Manuel Ostermann | Bundesvorsitzender der DPolG - Wie verändert Angst eine Gesellschaft?

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00:00:01: Wer eine Uniform trägt, wird oft auf seine Funktion reduziert.

00:00:27: Auf das was er repräsentiert den Staat Gesetze Grenzen Sicherheit.

00:00:34: Doch hinter jeder Uniform steckt ein Mensch.

00:00:37: Manuel Ostermann ist seit mehr als zwei Jahrzehnten Bundespolizist.

00:00:42: Millionen Menschen kennen ihn als Bundesvorsitzenden der Bundespolizeigewerkschaft, aus Nachrichtensendungen, politischen Talkshows oder Interviews zu Themen wie Migration, Grenzschutz und inneres Sicherheit.

00:00:55: Mich interessiert heute aber weniger der Gewerkschafter- oder Mediengast.

00:01:01: Der Mensch, der seit vielen Jahren erlebt wie sich unser Land verändert.

00:01:06: Wie fühlt es sich an Verantwortung zu tragen wenn Entscheidungen oft innerhalb von Sekunden getroffen werden müssen?

00:01:12: Was macht ein Beruf mit einem Menschen, der regelmäßig mit Konflikten Gewalt und menschlichen Schicksalen konfrontiert ist?

00:01:19: Und warum beginnt Sicherheit vielleicht viel früher als an einer Grenze?

00:01:25: Darüber sprechen wir heute!

00:01:26: Herzlich Willkommen bei Schüchtern bis Nüchdern Manuel Ostermann.

00:01:30: Vielen lieben Dank für die Einladung, ich freue mich sehr auf das Gespräch.

00:01:34: Ja lieber Manuel Ostermann, ich freu mich auch und wir sind heute am Abend verabredet.

00:01:38: es ist kurz nach einundzwanzig Uhr und im Deutschland werden

00:01:42: rein rechnerisch

00:01:42: rund sechshundertneunundzwansich Straftaten pro Stunde begangen, d. h., dass entspricht etwa zehn Komma fünf Straftate pro Minute oder einer Straftat alle fünf Komma sieben Sekunden.

00:01:53: Wie blicken Sie denn auf diese Zahlen?

00:01:56: Ja diese Zahlen, also ich würde jetzt lügen wenn ich sagen würde ich wäre total verwundert denn die Entwicklung bis zu dem heutigen Tag.

00:02:03: Die war ja vorgezeichnet.

00:02:05: wir haben quasi Sehnen in Auge zugelassen dass wir diese Entwicklungen haben und natürlich betrügt mich das auch auf der anderen Seite Denn diese Zahlen sind alles andere als normal.

00:02:15: Und die Frage die müssen wir uns schon gefallen lassen wie konnte es soweit kommen?

00:02:19: aber auch eine ganz wesentliche frage die wir zulassen müssen Wie können wir eine Kärtwende hinlegen?

00:02:25: Darüber wollen wir und werden wir heute sprechen.

00:02:27: Und wenn wir heute über Sicherheit sprechen, sprechen wir ja eigentlich über Kriminalität oder sprechen wir vielleicht längst auch über Vertrauen?

00:02:36: Ich glaube sowohl als auch und was Sie sagen vertrauen das ist ein ganz fundamentaler Eckpfeiler in dieser ganzen sicherheitsspezifischen Debatte.

00:02:44: im übrigen viele verbinden ja Sicherheit immer nur mit der Diskussion rund um die Polizei.

00:02:51: Das ist viel zu kurz gegriffen.

00:02:53: Sicherheit ist soviel mehr als nur in Anführungsstrichen die Debatte um Polizei und was Polizei braucht oder wo Polizei sein muss, sondern sie beginnt tatsächlich bei einem ganz einfachen Selbstverständnis.

00:03:05: Und das ist der Erziehungsaftrag ob im Elternhaus oder beim Staat will damit eigentlich nur zum Ausdruck bringen dass das Vertrauen auf der einen Seite und innere Sicherheit auf der anderen Seite nicht wegzudenken ist.

00:03:18: quasi zwei Seiten von ein und derselben Medaille

00:03:23: Wenn ich mich mit Menschen in meiner Umgebung unterhalte und das passiert natürlich jeden Tag, dann habe ich immer wieder das Gefühl dass viele schon auch das Vertrauen so ein bisschen auch in den Staat verloren haben oder vielleicht provokanter gefragt hat.

00:03:35: Vielleicht auch der Staat das Vertrauen in seine Bevölkerung teilweise verloren?

00:03:41: Nein!

00:03:41: Ich glaube nicht, dass der Staat Das Vertrauen in seine Bevölkerung verloren hat.

00:03:46: Der Staat ist ja auch erst mal etwas als Oberbegriff etwas sehr subjektiv ist, wenn man so möchte.

00:03:53: Natürlich objektiv in den Instanzen aber sehr subjetiv in der Wahrnehmung der Menschen.

00:03:59: Wo wird man eigentlich mit dem Staat konfrontiert?

00:04:03: Wo hat man positive oder negative Begegnungen?

00:04:06: viele vergleichen ja oder bzw denken an den Staat an Bürokratisierung finanzamt lange Verwaltungsprozesse Gängelungen steuern.

00:04:17: Aber der Staat ist so viel mehr.

00:04:18: und da denke ich mir immer, muss man vielleicht eine Gedankenperspektive mal zulassen.

00:04:24: Wir kennen ja diese parlamentarischen Neiddebatten teilweise völlig verfälscht zum Thema Berufsbaum zu tun.

00:04:30: Der Staat ist z.B auch die Erzieherin oder die Lehrkraft in Kita- oder Schule, die unsere Kinder versuchen mit viel Leidenschaft bestmöglich vorzubereiten auf das was Komplensierwachsen sind.

00:04:43: Auch das ist der Staat!

00:04:45: Wenn sie schon die Kinder erwähnen, wenn Kinder gefragt werden was sie später einmal werden möchten dann antworten manche Feuerwehrmann und der andere oder die andere sagt vielleicht Pilotin oder eben Polizist.

00:04:57: War denn Bundespolizist für Sie tatsächlich ein Kindheitstraum?

00:05:01: Oder sind Sie da eher zufällig dort gelandet?

00:05:04: Nee jetzt wird es tatsächlich echt romantisch!

00:05:07: Ich konnte mir seit Kindesbeim nie einen anderen Job vorstellen.

00:05:10: Tatsächlich nie den anderen Job vorstellen das... Fing so an, mit fünf Jahren und der Wunsch nichts anderes machen zu wollen war.

00:05:17: Tatsächlich da war ich sechs.

00:05:19: Da hat mich mein Onkel, der selber Polizist ist, auf die Wache genommen und da war es um mich geschehen... Und wenn ich sage, es gab keine andere Option.

00:05:27: Dann meine ich das auch genauso.

00:05:28: Meine Eltern waren schon sehr verzweifelt denn Polizeibeamter zu werden hat ja viele Faktoren übrigens eher auch Faktor für die man gar nichts kann also gesundheitliche Faktorn.

00:05:38: aber nein!

00:05:38: Das ist so eine richtige romantische Geschichte wo wahrscheinlich der ein oder andere die Augen im Kopf verdreht und sich so denkt natürlich dass muss er sagen isst aber die Wahrheit.

00:05:47: Ich wollte jetzt schon immer werden.

00:05:49: Ja also lagen die Gene schon so ein bisschen in der Familie.

00:05:52: Ja, könnte man so sagen.

00:05:55: Welche Werte haben Ihnen denn Ihre Eltern mitgegeben?

00:05:58: Wie sind Sie aufgewachsen was Werte und Wertevorstellungen angeht als Jugendlicher?

00:06:02: Ich weiß das kann man als Kind und Jugendlicher so noch nicht begreifen aber wie haben sie denn ihre Jugend so wahrgenommen?

00:06:10: Also ich habe eine super behütete Kindheit gehabt durfte ganz viele tolle Momente erleben bin im kleinen Dorf aufgewachsen war bei den Messdienern, Fußballverein hab Tennis gespielt.

00:06:25: Hab natürlich auch Blödsinn gemacht.

00:06:26: da keine Frage.

00:06:27: ich war ja noch so die Generation du kommst nach Hause wenn die Laternen angehen.

00:06:33: Das ist ja heute quasi undenkbar oder vielleicht nicht mehr notwendig wie auch immer man das jetzt sehen möchte.

00:06:39: Und meine Werte also Meine Eltern haben immer sehr großen Wert darauf gelegt dass man höflich ist dass man zuverlässig ist dass das gesprochen nur wort auch was ein Wert hat, soll also heißen nicht etwas sagen ohne es dann zu machen.

00:06:54: Und ich würde rückblickend sagen ja Fleiß war auch großer Wert den ich mitbekommen habe wenn gleich ich den in meiner Jugend nicht ausgelebt habe.

00:07:03: aber doch würde ich schon sagen dass mir das schon beigebracht worden ist.

00:07:07: Ja

00:07:08: Sie sind später zur Bundespolizei gewechselt beziehungsweise haben dann ihren Weg dort eingeschlagen.

00:07:14: Wissen sie denn noch wie sich ihr erster Dienst dort angefühlt hat?

00:07:18: Oh ja, das weiß ich noch sehr genau.

00:07:21: Also der erste Diensttag war der Erste neunte zwei tausendzehn Inwaltsrode und da war erst mal also erstmal ein Traum in Erfüllung gegangen.

00:07:31: Das war so unglaublich!

00:07:33: Fantastisch, also irgendwie nicht real, nicht richtig greifbar.

00:07:37: Dann hat man die Uniform empfangen und der erste Tag bestand darin erst mal die Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen aber vor allem auch Uni-Pformen anzuprobieren.

00:07:45: und dann mussten wir uns aufstellen.

00:07:46: den Tag werde ich nie wieder vergessen.

00:07:48: das war es als ich das erste Mal die Polizei Uniform an hatte war dass das war für mich das allergrößte.

00:07:53: Das beschreiben viele!

00:07:54: Die Uniform ist ja nicht nur Kleidung sondern eben auch Ausdruck einer Aufgabe und eine Verantwortung die man mit sich herum trägt.

00:08:02: Ja, die Uniform ist nicht ein wesentlicher sondern der Bestandteil eines Polizeibeamten.

00:08:09: Das ist die Identifikation nach außen für den Eid, den man geleistet hat einzustehen und für die Menschen da zu sein.

00:08:16: Sein bestmöglichstes zu tun.

00:08:18: Wir kommen ja sicherlich noch darauf was das heutzutage bedeutet.

00:08:21: Das war nämlich vor knapp zwanzig Jahren noch anders.

00:08:26: Aber Uniform ist die Identifikation und zwar nicht nur mit dem Polizeiberuf, sondern mit dem was es verbindet.

00:08:33: Und warum man zu Polizei gekommen ist.

00:08:35: Wann haben Sie denn zum ersten Mal gemerkt dass dieser Beruf Menschenleben verändern kann?

00:08:43: Da gab's viele Momente gar nicht so staatstragende Momente.

00:08:47: Menschenleben verändert bedeutet für mich ja auch Perspektivwechsel zulassen das der Mensch in Uniform nicht der Feind in Uniform ist, sondern möglicherweise auch der Freund.

00:08:58: Und das sind ganz banale Begegnungen gewesen, zum Beispiel bei einer Fußball-Fanbegleitung.

00:09:04: Wo wir die Gelsenkirchen ja Ultraszene also die Schalker Ultra Szene begleitet haben und ich später mit den Lachend aus dem Zug gestiegen bin wo wir uns sonst immer an die Wolle bekommen haben.

00:09:15: Wir haben uns richtig richtig toll unterhalten.

00:09:17: Ich muss dazu sagen ich bin leidenschaftlicher Dortmund Fan.

00:09:19: gut dass habe ich denen nicht gesagt.

00:09:22: aber es sind diese kleinen Momente natürlich die das für mich so besonders machen.

00:09:29: Gar nicht diese großen, sondern diese kleinen Zwischenmenschlichen wo der eine oder andere rausgeht und sagt hey!

00:09:37: Das war ne tolle Begegnung.

00:09:38: und vielleicht blicke ich jetzt ein bisschen anders auf die Polizei.

00:09:41: Ja viele sehen ja einer Uniform vor allem Autorität und sie tragen die seit vielen Jahren.

00:09:47: was bedeutet denn für Sie persönlich diese Uniform?

00:09:53: Die bedeutet mir unglaublich viel.

00:09:55: also das ist für mich immer noch... die Identifikation mit dem Eid, den ich geschworen habe.

00:10:02: Den ich mit Leib und Seele lebe.

00:10:05: Es ist für mich auch immer noch ein großer Stolz und verbunden mit ganz viel Dankbarkeit diese Uniform zu tragen.

00:10:12: Ich hab wie gesagt fast mein ganzes Leben mit ab sechs Jahren immer darauf hingefiebert und auch darauf hingearbeitet.

00:10:19: Das war auch kein leichter Weg für mich zur Polizei dann zu kommen Und deswegen ist das heute für mich immer noch keine Selbstverständlichkeit Diese Uniform zu sehen oder diese Uniform zutragen.

00:10:30: Also immer noch ein tolles Gefühl nach wie vor.

00:10:33: Ja, also ich frage das da die uniform ja für verantwortung steht für rechtsstaatlichkeit für neutralität.

00:10:38: Sie schafft vertrauen aber sie kann ja auch eine gewisse projektionsfläche Für kritik und gesellschaftliche konflikte sein.

00:10:46: und man hört dass immer wieder Polizistinnen und polizisten werden in zügen oder an bahn steigen auch beschimpft sie sind Anfeindungen ausgesetzt.

00:10:55: Welche Erlebnisse oder welche Erfahrungen haben Sie daran?

00:10:59: Ich glaube, dass gerade der Polizist in Uniform die Projektionsfläche ist für individuelle Bedürfnisse und Gefühle der Bevölkerung.

00:11:10: Wir sehen das ganz ausgeprägt ja auch bei Versammlungslagen.

00:11:13: wenn der Brast, sondern nächstes Mal also die Wut auf die Regierung exorbitant hoch ist steigt potenziell auch die Gewaltbereitschaft gegenüber den Einsatzkräften.

00:11:22: Das ist glaube ich nicht mal eine Gewalt gegen Menschen in Uniform, sondern diese Gewalt richtet sich quasi als Kanalisator gegen die Regierung.

00:11:31: Die ja nicht greifbar ist für die Menschen und dementsprechend ist dann das institutionelle des Staates in dem Fall die Polizei.

00:11:40: Und auch hier ist natürlich die Respektlosigkeit deutlich größer geworden.

00:11:44: Das äußerte sich Sehen Sie Als ich hatte einen Einsatz damals in Köln am Hauptbahnhof gewaltkriminalitätseinsatz In einer Nachtschicht auf einem samstag.

00:11:54: Da war so das Schlimmste, was dann passiert?

00:11:56: im ganzen Mal durch Schlägereien.

00:11:57: Okay aber dann wurde mir von einem Menschen der alle geringen Krankheiten hat in den Mund gespuckt Das war die maximale Eskalationsstufe an Wiederwertigkeit, die man zu dem Zeitpunkt grob erwartet hat.

00:12:08: Das ist heute einfach Standard geworden und da sieht man auch wie sich der Dienst Und auch die Gefahrenpotenziale.

00:12:16: Möglicherweise der gesellschaftliche Blick, wenn auch nur aus einem kleinen Teil der Gesellschaft auf die Polizei verändert hat und zwar in einer radikal kurzen Zeit.

00:12:26: Was hat das denn mit ihnen damals gemacht?

00:12:28: Kann man da nach Feierabend einfach das Vergessen abschalten an Anführungszeichen?

00:12:32: oder nimmt man diesen Beruf diese Erlebnisse dann auch mit nach Hause?

00:12:37: Das nimmt man alles mit nachhause.

00:12:39: Also ich rede ja immer von Polizeifamilien sag' ich ganz bewusst Weil de facto ist es so, je nachdem wo man Diensten macht oder welcher einer hat meines verbringt man meistens mehr Zeit mit den Kolleginnen und Kollegen als mit der eigenen Familie.

00:12:51: Das ist einfach so!

00:12:53: Und alles das was man im Dienst erlebt, positiv aber auch ganz viele negative Dinge, extreme Schicksalsschläge, Gewalteskalation, schrecklichste Bilder, Armut, Kriminalität, das ganze Programm... Das macht ja etwas mit einem.

00:13:10: Man isst ja nur ein Mensch, man isser kein Roboter Und natürlich nimmt man das mit nach Hause.

00:13:14: Deswegen ist der Zusammenhalt auf der Dienststelle wichtig, aber auch eine Familie im Hintergrund die versteht was es bedeutet Polizeibeamter zu sein.

00:13:22: da muss ich aber auch sagen und habe jetzt ganz viele Erfahrungswerte inklusive meiner eigenen Erfahrung meistens ist es so dass die Menschen die mit einer Polizistin oder einem Polizisten zusammenleben schon wissen welchen Schlag Mensch sie sich ausgesucht haben und insofern auch viel Unterstützung bekommen.

00:13:40: Ja, diese Unterstützung ist dringend notwendig.

00:13:42: Denn jetzt steigen wir mal ein bisschen ein wenn Sie Deutschland heute mit dem Deutschland vergleichen indem sie ihren Dienst begonnen haben also zu einer Zeit.

00:13:51: Was hat sich denn Ihrer Meinung nach am stärksten verändert?

00:13:55: Alles einfach alles Am stärkstem verändert ist das was mich am meisten umtreibt wie viele Menschen mittlerweile die Öffentlichkeit meiden oder bestimmte Plätze meiden, oder bestimmten Veranstaltungen meiden.

00:14:08: Die ganze Debatte um Großveranstaltung, also auch im Vorfeld mit Sicherheitskonzepten, Medienberichten, Anschlagsszenarien bis hin zur absolut verroten Gewaltereskalation auf den Straßen.

00:14:22: und ich mache das mal ganz bildlich fest wir hatten in dem Jahr- und das war schon eine unvorstellbare Zahl, siebendreißig Messerdelikte pro Tag Und das sind nur drei Jahre, sind wir schon bei achtzig pro Tag.

00:14:36: Das war alles undenkbar als wie er oder ich in den Dienst gegangen bin.

00:14:41: Da hatten wir ganz andere Debatten haben uns zum Fußball-Fanbegleitung gekümmert und dann gab es halt mal so die Rivalitäten und dann die einzelnen körperlichen Auseinandersetzungen.

00:14:51: aber das ist überhaupt nicht mehr zu vergleichen miteinander.

00:14:54: Übrigens auch nicht!

00:14:56: Ich glaube da mache ich... Nein, ich glaube nicht sondern ich mache da viel an Social Media fest.

00:15:01: diese Radikalisierungsprozesse, dieses Abstumpfen hat viel mit Social Media zu tun.

00:15:06: Weil das sehen wir jeden einzelnen Tag schreckliche Nachrichten zusammengeschnitten aus dem Kontext gebildete Videos oder Bilder und der Algorithmus, der natürlich alles befeuert so dass man irgendwann fassungslos zurück bleibt in seiner digitalen Blase denkt.

00:15:22: die Welt da draußen ist nur noch böse und Polizisten allen voran.

00:15:25: also es hat sich auf allen Ebenen ganz, ganz viel verändert und leider Gottes das Allermeiste nicht zum Positiven.

00:15:31: Also ich bin da ganz bei Ihnen.

00:15:33: Auch ich glaube dass der Respekt gegenüber den staatlichen Institutionen wirklich zurückgegangen ist und dass Social Media auch seinen Teil dazu beigetragen hat.

00:15:42: Wann haben Sie denn diese Veränderung zum ersten Mal gespürt?

00:15:46: Das war der Moment in dem ich mich auch entschieden habe gewerkschaftlich aktiv zu werden politische Schiene zu gehen und das war im Jahr zweitausendfünfzehn mit der Migrationsprise.

00:15:57: Und zwar gar nicht im Inland, ich rede auch gar nicht von Dezember zweitausendundfünftzehn Kölner Domplatte sondern das was ich in Simbach am Innen und in Passau vor Ort erlebt habe, also die jungen Menschen, die zu uns gekommen sind wie sie sich benommen haben.

00:16:12: Wie gewalttätig die waren!

00:16:14: Wie respektlos die waren... Und da musste ich nicht für studiert haben um dann zu wissen wenn diese Menschen weiterziehen ins Inland dass diese Projektionsfläche der Gewaltverkörperung, die sie zweifelsohne mit sich gebracht haben, diese Respektlosigkeit ja übergreifen wird.

00:16:32: Nun ich sollte recht behalten.

00:16:33: im September ging das ja bei uns los an der deutsch-österreichischen Grenze und in Dezember gings auf der Kölner Domplatte schon los.

00:16:44: da war ich noch im Emirationseinsatz und die Folge daraus war völlig klar für jeden einzelnen Kollegen, die in Simbach am Innen- und an der bayerischen österreichischen Grenze eingesetzt waren.

00:16:59: Die Menschen, die zu uns kommen werden Deutschland feiner.

00:17:03: Jetzt ist es natürlich immer so eine Geschichte auch als Außenstehender.

00:17:06: wenn man davon hört von diesen Menschen oder den Personengruppen über die wir vielleicht auch sprechen... läuft ja dann auch schnell Gefahr so ein bisschen zu pauschalisieren.

00:17:18: Wie schützen Sie sich davor, dass sie da vielleicht auch... Machen Sie noch den Unterschied zwischen den Personengruppen oder welche Reaktionen begegnet Ihnen in dem Alltag?

00:17:29: Also ich glaube das von Nein!

00:17:33: Ich lebe net felsenfestige Überzeugung, dass eine Pauschalisierung alles andere als angebracht ist.

00:17:39: Ich leber aber auch in der Überzeugungen schon zu sagen was isst.

00:17:43: Und es ist einfach ein statistischer Fakt, dass eine überragende Mehrzahl der jungen Männer aus den Asylhoptherkunftsländern Syrien, Afghanistan Iran auch Marokkaner Dass die hier nun mal überproportional viel Straftaten begehen.

00:18:02: Insbesondere gegen die individuelle Freiheit, gegen die sexuelle Selbstbestimmung, gegen das Leben.

00:18:07: und wie schütze ich mich davor?

00:18:10: Eigentlich schützte ich mich gar nicht davor weil wissen Sie Wenn es Menschen gibt, die sagen das alles pauschal.

00:18:16: Dann ist das nicht mein Problem.

00:18:18: Ich pauschalisiere mich ich sage nicht alle.

00:18:20: Ich sage nicht die, ich sage Nicht alle Männer habe ich noch nie gesagt.

00:18:26: Ich sag ja auch nicht alle Muslime sondern ich sage Islamisten.

00:18:31: Und auch da sage ich genau dasselbe, wenn ich diese Frage bekomme.

00:18:35: Wer sich als Muslime angesprochen fühlt, wenn nicht über Islamisten spreche dann möge er sich bitte angesprochen füllen weil dann haben wir offenkundig ein Problem mit radikalen Ideologien und deswegen mache ich mich davon gar nicht gemein.

00:18:47: Ich weiß, ich bin ein hochsozialer Mensch, ich habe noch nie pauschalisiert und wenn es Menschen gibt die nicht differenzieren können Dann ist das ehrlich gesagt ja nicht mein Problem.

00:18:57: Das muss man mal ganz klar so sagen.

00:19:00: vielleicht auch nochmal der Perspektivwechsel.

00:19:01: Das ist total spannend, ich finde die Frage ganz fantastisch.

00:19:05: auf das was ich sage und noch das was sich gerade gesagt habe wie wird darauf reagiert?

00:19:09: Ich wurde in den Anführungsstrichen schon beinahe sozial geächtet dafür und zwar nicht auf Social Media sondern zum Beispiel im Kneipe wo ich dann mit meinen Jungs kegeln hatte und die Leute das dann gehört haben was ich gesagt habe und echt empfindlich reagiert haben heute erlebe.

00:19:36: Das liegt aber auch daran, weil die Realität ganz viele Menschen einfach eingeholt hat.

00:19:42: Ja das ist wohl wahr!

00:19:43: Es hat sich eben vieles geändert in den vergangenen zehn Jahren und das deckt sicher mit meiner Wahrnehmung.

00:19:48: auch wenn ich mit vielen Gästen spreche.

00:19:49: in meinem Podcast unter anderem eben auch mit Wolfgang Bossbach Kommen wir immer wieder auf das Thema, haben wir verlernt miteinander zu sprechen?

00:19:58: Haben wir es verlernd andere Meinungen auch zuzulassen.

00:20:03: Wie sieht das aus mit dem Nationalstolz?

00:20:04: Ich hatte Wolfgang Bosbach vergangenen Woche gefragt erst viel im Ausland.

00:20:09: ich bin es auch sie wahrscheinlich auch wenn Sie in Spanien durch Spanian reißen Sie begegnen dort Menschen die eine spanische Flagge am haushängen haben.

00:20:16: Die sind stolz auf ihr Land Wenn Sie hier durch Berlin nicht wohnen in Berlin wenn Sie durch Berlin fahren und Sie begegneten einer Wohnung oder Sie sehen eine Wohnung in der eine Ihnen eine deutsche Flagge entgegenkommt vom Balkon, da hat man schon fast das Gefühl, da lebt ein Nazi.

00:20:30: Das stimmt ja nicht!

00:20:30: Das sind ja alles Menschen die vielleicht auch stolz auf ihr Land und auf das Deutschland von heute sind.

00:20:35: Glauben Sie dass wir da einfach verlernt haben auch miteinander eine sinnvolle Diskussion zuzulassen oder uns mal die Meinung zu sagen ohne dass gleich verletzen wird?

00:20:46: Ich glaube nicht, dass wir also erstmal die Analyse von Innes Gold richtig allein schon Dieser Gedankengang etwas Unnormales daran zu finden, dass in Deutschland auch von einem Balkon oder von einem Mast die Deutschlandflagge gehisst wird und weht.

00:21:06: Allein das eigentlich überhaupt auffällt ist schon unnormal, ist schon nicht gesund nach meiner felsenfesten Überzeugung.

00:21:15: Und ich glaube nicht, dass wir das verlernt haben sondern ich glaube Dass uns das aufgedrückt worden ist.

00:21:22: Wir hatten Eine Gesellschaft, ich mache da ein super Beispiel.

00:21:27: Ich mach da ja kein Geheimnis raus, dass ich ein ganz großer Angela Merkel-Kritiker bin.

00:21:33: im sicherheitsspezifischen Kontext und es gab Hermann Gröhe war's der die Deutschland Flagge nach dem Bundestagswahl Sieg mit auf die Bühne geholt hat und Merkel hat ihn angeguckt als wäre er in dem was er tut etwas verächtlich ist Und diese Deutschlandsfrage von der Bühne geworfen, das ist sinnbildlich und da hat sich ja auch vieles verändert.

00:21:50: Von dem Sommermärchen, im Jahr twohntausendsechst bis dann Angela Merkel mit ihrer Politik anfing.

00:21:55: Das zog sich durch die Institutionen, das zog in die Kitas über die Schulen überall hin... ...und diese radikalen Ideologen Die das alles so sehr verachten, waren immer schon gut darin sich zu vernetzen.

00:22:10: Gunst der Stunde zu erkennen und dann sehr laut stark konzentriert und klug vorzugehen.

00:22:15: Deswegen glaube ich nicht dass die wir das verlernt haben.

00:22:18: Ich glaube wir haben es aufgedrückt bekommen.

00:22:19: viele Menschen hatten einfach Angst dass wenn sie das sagen was sie denken dann so sanktioniert werden dass das für sie individuelle Konsequenzen hat.

00:22:26: Und was ich merke ist dass diese Schrecke sprenzt was so aufgebaut worden ist immer mehr brückelt weil Deutsch gesagt, die Schnauze voll haben und sich nicht mehr den Mund verbieten lassen.

00:22:38: Und deswegen glaube ich schon dass wir das immer noch sehr gut können.

00:22:41: Ich glaube aber auch, dass wir eins wieder lernen müssen Nicht direkt in die Abwehrhaltung zu gehen.

00:22:50: Also ich glaube viele können ganz fantastisch miteinander diskutieren.

00:22:53: Aber es gibt zwei Extreme.

00:22:56: eigentlich nur noch Meine Meinung Wenn du die teilst ist alles gut und wenn sie nicht teilst bist du halt ist es halt schlecht einfach um sein Standpunkt festzumachen.

00:23:07: Und man kann aber auch sein Stand Punkt fest machen, wenn man mal ein Perspektivwechsel zulässt oder möglicherweise auch sagt hey die Argumentation ist total klug.

00:23:14: ich glaube ich muss da nochmal darüber nachdenken.

00:23:16: Ich glaube das muss man lernen.

00:23:17: aber miteinander zu streiten Glaube ich schon dass wir das noch können.

00:23:21: Aber viele hatten halt einfach Angst oder leider Gottes haben es heute auch noch.

00:23:26: Ja und Deutschland hat in den vergangenen Jahren mehrere Anschläge erlebt, zuletzt auch Taten bei denen sich viele Menschen gefragt haben ob sie noch unbeschwert auf eine Demonstration einen Weihnachtsmarkt oder ein Konzert gehen können.

00:23:40: Wie verändert denn Angst eine Gesellschaft?

00:23:44: Angst verändert eine Gesellschaft ganz fundamental.

00:23:48: ich habe da ganz viele leider Gottes Traurige aber dann doch für diese Frage zur Beantwortung fantastische Beispiele.

00:23:56: Nimm wir jetzt den schrecklichen Anschlag auf den CSD.

00:24:01: Wir haben ernsthaft eine Debatte darüber geführt, warum da kein Pöller stand oder warum man ein Zaun-Element zur Seite schieben konnte.

00:24:08: Das war also die Debatte!

00:24:10: Wir haben noch nie eine Debatte gestellt.

00:24:12: ist das eigentlich nicht völlig absurd und unnormal dass wir uns komplett verbarrikadieren?

00:24:19: Ist das nicht völlig ungesund dass in Leberkusen letztes Jahr aufgrund von Sicherheitsbedenken, einhundert Sankt Martins Umzüge nicht stattgefunden haben.

00:24:28: Traditionsfeste abgesagt werden und ganz viele sich diese überbordenden Sicherheitskonzepte auch gar nicht mehr leisten können.

00:24:35: Ein anderes Beispiel es war Kommunalwahlkampf meiner alte Heimatstadt in Reine.

00:24:40: Inpolitisch-Sicherheit spezifische Debatte.

00:24:42: ich habe nämlich genau das Kollektiver Freiheitsverlust zum Thema gemacht und dann sagte mir der parteilose Bürgermeister Er wüsste gar nicht, was ich habe.

00:24:51: Wenn zum Beispiel Kinderflohmarkt ist und er durch Rheine läuft dann fühlt der sich pudelwohl und das ist gut.

00:24:58: Und dann hab' ich gesagt nun ja Was ist denn die Voraussetzung dass dieser Kinderflohmarkt stattfinden kann?

00:25:05: Ja ein Sicherheitskonzept und Absperrungen in dem Fall.

00:25:07: dann waren es Lkw's.

00:25:09: und als sie sagt sehen Sie ist das Das ist doch nicht normal.

00:25:12: Wir reden über einen Kinderflohnmarkt Der mit Lkws abgesperrt werden muss damit da kein Beklopptar rein ballert.

00:25:18: Das ist nicht normal.

00:25:20: Und diese Gesellschaft zieht sich immer weiter zurück, die Folge im Übrigen daraus ist dass sie anständig sich aus dem öffentlichen Raum zurückziehen und die kriminellen den öffentliche Raum übernehmen.

00:25:32: Und das sehen wir jetzt in allen Facetten und allem Breiten bis hin zu flächendeckenden No-Go Areas für die Zivilbevölkerung.

00:25:39: und daran krank Deutschland.

00:25:40: und wenn wir das nicht verändern also Das subjektive und objektive Sicherheitsempfinden der deutschen Bevölkerung, der in Deutschland eben den Menschen nicht ernst nehmen.

00:25:50: Und nicht wirklich kluge Maßnahmen zerliehen bis hin zu verkehrspsychologisch klugen Beleuchtungskonzepten.

00:25:57: Dann werden wir Stück für Stück Mehrfreiheit verlieren.

00:26:02: Ein Beispiel noch... Wie schnell man sich daran gewöhnt?

00:26:05: Ich komme wieder zurück zum Tatmittelmesser.

00:26:07: Ich war an einer Fernsehsendung in Sat.Eins eingeladen im Jahr.

00:26:12: Da ging es um dieses Tatmitteln Messer und da ging so diese sieben dreißig Delikte.

00:26:15: drei Mal hat die Redaktion Kontakt mit mir aufgenommen, weil Sie Belege für meine siebenunddreißig Messerdelikte pro Tag haben wollten.

00:26:23: Weil ich gar nicht fassen konnten!

00:26:25: Ich war ein Jahr später wirklich zum selben Thema im selben Studio mit den selben Redakteuren Und dann waren es neunundsiebzig Messer-Delikte.

00:26:35: jetzt sind das ja achtzig, da waren's neunhundsipzig letztes Jahr Und da war ja nicht mehr die Empörung, sondern sagte man mir ernsthaft.

00:26:43: Oh!

00:26:44: Das fühlt sich aber nach mehr an eigentlich.

00:26:47: Es ist doch Wahnsinn und das beschreibt das immer für mich wie schnell wir an sowas erkranken uns daran gebühren und dann immer mehr unsere eigene Freiheit in unserem eigenen Land aufgeben indem wir einfach bestimmte Plätze oder Veranstaltungen gänzlich meiden.

00:27:00: Ja, also ich spreche mit Ihnen ja heute nicht als Journalist sondern als Bürger.

00:27:03: Es ist ja kein Investigativ-Podcast den ich hier führe, sondern ich lade Menschen ein die ganz unterschiedlich sind und gehe da auch immer sehr neutral an die Geschichte, an die Sache heran.

00:27:12: aber wenn wir heute über Messer sprechen das regt mich persönlich auf diese Diskussion um Messerverbootszonen und dass es dann auch sehr begrenzt in einzelne Straßen oder Bezirke in Städten warum bekommen wir das eigentlich nicht flächendeckend hin?

00:27:30: Bei dem Thema Messerverbotszone, das ist ja so der Punkt.

00:27:34: Es macht nur dann Sinn etwas zu verbieten wenn man auch garantieren kann es zu kontrollieren.

00:27:40: Sonst hat das meistens den gegenteiligen Effekt.

00:27:42: deswegen habe ich zum Beispiel die Bahnschäfeln so kritisiert als die da mit ihrem Alkoholverbot in Bahnhöfen anfingen.

00:27:49: aber kein Mensch dieser Welt wird das umsetzen und durchsetzen können.

00:27:55: gutes Instrument, weil wir in Kriminalitätsschwerpunkten und die bilden sich nach dem sogenannten polizeilichen Lagebild also zahlen Datenfaktion.

00:28:02: Die Sicherheitsbehörden wissen dann genau wo sie sich konzentriert hinstellen müssen Und Sie bedingen eigentlich nur eins dass wir anlasslos diese Menschen kontrollieren können mit geführte Gegenstände kontrollieren kann Taschen die Personen durchsuchen können und das ist immer ziemlich erfolgreich.

00:28:19: Aber wissen Sie das Messer tut ja niemanden was, sondern der Mensch, der es rechtswidrig gegen Menschen einsetzt.

00:28:26: Und ich glaube nicht dass das die richtige Debatte ist, was wir an Kraftanstrengung unternehmen können um das Messer zu verbieten.

00:28:32: Ich glaube richtig wäre alles dafür zu tun eine Kraftanstörung zu vollziehen, um die Menschen dieses Messer einsetzen zu sensibilisieren, zu entkriminalisieren und zu deradikalisieren oder eben wegzusperren.

00:28:46: Das wäre der Richtige.

00:28:47: ein oder anders gesagt Nicht das Rumdoktoren an Symptom, sondern die rechtsstaatliche Bekämpfung der Ursache.

00:28:53: Da bin ich auch komplett bei Ihnen und nach den jüngsten Gewalttaten!

00:28:58: bei uns in Deutschland, Sie haben den Christopher Street Day auch schon erwähnt.

00:29:01: Es wird immer wieder intensiv über Sicherheit gesprochen, über Migration gesellschaftlichen Zusammenhalt diskutiert und ich habe den Eindruck dass da auch sehr viele Begriffe durcheinander geraten denn

00:29:12: manches

00:29:12: setzen dann auch konservativ mit rechts gleich andere werfen extremisten islamisten muslimen einen topf und noch vieles mehr.

00:29:21: wie gefährlich ist es denn für eine demokratie wenn wir diese unterschiede irgendwann nicht mehr sauber benennen?

00:29:26: das ist super gefährlich.

00:29:29: Ich bin ja richtig wohlstandsverwahrlos, quasi wenn man so möchte.

00:29:34: Ich bin aufgewachsen in einem büteten Dorf.

00:29:39: ich hatte keinerlei Probleme.

00:29:42: Ich Bin in einem land groß geworden wo ich später überall hin reisen durfte ohne kontrolliert zu werden ohne auf irgendwas zu achten.

00:29:52: also es war ja friedefreude heiterkeit und Ich bin ja nicht alleine in dieser Generation.

00:30:00: Für uns, und das ist das Traurige scheint es etwas Selbstverständliches geworden zu sein.

00:30:06: Demokratie ist aber ein unglaublich zartes Flänzchen was man sehr gut fühlen muss denn ansonsten ist da schneller weg als man gucken kann.

00:30:14: Gleichwohl sind wir natürlich resilient.

00:30:16: Die Demokratie in Deutschland ist resilient.

00:30:19: Es ist jetzt nicht so dass wir überrannt werden können.

00:30:21: viele malen ja auch das Bild von der damaligen Machtübernahme der Nazis, das ist natürlich quatscht.

00:30:29: Das ist hier so gar nicht möglich.

00:30:31: dafür hat man aus der Geschichte einfach gelernt.

00:30:34: aber wenn wir nicht sauber in der Begrifflichkeit sind Dann führt das natürlich dazu, dass wir pauschalisieren.

00:30:41: Dass wir instrumentalisieren und dass extremistische und radikalisierte Kräfte genau das für sich nutzen.

00:30:46: oder lassen Sie es mich anders formulieren in dieser gesellschaftlichen Entwicklung und in der politischen Destabilität, in der wir uns gerade befinden?

00:30:55: Da haben Extremisten ja kein Interesse daran, dass das anders wird denn sie profitieren ja gerade maximal davon und das eine bedingt immer das andere.

00:31:04: Ich zum Beispiel, deswegen sage ich auch genau solche Geschichten die gar keinen sicherheitsspezifischen Kontext haben.

00:31:10: Die rechts ist nichts Verwerfliches, links ist nichts verwerfliche.

00:31:13: Wir müssen klar differenzieren, deswegen sag' ich auch hier mit Muslime und Islamisten.

00:31:19: Wird der ja auch dafür kritisiert dass ich jetzt Muslime mit Islamisten gleich setze?

00:31:24: Ne, tue ich nicht!

00:31:25: Den Vorwurf lass ich auch gar nicht mir gefallen.

00:31:27: Also da gehe ich gar nicht drauf ein, weil ich so denke wenn du das nicht differenzieren kannst dann bist du die Definition des Problems und ich teil der Lösung und nicht andersrum.

00:31:37: Und ich denke dass was wichtig ist Friedrich Merz hatte mal von Grenzschließung gesprochen in seiner fundamental rhetorik im Wahlkampf.

00:31:44: Das ist natürlich völliger Quatsch Aber daran wird er gemessen und wir können die Grenzen gar nicht schließen.

00:31:50: richtig wäre gewesen eine verstärkte Grenzkontrolle.

00:31:55: Das ist ein ganz anderer Schnack.

00:31:57: Wir reden über ganz andere Dinge und die Sensibilität in der Wortwahl, die ist von entscheidender Bedeutung.

00:32:03: also ich mache das auch immer ganz gerne daran fest an das Wort Nazi.

00:32:08: Ich bin sozialisiert und habe gelernt bekommen dass dieses Wort ein unfassbar starkes Wort ist natürlich mit großer historischer Bedeitung.

00:32:17: das bedeutet für mich aber auch in der Sensibilität Auch zum Schutz der Demokratie dass ich dieses Wort mit sehr viel Bedacht und Demut begegne, und es dann auch nutze.

00:32:31: Und dieses inflationäre Gehabe, das geht ja mittlerweile... Das ist so erkrankt, dass einer der sagt, ich möchte gar kein E-Auto fahren sondern ich brauche hier nur den vor zwölfer Brenner Nazi.

00:32:41: So!

00:32:43: Dass das stumpft ab?

00:32:44: Das lässt sich das wichtige Wort und die Verantwortung da sowas nicht wiederkommt immer mehr verschwimmen.

00:32:52: Und so könnte man das, glaube ich, ewig so weiterspielen.

00:32:54: oder was an unseren Schulen los ist die absolute Verrungung an unseren Schulen, Lehrkräfte, die alleine gelassen werden und da kann man denke ich ganz viel machen.

00:33:03: deswegen ist das Worlding schon von entscheidender Bedeutung ja?

00:33:06: Da lege ich auch großen Wert drauf dass man da sauber isst.

00:33:08: gleichwohl in einer auf gehtsdebatte- und schnelllebigen Gesellschaft kann man auch mal ein Wort falsch benennen.

00:33:15: dann sollte man aber auch die Größe haben zu sagen wenn wir das Wand fehlen.

00:33:18: Wie erleben Sie denn die Stimmung bei Ihren Kolleginnen und Kollegen?

00:33:23: Also sie ist untereinander sehr gut, aber nach außen hin also das was im politischen Einfluss kommt an Herausforderungen schwierig.

00:33:34: Teilweise schon fast depressiv.

00:33:36: man kommt aus den Stiefeln nicht wieder raus, man ist immer wieder zentraler Punkt der Kritik Man ist immer wieder der Hau drauf, Schnabe.

00:33:42: Die Gewalteskalation steigt mehr und mehr.

00:33:44: alle fünf Minuten wird ein Polizeiband unter Opfer einer Straftat in Deutschland.

00:33:48: Das muss man sich mal auf die Zunge zergehen lassen.

00:33:52: Also nach außen also mit Blick auf Politik ist die Stimmung grottenschlecht das könnte ich schon so sagen.

00:33:58: aber wir sind diesen Zusammenhang auch eins wichtig weil es einfach zu weit dazu gehört Ich maße mir natürlich niemals an für die Polizei zu sprechen.

00:34:06: Es muss ja schon selber tun Und natürlich kann ich auch nicht für alle Kolleginnen und Kollegen sprechen.

00:34:10: Das wäre hochgradig unanständig, aber mit dem, mit denen ich in Kontakt stehe oder die sich bei mir melden – das sind schon eine ganze Menge – da kann man sagen, sie wünschen sich ein Land zurück und eine Politik zurück, die zu den Beamten steht, die schwarz-rott-gold-steht, die individueller Freiheit steht, so alles anders macht als die jetzige, zumindest im großen Teilen!

00:34:38: Sicherheitspolitisch, anders machen wir das als die jetzige.

00:34:41: Ja und wie wichtig ist es da auch die Polizei aus parteipolitischen Auseinandersetzungen herauszuhalten?

00:34:50: Oh!

00:34:50: Das ist eine spannende Frage.

00:34:52: ich glaube dass das schon immer so war doch immer so sein wird weil man muss ja eins um darf er eins nicht vergessen die Polizei Und das ist richtig so sie darf Gewalt anwenden.

00:35:04: Die Polizei greift in jeder polizeilichen Maßnahme im Grundrechte von Menschen ein.

00:35:10: Sie ist ein unfassbar wichtiges Organ, ein unfassebaresensibles Organ aber auch ein Organ was natürlich die Kalisitäkkräfte schnell nutzen können um es zu missbrauchen.

00:35:22: Ich mache aber gleich einen Vermerk, die Polizei lässt sich nicht missbrauchern.

00:35:25: da rede ich jetzt mal von der Polizei weil das ist absolute DNA sei es drum.

00:35:32: dass das politisch nicht wegzudenken ist.

00:35:34: Und ich glaube auch, dass das ein Stück weit in Ordnung ist wenn es Maß und Mitte nicht verliert.

00:35:41: So möchte man's vielleicht formulieren und deswegen sind wir als Polizeigewerkschaft ja auch total wichtig weil das ja unter anderem neben vielen anderen Dingen unser Job is dem Parlamentarier rhetorisch einen auf die Finger zu hauen wenn sie es mal wieder übertrieben haben und uns schützen vor die Kolleginnen und Kollegen zu stellen.

00:35:57: Aber ich denke, dass die Debatte um die Polizei in allen Facetten wie wir sie nun mal kennen.

00:36:03: In der parteipolitischen Landschaft einfach schon immer gegeben hat und es auch zukünftig sein wird das das weitergeführt wird.

00:36:11: Die Bundesregierung hatte die Grenzkontrollen zuletzt deutlich ausgeweitet.

00:36:15: Auch das Thema Migration prägt die politische Debatte wie kaum ein anderes.

00:36:20: aber lieber Manuel Ostermann wenn wir die Schlagzeilen einmal ausblenden was läuft denn aus ihrer Sicht bereits besser als noch vor wenigen Jahren?

00:36:28: und wo besteht weiterhin, naja sagen wir mal, ein dringender Handlungsbedarf.

00:36:33: Also was die richtige Entscheidung war, war die allumfassende Notifizierung der Bindgrenzen also die Grenzkontrollen wie wir sie kennen.

00:36:42: das war genau richtig.

00:36:44: Politik soll sich nur aus Polizeitaktik raushalten also klassisch Kräftemanagement.

00:36:52: Minister Dobrindt ist insofern überraschend, als dass er viele kleine Dinge anschiebt die gar nicht die staatsstrangende Wirkung hat oder die tolle Bilderprozene die aber für die Polizisten vor Ort umfassbar viel ausmachen.

00:37:02: Zum Beispiel Zuschüsse für Führerscheine und da gibt es einige Beispiele.

00:37:05: der macht schon wirklich einen guten Job.

00:37:09: Das muss man einfach so sagen.

00:37:12: Aber ansonsten fehlt das an allem Über Bürokratisierung bei der Beschaffung zu wenig Haushaltsmittel, zu wenig Personal.

00:37:22: Die Wegrationalisierung der Verwaltungstellen, Eingruppierungen im Tarifbereich die unglaublich... Katastrophal sind, Digitalisierungsoffensive die ausbleibt.

00:37:34: Daten-Transferleistungen die nicht vorhanden sind und ich kann wirklich ewig so weiter machen.

00:37:39: das ist jetzt nicht exkluziell auf die Bundespolizei das kann man Flächendecken nehmen.

00:37:42: Das heißt im Bundesländer und der Bund und irgendwie kommen wir nicht zusammen.

00:37:47: auf Arbeitsäbene klappt das wunderbar aber politisch nicht.

00:37:50: Deswegen kann ich das auch gar nicht an einzelnen Regierungen festmachen, dass wir ja schuflich sowas zu tun.

00:37:55: Aber die Politik hat es bis heute nicht verstanden, dass sie im Jahr zwanzig sechsundzeig viel Enger zusammenarbeiten müssen und dass wir die, die diesem Apparat arbeiten in den Organisationseinheiten noch anständig behandeln müssen – nicht nur rhetorisch sondern auch finanziell!

00:38:09: Und da rede ich zum Beispiel davon keine einzige Liegenschaft in der Bundespolizei würde laufen wenn es keine Tarifbeschäftigten gäbe, die sich darum kümmern.

00:38:18: Wenn die aber in N-Geldgruppen eingruppiert sind, wo sie Wohngeldbezuschussung beantragen können.

00:38:25: Dann finde ich das eine Bankrotterklärung für jede Behörde, dass Menschen dort so mies bezahlt werden und so kann ich das auch hier wieder ewig lange so weiterspielen.

00:38:35: klar als Polizeigewerkschafter Ich bin nie zufrieden dann hätte ich meinen Job verfehlt.

00:38:41: Aber um der Ernsthaftigkeit genau dieser Frage auch wirklich treu zu bleiben, muss man wirklich sagen.

00:38:48: Es gibt so unfassbar viele Defizite und am Ende muss einem auch eins klar sein wenn es dann irgendwann im Kampf um die klügsten Köpfe mit dem demografischen Wandel nicht mehr gelingt die jungen Menschen für die Polizei zu begeistern und wie sie dann dementsprechend ordentlich mehr bekommen Dann komme ich wieder zurück auf den Schutz eines zarten Flänzchen namens Demokratie Und die Polizei sind die dies beschützen.

00:39:13: Also am Ende ist eine offensive finanzielle, materielle und gesetzliche Vorgehensweise für die Sicherheitsbühne oder zum Wohle der Sicherheitsbehörden und deren Beschäftigten nichts anderes als Erschutz der Demokratie.

00:39:26: Und das ist jetzt kein Staatstragende Rhetorik sondern schlicht und ergreifend ganz nüchtern – das Ergebnis!

00:39:32: Aber wenn Sie mir das alles aufziehen?

00:39:34: Das ist ja eine riesige Palette an Maßnahmen, die in Ihren Augen notwendig wären um Sachen zu verbessern nachhaltig zu verbesseren.

00:39:41: Haben Sie denn das Gefühl, man hört Ihnen in

00:39:43: irgendeiner

00:39:43: Form zu?

00:39:44: Was muss denn noch passieren damit wir in Deutschland irgendwann mal begreifen dass Sicherheit eben auch etwas kostet und uns auch etwas wert sein muss.

00:39:52: Also ich werde total häufig gefragt warum hört man dir nicht zu?

00:39:55: oder hört man den nicht zu?

00:39:57: doch man hört mir zu immer mehr.

00:40:00: die könnte auch daran liegen dass man mich nicht mehr überhören kann oder nur schwer das weiß ich natürlich nicht.

00:40:06: aber Der politische Betrieb ist nun mal leider nicht so, dass der Innenminister morgens aufsteht und sagt so jetzt beschaffen wir hier vierhunderttausend Bodycams.

00:40:15: Sondern das sind ewig lange Prozesse.

00:40:17: und dann kommt es Finanzministerium unterschiedliche Abteilungen also diese Überbürokratisierung.

00:40:21: Es gibt einige politisch verantwortlich ich sage bewusst einige die würden sofort ganz viel verändern auch zum Positiven für die Sicherheitsbehörden.

00:40:30: aber ich sag mal der demokratische und Verwaltungs technische Prozess lässt es einfach nicht zu, das so zu tun oder so schnell zu tun.

00:40:39: Und ganz viel Schuld hat natürlich auch dieses Bürokraten-Monster namens Europäische Kommission mit irgendwelchen Ausschreibungsvoraussetzungen.

00:40:50: also es ist ja wir regulieren uns ja nun noch tot.

00:40:52: ich glaube dass ganz viele Verordnungen sich auch gegenseitig ausschließen und nur keine Sau mehr da durchblickt.

00:41:00: Wir sehen jetzt doch bei der Drohnabwärse sind ganz viele Punkte.

00:41:03: Also ich würde schon sagen, natürlich oder anders.

00:41:05: Wenn ich wirklich das Gefühl hätte und in der Überzeugung leben würden, dann würde man nicht mehr zuhören.

00:41:09: Das heißt also ich würde mich aufopfern für eine Sache die von vorne rein zum Scheitern verurteilt ist, dann würd' ich's auch nicht mehr tun denn dann kann ich mir ganz ganz ganz viele Nerven schenken.

00:41:19: aber den Tag wird kommen und dann wird sich immer was verändern.

00:41:23: daran glaube ich einfach und wir sind großer Teil davon und meine Aufgabe ist es jeden einzelnen Tag der Politik in zuarbeiten, in Fachvorträgen, in Stellungnahmen das bestmöglichste anzubieten aus unserer Perspektive.

00:41:39: Und natürlich und es gehört auch dazu die öffentliche Begleitung.

00:41:42: also ich sage mal der rhetorische Hammer, der gehört natürlich auch mit dazu denn wer glaubt dass man mit netten Schreiben und netten Bildern irgendwas verändert im parlamentarischen Verfahren?

00:41:54: Der Irrtgewaltig!

00:41:55: Dazu gehört das eine tun ohne das andere zu lassen.

00:41:59: Ich glaube, diese Zeiten sind auch vorbei und Menschenbegegnenden der Polizei ja mit sehr unterschiedlichen Erwartungen.

00:42:06: Die einen wünschen sich dann mehr Präsenz die anderen vielleicht auch mehr Zurückhaltung.

00:42:10: Kann Polizei denn Diese Erwartung oder kann die Polizei dieser Wartung überhaupt erfüllen?

00:42:17: Kann sie diesen gerecht werden?

00:42:20: Nein ich glaube nicht dass die Polizei allen individuellen Erwartungs gerecht wird.

00:42:26: Ich glaube auch niemals, dass die Polizei sich diesem Anspruch widmen sollte.

00:42:30: Ich finde aber völlig in Ordnung das die Menschen diesen Anspruch an die Polizei haben zeigt ist ja wie viel Vertrauen, Wertschätzung sie der Polizei entgegenbringen.

00:42:39: und ich krieg natürlich nicht nur Nachrichten vor Menschen die sagen ach was ist es nicht alles für eine tolle Polizei.

00:42:45: jetzt muss ich sagen es ist natürlich die absolute Mehrheit in der Bevölkerung was mich auch super freut.

00:42:49: ich kriege natürlich auch die anderen Stimmen So wie jetzt bei der Versammlungslage, ich weiß gar nicht wo es war im Plauen oder so.

00:42:56: Wo die Polizei da die Versammlungsteilnehmer eingekistelt hat weil sie da im Gleichklang getrommelt haben und selbig ist beim Pro-Palestiner-Versammlungslagen unterlassen.

00:43:05: das hat ganz viele polizeitaktische Elemente warum andersso macht oder manches durchgehen lässt wo sich der Otto Normalverbraucher von außen fragt warum tun Sie das gerade?

00:43:16: Die Polizei muss... sich auch nicht überall erklären.

00:43:20: oder anders gesagt die Polizei lebt in den gewissen Bilder zu projizieren, die sie aushalten muss.

00:43:25: Obwohl die Menschen dafür kein Verständnis haben weil es eine andere Sache dient.

00:43:29: und dieser Sache nennt sich Strafverfolgungsanspruch des Staates und Die Vermeidung am besten die Verhinderungen für Gefahren von unbeteiligten Dritten.

00:43:39: Und dann macht Polizei manchmal Dinge wo der Außenstehende sagt was machen die da?

00:43:43: jetzt sind die völlig bescheuert.

00:43:45: also insofern Glaube ich ist das richtig gut, wenn man Polizei kritisch begleitet.

00:43:52: Die meisten sind sehr wertschätzend aber eine kritische Begleitung muss ja auch nichts Negatives sein.

00:43:56: Ich formuliere es mal anders.

00:43:58: Ich sage das immer auch in meinem ganzen Freundes- und bekannten Arbeitskreis.

00:44:02: Wer mir mit einer sachorientierten Kritik entgegnet zeigt mir nichts anderes als den... für das einiges höchste Maß an Anerkennung und Wertschätzung, weil was bedeutet den sachorientierte Kritik?

00:44:15: Da hat sich einen Mensch die Mühe gemacht um seine wertvolle Zeit aufzuwenden um sich damit auseinanderzusetzen was du gesagt oder getan hast.

00:44:23: Um es dir dann wieder zu spiegeln, weil du ihm wichtig bist macht er das.

00:44:29: Und deswegen sage ich Kritik ist überhaupt nicht schlechtes und deswegen finde ich auch nicht eine sachorientiertekritik oder eine berechtigte Nachfrage an der Polizei als etwas Schlechtes sondern als etwas Gutes.

00:44:40: Das sehe ich auch so, wobei wir da wieder beim Thema und darüber sollten wir heute noch ganz kurz sprechen.

00:44:45: Soziale Medien sind denn... Da werden ja jeden Tag innerhalb von wenigen Sekunden Nachrichten, Fake News Gerüchte Vorverurteilungen auch geteilt verbreitet.

00:44:55: Welche Auswirkungen hat denn das Ganze konkret auf ihre Arbeit?

00:44:59: Ganz massiv!

00:45:02: Also das Ziel eines Polizeibammen sollte eigentlich bei Einsatzbefehl also man kriegt eine Meldung rein Schlägerei, Messerstecherei xy, dass man dort hinfährt und sich nur darauf fokussiert in dieses Auto zu steigen auszusteigen.

00:45:19: Den Straftatverdächtigen also den Störer festzunehmen um beteilete Dritte zu schützen und das unter dem höchsten Maß der Eigensicherung.

00:45:30: Das muss eigentlich aber mittlerweile stark mit ganz vielen Gedanken ein weil man weiß sofort, sobald man auf die Straße geht wird man gefilmt Dann kommen wieder nette Bildchen, dann kommen wieder irgendwelche Rhetoriken von Politikern die keine Ahnung haben vom Polizei.

00:45:44: Die dann irgendwie dummes Zeug wieder erzählen.

00:45:46: Da wird man wahrscheinlich sogar sozial geächtet weil man über Social Media identifiziert wurde wer man ist oder wo man wohnt und wie auch immer da sind sie ja mittlerweile auch ganz gut drin.

00:45:55: also in manchen Bereichen einfach ein echtes Güllefass so muss man es echt sagen aber ganz ekelhaft was da abgeht.

00:46:02: und gleichzeitig muss ich sagen ich nutze das Social Media selber ungenau darauf aufmerksam zu machen, um solche Leute zu demaskieren.

00:46:09: Ich hatte jetzt am Wochenende noch ein Landespolitiker von der SPD aus dem Saarland, der da irgendeine Medieninfo geschrieben hat mit einer Aneinanderreihung von beleglosen rhetorischen Flossgillen also ganz hemsärmlich geschrieben könnte und schon fast leidtun.

00:46:29: Natürlich habe ich Social Media dann genutzt, um dann hab' ich den mal die Welt erklärt und zwar mit zahlen Datenfakt.

00:46:35: Das heißt also man kann auch was Gutes daraus machen.

00:46:37: aber für den Alltag der Polizei ist Social Media zunehmend schwieriger geworden weil diese Bildchen immer aus dem Kontext gerissen werden und anders Auch da CSD nutze die Polizei natürlich auch Social Media um die Bevölkerung aufzuklären zu sensibilisieren Öffentlichkeitsverhandlungen zu installieren und so und das hat.

00:46:58: Deswegen sage ich immer, Social Media hat es Flug- und Segen zugleich.

00:47:02: Das kann man nicht nur verurteilen, man kann das aber auch nicht nur in den Himmel loben.

00:47:07: Ich glaube dass auch ganz viele Menschen das sehr verantwortungsvoll nutzen dieses Instruments Social Media.

00:47:12: Aber für radikale oder radikalisierte Kräfte ist Social Media natürlich ein Honig getauft, das ist völlig klar

00:47:18: Absolut.

00:47:19: Wir reden ja auch über diese ... wie heißt das?

00:47:22: Klarnamenspflicht, glaube ich, heißt es im Social Media Bereich, über die immer wieder diskutiert wird.

00:47:26: Anonymer lässt sich natürlich auch schöner schimpfen und über Menschen herziehen als wenn man irgendwie schneller Ding festgemacht werden könnte.

00:47:33: also wenn man auch wüsste... Diese Personen heisst auch Max Mustermann und gibt sich nicht nur so aus

00:47:41: Ja, stimmt.

00:47:42: Aber ich bin absoluter Feind von dieser Klarnamenpflicht sogar.

00:47:45: Also ich fühle so echt ein absoluter fein.

00:47:47: Doch feint ist ein starkes Wort.

00:47:49: aber doch für dich sagen... Weil ich glaube dass es ganz viele Menschen gibt die einfach nicht mit ihrem Klarnam auf Social Media unterwegs sein wollen.

00:47:55: Nicht weil sie andere Leute da durchbeleidigen wollen sondern weil sie sagen Ich bin in einer herausgehobenen Position oder ich bin leerer und ich will's einfach nicht, aber ich will gesellschaftliche Teilhabe haben Und ich möchte auch meine Meinung kommunizieren.

00:48:08: andersrum wird hier wieder einen Schuh raus.

00:48:10: Heutzutage kann man sich ja monetarisieren, das heißt also überall meldet man sich an und da muss man Bankverbindungen hinterlegen.

00:48:19: Sein Dokument eins kennen und hinterlegen so ich kann ja Social Media mit Fantasien am Nutzen.

00:48:26: von entscheidender Bedeutung ist doch nur dass wenn Straftaten passieren die Ermittlungsbehörden auf die Daten der Verifizierung zugreifen können Also Personalausweis, Bankdaten und sowas Und das machen sowieso heutzutage schon relativ viele.

00:48:40: Alle auf Social Media, den Sie mit diesem komischen blauen Haken sehen, egal auf welcher Plattform, die sind alle verifiziert – mit Ausweis-, Bankverbindungen und so weiter.

00:48:50: Ich hätte lieber, dass Max Mustermann weiter Max-Mustermann heißen darf, obwohl der Felix mit Vornamen heißt.

00:48:56: und wenn Max Mostermann sich daneben benimmt, dass sie Sicherheitsbehörden sich die Daten holen und wissen wer das ist.

00:49:01: Ich glaube, dass es viel Ziel führt als diese oberflächlichen Debatten genauso wie mit Verlauben, diese schwachsten Debatte mit Social Media nur ab sechzehn.

00:49:11: Das ist genauso wie Wodka darf man auch erst ab achtzehnt trinken.

00:49:15: und ich sage macht da kein geeignetes Brustchen habe ich mir fünfzehn auch getrunken.

00:49:19: Was wir heute, was wir auch wissen ist dass Manuel Ostermann auch Manuel Osterman heißt an der Stelle vielleicht kurz erwähnt.

00:49:25: Also das ist definitiv so.

00:49:29: und wenn wir uns in zwanzig Jahren noch einmal gegenüber sitzen lieber Manuel Ostermann, woran würden Sie denn?

00:49:33: oder ja wo?

00:49:34: dann würden sie erkennen, dass sich Deutschland in die richtige Richtung entwickelt

00:49:38: hat?

00:49:42: Wenn wir an den Sozialstaat rangehen an seiner Infrastruktur, wenn wir wieder geräumte also aufgeräumte Klassen haben, insofern aufgerräumt das nicht zu viele Schüler auf zu wenig Personal treffen.

00:49:54: Wenn wir Kindern wirklich die Möglichkeit geben sich individuell zu entfalten, wenn wir auf saubere Plätze einigermaßen sauberen Plätzen kommen und uns nicht mehr darüber unterhalten müssen, dass Feste nicht stattfinden oder nur erschwerlich wegen Sicherheitskonzepten... ...wenn wir es schaffen uns nicht auf Randdebatten einzulassen sondern um das Wesentliche zu konzentrieren Und wenn wir auch mal wieder zulassen, dass es ganz viele tolle Momente im Leben gibt und Deutschland eigentlich ein ganz fantastisches Land ist.

00:50:24: Und wenn es einen breiten gesellschaftlichen Konsens gibt das Schwarz-Rot-Gold etwas unbedingt erstrebenswertes ist was wir mit stolzem Außen präsentieren dürfen weil Schwarz Rot Gold ist unsere freiheitlich demokratische Grundordnung und damit das Fundament von Friedefreiheit und auch im besten Sinne der Vielfältigkeit.

00:50:40: Wenn wir nicht mehr so toxische Debatten führen und wenn wir verstehen dass wir in einem großen Land leben, das allerdings auf der Weltkarte ein ganz kleiner Teil ist wo es ganz viele globale komplexe Problemfelder gibt immer gab und auch zukünftige möglicherweise vermehrt gibt.

00:50:59: Aber wir trotzdem so eine kleine Romantik haben von einer Zukunftsversion im besten Sinne also stolz sind weitermachen innovativ sind.

00:51:12: Ich glaube, dass so in den Überbegriffen... Da kann man ganz viel reininterpretieren.

00:51:17: Zumindest tue ich das so meiner... Ich guck gerade auf die Tapete bei mir zu Hause und denke darüber nach.

00:51:25: Ich glaub einfach dieses Land ist ganz fantastisch und wir haben so tolle Menschen in diesem Land Und Das wird auch was werden!

00:51:33: Wir sind grade in einem Allzeit-Tief In einer richtigen Depression.

00:51:37: Irgendwann kommen wieder politisch Verantwortliche richtig gut sind.

00:51:41: Deutschland ist ein starkes Land.

00:51:43: Wie gesagt, wir haben tolle Menschen und da kommen wir wieder

00:51:45: raus.".

00:51:46: Also dann nehmen wir doch aus dieser Folge mit dass Sicherheit nicht erst dort beginnt wo Gesetze durchgesetzt werden sondern dort wo Menschen Verantwortung übernehmen und auch Respekt zeigen und einander zuhören.

00:51:57: das was vielleicht etwas vergessen wurde in den vergangenen Jahren.

00:52:01: Lieber Manuel Ostermann, ich darf mich bei Ihnen dann danken zu später Stunde heute, dass Sie sich die Zeit genommen haben für unser Gespräch und ich wünsche Ihnen viel Energie, viel Kraft und von Herzen alles erdenklich gute weiterhin!

00:52:13: Vielen lieben Dank.

00:52:14: es war mir eine ganz große Freude und jederzeit gerne wieder.

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