und Selbstzweifel, um den Umgang mit plötzlicher Aufmerksamkeit, um Erfolg und die Frage, was eigentlich passiert, wenn ein Ereignis, auf das monatelang alles zuläuft, von einem Moment auf den anderen Geschichte ist.
ISAAK spricht über seinen ungewöhnlichen Weg in die Musik, über das Gefühl, sich nicht immer in vorgegebene Systeme einfügen zu können, und darüber, warum gerade die weniger perfekten Seiten eines Menschen zu seiner Persönlichkeit gehören. Schon rund um den ESC machte er deutlich, dass ihm Authentizität wichtiger ist als das Bild eines makellosen Popstars.
Eine Folge über große Bühnen und die leisen Momente danach, über Umwege, Druck, Selbstvertrauen und darüber, seinen eigenen Platz zu finden.
Was bleibt, wenn der ESC plötzlich vorbei ist?
Transkript anzeigen
00:00:01:
00:00:23: Vor Millionen Menschen auf einer Bühne zu stehen ist für viele Musiker ein Traum.
00:00:28: Für Isaac Guderian wurde dieser Traum Wirklichkeit.
00:00:32: mit ALWAYS ON THE RUN vertrat der twenty-vierundzwanzig Deutschland beim Eurovision Song Contest, einem der größten Musikwettbewerbe der Welt.
00:00:41: Doch hinter diesem Auftritt stehen viele Jahre in denen niemand applaudierte – Jahre voller kleiner Bühnen, eigener Songs, Zweifel und der Frage ob der große Traum überhaupt erreichbar ist!
00:00:55: Mich interessiert heute deshalb nicht nur der Künstler Isaac, mich interessiert der Mensch, der gelernt hat mit Erwartungen umzugehen sich selbst dabei treu zu bleiben und auch dann weiterzumachen, wenn der Applaus einmal ausbleibt.
00:01:08: Herzlich willkommen bei Schüchtern bis Nüchdern!
00:01:11: Isaac Guderian.
00:01:13: Hi Servus André.
00:01:15: Schön Danke für die Einladung.
00:01:17: Ich glaube lieber Isaac du bist der zweite oder dritte Gast bei mir, der in einhundertundzwanzig Folgen mich mit Servus begrüßt.
00:01:23: Das macht es natürlich gleich mal bisschen einfacher für mich.
00:01:26: Herzlichen Dank dafür.
00:01:28: Ja das ist direkt ansteckend finde ich.
00:01:32: Ich sag sehr oft Servus, obwohl ich nicht wahnsinnig viel mit Bayern zu tun habe ehrlich gesagt.
00:01:37: Aber irgendwann hat sich das so eingegliedet.
00:01:39: Ich werde auch ganz oft gefragt ob ich aus Bayern komme weil ich ganz oft mit Servus begrüße aber es ist irgendwie...ich weiß nicht wo das herkommt.
00:01:45: Kannst du mich
00:01:46: sagen?
00:01:47: Wenn ich das beantworten könnte, dann wäre ich steinreich.
00:01:49: Also du triffst ja hier auf einen überzeugten Europäer Wahlberliner der eigentlich aus Bayern kommt... Das aber auch nicht ganz stimmt denn ich bin gebürtiger Franke und das fandest du dir so ein bisschen vorstellen.
00:01:59: da gibt es doch noch Unterschiede!
00:02:01: Ich komme tatsächlich aus dem schönen Oberfranken.
00:02:06: Lebe aber auch schon fast fünfzehn Jahre in Berlin.
00:02:08: Das nur am Rande erwähnt.
00:02:10: bevor wir jetzt gleich einsteigen Lieber Isaac, wenn du Deutschland im Herbst-Song mit einem Songtitel beschreiben müsstest.
00:02:18: Wäre das gerade eher eine traurige Ballade?
00:02:20: Ein temporeicher Popsong oder eine schlechte KI Version?
00:02:25: Also auf jeden Fall sehr weit weg von einer Tempo-Pop-Nummer.
00:02:30: Das ist wirklich was wir hier an Geschwindigkeit verloren haben.
00:02:36: Irgendwas zwischen einer ganz traurigen Ballade aber auch richtig schlecht mit KI gemacht.
00:02:41: Hm.
00:02:42: Hast du denn das Gefühl, dass wir einander weniger zuhören als noch vor ein paar Jahren?
00:02:47: Hundertprozentig!
00:02:48: Hundert prozentig.
00:02:50: Das wird ja alles immer die Leute ... Sag mal geht's noch?
00:02:57: Also ich versuch... Ein Kumpel von mir hat gesagt bei diesen ganzen politischen Spektaklen, die er momentan so stattfinden, der hat irgendwann gesagt und ich versuche es jetzt irgendwie so'n bisschen vielleicht für mich mit anzueignen, dass er sagt, ich hab mich einfach entschlossen Ich werde mich selber einfach nicht mehr als Mensch sehen, sondern werde anfangen wie so ein Alien daraus zu gucken und mir zu denken ach guck an was die Menschen da schon wieder machen.
00:03:22: Einfach um selber irgendwie nicht komplett daran zu verzweifeln.
00:03:27: Ich weiß nicht ob es dir auch so geht.
00:03:29: also manchmal zweifelt man ja tatsächlich auch an sich selbst.
00:03:32: ich bin letzte Woche mit der S-Bahn in Berlin gefahren.
00:03:34: Da saß gegenüber eine ältere Frau.
00:03:36: die war so Ich werde mal sagen, um die siebzig und lächelte mich auch ab und zu mal an.
00:03:41: Und dann bin ich ausgestiegen und meinte zu ihr, ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!
00:03:44: Und dann schaut diese Frau mich an und sagt zu mir, was willst du?
00:03:48: Was haste für ein
00:03:49: Problem?!
00:03:51: Und... ich konnte es wirklich nicht glauben.
00:03:53: Ich dachte mir das passiert vielleicht irgendwie bei dem, keine Ahnung, bei dem achtzehnjährigen wäre das vielleicht noch passiert weil er es irgendwie falsch verstanden hätte oder so aber..
00:04:00: Ich war
00:04:01: wirklich schockiert.
00:04:01: Mich hat das den ganzen Abend noch beschäftigt.
00:04:03: Und ich dachte mir was ist eigentlich passiert inzwischen diesem Land dass wir so Aggressiv auch aufeinander reagieren.
00:04:11: Das sind Erwartungen, die wir alle haben.
00:04:17: Alles ist immer mit Erwartung angeknüpft.
00:04:21: Die Leute wollen ... letztlich will jeder Frieden und Ruhe haben.
00:04:27: Das ist das Ziel von jedem.
00:04:28: Alle wollen Ruhe, alle wollen in Frieden leben, frei sein.
00:04:33: Jeder auf seine Art.
00:04:35: Und alle wollen geliebt werden!
00:04:38: Egal, um welches Thema es geht.
00:04:39: Es geht immer auf diese Grundbedürfnisse zurück und weiß ich nicht... Ich kann verstehen!
00:04:47: Das ganz viele Leute ganz verzweifelt sind und irgendwie nach einer Alternative suchen die eine völlig andere Richtung denkt als das was hier eben vor allem so die letzten sechs Jahre... Also für mich ist der Startpunkt für die ganze Scheiße Corona So, da ging es komplett los und da sind alle Leute wirklich an die Grenzen gekommen.
00:05:13: Und seitdem haben wir einfach eine Stimmung hier... Es ist unerträglich!
00:05:20: Ja das macht glaube ich auch mit vielen Menschen etwas und ich sehe das ja jede Woche wenn ich dann bei Instagram wieder irgendwie einen ganz großartigen Künstler, eine künstlerin sehe Leider verkünden muss, dass die Ticket Verkäufe jetzt nicht so gut sind.
00:05:32: Dass sie ihre Tournee wie sie es geplant hat durchführen kann.
00:05:36: Da spricht man ja oft auch von produktionstechnischen Gründen und anderen Gründen.
00:05:39: Wir wissen ja glaube ich alle was dahinter steckt und ich denke mir immer... Es tut mir total leid für den Gegenüber aber wir müssen das auch mal eingestehen.
00:05:49: Nichts schlechtes.
00:05:50: Natürlich ist es schlecht, wenn man diese Tournee nicht machen kann aber man kann ja das auch offen benennen und sagen mein Gott die Ticketverkäufe waren einfach nicht gut.
00:05:57: Das hat mit mir überhaupt nichts oder wenig zu tun.
00:05:59: Das ist einfach die allgemeine Situation in diesem Land.
00:06:03: Ja dass stimmt völlig.
00:06:06: ich kann auch verstehen warum viele Leute das irgendwie versuchen irgendwie zu verheimlichen weil du als Künstler glaubst selber nicht daran, dass es mit der Situation im Land zu tun hat.
00:06:17: Ich meine ich war ja selber in exakt der gleichen Situation und für mich war ganz klar das mein Schuld.
00:06:23: So auch egal wie viele Leute mir gesagt haben, das ist nicht deine Schuld!
00:06:26: Das ist momentan einfach so und bla bla... Aber du siehst halt dich als Künstler und du siehst, dass das nicht funktioniert, siehst aber auf einer anderen Seite.
00:06:36: man will ja immer das haben was man nicht hat und man orientiert sich immer an Leuten Bei denen das funktioniert, was bei dir nicht funktioniert.
00:06:43: und es gibt Leute bei denen's funktioniert.
00:06:44: Es gibt Leute die haben bis heute keine Probleme mit Ticket verkaufen.
00:06:47: Es werden immer weniger aber es gibt sie Und das zeigt dir als Künstler völlig egal was die Meinung von außen irgendwie ist.
00:06:55: Bei mir war das persönlich so.
00:06:57: Ich war davon überzeugt des meiner Schuld.
00:07:00: Gut.
00:07:01: also um dir das vielleicht schon mal ein bisschen zu nehmen ich möchte jetzt nicht zu weit ins Detail gehen Aber ich glaube an dir lags nicht Denn wenn man sich mit deiner Person beschäftigt und vor allem mit deines Stimmen.
00:07:13: Halleluja!
00:07:13: Also das vielleicht schon mal an der Stelle großartig, du bist ja einer der wenigen die man ja auch sofort erkennt.
00:07:20: nach einer Millisekunde weiß man genau wer vor einem steht.
00:07:23: Und bevor wir aber so ein bisschen auf dein Leben und deine Vergangenheit und vielleicht auch auf die Zukunft was du so planst eingehen liebe Isaac muss denn einen Künstler heute eigentlich politisch Haltung zeigen?
00:07:35: oder darf ein Sänger auch mal sagen Zu diesem Thema habe ich schlicht keine qualifizierte Meinung.
00:07:41: Ähm, ich glaube die Antwort liegt genau dazwischen.
00:07:45: Ich glaube die an wie Valenz darf Herrschen an dem Punkt Ich glaube man darf.
00:07:49: zum einen glaub' ich darf und muss man sich ganz ehrlich eingestehen Ey!
00:07:55: Ich bin kein Politiker Ich hab keine Ahnung, ich kann euch nicht sagen wen ihr wählen sollt.
00:08:00: Ich weiß nicht was die Antwort für Deutschland ist.
00:08:03: Da bin ich absolut nicht qualifiziert für.
00:08:05: Das ist absolut nicht... Nur weil es eben ein paar Menschen gibt, die mir irgendwie zuhören heißt das noch lange nicht dass ich reden muss.
00:08:16: Aber auf der anderen Seite gibt es Punkte wo man definitiv reden muss und zwar sind das... Ja, finde ich, es gibt einen riesigen Unterschied zwischen Haltung und Politik.
00:08:26: Und Haltung?
00:08:28: Zu sagen ey ich bin für Meinungsfreiheit.
00:08:34: Ich bin für für Demokratie, ich bin für Homosexuelle.
00:08:45: Ich finde das sind Grundvoraussetzungen und dann sollte man für solche absoluten Dinge, die meiner Meinung nach laut meine Haltung einfach unumstritten sind.
00:08:59: Für die muss sich natürlich auch laut sein!
00:09:02: Ist es denn schwerer geworden laut zu sein um das auszuhalten?
00:09:06: Den öffentlichen Druck
00:09:11: Ja, da kommt's jetzt ganz drauf an.
00:09:13: Also ich war halt... Ich kann mich noch daran erinnern wo so vor vier fünf Jahren, wo sie die AfD sehr geringe, ja da hatten die noch ihre drei-vier Prozent und haben sich einen Landtag geschafft.
00:09:28: und so habe ich mir gedacht was solls jetzt gegen die AfD hetzen?
00:09:34: Weil damit gebe ich denen eine Bühne!
00:09:38: Wenn ich das jetzt ganz groß als Problem mache und die sind menschlich verachtend, aber du siehst ja auch das Resultat drei Prozent.
00:09:44: Ja gibt's halt drei Prozent Idioten in Deutschland, die das irgendwie wählen.
00:09:47: Schade!
00:09:48: Aber lass uns... Mein Motto ist halt auch irgendwo immer so ein bisschen lieber ein paar schöne Blumenpflanzen statt Unkraut zu zupfen.
00:09:57: Und sobald ich jetzt irgendwie anfange nicht irgendwo hinzustellen und sagen öh die AfD ist scheiße und da finde ich irgendwie das ist so leichter Mut dass es Das machen alle, das haben alle zu dem Zeitpunkt gemacht.
00:10:09: und ja natürlich ist die AfD scheiße da sind wir uns alle einig.
00:10:12: So dann müssen wir überhaupt nicht rüber reden.
00:10:13: deswegen habe ich es nie gemacht.
00:10:15: Und das Blatt hat sich aber gewendet.
00:10:17: mittlerweile denke ich so wow!
00:10:18: Ist das wichtig geworden dagegen zu sprechen?
00:10:20: Wow!
00:10:21: Ist es wichtig geworden zu sagen ey macht diese Scheiße nicht hört auf damit lasst das sein.
00:10:29: Ja
00:10:30: ich weiß nicht.
00:10:31: Ich
00:10:31: höre dir auch mal zusammenzu weil mich interessiert das ja wirklich was du auch dazu denkst
00:10:35: Was das ist.
00:10:36: Ich sage, ich höre dir aufmerksam zu, da ich auch wissen möchte was du dazu denkst.
00:10:40: Es ist ja ein Thema das viele Menschen umtreibt und es gibt sehr, sehr viele unterschiedliche Meinungen dazu.
00:10:45: Ja natürlich gibt's ja unterschiedliche Meinung zu aber letztlich haben wir einfach unfassbare Probleme die alle gelöst werden müssen und wir sind gerade irgendwie auf so einem Kurs und alle Leute scheinen immer mehr zu feiern dieses landes so derartig vor die Wand fahren wird.
00:11:08: Also auch dieses grundsätzliche Verständnis von, wir haben auch kein Problem von links gegen rechts?
00:11:15: Das sollte überhaupt echt das Thema sein!
00:11:18: Das Thema sollte sein Wir unten gegen die da oben.
00:11:20: So, das ist ja eigentlich das worüber die AfD die ganze Zeit spricht aber keiner macht's.
00:11:25: Die AfD-Leute sind die Ersten, sie rufen äh die da oben.
00:11:29: Aber letztlich ist es Politik für Reiche.
00:11:31: Für die da um und Wir sehen es doch.
00:11:37: Es ist ja nicht nur ein Deutschlandproblem, sondern auch ein ganzen Weltenproblem.
00:11:41: Das ist einfach herzlichen Glückwunsch!
00:11:43: Wir haben den ersten Billionär.
00:11:47: Toll und das ist einfach ein Billionärt zu sein bedeutet ein tausendfacher Milliardär zu sein.
00:11:55: Das heißt einen millionenfacher Millionär.
00:12:00: Das is komplett krank.
00:12:02: Wenn man so einen Vermögen hat, dann kann man kein guter Mensch sein.
00:12:10: Nicht zwingend.
00:12:10: Und vor allem, lieber Isaac das macht ja auch nicht automatisch glücklich.
00:12:13: ich hatte vor einiger Zeit mal den Lutz Trabayski bei mir zu Gast im Podcast.
00:12:17: der ist der Lotto Großgewinnenberater von Lotto Berlin und bei dem kommen dann die ganzen Lotto Gewinner an in seinem Büro.
00:12:25: Die hat er dann ab und läuft mit ihnen so eine Wendeltreppe nach oben.
00:12:27: Dann hat er da so'n hundertzwanzig Millionen Euro Checkpot Gewinner So'n Euro Check Pot Gewinner in seinen Büro und Da is alles dabei von Zittern und ich bekomme kein Wort raus.
00:12:37: Gib mir mal ein paar Wochen bis Mani, mani, ich habe schon alles verplanten.
00:12:40: Alles war alle schon angelegt.
00:12:43: mehr falsch als richtig.
00:12:45: also Geld macht ist nicht die Lösung in unserem Leben.
00:12:47: aber Ich wollte eigentlich ein bisschen auch noch auf was anderes hinaus.
00:12:50: wir sprechen vielleicht heute auch noch über Blumen.
00:12:52: blumen ist auch ein schönes thema.
00:12:54: ich möchte aber natürlich über Musik vor allem mit ihr sprechen und früher war es ja so da war.
00:12:59: Musik war früher so'n album Ja Heute ist sie häufig so einen dreißig Sekunden Clip Auf TikTok.
00:13:04: hat sich denn unsere Art Musik zu hören Grundliegen veränderten deine Augen?
00:13:10: Ja,
00:13:10: definitiv.
00:13:12: Definitiv!
00:13:13: Musik ist ja mittlerweile viel mehr ein Konsumgut geworden als irgendwie Kunst.
00:13:19: Also die Leute sehen es gar nicht mehr als dein Kunstwerk.
00:13:23: also da die gemahlte Kunst hat irgendwie habe ich das Gefühl noch einen viel höheren Stellenwert weil man da wirklich... Da geht man in einem Museum und da ist man irgendwie im richtigen Setting Und dann lässt man das irgendwie auf sich wirken und dann werden Fragen gestellt Was hat sich der Künstler dabei gedacht?
00:13:38: Das sind es heute sowas schon ehemaliger an, was sich der künstler dabeigedacht hat.
00:13:42: Es wird heute völlig... Also natürlich!
00:13:45: Es wird immer die Fans geben und da sind wir alle super dankbar für das.
00:13:49: Es gibt immer noch die Musikliebhaber aber im Großen und Ganzen geht ja der Trend dahin dass so viel wie möglich davon und am besten genauso wie es zu mir passt.
00:13:59: Aber lasst mich bitte keinen Cent dafür bezahlen.
00:14:02: Und das ist super ärgerlich keine Frage Aber das ist irgendwie normal gerade der Status quo.
00:14:09: So, das ist einfach normal geworden dass man irgendwie was weiß ich nicht?
00:14:13: Das Kostspottyp bei fifteen Euro im Monat?
00:14:16: Da fragst du den richtigen... Kann ich dir gar nichts sagen!
00:14:19: Ja,
00:14:20: da zahlt man irgendwie fünfzehn Euro im monat, lass es zwölf Euro im MONAT sein und hat Zugriff auf alles an Musik, was es auch dem Planeten gibt.
00:14:29: Und das ist jetzt irgendwie ...das war dann der neue Status quo und da haben sich die Menschen dran gewöhnt.
00:14:35: Okay, ich zahle hier einen kleinen Betrag und dafür kann nicht alles hören was ich will.
00:14:39: Und das ist jetzt normalisiert?
00:14:42: Das ist furchtbar schade!
00:14:45: Weil da wird überhaupt nicht die Frage gestellt... Können jetzt die Musiker davon
00:14:50: leben?!
00:14:51: Du siehst es ja auch in der AfD-Debatte, die wollen überall den Rundfunkbeitrag abschaffen.
00:14:59: Die Wähler sind sich da einig, denen scheiß brauchen wir nicht Weil die da auch irgendwie nur, ja, die da oben wollen wir irgendwie Geld wegnehmen.
00:15:08: Und wofür ist das alles?
00:15:10: Aber dass da eben wie viel Kultur damit dran hängt... Das sind nicht nur die Medien und Journalismus der darunter leidet sondern es ist eben auch die ganze kreative Szene.
00:15:22: Alles was mit Musik zu tun hat wird komplett davon getragen.
00:15:28: Die Leute sehen das nicht, sie sehen dann eben Musiker.
00:15:32: Es gibt ja auch so ein allgemeines Bild von... Manche Menschen denken, wenn du eine Million Streams hast bist du reich.
00:15:40: Punkt!
00:15:41: Als ich das erste Mal einen Song mit einer Million Stream hat.
00:15:43: da haben mich viele Leute gefragt, bist du jetzt reich?
00:15:46: Däger!
00:15:46: Das sind drei tausend Euro.
00:15:48: was glaubst du?
00:15:49: So damit kann ich ein Monat gut leben.
00:15:52: Ja.
00:15:52: Das war's vielleicht zwei wenn ich bisschen sparsam bin.
00:15:57: Ja so einfach ist es eben nicht im Leben und die Wahrheit liegt hier immer dazwischen Zumindest in den meisten Fällen.
00:16:01: Wir gehen aber ein bisschen zurück, in das Jahr nineteenhundert und neunzigfünfundneinzig.
00:16:04: Du bist ja noch total jung!
00:16:06: Das muss man ja auch mal erwähnen.
00:16:07: Ja?
00:16:07: Baujahr neunzehn, fünfundneunzig, einundreißigster Januar ist in Minden geboren im Norden von NRW Und ich habe mir nachgeschaut welcher Song damals auf Platz eins oder welche Band damals auf platz eins der deutschen Charts stand.
00:16:19: Hast du dann ungefähr einen Gefühl?
00:16:22: Ich hab absolut keine Ahnung.
00:16:24: Ich kann es dir null Prozent sagen.
00:16:26: Bin gespannt ob du's überhaupt noch kennst.
00:16:27: Ich gehe mal davon aus Rednex.
00:16:30: Redneck sagt mir überhaupt nichts.
00:16:32: Richtig nix!
00:16:33: Ich hab schon fast vermutet Also, okay.
00:16:36: Ich bin ein paar Jahre älter noch... also ich bin mit denen aufgewachsen.
00:16:39: die kennt man schon.
00:16:39: du wirst auch ihr der Titel kennen?
00:16:41: Die kennen dich bestimmt auch.
00:16:42: aber gut dann hat sich meine Frage so ein bisschen erübrigt!
00:16:44: Ich wollte dich nämlich fragen ob das dein musikalisches Schicksal geprägt hat.
00:16:48: oder bist du eher froh dass deine Karriere dann doch ein bisschen in eine andere Richtung gegangen ist?
00:16:52: Also Rednecks, tja was haben sie jetzt für einen Musikstil?
00:16:55: Das ist eine sehr gute Frage.
00:16:57: Wie erkläre ich das einem Musiker?
00:16:58: Das sind ja in Stockholm gegründet und Euro-Dance glaube ich machen, die Euro Dance.
00:17:05: Und was ist so der bekannteste Titel von denen?
00:17:08: Oh, die hatten diesen... wie hießen wir hier.
00:17:11: Da fragste ich mich jetzt, da hast du mich wirklich erwischt!
00:17:12: Also die hatten schon ein paar Titeln?
00:17:14: Naja gut also ich kenne auch nur... Ich könnte ihn jetzt vorsingen.
00:17:17: wahrscheinlich das tue ich aber nicht.
00:17:18: Aber sie haben bis heute über zehn Millionen Platten verkauft.
00:17:21: So ganz unerfolgreich sind Sie nicht.
00:17:23: Ja das geht.
00:17:24: Das kann man machen.
00:17:24: Stelle
00:17:25: ich doch die Frage mal anders.
00:17:26: Ninze, fünfund neunzig, mintengeborn, NRW andere Zeit.
00:17:31: mit welcher Musik bist du aufgewachsen?
00:17:34: Aufgewachsen bin ich größtenteils mit sehr christlicher Musik.
00:17:37: Ich komme aus einem superchristlichen Alter raus und das war dann so, wo ich durch Jugendliste gewesen bin.
00:17:45: Es durfte ganz viele Musik also in Anführungszeichen.
00:17:48: weltliche Musik durfte ich nicht hören weil es hat in einem Haus Gottes nichts verloren.
00:17:53: Dann hatte ich zum einen habe ich es mir zur Aufgabe gemacht möglichst irgendeine Verbindung zum Christentum, bei sämtlichen Musikern zu finden.
00:18:04: Und sobald es auch nur irgendwie den Anschein gab dass sie irgendwas mit Gott zu tun haben könnten.
00:18:10: dann war das die Permission und dann durfte ich die hören.
00:18:12: Dann gab's noch gleichzeitig, ich meine es war ja auch so die Zeit von CDs brennen und so da ich mir von meinen Kumpels an CD brenn lassen wurde eben auch die ganze nicht christliche Musik drauf gewesen ist.
00:18:23: Das war dann zu den Anfangszeiten, das war die New Metal-Zeit.
00:18:27: Das war so Linkin Park, Limb Biscuit, Avenged Sevenfold und auch ein bisschen Pop-Hunk, viel So Some Forty One habe ich mir viel angehört.
00:18:37: Und es waren so gebrannte CDs, die ich mir wirklich so unterm Kopfkissen versteckt habe.
00:18:44: Wie andere Jungs in meinem Alter mit irgendwelchen Pornoeffen hab' ich mir CD's versteckt!
00:18:49: Und habt ihr dann heimlich irgendwie, wenn ich unterwegs war oder heimlig in meinem Zimmer auf meinem Discman angehört?
00:18:56: Aber natürlich auch nur mit Kopfhörern.
00:18:58: So laut konnte ich das nicht hören weil dann wurde sofort das Haus herhöhre ich und das war so ein bisschen mein Influenz.
00:19:06: Ich bin sehr viel, ich hatte so eine Metal New Metal Fargelspiel Rock Sehr viel von dieser ganzen Rock-Szene geprägt auch von der Attitude.
00:19:21: Und mittlerweile, also so viele Jahre später wurde ich dann sehr hellhörig was so Rap-Music haben gehen.
00:19:30: So Rap-Musik war dann auf einmal so.
00:19:33: da habe ich nämlich... Ich hatte irgendwann das Gefühl dass diese Attitude die ich aus dem Rock so geliebt habe.
00:19:38: Also dieses ihr könnt mich alle mal am Arsch lecken.
00:19:41: So ich mache hier mein Ding.
00:19:43: Irgendwann war es dieser Spirit den ich nirgendwo mehr gesehen habe als letztlich im Hip-Hop.
00:19:50: Und das hab ich irgendwie wahnsinnig gefeiert und dann ... Das hat dann irgendwann dazu geführt, dass irgendwann wurde es ein ganz wildes Kuddelmuddel und ich hab irgendwie gar nicht mehr wirklich nach einem Musikstil gesucht sondern vielmehr nach einer Authentizität.
00:20:10: Und immer wenn etwas, wenn ich das Gefühl hatte, was auch immer der da singt Er meint, das ist völlig ernst.
00:20:20: Und das waren dann so die Sachen, die mich am meisten mitgenommen habe und dadurch ist irgendwie mein Repertoire Musik, was ich mir so alles angehört habe wahnsinnig wild-und vielfältig
00:20:31: geworden.".
00:20:32: Und das hatte ich gelesen, dass du dir auch selbst also autodidaktisch Gitarreklavier Schlagzeug beigebracht hast?
00:20:45: Also ich hab mit sechs Jahren, das war mein erstes Instrument am Schlagzeug gelernt.
00:20:50: Was auch immer wieder lustig ist wenn ich daran zurückdenke weil ... Mein Bruder hatte Schlagzeugeunterricht der bis acht Jahre älter als ich und er hat ein Schlag Zeug bei sich im Zimmer stehen Und ich war sechs Jahre alt aber wirklich gedacht dass ich mich da heimlich reinschleichen und heimliche Schlag- zeugs spiele Ohne dass es hier jemand merkt Ich durfte nicht einfach so bei meinem Bruder ins Zimmer gehen und schon gar nicht an seine Sachen.
00:21:20: Und dann habe ich mich da immer reingeschlichen, heimlich Schlagzeug gespielt.
00:21:23: Das hat natürlich das ganze Haus gehört!
00:21:25: Das war völlig außer Frage.
00:21:28: aber anscheinend haben sie dann irgendwie gemerkt, oh der hat da irgendwie den Drang zu lassen machen... ...und dann hat sich das irgendwie immer weiterentwickelt.
00:21:39: Du warst zwölf Jahre alt oder jung?
00:21:41: Dann ging es ja ein bisschen los auch mit deiner Karriere als Straßenmusiker
00:21:45: Wichtig.
00:21:46: Ja, also das war... Also ich war schon vorher auf der Bühne so im christlichen Rahmen in einer Gemeinde und so, da stand ich schon öfter mal auf der Bühne.
00:21:54: Mein Vater war auch Low-Preisleiter, d. h., er hatte quasi MD für die Gemeinde, also sprich Musical Director, der hat die ganzen Termine koordiniert welche Band spielt waren und hat auch selber viel live Musik da auf der bühne gemacht.
00:22:08: Und da habe ich oft begleitet, anfangs viel als Schlagzeuger irgendwann daneben auch im Gesang und so.
00:22:14: Und das war so meine ersten Dünnerfahrung.
00:22:17: und dann war ich mit zwölf und meinen Eltern im Urlaub.
00:22:22: Wir hatten halt nie viel Kohle, meine Eltern haben es geliebt in alte Städte zu fahren und sich die Architektur anzugucken.
00:22:30: Das ist natürlich der langweiligste Schweiß, den man sich jetzt zwölchjähriger vorstellen kann!
00:22:35: Dann wurde morgens am Frühstückstisch während des Urlaubs irgendwie der Lageplan besprochen.
00:22:40: Und dann jieses Jahr, wir fahren heute in die Stadt Artenburg oder so war das.
00:22:47: Irgendwann hat er die Ecke und gucken uns Häuser an und ich war natürlich völlig bockig und hatte richtig gar keinen Bock und war so oh ne Alter und hab dann richtigen Terz gemacht und mein Vater irgendwann nur so spöttisch zu mir was eigentlich nur als Witz gedacht gewesen ist ja du hast auch deine Gitarre dabei, nimm doch deine Gitter mit und mach doch Stafenuri.
00:23:08: Und in dem Moment war ich da so angefixt, weil das war an sich war, dass keine Idee auf die ich so gekommen wäre.
00:23:18: Aber in dem moment die Wahl zu haben, entweder ich gehe mit meinen Eltern mit und erlebe den langweiligsten Tag meines Lebens oder ich setze mich irgendwo in eine City und mache einfach das was mir Spaß macht!
00:23:30: Vielleicht verdiene ich damit Kohle?
00:23:31: Keine Ahnung vielleicht auch nicht ist es völlig egal aber auf jeden Fall muss ich nicht diese langweillige Städtetour mitmachen.
00:23:37: Dann war das für mich völlig gleiches Kleid natürlich mal in Straßenmusik.
00:23:41: Ich glaube, ich sage irgendwann hatte ich mal ein Video von dir gesehen.
00:23:45: Kollegiere mich gerne ob du das warst oder ob ich da jemanden verwechseln.
00:23:49: Irgendwann hast du mal einen Video gepostet?
00:23:50: Das hat dich auch in einer Innenstadt auf einer Straße als Straßenmusiker gezeigt.
00:23:54: kann es sein?
00:23:56: Das ist grundsätzlich möglich.
00:23:57: ja!
00:23:57: Da gibt's viele Videos von mir und
00:23:59: ich habe mir damals gedacht, sie haben zwei Gedanken kam bei mir hoch dass der erste Gedanke mal mein Gott ist der Typ einfach budenständig?
00:24:06: Ja, also der weiß ja auch woher er kommt und sein Leben ist auch nicht so einfach gewesen.
00:24:11: Was ist schon leicht im Leben?
00:24:12: Jeder hat seine Höhen und Tiefen.
00:24:14: aber was mich auch fasziniert hat du kannst ja was Du hast eine geile Stimme und bist ein cooler Typ.
00:24:19: Und dann gibt es andere Leute die stehen auf einer Bühne und ich denke mir mal was kannst du eigentlich?
00:24:25: Wann war das denn bei dir soweit dass du das erste Mal gemerkt hast dass deine Songs auch anderen Menschen oder deine Stimme Auch anderen Menschen wirklich etwas bedeutet?
00:24:33: wann hast du da das erste mal so ein schönes Feedback bekommen?
00:24:39: Also ich glaube, ich habe mich so zu den Anfangszeiten auch deutlich besser gefunden als ich tatsächlich gewesen bin.
00:24:48: Ich wurde schon immer in der gemeinen Musik gemacht, wo nicht immer hochbelobt wie schön das ist was sich für schöne Musik mache.
00:24:56: und dann kam aber irgendwann dieser Moment wo es eine Webcam gab die nicht nur Bild sondern auch Ton aufzeichnen konnte.
00:25:06: Und da hab ich mir gedacht, na Zeiße, dann nimm dich doch mal auf wie du Gitarre spielst und singst.
00:25:11: Hör dir das doch mal an!
00:25:13: Und dann war ganz neu mit YouTube, kannst du auf YouTube pausen?
00:25:16: Dann habe ich mich gefilmt, wie ich gesungen und Gitarren gespielt habe... ...und da hab' ich mir gesagt, oh nee, das paustest du nicht bei YouTube, das ist ja furchtbar!
00:25:26: Und obwohl ich selbst das so furchter fand Habe ich dann noch immer wieder weitergemacht, weil es A super viel Spaß gemacht hat und B gab's dennoch dafür wahnsinnig viele positive Resonanz.
00:25:36: Und aller spätestens wo ich eben das erste mal Straßenmusik gemacht habe war es dann halt eben so weit dass ich dann... Ich hab da einen ganz kurzen Moment also vielleicht eine halbe dreiviertel Stunde maximal!
00:25:46: Vielleicht waren sie auch nur zwanzig Minuten, ich kann mich nicht mehr erinnern.
00:25:49: Da habe ich da nur Gitarre gespielt und mich nicht einmal getraut zu singen und habe damit am Ende irgendwie dreißig Euro eingenommen Und das war für mich einfach so ein Punkt.
00:26:02: Wow, okay Leute geben mir da was für?
00:26:04: Dass ich hier einfach sitze und Gitarre spiele.
00:26:06: Krass!
00:26:07: Zweitens Geld war immer so ein Thema... Ich habe nie Taschengeld bekommen.
00:26:12: Das war halt einfach absolut rar.
00:26:15: Da war das für mich so krass.
00:26:17: Das kann man damit erreichen.
00:26:18: Mal gucken wie weit man damit noch gehen kann.
00:26:21: Dann war da auch einfach eine Neugierde geweckt.
00:26:27: Aber bis ich selber irgendwann an den Punkt gewesen bin, dass ich von mir gedacht habe da kann wirklich was draus werden.
00:26:34: Das ist tatsächlich viel viel später erst geworden!
00:26:37: Ich hatte immer den Traum und immer das Ziel und immer wollte ich irgendwie...ich wollte immer besser werden und bla bla.
00:26:42: aber es war alles irgendwie immer so.
00:26:44: wenn ich mir die Aufnahmen angehört habe hat das immer so furchtbar geklungen.
00:26:47: dann kam aber irgendwann so ein Punkt da muss sich so ungefähr achtzehn Jahre alt gewesen sein Da ist irgendwas umgestwitscht, da hat sich irgendetwas grundlegend in meinem musikalischen Gesamtverständnis so derartig geändert.
00:27:02: Dass ich auf einmal für mich eine komplett neue Welt aufgemacht habe und dass ich zum allerersten Mal auch wirklich gemocht habe was ich da gemacht
00:27:08: habe.".
00:27:10: Das war... ...zweitausendselb, da warst du noch keine achtzehn aber da hast du an der Castingshow X-Factor teilgenommen und da ging es ja dann ein bisschen Schlag auf Schlag.
00:27:18: Dann kam X Factor, dann kam noch eine andere Online Castingshow.
00:27:25: Das war ja schon zehn Jahre später, aber es gab dann diesen einen Moment.
00:27:28: Das war der sechzehnte Februar zwanzig im Studio Adlers Hof in Berlin.
00:27:33: Da saß ich damals mit Freunden vor dem Fernseher und hab diesen wunderbaren Künstler Max Mutzke auch wahrgenommen, der zwanzig Punkte bekommen hat.
00:27:42: Aber es gab einen jungen Mann, der hat, ich glaube, zwölf Punkte von der Jury- und zwölft Punkte vom Publikum erhalten nämlich vierundzwanzig Gesamtpunkte.
00:27:50: Das war's du!
00:27:51: Und du hast den deutschen Vorenscheid zum Eurovision Song Contest gewonnen und bist ja dann für Deutschland nach Malmö gefahren großartigen zwölften Platz auch für uns geholt, was glaube ich mit der erfolgreichste Künstlerin in den letzten Jahren.
00:28:06: Wie verändert sich denn ein Leben wenn man Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten darf?
00:28:10: Ich weiß da kommen jetzt wieder so natürlich eine große Ehre und natürlich ist das für dich auch eine große Erde gewesen.
00:28:16: aber bekommt man da Muffins außen wenn man so einen Ergebnis erhält?
00:28:21: Beim deutschen Vorenscheid?
00:28:24: Also nein!
00:28:29: Also, das war ... Wenn du beim Vollenscheidbild machst, dann hast du wahnsinnig viel Arbeit.
00:28:36: Ja?
00:28:36: Schon seit Monaten!
00:28:38: Du bist schon seit Monaten wahnsinn nicht eingespannt und bist da am Machenbundern tun.
00:28:43: Dein ganzes Team hängt damit drin... Und du gehst dann halt zu diesem Vollensscheid und weißt halt okay es gibt zwei Optionen entweder du machst den ersten Platz und dein Leben verändert sich oder nicht.
00:29:03: Vor Ort wird dir natürlich gesagt, alle die hier auftreten sind Gewinner und das für alle macht sein!
00:29:08: Aber es gibt doch schon dezente Unterschiede.
00:29:13: Ich hatte gar keinen Muffensausen vor dem Ergebnis sondern ich hatte Muffinsausen dass es nicht das Ergebnis werden würde.
00:29:26: Da hab ich die wahnsinnige Angst vor, weil dann wären wir wieder komplett am Anfang gewesen und diese ganze Arbeit der letzten Monate wäre für Peanuts gewesen.
00:29:35: Für einen Auftritt im Fernsehen, da werden ein paar Leute auf dich aufmerksam aber nicht mal ein Prozent von dem was passieren würde wenn ich das gewinne.
00:29:50: Ich war in meinem Leben noch nie so erleichtert wie nach dieser Ergebnis Verkündung.
00:29:55: Das war eine absolute Erleichterung.
00:29:57: Du meinst jetzt die Ergebnisverkündung dann in Malmö?
00:30:00: Mhm!
00:30:02: Du meinest im deutschen Vorschon... In Deutschland, tatsächlich.
00:30:04: Genau.
00:30:08: Das war der Moment für mich.
00:30:08: Weil du musst doch ganz ehrlich sagen danach gab's irgendwie wieder zwei Optionen entweder du machst den letzten Platz beim ESC oder den vorletzten Und dann sagen alle Leute, ja er ist halt Politikum.
00:30:28: Er heißt halt der ESC, du bist für Deutschland angetreten, kannst du nichts für?
00:30:33: Oder ich mache irgendeinen anderen Platz und werde ein deutscher Held geschehen!
00:30:38: Das ist eine super privilegierte Ausgangslage.
00:30:44: In letzter Konsequenz war es genau das, dass ich in der Hinsicht wahnsinnig entspannt gewesen bin... Natürlich habe ich das nicht auf ein leichtes Schulter genommen und hab gesagt, Larry Farry setzt mich dahin.
00:30:58: Spiel Wonderwall und gut ist.
00:30:59: Ich habe mir selber vorgenommen, ich mache es so gut wie ich es hinkriege.
00:31:04: Ich gebe alles rein was ich da reingeben kann.
00:31:07: Mache den für mich bestmöglichen Auftritt der irgendwie möglich ist.
00:31:11: Das Ergebnis am Ende habe ich eh nicht in der Hand.
00:31:14: Ich kann nur meinen Bestes geben mehr kann ich nicht.
00:31:16: sorry
00:31:17: Ja ich glaube diese Natürlichkeit, diese Authentizität die hat man dir total angemerkt.
00:31:22: Das war bei Lena auch im Jahr... wann waren das?
00:31:25: ...zw.
00:31:25: Jahrzehnt, glaube ich, ne?
00:31:27: Lena Meyer Landrout damals noch absolut am Anfang ihrer Karriere da hatte sie noch diese Leichtigkeit und gut sie hatte auch nicht alles richtig gemacht im Vorfeld.
00:31:35: Auch der Umgang mit Frank Elstner war glaube ich nicht ganz so gut von ihr, aber das hat sie dann später auch ein bisschen eingestanden.
00:31:40: Aber ich fand es bei dir auch so dieses natürliche dass man dir angemerkt hat.
00:31:45: Du warst eben auch nicht... Schau mal die anderen Kandidaten an der Länder.
00:31:49: da hast du dann so hoch interessierte siebzehnjährige zum teil ja auch minderjährige künstler.
00:31:53: das hat ja glaube ich jetzt die der veranstalter geändert.
00:31:56: aber du bist da angenehm hervorgestochen und es ist ein riesiger industrieapparat.
00:32:00: da brauchst dann pressezentrum für tausend zweihundert personen mindestens drei tausender total betten und so weiter und sofort.
00:32:07: ich kann mir nur vorstellen die tage davor vor diesem finale da hast er noch die schürie finale vorfreude zweifel schlafmangel druck und dann wird man vielleicht noch krank.
00:32:17: was ist denn so?
00:32:18: dass?
00:32:19: Hattest du irgendwelche Befürchtungen, irgendwelchen Ängste oder bist du da, hast du die komplett ausgeblendet?
00:32:25: Ja also... Ich hatte tatsächlich keine wirklichen Ängsten.
00:32:30: Also die größte Angst wäre gewesen dass ihr wirklich krank wirst und einfach nicht performen kannst.
00:32:35: Dass sie Stimme nicht mitmacht.
00:32:36: Du bist krank hast.
00:32:37: irgendwie holt es ja ein Weg und dann ist die ganze Show so vorbei.
00:32:41: aber ich hatte halt wahnsinniges Glück das sich wirklich die Woche bevor ich nach Malmö musste krank geworden bin.
00:32:47: Das war perfektes Timing.
00:32:48: Als hätte mein Körper genau gewusst, ruhe ich jetzt aus, baue jetzt ein paar Antikörper auf und dann zieh durch, Junge!
00:32:55: So das war genau... Und dann hatte ich auch so eine absolute Supplerinität und habe mir gar keine Sorgen mehr gemacht, dass ich krank werden würde.
00:33:04: Ansonsten weiß halt wie ich vor Kameras funktioniere.
00:33:09: Ich bin in dem Punkt wahnsinnig gesegnet weil ich auch genau weiß, Kameras machen für mich keinen Unterschied.
00:33:17: Ich performe für das Publikum.
00:33:20: Und das ist schon immer so gewesen, ich hatte jetzt noch nie einen Auftritt vor Zwarhundert Millionen Menschen.
00:33:27: Das steht völlig aus der Frage aber... ...ich bin schon mal online vor Sechzigtausend Leuten aufgetreten.
00:33:34: Da bin ich im Fernsehen schon mehrmals vor Millionen Menschen aufgetretet und zwischen diesen Sechzichttausenden und diesen Lasses zwei Millionen Leuten habe ich keinen Unterschied gemerkt in dem Moment der Performance weil du diese Menschenmänge von sechzigtausend Menschen auch einfach gar nicht vorstellen kannst.
00:33:53: Weil ich stand einmal, stand ich live vor sechziehtausend Menschen?
00:33:57: Das war auf dem Paruka-Wilk, zwei tausend... ...zweiundzwanzig glaube ich.
00:34:02: und da du siehst Menschen bist zum Horizont!
00:34:10: Du nimmst es gar nie als Menschen wahr Ob da jetzt live sechzigtausend oder hundertzwanzigtausende Menschen gewesen wären, das hätte an dem Gefühl überhaupt keinen Unterschied gemacht.
00:34:23: Und wenn du das irgendwie im Hinterkopf hast und dann weißt du eben okay Das Gehirn, dass sie auch völlig absurd wie schnell sich das an gewisse Begebenheiten gewöhnt.
00:34:34: Ich hatte Gott sei Dank diesen Auftritt auf ein paar Rooker will vor besagten Sechzig tausend roundabout Menschen Und alles was dann danach, wenn man dann nach meinem Auftritt hatte vor zehntausend Leuten war das Gehirn sofort so naja es ist auch schon vor sechzigtausend gespielt.
00:34:52: Und dann bist du auf einmal wahnsinnig entspannt und ich weiß nicht wie gesund das ist.
00:34:58: aber genauer das ist irgendwie die Situation gewesen und dann habe ich mir irgendwie auch gar keine Sorgen gemacht.
00:35:04: ja okay du stehst da jetzt auf einer Bühne und da sind elf tausend Menschen direkt vor Ort im Publikum und zweieinhalb Millionen Menschen gucken von zu Hause zu.
00:35:14: Die zwei Millionen Menschen waren für mich völlig irrelevant, für den Moment.
00:35:17: Sonst ging nur um diese elftausend Leute und da wusste ich wie ich darauf reagieren
00:35:22: würde.".
00:35:23: Das ist spannend dass du das so siehst also... Ich bin natürlich noch nie in so einer ähnlichen Situation gewesen, aber wenn ich jetzt auf einer Bühne stehe alle Scheinwerfer sind auf mich gerichtet.
00:35:32: Ich weiß beim ESC da wird ja viel geprobt auch viele Tage vorher schon.
00:35:35: man hat schon sehr sehr viele Durchläufe und so weiter.
00:35:38: also man kennt die Bühnen und die Voraussetzungen.
00:35:40: Aber dennoch irgendwann geht das Licht aus und dann geht es wieder an Dann ist der Scheinwärfer auf einen Da geht doch die Pumpe.
00:35:46: Und ich kann mich erinnern du bist In einem Interview direkt nach dem Auftritt Nach Ende dieses ESC.
00:35:52: Ich glaube, da gab es eine Pressekonferenz.
00:35:54: Da hast du zu den Journalisten gesagt, Leute ich bin total müde aber also ... Du warst sehr ehrlich zu dem Gegenüber und du warst aber dennoch sehr wertschätzend auch zu ihnen.
00:36:02: Du hast gesagt mir geht's im Moment!
00:36:04: Ich bin total jetzt gerade erst mal hier rürr.
00:36:06: Aber komm sag mal eure Fragen.
00:36:08: Das fand dich total cool nicht dieses Aufgesetzte?
00:36:12: Ja ja ich meine das ging auch nicht.
00:36:13: Du konntest in dem Moment auch nichts aufsetzen.
00:36:16: Du warste halt einfach, du bist da irgendwie zwei Wochen durch einen Mangel genommen worden.
00:36:21: Wir sind wirklich weiter gereicht worden von Termin zu Termin und bis er irgendwie schlaflose Nächte hatte ich gar nicht.
00:36:28: Ich konnte schlafen wie ein Baby, du warst so derartig ausgelastet den Tag über, du bist morgens früh aufgestanden hast, bist spät in den Puppen durchgepowert und bist dann einfach tot ins Bett gefallen.
00:36:37: und bis man morgens aufgestand hat und da ist ihr jeden Morgen gedacht, ich hätte noch zehn Stunden schlaven können.
00:36:41: So das war halt mehr so die Situation.
00:36:44: Und dann war es einfach so.
00:36:46: Nachdem dann diese ganze Performance endlich dieser große Moment endlich geschehen ist, war es auch einfach so ein Gott sei Dank.
00:36:54: Also ich war wirklich erleichtert, dass es auch vorbei ist und das jetzt ja das normale Leben irgendwie richtig wieder losgehen kann.
00:37:02: Und in der Situation sich noch vor Leuten hinzustellen und irgendwie weiß ich nicht... Das war mir einfach schlichtweg nicht möglich!
00:37:11: Ich konnte da nur reingehen und sagen Ey Jungs Ich hab Kopfschmerzen, ich bin müde.
00:37:15: Das war's ja.
00:37:16: Aber ich bin hier... Was wollte er?
00:37:18: Blick los!
00:37:19: Ich bin hier.
00:37:20: So das war alles was ich leisten konnte.
00:37:26: Genau das ist es was wir brauchen.
00:37:27: Wir brauchen mehr Menschen die genau dass in diesem Moment auch sagen was sie denken oder was sie fühlen und nicht was vielleicht ein Plattenlabel oder ein Management oder wie auch immer.
00:37:36: Und das sind wir schon so ein bisschen beim Thema, denn wir haben ja einen Luxusproblem.
00:37:39: Denn seit deinem Auftritt scheint dir auch die Erwartungshaltung an deutsche ESC-Beiträge wieder gestiegen zu sein.
00:37:45: Spürst du denn als ehemaliger Teilnehmer eigentlich mit jedem neuen Wettbewerb?
00:37:48: Wie damit schaust du dir den ESC weiterhin an?
00:37:53: Ich habe mir den ES C nicht direkt angeschaut.
00:37:57: also ich war tatsächlich auch bisher immer verhindert gewesen wenn der irgendwie gewesen ist.
00:38:01: Ich hab in die Ergebnisse reingeschaut und So die Rumors und was so im Internet abgeht, also du willst ja ehevoll gespielt mit dem Zeug.
00:38:10: Du kommst ja nicht drum herum Und ich hab das alles schon mitbekommen... ...und fand irgendwie die Stimmung, die ist irgendwie nicht besser geworden.
00:38:26: Letzter Zeit!
00:38:27: Die letzten Jahre, die haben dich wirklich
00:38:29: schön ausgedrückt.
00:38:31: Es wird immer wilder irgendwie Einfach auch da wieder, diese Alien-Perspektive einzunehlen.
00:38:41: Das ist spannend!
00:38:45: Ja, ich glaube auch der ESC ist natürlich ein bisschen politischer geworden und hat auch seine Problemchen.
00:38:52: Aber das ist ein anderes Thema.
00:38:54: Lieber Isaac!
00:38:55: Du hast ja heute die einmalige Gelegenheit bei mir und es hört ja keiner zu.
00:38:58: Wenn du heute mit etwas Abstand zum Malmögen gefragt werden würdest, z.B.
00:39:02: von mir, der kein Journalist ist sondern nur ein netter Gegenüber, könntest du dir den vorstellen Deutschland irgendwann nochmal beim Eurovision Song Contest zu vertreten bzw dich dafür zu bewerben?
00:39:13: Ist ja auch so'n bisschen vom NDR... jetzt zum SWR übergegangen, wähle deine Antwort eigentlich als Nein oder ist die Tür noch ein bisschen spaltoffen?
00:39:22: Boah!
00:39:24: Die Tür ist auf jeden Fall offen.
00:39:27: Und wir sind auch gerade am Überlegen und irgendwie auch so'n bisschen am Rumshake haben mit den Leuten ob das eventuell tragfähig sein könnte.
00:39:45: Aber ich denke mir so, es muss halt von Anfang an irgendwie...weiß ich nicht.
00:39:52: Das muss auch Haltung mit dem Spiel sein!
00:39:54: Es muss doch ein bisschen Spiegel mit dem Bild sein.
00:39:58: Also man...ich würde nicht einfach so...ja, ich versuche einfach nochmal mäßig blind reingehen und gucken sondern Ich würde...also es gibt ganz viele Sachen vor allem was die journalistische Seite da irgendwie angeht die ja irgendwie auch mit unter hauptverantwortlich für dieses riesige Politikum runter rum gewesen sind.
00:40:21: Ich meine, dass du in jedem Interview irgendwie gefragt wirst, was halten sie davon?
00:40:25: Dass Israel mitmacht und Russland nicht.
00:40:27: Das war wirklich jede Frage!
00:40:28: Also es ist verständig.
00:40:30: Ja das meinte ich mit dem politischen.
00:40:32: Ja komplett.
00:40:33: Und da dann einfach mit so einer... Ja da einfach genau den Leuten da irgendwie den Spiegel vorhalten Und irgendwie dieses, wow wie nervig ist das gerade.
00:40:48: Das einfach mal den Ball da einfach mal ein bisschen zurückspielen und ja den Leuten einfach mal zeigen ey so dass was ich beim letzten Mal versucht habe immer zu sagen Den Leuten da einfach einmal ein bisschen deutlicher zu zeigen Statt irgendwie einfach nur darüber zu reden.
00:41:07: Ich hab' immer gesagt Ey!
00:41:08: Ich bin hier nur im Mucke zu machen.
00:41:09: Ich bin in nur einem Muckel zu machen.
00:41:14: Musik lief nie so wie ich mir das gewünscht habe, dass hier ein Sprungbrett für mich um meine Musikkarriere bisschen anzukogeln.
00:41:21: Das ist der Grund, weswegen ich hier bin.
00:41:22: Deswegen sind alle anderen hier und jeder, der was anderes sagt, er lügt.
00:41:26: So!
00:41:29: Fakt ist da eine Düne, dann gucken wir zwei Hundert Millionen Menschen zu und da will ich raus.
00:41:34: Und da will wegen meiner Musik rauf und...das war's.
00:41:38: Der Rest ist mehr.
00:41:39: also ja klar es gibt viele Sachen, da lohnt es sich auf jeden Fall Grieber zu debattieren.
00:41:45: Aber dann bin ich nicht der richtige Ansprechpartner
00:41:47: für Ja und vielleicht ist das auch gut so, denn man möchte an dem Abend ja tolle Künstler hören und sehen.
00:41:54: Künstlerin und Künstlers soll ja irgendwie unterhaltsam sein und natürliches Haltung wichtig aber eigentlich sollte die Musik ja im Mittelpunkt stehen.
00:42:02: Wichtig!
00:42:03: Werde denn ein zweiter ESC für dich eigentlich schwieriger als der erste?
00:42:06: Denn beim ersten Mal hattest du ja wenig zu verlieren.
00:42:08: in Anführungszeichen zwölfter Platz.
00:42:10: Beim zweiten würde er plötzlich dann auch jeder dein Ergebnis von zwei tausend vierundzwanzig als Marsch stoppen ihm.
00:42:17: Ja das mag sein Aber
00:42:22: ich sag mal so,
00:42:24: nach wie vor gilt der Fakt entweder ich trete vor zweieinhalb Millionen Menschen auf oder nicht.
00:42:31: Du hast immer diese zwei Möglichkeiten.
00:42:33: So kann man das sehen
00:42:34: ja?
00:42:34: Ja es kann sein dass ich dann den letzten Platz mache und denn noch habe ich da mit einem weiteren Song mit Performance von Zweihundert Millionen Menschen gemacht.
00:42:43: Leck mich!
00:42:46: Also ich verstehe also... Ja, natürlich.
00:42:49: Und dann kann es sein und mein Ego wird damit sicher auch wieder reinkälschen und sagen jetzt hast du hier aber... Jetzt da werde ich mir mit Sicherheit auch den Kopf drum zerbrechen, aber ich werde auch ganz bewusst meine Gedanken davon ableiten und sagen ne das ist kompletter Quatsch!
00:43:03: Weil ich weiß rein logisch dass es quatsch isst weil es kann nichts schlimmer machen Es kann nix verschlimmern Es ist niemals schlimm für mich auf eine große Bühne zu gehen Das kann nur Vorteile für mich.
00:43:19: Ja,
00:43:20: definitiv!
00:43:22: Du bist ja auch gestanden und du weißt mittlerweile wie das Wiederladen läuft und Glück haben wir alle denn man kann es hier noch bis zum einundzwanzigsten September direkt über die SWR Bewerbungsseite einbringen in Spiel bringen und ich drücke dir die Daumen dass du die richtige Entscheidung triffst und hoffentlich nochmal dein Glück versuchst.
00:43:40: also Ich würde mich sehr freuen wenn das im nächsten Jahr klappt und man dich nochmal auf der ESC Vorentscheid Bühne sieht.
00:43:46: Ja da bin ich auch gespannt mal gucken Mal
00:43:54: gucken, mal gucken.
00:43:58: Also erwarten im Sinne von was gibt es denn musikalisch gerade Neues bei dir?
00:44:04: Ja ich habe jetzt seit ein paar Wochen meine Single We Had a Roll draußen und da sind wir auch in den Airplay Charts und klettern so ganz langsam so in Richtung Top-Fünfzig der Radiocharts.
00:44:15: ist das ganz schön gerade irgendwie Da freu ich mich wahnsinnig drüber.
00:44:20: Ist jetzt auch ganz spannend, weil die letzten Singles waren so genau da am Tee und sind dann auch irgendwie abgeschlaut.
00:44:26: Deswegen habe ich gerade überlege mir viele Sachen und versuche auch viel meine Community mit einzubeziehen.
00:44:33: Ich hab jetzt angefangen, dass meine Leute irgendwie Nummern raussuchen, wo man sich ein paar Spraden errichtet bei den Radiostationen melden kann Eigentlich mit dem Ziel, dass ich das wiederum repost und den Leuten sage, ey, guck mal da könnt ihr euch melden.
00:44:47: Da könnt ihr meinen Song wünschen.
00:44:49: Dann habe ich mir irgendwann gedacht, ja, mach sie selber Spanagen.
00:44:52: Melde sich einfach selber bei einem Radiostation und sagt Moin Isaac hier!
00:44:56: Habt ihr Bock, meinen Song zu spielen?
00:44:57: Das
00:44:59: kam wahnsinnig
00:45:00: gut an.
00:45:00: Das kam so richtig gut an und die haben auch alle gesagt, was für eine geile Promo.
00:45:04: Das hat noch nie jemanden zuvor gemacht.
00:45:06: Das hab' ich noch nie erlebt, dass sie Künstler sich selbst per Spanage meldet und sagt Ich wünsche mir We had it all von Isaac.
00:45:11: Spiel mal mein Song So, und das hat dann zu Interviews geführt.
00:45:15: Und also es ist wirklich... Das scheint irgendwie gerade schön zu fruchten.
00:45:18: da bin ich gespannt für die Reise noch hingeht.
00:45:21: Ja, und dann kommt noch die nächste Single.
00:45:24: Die kommt jetzt diesen Monat?
00:45:26: Wenn ich das richtig verstanden habe!
00:45:31: Mir wird auch sehr, sehr spannend.
00:45:33: Da bin ich sehr gespannt wie sie sich entwickeln wird.
00:45:36: Sie setzt nichts fürs Radio bestimmt.
00:45:39: Das wird mehr so eine Nummer die hauptsächlich über den über den DSPs, also über Spotify und Co.
00:45:44: gepusht wird.
00:45:46: Aber ich bin auch der Meinung das ist die stärkste Produktion von einem Song, die ich jemals hatte.
00:45:53: Da bin ich sehr gespannt wie das am Ende Anklang finden wird bei meinen Leuten.
00:45:58: Und ansonsten bin ich gerade am Überlegen irgendwie Natur zu planen aber mal ganz anders als es sonst der Fall gewesen ist wo ich gerade viel im Austausch bin mit meiner Booking-Agentur, weil sich eben auch genau dieses Problem... Ich hatte ja selber die Probleme beim Verkaufen meiner Tickets und sehe das jetzt einfach.
00:46:20: Also ich bin auch wahnsinnig dankbar darüber dass die Künstlerinnen jetzt alle selber angefangen haben, auch da irgendwie ein bisschen Ehrlichkeit dran zu geben.
00:46:27: und sie sagen ganz ehrlich wir verkaufen keine Tickets so!
00:46:32: Und ich habe mir einfach viele Gedanken gemacht Man müsste dieses Verhältnis von Angebot und Nachfrage irgendwie ein bisschen regulieren, weil man hat ja immer das Problem von Erwartungshaltung.
00:46:47: Man will eine Tour spielen und dann wird was kalkuliert und eingeschätzt und verglichen mit zuvorigen Touren... Ja okay, da hatten wir so und solche Venues.
00:46:56: Und jetzt müssen wir das wieder probieren oder vielleicht ein bisschen höher gehen?
00:46:59: Oder... Wir waren nicht in den Trends, machen mal ein bisschen weniger!
00:47:02: Am Ende wird irgendwie eine Venue gebucht für, ja, wo fünfhundert Leute reingehen.
00:47:06: Am Ende werden aber nur hundert Tickets verkauft und keiner verdient Geld.
00:47:10: Das ist ja so das Hauptproblem weil es halt die meisten haben.
00:47:15: Und deswegen habe ich mir gedacht lass uns doch einfach mal ne Tour verkaufen ohne Venues zu haben.
00:47:24: Ich werde einfach jetzt Städteannouncen.
00:47:28: Ich werde mir vor Verkauf starten und werden sagen hier, ich bin auf Tour, ich komme noch München, ich komm nach Berlin, ich kommt noch Frankfurt, Köln, was auch immer.
00:47:36: Hauft euch Tickets!
00:47:37: Und dann das ist ein bisschen mehr Vorlaufzeit, dann würde ich einen halben Jahr oder vielleicht sogar ein Jahr warten... ...und würd' mir die Verkaufenzahlen angucken.
00:47:46: Und dann sehe ich ja okay geil in München habe ich zweihundert Tickets verkauft.
00:47:49: Dann würde ich ab dem Zeitpunkt, wo ich einmal nachgucke natürlich sehen okay ich habe jetzt hier in München zweihundert Tickets verkauft, dann buche ich jetzt für nächstes Jahr eine Venue wo vierhundert Leute reingehen.
00:48:01: Ich hab jetzt in einem Jahr zweihundert Tickets verkauft.
00:48:03: das heißt die Venue ist auf jeden Fall mindestens schon mal halb voll und nächstes jahr können wir mit bis zu Vierhundert Leuten rechnen.
00:48:10: ja wenn es voll ist dann ist halt voll!
00:48:12: Und das hat dann eben auch den riesigen Vorteil... Das kann natürlich wahrscheinlich nicht jeder machen weil ich habe dann natürlich den riesigem Vorteil dass ich auch zur Notenkonzert alleine stemmen könnte ohne Tontechnik oder ohne Band ohne alles.
00:48:24: Deswegen kam ich eben auch auf die Idee, dass sie einfach sagen könnte.
00:48:28: Ich gehe, wenn ich in was weiß ich irgendwo in Frankfurt nur dreißig Tickets verkaufe... ...in diesem Jahr oder in diesem halben Jahr,... dann geh' ich einfach zu irgendeinem Café wo sechzig Leute reinpassen und fragt, ihr habt ihr Bock auf ein abends schönes Konzert bei euch?
00:48:45: Ich bring mindestens dreißige Leute mit!
00:48:48: Und dann spiele ich da einen Konzern, ihr müsst nichts bezahlen Ihr kriegt das Geld für die Getränke, da macht man vielleicht noch einen kleinen Doordiel.
00:48:55: Hat wahrscheinlich den viel besseren Deal als würde man mit irgendeiner Konzert-Venue sprechen und kann aber auf jeden Fall diese Tour stattfinden lassen weil man eben genau das bedient was ja irgendwie angefragt wird und ich finde es irgendwie wahnsinnig spannend und bin da echt am überlegen jetzt bald.
00:49:13: Diese Idee ist wirklich außergewöhnlich.
00:49:15: also ich hatte davon jetzt so noch nicht gehört.
00:49:18: Bist du tatsächlich so mit der Erste, der auch so denkt im künstlerischen Bereich?
00:49:22: Ich weiß es nicht.
00:49:23: Aber ich finde das großartig und das zeigt ja auch mal wieder diese Bodenständigkeit die ich dir am Anfang schon gesagt habe, die man verbindet Dass du auch so denkst, ein anderer Künstler würde dir jetzt sagen mein Gott ich gehe mal davon aus das klappt schon ansonsten wird es halt gekänzelt.
00:49:35: Aber man darf ja auch nicht unterschätzen wie viele Songs eigentlich jeden Tag veröffentlicht werden.
00:49:39: also alleine auf den großen Plattformen wie Spotify und Apple Music Das sind mittlerweile über eine hundert Millionen Songs abrufbar.
00:49:46: Ich habe gelesen dass an einem einzigen Tag heute im Jahr zwei tausend sechsund zwanzig an einem tag So viel Musik hochgeladen wird als früher in gesamten jahren neunzehnhundertneun achtzig veröffentlich wurde.
00:49:59: Ja
00:50:00: Und das sieht man ja schon, in welchem Wettbewerb man sich eigentlich befindet.
00:50:03: Denn da jede Stunde irgendwie viertausend bis fünftausende neue Songs hochgeladen werden... Das ist schon krass!
00:50:09: Ja, das ist komplett Wahnsinn und deswegen müssen wir einfach Wege finden.
00:50:12: Man muss sich einfach Gedanken machen und wie gesagt ich bin halt auch nicht so der Typ, der sagt ja es geht uns allen halt schlecht, deswegen geht's mir auch schlecht und besetzt halt so.
00:50:21: Ich bin halt immer irgendwie... Ich muss nach einem Weg finden wer funktioniert?
00:50:26: Das habe ich mein Leben lang schon so gemacht.
00:50:28: Ich hab immer mit achtzehn Schule abgebrochen und hab dann immer einen Weg gefunden, das irgendwie funktioniert.
00:50:36: Welche Städte hast du denn in der Planung bereits?
00:50:40: Aber ich weiß es noch nicht!
00:50:41: Da sind wir noch am Sprechen.
00:50:43: Vielleicht mal sogar eine Europa-Tour.
00:50:45: Weil nach diesem Prinzip ist es ja völlig egal... ...ich bin ja völlig uneingeschränkt.
00:50:50: Also du fährst auch nach
00:50:51: Bayern?!
00:50:55: Der ist ein bisschen nach hinten losgegangen dieser Witze.
00:50:58: Ich hatte gehört, dass du so einen schwarzen Humor hast!
00:51:00: Ich wollte ein bisschen einsteigen heute im Podcast.
00:51:02: aber gut das versuchen wir später nochmal.
00:51:05: Aber zu sagen, dass
00:51:06: Bayern nicht zu Deutschland gehört ist ja noch sehr weit weg von Schwarz und Humor?
00:51:09: Ich darf das!
00:51:10: Als Franke darf ich das machen.
00:51:11: man würde es mir verzeihen mein lieber Ministerpräsident Söder aber der übrigens noch nicht bei mir war kommt hoffentlich irgendwann auch mal auch wenn ich nicht so politisch werde in meinem Podcast Was auch lieber Isaac, wir sind ja fast schon am Ende unserer heutigen Folge.
00:51:22: Ich habe noch eine Frage an dich nämlich wenn wir uns in zwanzig Jahren wieder hier gegenüber sitzen dann müsstest du eigentlich so um die Einundfünfzig sein.
00:51:31: Wo dann würdest Du denn erkennen?
00:51:33: In zwanzich Jahren dass Du nicht nur als Musiker erfolgreich bist sondern weiterhin auch als Mensch glücklich?
00:51:39: was heißt...was bedeutet Glück für Dich?
00:51:44: Glück bedeutet Nicht Glück zu bekommen sondern Glück zu geben.
00:51:52: Also wenn man irgendwie ein Umfeld hat, den man viel geben kann.
00:51:59: Und wenn das in zwanzig Jahren der Fall sein wird, dass ich dazu in Erlage bin... ...mein Umfeld mit mir, was ich sage und mit dem, was Ich tue, mit dem was ich bin zu bereichern Dann habe ich alles wichtig gemacht.
00:52:17: Das lassen wir mal so stehen und haben glaube ich heute nach knapp einer Stunde mitbekommen Dass dein Weg zeigt, dass Erfolg selten über Nacht entsteht und dass du hoffentlich diese Leidenschaft, die Du hast.
00:52:29: Und diese Behaarlichkeit auch und vor allem auch die Bereitschaft dich immer wieder neu aufzustellen, immer wieder aufzustehen, das du dir behältst.
00:52:36: Ich danke Dir sehr für dieses tolle Gespräch, für dieses sehr ehrlich und authentische Gespräch und wünsche Dir gesundheitlich aber vor allem von Herzen alles erdenklich guter weiterhin!
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