Biggi Lechtermann | „1, 2 oder 3“-Kultmoderatorin - Wie stehst du zu Aliens im Straßenverkehr?

Shownotes

Biggi Lechtermann prägte das deutsche Fernsehen über viele Jahre. Millionen Kinder kennen sie als Moderatorin der ZDF-Kultsendung ‚1, 2 oder 3‘, die sie als Nachfolgerin von Michael Schanze moderierte. Später moderierte sie zahlreiche Gala- und Live-Veranstaltungen im In- und Ausland. Mit André Puchta spricht Biggi Lechtermann über ihren Weg vom Radio ins Fernsehen, den Boom des Privatfernsehens in den 1980er-Jahren, ihre Zeit bei RTL plus, das Comeback des Kult-Hörspiels ‚F.R.E.D.I. Flizzer‘ und darüber, wie sich die Medienwelt in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.

Im Podcast „Schüchtern bis nüchtern“ begrüßt André Puchta spannende Charaktere mit außergewöhnlichen Berufen, Lebensentwürfen oder Leidenschaften. Eine Bühne für Biografien, die man nicht erfinden könnte. Hier trifft Kuhfriseur auf Detektiv, Domina auf Pfarrerin, Dildo-Designerin auf Tatortreinigerin, Human Puppy auf Ordensfrau und Hebamme auf Tantra-Trainer. Ein Podcast über das Ungewöhnliche – und das, was uns verbindet.

Transkript anzeigen

00:00:01: Wer in den Achtziger und Neunziger Jahren aufgewachsen ist, dürfte ihre Stimme und ihr Lächeln sofort wieder erkennen.

00:00:30: Biggie Lechtermann gehörte zu den Moderatorinnen, die man nicht nur am Fernsehen gesehen hat.

00:00:35: Sie waren einfach da!

00:00:37: Ob bei eins zwei oder drei im Radio oder in den Anfängen des Privatfernsehens – sie hat Generationen begleitet und es sich jemals in den Vordergrund zudrängen.

00:00:49: Dabei begann ihre Karriere lange bevor Selfies Streaming uns Social Media den Medienalltag bestimmten.

00:00:56: Sie war dabei, als Fernsehen noch echtes Abenteuer war.

00:00:59: Als vieles spontan entstand und niemand wusste welche Formate einmal Fernsehgeschichte schreiben würden.

00:01:06: Heute blickt Biggie Lechtermann auf eine beeindruckende Karriere zurück – und gleichzeitig nach vorne!

00:01:12: Sie moderiert, sie schreibt, sie coacht Menschen und sie beschäftigt sich intensiv mit Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung und der Frage wie wir miteinander umgehen.

00:01:23: Ich möchte heute nicht nur über das Fernsehen sprechen, mich interessiert der Mensch hinter der Moderatorin.

00:01:29: Was treibt sie an?

00:01:30: Was hat sie geprägt?

00:01:31: Welche Begegnungen haben ihr Leben verändert?

00:01:34: und warum ist Neugier vielleicht das größte Geschenk dass man sich selbst machen kann?

00:01:39: Herzlich willkommen bei Schüchtern bis Nüchdern!

00:01:41: Bicci Lächtermann.

00:01:43: Das war aber eine schöne Anmoderation.

00:01:45: André ganz herzlichen Dank für die Einladung.

00:01:47: ja und ich bin neugierig auf unser Gespräch.

00:01:50: Ja, das bin ich auch liebe Biggie und ich freue mich wirklich sehr dass du bei mir bist.

00:01:54: Wir beide sind ja alt genug das darf man sagen um zu wissen früher war nicht alles besser aber die Frisuren waren definitiv mutiger.

00:02:03: gibt es denn ein Foto aus deiner Fernsehzeit bei dem Du heute nur noch den Kopf schüttelst?

00:02:09: Ich schückel deshalb den Kopf weil ich sehe... Tonnen von Haarspray verarbeitet wurden, damit die Haare hoch standen.

00:02:18: Und ich hatte ja immer so eine Frisur wie dieser Sänger Limaal.

00:02:22: Ich weiß jetzt nicht ob er bei mir abgeguckt hat oder ich bei ihm.

00:02:24: auf jeden Fall stand meine Haare immer ganz schön ab und ich habe kurze Haare dann im Fernsehen.

00:02:30: aber um das ganze wirklich zu einem Sechzig Minuten TV-Halt zu bringen dauerte das immer ganz schon lange.

00:02:42: Ja, das hat sich dann ein bisschen verändert.

00:02:44: Wie oft wirst du heute noch auf der Straße erkannt?

00:02:46: Und sagen die Menschen dann zuerst deinen Namen oder einfach nur sie kenne ich doch aus dem Fernsehen?

00:02:52: Nee, die sagen was anderes.

00:02:53: wenn ich zum Beispiel im Supermarkt stehe Dann gucken wir mich an lächeln Was ich sowieso schon mal schön finde und sagen mit ihnen oder mit dir bin Ich groß geworden?

00:03:05: ja dass das hört man oft.

00:03:07: Ich persönlich jetzt nicht, aber meine Gäste mit denen ich mich austausche.

00:03:10: Ich hatte vor einigen Tagen den wunderbaren Harry Weinford bei mir zu Gast.

00:03:15: Ja wer kennt ihr nicht?

00:03:17: Der Preis ist heiß Das kann ich mir gut vorstellen.

00:03:22: und auch Frederick Meisner war vor wenigen Tagen Bei mir.

00:03:25: Glücksrat Legende Und da gibt es noch viele mehr die liebe Ola Kockham bringen Die eine hunderttausend Markshow.

00:03:31: Ich will damit sagen Es gibt so das eine oder andere Fernsehgesicht dass man von früher kennt auch in einem Supermarkt sofort erkennen würde.

00:03:39: Aber ich freue mich drüber und finde es nett wenn die Leute sagen, oh nein wie schön!

00:03:43: Mit dir mit ihnen bin ich groß geworden, freu' ich mich.

00:03:47: Wenn wir eine Zeitmaschine hätten und die Biggie von nineteenhundert fünfundneunzig heute hier zur Tür reinkommen, worüber würdest sie sich denn am meisten wundern?

00:03:56: Wundern?!

00:03:58: Über die Tatsache, dass ich gar keine Menschen mehr sehe.

00:04:02: Sondern das ich nur noch viereckige Geräte in ihren Händen sehe.

00:04:07: Sie alle mir entgegen kämen tief gebeugt über ein Mobiltelefon und kaum mehr guten Tag sagen sondern mich fast umlaufen und dann sagen oh Entschuldigung habe ich gar nicht gesehen.

00:04:19: Ja.

00:04:20: Also bevor wir später noch über Social Media und all das, was sich ein bisschen geändert hat in den vergangenen Jahren sprechen werden interessiert mich vor allem eine Sache.

00:04:28: Wie stehst du denn zu Aliens im Straßenverkehr?

00:04:35: Ich stand sehr gut mit ihnen!

00:04:39: Ich habe mal einen persönlich kennengelernt und der verfolgt mich jetzt.

00:04:43: Also es war ja so, dass ich vor genau dreißig Jahren

00:04:48: kam

00:04:49: die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen auf mich zu und hat gesagt Mensch liebe Frau Lächtermann sie arbeiten so viel mit Kindern Sie haben soviel mit Kindern zu tun.

00:04:56: Es gibt da allerdings eine Seite und da brauchen wir Ihre Hilfe Es gibt so viele Kinder die einen Unfall im Straßenverkehr haben.

00:05:03: Haben Sie eine Idee?

00:05:04: Können sie dabei helfen, dass wir das irgendwie ein wenig reduzieren?

00:05:08: und ich habe gesagt jedes Kind ist zu viel.

00:05:10: Ich denke nach!

00:05:11: Und dann fiel mir ein Musical zu schreiben.

00:05:14: Freddy Flitzer zur Schule aber sicher – und das ist ein kleiner Außerirdischer der fällt auf eine Verkehrsinsel aus Versehen mit seinem kleinen Raumschiff sieht die ganzen Straßenverkehr und jammert weil er gar nicht weiß was da losgeht und sagt nur Obgott.

00:05:29: Und dann komme ich und sage, wer bist denn du?

00:05:32: Und daraus ergibt sich eine ganz tolle Geschichte.

00:05:36: Und die Idee zum Hörspiel, die entstand Mitte der Neunzigerjahre im Rahmen einer bundesweiten Verkehrssicherheitskampagne.

00:05:42: Es sind drei Generationen damit aufgewachsen mit Friedi Flitzer.

00:05:48: Es ist unglaublich, dass sagen auch heute noch viele.

00:05:52: Und wir haben tatsächlich mit dieser CD die drei Generationen bekommen haben, haben wir tatsächlich die Unfallrate im Straßenverkehr senken können was einfach toll ist aber was irre ist nach dreißig Jahren hält jetzt eine junge Dame auf TikTok diese cd hoch.

00:06:08: ja singt mein rap ich kann ja gar nicht singe.

00:06:11: das war glaube ich auch der Erfolg warum die Kinder so gelacht haben und sagt Boah könnt ihr euch noch an diesen Song erinnern, mit Bigilächter Mann.

00:06:19: Und ich saß im Kindersitz und habe da das immer mitgesungen und den Straßenverkehr gelernt.

00:06:25: Meine Kinder heute haben nur einen Tag in der Kita oder beziehungsweise erstes Grundschuljahr, haben die noch einen Tag lernen, die das... Schade dass es das nicht mehr gibt!

00:06:36: Jetzt kommt das Verrückte!

00:06:38: Daraufhin hat die Plattenfirma Universal gesagt Das stimmt eigentlich.

00:06:43: Wir machen noch mal eine Retroversion und die Single-Auskopplung mit diesem Rap erscheint in den nächsten Tagen, dann wenn ganz Deutschland wieder zur Schule geht gibt es auch die Original-Retroversion überall da wo es sozusagen Streaming und Downloads usw.

00:07:00: Also das ist eine der schönsten Nachrichten der vergangenen Wochen.

00:07:02: Das muss ich dir mal sagen, denn wir sind ja umgeben von Bad News und schicksalhaften Ereignissen.

00:07:09: aber wenn man bedenkt dass sich der Tonträger damals innerhalb von vier Jahren über zwei Millionen Mal verkauft hat... Ist das schon sehr beeindruckend?

00:07:17: Ich weiß jetzt nicht ob das an meinem gruseligen Rap lag!

00:07:20: nicht kann, das konnte ich noch nie.

00:07:25: Das zeigt auch eine Note singen.

00:07:29: Ganz schlecht!

00:07:30: Ich konnte nie singen und wahrscheinlich dieser Rap wird ja jetzt auch nochmal veröffentlicht.

00:07:39: Der war einfach unfassbar und genau den gibt es jetzt auf wieder.

00:07:44: Das haben die damals bei Radio Luxemburg schamlos ausgenutzt dass ich nicht singen konnte.

00:07:48: Damals Dr.

00:07:50: Thomas, der dann das Fernsehen als erster Programmchef RTL Plus mitgegründet hat und so weiter... Der ließ mich damals beim Radio zu sich kommen und sagte dann in seiner österreichischen Art, ja Songs machen Songs!

00:08:04: Was können sie eigentlich nett?

00:08:05: Ich sag immer nett, ich bin immer nett!

00:08:07: Nein!

00:08:08: Er wollte natürlich sagen was können Sie

00:08:10: nicht?!

00:08:10: Und da hab' ich gesagt Also was ich nicht kann singen.

00:08:15: Ja, da machen wir uns eine Sendung der Sings!

00:08:18: Ich sag das ist ja jetzt ein ganz schlechter Scherz, ich mach doch keine Sendung.

00:08:21: Doch, sagt er, uns fällt da etwas ein und dann haben die eine Sendungen konzipiert und da musste ich aktuelle Hits an singen.

00:08:31: Zu gewinnen gab es jede Woche ein Auto, bitte das musst du man sich vorstellen.

00:08:35: Weil die natürlich drauf gesetzt hatten, boah die singt so schlecht ja das erkennt ja nie einer.

00:08:40: und Es gingen aber jede Menge Autos weg.

00:08:43: nur ich glaube ganz viele Hörer und Hörerin haben sich damals einfach nur flachgelegt verlachen.

00:08:49: Darum gab's so'n Ratespiel.

00:08:51: dann durften sie mich auch Sachen fragen Ja was gab's denn da noch?

00:08:53: wie geht der Titel weiter?

00:08:54: Und auf jeden Fall war das lustig und so.

00:08:57: mit dem Singen habe ichs also nicht so.

00:08:58: Aber daraus wurde eine

00:09:02: Und es gab ganz, ganz großartige Songs wie der Zebra Streifensong oder Rot und Grün.

00:09:07: Die haben sich dann auch über Jahrzehnte zu festen.

00:09:09: Klassiker in der Kindermusik entwickelt!

00:09:11: Absolut.

00:09:12: Es gibt eine tolle Band, mit der ich zusammengearbeitet habe Kiddies Cornerband und wie gesagt diese Titel konnte jeder singen.

00:09:19: und diesen Rap ja warum?

00:09:21: Ja warum?

00:09:22: Warum denn nur?

00:09:23: du kommst doch auf deinen Planeten von Naturhaunuspur.

00:09:26: Und dann hat jemand nur gesagt das war auch Wie war noch dein Name den sich keiner merken kann?

00:09:32: futuristisch rasend grüner.

00:09:33: äh Du musst mir helfen.

00:09:34: man Eine ganz drei Generation Kinder haben gesagt, futuristisch.

00:09:40: Rasengrüner extra extraterrestrischer der intelligenten Art.

00:09:44: So und ich glaube das war das Geheimnis.

00:09:47: Meine Güte!

00:09:50: Wir wollen damit tatsächlich auch nochmal ein Kindermusikel machen und vielleicht, auch damit wenn das geht an Kindergärten gehen usw.

00:09:59: oder an Schulen vor allen Dingen.

00:10:01: Ich möchte damit kein Geld verdienen sondern ganz ehrlich ich möchte einfach noch mal was weitergeben.

00:10:07: also falls sich da irgendwelche Sponsoren auftun wir packen das in eine Stiftung und wollen dafür sorgen weil es sind tatsächlich wieder die Unfallraten hochgegangen.

00:10:15: Ja, das ist richtig.

00:10:17: Denn es gibt bundesweit jährlich rund siebenundzwanzigtausend fünfhundert verunglückten der Kinder im Straßenverkehr und ich glaube da wird heute Neuauflage einen sehr großen Beitrag dazu leisten dass eben auch die Sicherheit auf dem Schulweg verbessert wird.

00:10:31: ja und Ich glaube das ist ganz wichtig!

00:10:33: Ich habe hier eine Grundschule in meiner Nähe dort wo ich wohne und ich sehe jeden Tag was da los ist.

00:10:41: Ich glaube, das ist ganz schön was die Frau auf TikTok gesagt hat.

00:10:45: Damit habe ich wirklich gelernt bei Rot darfst du gehen, bei Rot musst du stehen und bei Grün darfst zu gehen usw.

00:10:53: Und jetzt heberer Streifen ist für dich da und so weiter.

00:10:56: Ich glaube dass das ein ganz wichtig war.

00:11:00: Wie oft steht es?

00:11:01: Ja bitte!

00:11:01: Vielleicht

00:11:02: zeigt das jetzt noch mal dazu bei, dass wir da nochmal einen wichtigen Beitrag leisten.

00:11:08: Was ich dich fragen wollte, wie oft stehst du denn an Fußgänger überwegen und denkst dir bei rot mein Gott dann wird es jetzt endlich mal grün und zieht mich eigentlich jemand oder sollte ich jetzt vielleicht noch warten?

00:11:17: Oder war das nie irgendwie ein Thema.

00:11:20: Also ich persönlich muss wirklich sagen, weil bei mir hier sehr viele Schulkinder sind und ich denke immer so ein bisschen Vorbildcharakter.

00:11:28: Muss man schon haben.

00:11:29: Ja.

00:11:29: Ich gehe tatsächlich nur wenn es grün ist.

00:11:31: das hört sich jetzt echt mal irgendwie wahh sie wieder als Vorbild aber da das isst du!

00:11:36: Ich denke immer ne die sehen einmal an Erwachsener macht das und machen's danach und ich möchte es nicht gewesen sein.

00:11:42: Das ist ja gut dass Du das sagst.

00:11:44: also Vorbildcharakter, den sollte man immer leben.

00:11:47: Wir sind ja so ein bisschen bei den Aliens im Straßenverkehr hängen geblieben.

00:11:50: und glaubst du denn das man mit einem Alien heute besser diskutieren und sprechen könnte als mit einem durchschnittlichen Deutschen?

00:12:02: Das ist eine gute Frage.

00:12:03: also reißt einen jetzt gerade rein diese Frage.

00:12:08: Sag mal so es könnte interessant werden sagen wir's mal so

00:12:12: Da

00:12:12: kann ich nicht sagen, war richtig cool.

00:12:16: Also die hat sich jetzt gerade angeboten und ich stelle die natürlich auch gerne mal in Wechseln Konstellationen meinen Gästen da ich schon das Gefühl habe dass wir auch so ein bisschen verlernt haben noch miteinander zu diskutieren andere Meinungen zuzulassen aber vor allem auch dass der Humor so ein bißchen flöten gegangen ist in Deutschland.

00:12:36: Das ist leider so sogar ein ganz richtiger Punkt und wir haben, und wichtiger Punkt.

00:12:43: Und wir haben ganz vieles verlernt zum Beispiel Spaß zu haben, Freude zu haben miteinander zu kommunizieren nicht über WhatsApp und nicht über eine Mail sondern wirklich miteinander zu sprechen.

00:12:55: ich sage ganz oft meinen jungen Kollegen zum Beispiel und Kollegin Anne bitte jetzt sich die zwanzigste WhatsApp lass uns einmal kurz telefonieren und dann haben wir das gleich.

00:13:06: Das ist wirklich ein Fakt und da müssen wir auch wieder hinkommen, vielmehr miteinander zu sprechen.

00:13:11: Und das ist auch ein Fakten.

00:13:12: ich jetzt gerade... Ja!

00:13:15: Wir sprechen ja nachher noch über das Doku-Thema den die da auch sehr groß beleuchtet haben.

00:13:21: Es ist fürchterlich kompliziert geworden gefühlt alles im Alltag.

00:13:26: Wir machen es kompliziert.

00:13:28: natürlich werden wir täglich beballert von Emails, von WhatsApp und dadurch zu finden durch diesen Dschungel das ist nicht einfach.

00:13:36: Sag mal, das Thema Einsamkeit ist auch ein ganz großes geworden.

00:13:40: Nicht nur bei älteren Menschen sondern auch bei jungen Menschen weil die sich nur noch mit den sozialen Medien, ich weiß nicht irgendwelchen Gaming-Sachen beschäftigen.

00:13:51: und da finde ich weg das Handy miteinander sprechen keine WhatsApp es lenkt nur ab Sprechen, sprechen, sprechen.

00:13:59: Ja, du bist in Gütersloh geboren, liebe Biggie.

00:14:02: Und deine Kindheit hast du ja so ein bisschen verbracht auch ohne Internet?

00:14:05: Das darf man erzählen!

00:14:06: Du wirkst zwei wie neun zwanzig aber bist du nicht mehr ganz?

00:14:09: Bist du nicht noch

00:14:10: ganz?!

00:14:10: Aber Smartphones und Social Media gab sie eben damals noch nicht... ...und die Kommunikation fand ich sag mal unmittelbar statt auf der Straße oder in der Schule oder innerhalb der Familie.

00:14:20: Das erklärt wahrscheinlich auch so'n bisschen deine spätere Leidenschaft für echte Begegnungen, oder?

00:14:26: Ja, echte begegnung waren schon immer eine Leidenschaft Zuhören, aber auch sprechen.

00:14:31: Zuhörern ist ja auch wichtig.

00:14:33: Aber ich bin ja dann ... Nee!

00:14:36: Kennst du noch?

00:14:36: Nein.

00:14:37: Da gab es ja diese riesigen Computer die dann irgendwie und dann hat ja dann Apple diese kleineren Computer und diese ganze Spielkonsolen.

00:14:45: und dann habe ich als erste Frau im deutschen Fernsehen eine Technik-Sendung moderiert.

00:14:48: Computer Corner Und davon gab's ganz viele und da musste ich mich mit diesem Thema Technik auseinandersetzen.

00:14:56: Das war So irre, das war einfach toll und darum bin ich aber heute immer noch sehr technikaffin.

00:15:04: Also ich rede zwar über Kommunikation und sprechen ... Aber ich bin tatsächlich technikafin weil das damals so viel Spaß gemacht hat also viele... Das ist ja sagen wir mal auf YouTube und so sind Ausschnitte wie wir da Pac-Man gespielt haben oder sowas absolut cool inzwischen.

00:15:20: Ich musste gerade an einen Podcast-Gast von mir denken, den du wahrscheinlich auch kennst.

00:15:24: Vielleicht seid ihr euch schon persönlich begegnet, nämlich die wunderbare Ramona Lais?

00:15:28: Ja natürlich!

00:15:29: Ja und Ramona war auch schon bei mir... Wir haben

00:15:32: uns zusammen gesungen und vielleicht dann sagen wir... Ach

00:15:33: wirklich?!

00:15:33: Dann sagen sie ja wieder singen, da sind wir wieder das was ich nicht kann.

00:15:37: Das muss sich dann immer machen Und

00:15:39: mit

00:15:39: Ramona tatsächlich im blauen Bock.

00:15:42: Die Sendung gab es hier mal Mit Reinschenk.

00:15:45: Ich habe Wochen lang geübt und habe Ramona bewundert, die natürlich eins a singen konnte.

00:15:52: Das glaube ich ja jetzt nicht!

00:15:53: Also die Welt ist ja wirklich klein, es ist ein Dorf... ...und warum komme ich auf Ramona Leis?

00:15:57: Da sie ja die Knopfhoffs-Show moderierte... Genau, genau.

00:16:00: Und auch schon sehr, sehr früh mit Technik in Berührung kam und das hat mir auch Ulrike von der Gröben bestätigt oder auch Ula Kokkan bringt.

00:16:06: Die hatten ja die gleichen Probleme dass man als Frau im deutschen Fernsehen sich immer noch etwas mehr beweisen musste weil das hat denn eine Frau mit Techniken zu tun?

00:16:14: bitte

00:16:15: Das ist genau so.

00:16:17: Das war auch so und auf der anderen Seite haben wir das so spielerisch gemacht, ich habe im S-Computer Corner und dann Technik zweitausend moderiert.

00:16:27: und da gibt es auch ein einschneidendes Erlebnis.

00:16:29: bei uns gibt's doch immer diese große Computermesse hier in Köln.

00:16:33: Und da hatte jemand gesagt, komm noch mal vorbei.

00:16:36: Auf einmal schreien irgendwelche Leute hinter mir.

00:16:38: Biggi guck mal, da ist Biggie und hab mich gesagt.

00:16:41: Meine Sendungen sind so lange her ... Jungs waren vielleicht vierzehn, fünfzehnt, ne?

00:16:47: Ich sagte mehr.

00:16:48: wieso kennen die mich!

00:16:49: Dann wurde mir klar warum.

00:16:50: Weil meine Technik-Sendung tatsächlich auf YouTube zu coolen sind.

00:16:55: Deshalb sage ich das war damals so spielerisch.

00:16:58: Und Technik hat mich dann begleitet.

00:17:00: Da darf man gar nicht sagen.

00:17:02: Bin ja Autorennen gefahren, das ist heute auch so ein heikles Thema aber ich bin leidenschaftlich gerne Autorenne gefahren und hatte auch die entsprechende Lizenz und sowas alles.

00:17:12: Das hat mir echt Spaß gemacht!

00:17:14: Ja?

00:17:15: Und bevor du dann Moderatorin wurdest später hast du beim Radio gearbeitet?

00:17:19: Bei Radio Luxemburg ganz genau.

00:17:22: Und ähm ... ja?

00:17:23: Du darfst fragen... Bitte

00:17:24: ne, nee, ich möchte dich nicht unterbrechen erzähle gerne.

00:17:28: Da habe ich auch lange Zeit moderiert, eben diese Sendung Lotto morgens um elf wo ich so schräg singen musste und das ist heute kult.

00:17:38: Ich hab letztens im Netz eine Aufnahme gehört.

00:17:41: da habe ich tatsächlich gesungen und nur gedacht oh Gott dass Leute gehört haben und dann mit einer Begeisterung.

00:17:48: aber so war das.

00:17:51: Das war ne ganz tolle Zeit.

00:17:53: wie soll ich sagen wir waren ja wirklich Pioniere damals, Radio-Pioniere.

00:17:59: Radio Luxemburg wurde überall gehört in ganz Deutschland und unsere Stimmen kannte irgendwie auch jeder.

00:18:05: Ich war allerdings immer das Küken mit die Serinosbusch und mit Anke Engelke.

00:18:09: Wir drei waren so die Jüngeren, die dann noch dazu kamen und Victor Worms.

00:18:13: Und äh ... Das war eine ganz... Also es war eine der spannendsten Zeiten, die ich glaube ich mitgemacht habe.

00:18:21: Da schließt sich schon wieder der Kreis, denn Viktor, warum ist es auch demnächst bei mir zu Gast?

00:18:24: Ja

00:18:24: und ich konnte... also wir mögen uns alle sehr.

00:18:28: Wir sind ja alle Freunde geworden!

00:18:29: Also ich habe jetzt gerade letztens, weil ich gedreht habe, sehr viel in Amerika.

00:18:34: Peter Trunk war damals unser Rockpapst.

00:18:36: Der wohnt inzwischen auf Maui Neben Clint Eastwood hätte ich fast gesagt, neben der Villa von Clint Easthood.

00:18:42: Den hab' ich auf Mauie besucht Und wir sind wirklich alle wie eine Familie und das sind wir immer noch

00:18:48: Schön.

00:18:48: Ja und gerade beim Radio entscheidet ihr auch nicht das aussehen, sondern alleine die Fähigkeit Menschen über Sprache zu erreichen.

00:18:54: Damit möchte ich jetzt nicht gegen deine Aussehen wettern um Gottes Willen!

00:18:57: Ich weiß schon stehen liebe Biggie aber viele sagen ja dass Radio das ehrlichste Medium überhaupt ist.

00:19:03: würdest du das denn unterschreiben?

00:19:06: Ja weil tatsächlich Sprache aus.

00:19:09: also früher heute auch nicht mehr.

00:19:11: Früher war es so, Sprache ist ausschlaggebend und etwas auf den Punkt zu bringen.

00:19:15: Etwas toll zu beschreiben, Menschen neugierig zu machen, Lust zu machen zuzuhören – das muss man können und lernen!

00:19:25: Das ist nicht unbedingt der schwierigste Medium.

00:19:29: Schwierig sind ja heute Podcasts genauso.

00:19:33: Also wenn man das damit vergleicht, ist Podcast gleichzusetzen mit Radio?

00:19:40: Ja, das stimmt.

00:19:40: Vielleicht etwas vielfältiger noch unterwegs was die Ausrichtung der Podcasts angeht aber beim Radio ist es ja so dass man eine Stimmung transportiert und natürlich seine Persönlichkeit im besten Falle und eine Glaubwürdigkeit auch, ja?

00:19:54: Und da war gerade RTL Luxemburg in den siebziger-und achtziger-frühnachziger Jahren auch ne Talentschmiede für viele Fernsehmoderatorinnen also einige schon genannt.

00:20:04: hat hier radio vielleicht auch mehr Spaß gemacht damals als das spätere Fernsehen?

00:20:09: Nein, das kann ich nicht sagen.

00:20:10: Es fand es beides aufregend und spannend Und Beides hat Spaß gemacht.

00:20:15: und dass mit dem Aussehen ist so eine Sache.

00:20:19: Wir hatten ja zum Teil also es waren immer... Man sieht uns nicht Aber wirklich, es gab eine Sendung da bin ich froh, dass es Radio war.

00:20:27: Darf ich die vielleicht mal kurz erzählen?

00:20:28: Das hatte man selbstverständlich

00:20:30: sehr gerne.

00:20:31: Es war einfach so, dass ich habe ja zeitweise auch in Vertretung mal die Morningshow.

00:20:37: Die haben sechs Uhr anfing moderiert.

00:20:38: das heißt man muss um vier Uhr zur Vorbereitung im Studio sein mit der Redaktion sprechen tagesaktuell was gibt's denn da?

00:20:45: und so weiter.

00:20:46: welches Sketch habt ihr vorbereitet?

00:20:48: Und da war es immer so dass um vier uhr Ich musste mich um halb vier die Kollegen anriefen.

00:20:53: bist du wach?

00:20:53: bist du unterwegs?

00:20:54: Ja bin nicht okay.

00:20:58: An dem Tag, ich wohnte in der vierten oder fünften Etage.

00:21:01: In einem Haus in Luxemburg bin ich morgens ... hab ich noch gesagt, ja, ich bin unterwegs.

00:21:06: Ich bin schon da!

00:21:08: Bin ich in den Aufzug gestiegen und wollte unten im Schlafanzug schnell die Zeitung holen.

00:21:17: Die kam morgens ganz früh in Luxemburg?

00:21:19: Und ich dachte, ich guck mal eben rein um auch so Tagesaktuell.

00:21:23: Die wollte ich mit ins Studio nehmen, hätte mich dann angezogen.

00:21:27: Dann tat's einen Schlag und ich bin im Schlafanzug, im Aufzug stecken geblieben.

00:21:31: Und es war ja so früh morgens, dass keiner kam... Ich hab ja fünfzigmal den Notruf begriffen, kein Geile haben!

00:21:37: Es war dann inzwischen schon irgendwie halb sechs Jahr bis dann irgendeiner vom Notrufe sagte Mojen wir sind auf Luxemburgisch und er ist gar nicht gut, ich muss hier raus, ich habe Sendung.

00:21:48: So, dann wurde ich da raus gelassen und ich war wirklich kurz vor Sendungsbeginn im Studio.

00:21:54: und was hatte ich an?

00:21:56: Lass mich mal raten, den Schlafanzug.

00:21:58: Ich kam mit trubbeligen Haaren und dem Schlafanzug an.

00:22:01: alle schreien nur wir sind wahnsinnig geworden.

00:22:04: was war denn da?

00:22:05: ich sage ich möchte nicht sprechen ich möchte jetzt einfach nur noch in dieses Mikrofon.

00:22:11: Also ich glaube diese Bilder hätten wir alle gerne gesehen.

00:22:14: aber jetzt stell dir mal vor das würde ja heute passieren und du hättest Empfang im Fahrstuhl.

00:22:18: dann würdest wahrscheinlich eine live Sendung im Schlafantzug aus dem Fahrstuel geben.

00:22:22: Wäre nicht schlecht so auf YouTube oder auf irgendwas.

00:22:25: Ja, aber ich muss sagen mit den Sturbeligen Haaren das wäre schon wüst geworden!

00:22:32: Also du warst ja dabei als dass Privatfernsehen in Deutschland praktisch das Laufen lernte.

00:22:37: wie Aufregen war denn diese Zeit für dich damals?

00:22:41: Also ich hatte vorher ja sozusagen bevor RTL Plus an den Start ging habe ich ja schon das Ferienprogramm moderiert beim ZDF.

00:22:50: Und dann hatten allerdings auch Dr.

00:22:53: Thoma, der damals zuständig war gesagt hey sie sie hoffen uns jetzt bei unser Bau.

00:22:58: und dann habe ich dort moderiert.

00:23:00: und als wir das aus der Taufe gehoben haben an dem Tag und zwar der erste Tag des Fernsehens war dieses Studio was ursprünglich sage ich mal Die hintere Kammer eines, das war ja kein richtiges Studio.

00:23:15: Das war eigentlich vor eine Kneipe und hinten war noch irgendwas dran.

00:23:23: Und hinten dran hatten sie so ein OP-Saal so dürftig aufgestellt und da lag jemand und hopp!

00:23:28: Wir standen alle wichtig drum rum in grünen Kitteln...

00:23:31: Das hört sich ein bisschen nach Porno an ehrlicher Weise?

00:23:33: Nein, nein, nein!

00:23:34: Dann hoch keiner Holbe der leider jetzt verstorben ist.

00:23:38: einen Fernseher, mit dem Logo von RTL Plus daraus und sagte oh ein Baby ist geboren da ist es ja.

00:23:46: Und das machte dann ja wirklich bundesweit Schlagzeilen wie wir diesen Fernseheer daraus gehoben haben weil wir auch ehrlich glaube ich waren hier auch lustig dabei.

00:23:54: Das war uns gar nicht so bewusst an dem Tage.

00:23:56: ich habe dann irgendwie meine OP-Maske

00:23:58: abgelegt,

00:23:59: meine Grünen usw.

00:24:00: Dann ging es gleich über in die erste Sendung wo wir alle viel Spaß hatten und eigentlich wurde uns glaube ich erst nach Wochen bewusst hey!

00:24:08: Wir werden ja gesehen.

00:24:10: Also ich habe immer gesagt, das guckt keiner und wir werden ja sehen und die Leute melden sich und so.

00:24:15: Und da wurde uns bewusst... Ich glaube, wir haben hier wirklich eine größere Geschichte gestartet.

00:24:21: Ja, das war in den letzten Jahren.

00:24:24: Ja genau!

00:24:25: Da startet der RTL Plus wie du schon erwähnt hast zunächst aus Luxemburg.

00:24:29: aber das Programm, das wirkte auch deutlich lockerer als das der ARD und das ZDF

00:24:35: Also lockerer, ich würde mal sagen wie gesagt das war vorne Kneipe.

00:24:39: Das war eigentlich so, wo wir abends immer saßen und hinten ja Bertran, da wurde da ein Studio aber das sah eher aus wie so ein Wohnzimmer und es war irgendwie locker.

00:24:50: auch die Übergänge mit den Kollegen ist zwar nicht so wichtig und ich habe viel moderiert also auch die Tagesmoderation gemacht und man hat aber auch viel... Wir hatten tatsächlich auch mal viele Zuschauer live am Telefon Das ging ja nicht anders.

00:25:06: Und ich glaube, das war auch relativ neu im deutschen Fernsehen, dass man plötzlich da anrufen konnte und konnte sagen, sag mal Biggie wie geht es denn nochmal mit eurem Rätsel?

00:25:16: Ich habe das gar nicht richtig verstanden.

00:25:18: und dann haben wir's halt noch einmal erklärt.

00:25:20: und dieses Nahe mit den Zuschauern und Zuschauerinnen und diese Interaktion und dieses Austauschen – das war wirklich neu!

00:25:28: Ja, das ist ein bisschen abhandengekommen, denn heute ist ja vieles stärker geplant.

00:25:32: Damals durfte dann auch mal was Unperfektes passieren.

00:25:35: Da gab es Versprecher, spontane Situationen die blieben dann oft einfach drin

00:25:40: Die blieben immer drin.

00:25:42: Wir hatten ja gar keinen, der das geschnitten hat!

00:25:44: Es blieb einfach drin.

00:25:45: und ich habe letztens noch einen Ausschnitt gesehen wo wir uns alle gebogen haben weil irgend einer nicht weiter sprechen konnte und das waren keine Aufzeichnungen.

00:25:55: es war hundert Prozent live weil da große Aufzeichnung zu machen man hatte weder das Geld noch die Zeit noch die Räumlichkeiten.

00:26:04: Ja, und dann ging es ja Schlag auf Schlag.

00:26:06: Liebe Bicci du hast da in der Nachfolge von Michael Schanze bei Eins, zwei oder drei übernommen?

00:26:13: Das war damals eine echte Institution!

00:26:16: Wie kam es zu deinem Wächst von RTL zum ZDF?

00:26:22: Also ich hatte ja vorher schon mein ZDf das Ferienprogramm moderiert... Da war es wirklich so Zufall, also dass ich überhaupt zum ZDF gekommen bin.

00:26:31: Also ich habe eine Sendung moderiert im LIDA-Lotto und im Radio.

00:26:35: und der damalige Unterhaltungschef fuhr mit dem Auto durch Luxemburg und hatte wohl bei unserer Sendesekretärin angerufen und gesagt er würde mich gerne mal sprechen Radio hören.

00:26:47: und da hat sie gesagt, auch wir haben eine Möglichkeit.

00:26:50: Sie können sie direkt im Studio

00:26:52: anrufen.".

00:26:52: Und dann rief mich jemand an im Studio während der Live-Sendung und sagte ja hier ist der Programmchef vom ZDF.

00:26:58: und daraufhin ich war ja mitten in der Sendung habe ich gesagt genau und Ich bin ja auch die Prinzessin von Königs Winter und hab wieder aufgelegt.

00:27:09: Das war dann fünfmal so.

00:27:12: Dann rief mich unsere Sekretärin an und sagte, wenn du jemals beim ZDF-Karriere machen möchtest, sorgst du dran gehen?

00:27:19: Es ist tatsächlich der Unterhalt des ZDf!

00:27:25: Und dann habe ich mich abends getroffen mit ihm.

00:27:31: Ja, sagte er ich habe ihn zugehört toll und so.

00:27:34: Und wir würden sie gerne mal einbinden in unser Ferienprogramm und wenn Sie mögen in München ja.

00:27:40: und dann nahmen das sein Lauf.

00:27:41: und dann hat Michael Chanze aufgehört mit eins zwei oder drei und natürlich gab es auch einen Casting.

00:27:49: da wurde nicht direkt gesagt Biggie macht das Mal sondern da gab's den Casting.

00:27:53: Ich war super aufgeregt Auch mit den Kindern im Studio und Das ist eine super sag ich mal Casting-Sendung geworden.

00:28:02: Ja, und dann anschließend wurde gesagt hast du Lust das zu moderieren?

00:28:07: Mensch!

00:28:08: Und die Lust hattest du und dann hast Du die Moderation übernommen.

00:28:11: da lief ja eins zwei oder drei auch schon seit acht Jahren.

00:28:15: Also Michael Schanze hatte das Format eben auch schon etabliert sehr erfolgreich moderiert und Du hast es dann selbst zehn Jahre gemacht.

00:28:23: Du wurdest also wirklich für eine ganze Generation zum Gesicht der Sendung Für mich übrigens auch.

00:28:27: Ich bin Baujahr.

00:28:28: Jetzt kannst du dir vorstellen, als ich dann damals vor dem Fernseher saß wie nicht da gesehen habe.

00:28:35: Und jetzt sagt man ja Kinder merken sofort wenn jemand nicht authentisch ist.

00:28:39: gab es denn bei dir diesen einen Moment in den du dachtest Mensch hoffentlich akzeptieren mich die Kinder?

00:28:45: Das war bei dieser Casting Sendung tatsächlich.

00:28:48: also wurden natürlich mehrere Moderatoren und Moderatorinnen eingeladen und da hab' ich gedacht oh und das war ein riesen Studium mit ich weiß nicht dreihundert Kindern und so weiter.

00:28:59: Davor, muss ich sagen hatte ich schon schwitze Händchen.

00:29:02: Weil ich dachte na jetzt gehe ich da raus und mal gucken was die Kinder sagen.

00:29:06: Die werden doch alle sagen boah wir wollen Michael wieder und wie machst du das?

00:29:12: Und dann irgendwann nach zehn Minuten vor dich total locker hab mit den Kindern gequasselt und alles und hatte so einen Spaß und offensichtlich hatten sie ja auch Spaß damit mir und dann ging Flutsche das

00:29:24: Ja, die Kinder interessiert ja auch deinen Lebenslauf nicht.

00:29:26: Die entscheiden innerhalb weniger Sekunden ob sie dich mögen oder nicht und wenn ihnen etwas nicht gefällt dann sagen Sie es dir auch!

00:29:33: Sofort und zwar sofort und ungefiltert und da kannst du vorher... Und das ist das Tolle wenn Du mit Kindern arbeitest.

00:29:39: und warum ist das manchmal vielleicht nicht so einfach?

00:29:42: Weil du kannst da nicht jemanden hinstellen, so ein sag ich mal Warm-Upper der sagt Ja, und wenn sie gleich kommt und dann los und hier und da.

00:29:51: Und wenn Sie das macht, dann klatscht ihr.

00:29:53: Wenn Ihr das ... Den gab's bei uns gar nicht diesen Warm-Upper.

00:29:56: Weil das hätte gar nicht funktioniert, weil Kinder sind so authentisch, sagen ihre Meinung oder sagen hey!

00:30:04: Das gefällt mir und klatschen wie die Verrückten.

00:30:07: Da muss man schon sehr authentisch sein.

00:30:09: Man muss auch sehen dass man die Kinder einfach mitnimmt ja?

00:30:14: Ich glaube es ist mir immer ganz gut gelungen.

00:30:17: Sind Kinder vielleicht dann auch das anspruchsvollste Publikum, dass man haben kann?

00:30:21: Ja aber zumindest das ehrlichste.

00:30:23: Weil die kannst du nicht mit bestechen.

00:30:25: jetzt kriegt ihr nachher alle ein Eis.

00:30:26: oder bei den Erwachsenen so wenn die Sendung beendet ist im Kasten darf jeder noch einen Glas Sekt schürfen sondern die sagen unmissverständlich nö das gefällt mir nicht oder Das sind einfach ehrlich.

00:30:41: Das ist sehr gut und das sollten wir Erwachsenen ja auch manchmal sein, also sind wir hoffentlich auch.

00:30:45: Aber was können denn Erwachsene von Kindern lernen?

00:30:50: Das Wichtigste, dass wir als Erwachssene verlernen... Und wenn ich heute in so viele Gesichterschauhe, wenn ich unterwegs bin, ist Freude, Lachen miteinander Spaß haben!

00:31:02: Das haben nämlich Kinder, ob das in der Sendung ist oder so einfach irgendwo, wenn sie sich begegnen.

00:31:08: Das fehlt uns heute.

00:31:10: Wir sollten einfach ein bisschen mehr Spaß haben, ein bisschen lockerer sein, mehr Freude im eigenen Leben haben.

00:31:17: und wenn man sich da die Kinder anschaut, dann kann man viel lernen.

00:31:21: Heute wächst eine Generation mit TikTok auf, mit YouTube unter anderen Portalen.

00:31:27: Glaubst du Kinder brauchen auch andere Vorbilder als damals?

00:31:31: Also jede Generation hat ja ihre eigenen Vorbildern das muss man sagen.

00:31:36: Zu TikTok allerdings habe ich persönlich ein gespaltenes Verhältnis, was wir eben auch bei der Doku sagen und zeigen die ich gerade vorbereite.

00:31:45: Bei der Dokumentation Es ist so bei den Vorbildern Du kannst auf TikTok nicht mehr unterscheiden.

00:31:54: Was is KI also mit Computer Mit AI erstellt, was ist real?

00:32:02: Was ist nicht real?

00:32:06: Wo sind die Quellen

00:32:07: dafür?".

00:32:08: Das gibt es gar nicht mehr.

00:32:09: Man lässt das alles umgefiltert auf die Kinder zu und das ist meiner Meinung nicht gut.

00:32:17: Wenn wir damals Fernsehsendungen gemacht haben, dann gab es ein natürliches Ende.

00:32:22: Wenn Ende war aber Ende!

00:32:23: Da haben die Eltern dann gesagt so du darfst noch bis zu Ende gucken und dann geht's aber ins Bett und bei TikTok ist das aber so dass dich das rein saugt.

00:32:32: Das ist ja gewollt so gemacht.

00:32:33: Es gibt also kein natürliches Ende weil es einfach vierundzwanzig Stunden rund um die Uhr kein Ende gibt Und das ist sehr gefährlich finde ich.

00:32:43: Es gibt eine schöne Anekdote dazu.

00:32:44: Ich hatte mal vor einiger Zeit einen Metzger in meinem Podcast, Michael Foster heißt der.

00:32:49: Der kommt wie ich aus dem schönen Frankenland und der Michael Foster ist auf TikTok sehr erfolgreich weil er dort Live-Schlachtungen zeigt.

00:32:57: Das könnte man sagen oh Gott ja muss das sein?

00:32:59: Ja es muss sein erklärt ihr auch auch über den Beruf und er sagt natürlich hat er auch Morddrohungen bekommen und Anfeindungen.

00:33:05: aber er bekam auch viele Nachrichten von Menschen die ihm gesagt haben danke Michael dank dir.

00:33:10: esse ich weniger Fleisch oder bin jetzt vegetarisch unterwegs.

00:33:14: Denn du hast mir gezeigt, dass es eben nicht immer nur aufs Essen ankommt im Leben.

00:33:18: und also der ist auf TikTok für eine gute Sache unterwegs oder für eine wichtige um eben aufzuklären.

00:33:25: aber das passiert auch viel scheiß um's mal auszusprechen.

00:33:28: Also es ist wirklich Ja, also ich bin da komplett bei dir.

00:33:33: Meine Schwester lebt in Tunesien die hat eine...die züchte Truhtäne und ich hab dann mal begonnen bei TikTok-Truthäne einzugeben Und dann wurden wir ständig Trothan-Videos angezeigt und man hört ja nicht mehr auf.

00:33:43: Es kommen immer mehr Trouthäne.

00:33:45: Nein das ist aber wissenschaftlich bewiesen und der Sache sind wir jetzt auch nachgegangen In dieser unserer großen Fernsehdokumentationen, die noch kommt.

00:33:52: Das ist wissenschaftliche erwiesen dass es den Kindern nicht gut tut.

00:33:59: Also weil dieses ewige zugeschüttet werden von den Sachen kein Ende zu finden, nicht zu wissen.

00:34:05: Was gucke ich da eigentlich?

00:34:07: Das tut uns nicht gut!

00:34:09: Du hast mir vor unserem Gespräch bereits auch erzählt dass du gerade an dieser Dokumentation arbeitest und die beschäftigt sich ja mit einer Frage die wahrscheinlich jeden Menschen betrifft warum können wir nicht alle gesund und vor allem glücklich sein?

00:34:24: was hatte dich dazu bewegt genauer diese frage zu stellen oder dieser Frage nachzugehen.

00:34:31: Dieser Frage nachzugehen ist, dass viele Menschen auch junge Menschen mental Probleme haben.

00:34:41: Wenn wir hören, dass jedes dritte Kind inzwischen nur das jede fünfte Kind in Deutschland eine Therapie braucht?

00:34:46: Dass viele Menschen sagen Burnout!

00:34:49: Es geht uns nicht gut.

00:34:50: Dass viele sagen ich fühle mich überfordert Ich schlafe schlecht.

00:34:56: Dann haben wir gedacht, warum ist das so?

00:34:58: Und wir sind durch ganz Amerika gereist.

00:35:01: Wir waren in Harvard und haben tolle Professorinnen und Professoren dazu befragt.

00:35:06: Haben einen Professor zum Beispiel gefragt der seit sechsohn-achtzig Jahren die Harvard Studie übernommen hat was makes you really happy?

00:35:17: Die dritter Generation befragen die also Menschen Was macht dich wirklich glücklich?

00:35:21: Und wir waren von der University of California bis in Europa überall unterwegs, um diesen Fragen nachzugehen und haben schlussendlich darauf verblüffende Antworten gefunden.

00:35:34: Auch Antworten wie wir so was umsetzen können dass es uns besser geht.

00:35:39: Eine Antwort hat mich am meisten oder sagen wir mal eine Erkenntnis hat mich beeindruckt.

00:35:47: viele Forscher das sind ja auch Forschende dort, mit denen wir gesprochen haben, haben gesagt okay.

00:35:52: Wir sind eigentlich – wir unser Körper und auch unser Geist ist noch da bei den Urmenschen!

00:36:00: Wir sind in dieser Realität gar nicht angekommen.

00:36:03: Wir waren sozusagen in der ganzen Zeit der Menschheit.

00:36:07: wenn Eine Menschheit jetzt mit einem Jahr, man das vergleichen würde.

00:36:11: Warnwirt Minzi sind wir vom ersten Tag des Jahres bis zum einund dreißigsten Dezember Jäger und Sammler gewesen.

00:36:17: Danach am einund dressigsten december erst in der letzten Stunde dieses einund dreissigsten December sind wir Das, was wir heute sind.

00:36:26: Mit dem Handy in der Hand mit dem Computer und all unseren Sachen, das wir sind!

00:36:29: Und wenn wir uns das verdeutlichen ist eigentlich unser Körper und unser Geist noch nicht hier und jetzt angekommen.

00:36:35: Das könnt ihr euch ja beanschauen wie das bei den Jägern und Sammlern sind.

00:36:42: einem der letzten Urvölker.

00:36:44: Und das hat mich so schwer beeindruckt und ich muss sagen, mein Team und auch ich ... Wir haben einen Abend am Lagerfeuer mit denen gesessen also die leben noch ganz ursprünglich, den noch keine Häuser nichts gar nicht.

00:36:55: Ja?

00:36:55: Die leben wirklich unter einem Stein wie unser Urvolk.

00:37:00: Unter einem Riesenfelsen und sowas.

00:37:03: Und wir haben alle geheult, ich auch.

00:37:05: Selbst wenn ich daran zurückdenke dann wird mir schon wieder gestockt mehr die Stimme.

00:37:09: Wir haben einen Tag eine tolle Jagd gehabt und haben sich darüber gefreut.

00:37:14: Und haben dann abends am Lagerfeuer mit den kleinen Kindern mit allen sich gefreud, haben gelacht, haben getanzt, haben ausgelassene Freude gehabt, waren glücklich lachende Gesichter!

00:37:26: Dann haben wir gesagt ja das haben wir auch zum Teil verlernt sind auf ihrer Jagd, die machen das alles vier Stunden dann kümmern.

00:37:34: Die sind gleichberechtigt, die kümmern Männer und Frauen.

00:37:37: Die Männer kümern sich auch um die Kinder da.

00:37:38: dem den Kindern würde gezeigt gucken mal den Kleinen so musst du das halten den Speer oder was auch immer.

00:37:43: es hat mich so tief beeindruckt und auch die Erkenntnisse die die Forscher denn daraus haben.

00:37:48: warum sagen wir mal bei uns so viele.

00:37:52: Viele haben Bürojob, viele müssen so viele Stunden am Tag arbeiten in einem Bürojob.

00:37:58: Wir sind der ganzen Sache nachgegangen was wir machen können Bewegung Schlaf Ernährung Arbeit und Social Life.

00:38:06: und das Social Live kommt zu kurz.

00:38:10: Ich habe mir das schon fast gedacht.

00:38:15: Ich bin gefangen in diesen Gedanken mit dir, weil ich mir das jetzt schon parallel auch so ein bisschen bildlich vorgestellt habe.

00:38:21: Dass eben Ernährung eine Rolle spielt, Bewegungen, Schlaf vielleicht unsere Beziehungen und unsere Gedanken unser Umgang mit Krisen.

00:38:28: Und ich finde eben liebe Biggie so ne gute Dokumentation macht es ja auch aus dass man sich nicht nur mit der Gesundheit beschäftigt also medizinischen Sinne sondern auch mit den Faktoren die unser Wohlgefinden unserer Lebensqualität unser Glück beeinflussen.

00:38:44: Da schließt sich meine Frage an, gibt es denn deiner Meinung nach so etwas wie ein Rezept für ein gesundes und glückliches Leben oder ist genau das eine Illusion?

00:38:54: Na sag mal so.

00:38:55: Ich hab ja noch Schweigepflicht weil die Doku noch nicht draußen ist aber

00:39:00: ich

00:39:00: denke wenn man die Doko... Die wird neunzig Minuten und wirklich großes Kino hätte ich fast gesagt.

00:39:08: Wenn man die geschaut hat und dann in sich geht dann weiß man, was man selbst zu tun hat um vielleicht ein Stückchen mehr in Sachen klarzusehen.

00:39:17: Was macht mich aus?

00:39:18: Wie werde ich glücklich.

00:39:20: wie kann ich auch gesund leben?

00:39:22: Darfst du denn schon erzählen wann und wo wir sie ungefähr sehen werden?

00:39:26: Darfe

00:39:26: ich noch alles nicht aber ich denke mal Herbst es wird Herbst herbst zwanzig sechsundzwanzig also jetzt werden.

00:39:33: okay das ist ja nicht mehr lange hin

00:39:34: nein das ist nicht mehr so lange hin.

00:39:36: Also wir sind total gespannt.

00:39:38: und was ich auch gut finde bei dir liebe Biggie, viele Menschen definieren sich ja irgendwann über ihren Beruf.

00:39:44: Und du hast dich nach deiner Fernsehkarriere bewusst neu orientiert.

00:39:49: War das für dich schwer?

00:39:51: Nee weil ich bin durch und durch ein kreativer Mensch und ich habe meine Sendung beim Radio oder beim Fernsehen auch viel selbst geschrieben lange auch hinter der während meiner tatsächlich aktiven vor der kamera zeit immer schon bei animal aber auch bei der ufa formate mit entwickelt.

00:40:13: einige format laufen sogar noch so und Jetzt bin ich mehr in dem Genre-Dokumentation zum Beispiel.

00:40:20: Ich mache ja auch viele Podcasts, medizinische und so weiter... Und es geht mir nie um Neu-Erfinden sondern es geht eigentlich darum zu sagen was möchte ich gerne kreativ machen?

00:40:30: Was macht mich glücklich in diesem Beruf?

00:40:31: und das ist dass sich das so voll ausschöpfen darf, was ich machen möchte!

00:40:36: Ja und du beschäftigst dich auch intensiv mit Kommunikationen, Mitwirkungen, mit Persönlichkeitsentwicklungen Also da gelangt ihr ja auch einen Übergang, den viele Fernsehgesichter wenn man das so sagen darf nicht immer schaffen.

00:40:49: Und du sprichst auch davon Menschen dabei zu helfen ihre eigenen Antworten zu finden?

00:40:54: Warum ist das so wichtig?

00:40:57: Also Persönlichkeitsentwicklung.

00:41:00: ich sage mal wenn ich jetzt heute schaue, wenn ich mal schauen wäre Moderatoren oder Moderatorinnen anschaue, dann würde ich sagen davon habe ich relativ viele begleitet auch Bekannte.

00:41:13: Wenn ich selbst mal gucke bei Musikern, davon hab' ich auch etliche begleitete wie präsentiere ich mich auf der Bühne und werde ich dann schaue ob das Ärzte oder Ärztinnen sind egal Ich hab ganz viele begleiht die heute auch sage ich im Fernsehen tätig sind.

00:41:31: Das ist nochmal etwas anderes, weil es gibt ganz viele Coaches.

00:41:35: Ich will jetzt nichts gegen Coaches sagen aber wie sagte ein Harvard-Professor?

00:41:39: Der sagte naja früher haben wir viele Tipps von der Familie und Freunde bekommen umsonst und heute bezahlen wir dafür Coaches.

00:41:48: also ja

00:41:49: das hat er wirklich gesagt.

00:41:50: Er hatte ja total recht damit.

00:41:54: Absolut!

00:41:55: Aus der Doku vorweggenommen habe.

00:41:57: Deshalb würde ich jetzt sagen nicht Coaches sondern ich begleite Menschen.

00:42:01: Das habe ich tatsächlich auch noch mal studiert.

00:42:03: Ein bisschen dazu sich selbst bei Professor Kluge, das habe ich ganz privat für mich studiert wie man Menschen dazu begabt einfach ihre Talente auszuleben und ich finde wer auf eine Bühne geht oder wer tätig sein möchte sich öffentlich zeigt und so dass man denen vielleicht Tipps und Tricks an die Hand gibt und sagt guck mal so geht das besser und so.

00:42:24: das ist meine Aufgabe und das macht mir auch Spaß.

00:42:27: Ja und da bringst du ja auch alles mit.

00:42:29: Du hast ja über Jahrzehnte Veranstaltungen, mit Persönlichkeiten aus Politik, aus Wirtschaft Kultur Unterhaltung moderiert und ich glaube diese Begegnungen dir erlauben dir natürlich auch spannende Einblicke in den Umgang mit Erfolg.

00:42:41: was unterscheidet denn liebe Biggie Menschen die wirklich beeindruckend sind von denen die nur berühmt sind

00:42:50: Dass die wirklich und die wirklich, sag ich mal, die wirklichen großen Persönlichkeiten – die haben es gar nicht nötig – ständig in der Ich-Form sich irgendwie zu präsentieren sondern die hören dazu.

00:43:04: Die sind hier zugewandt und sprechen nicht immer von ich.

00:43:08: Ich habe….

00:43:08: ich hätte ….

00:43:09: ich will jetzt und ich bin!

00:43:11: Und das ist glaube ich ... Das ist, glaube ich noch mal eine ganz andere Qualität als wenn man ständig jetzt auf Menschen sieht die auch auf den sozialen Medien immer Ich, ich, ich sagen.

00:43:24: Ist Zuhören vielleicht auch die am meisten unterschätzte Fähigkeit unserer Zeit?

00:43:29: Absolut!

00:43:30: In einer Zeit in der jeder ins Mikro quasselt denke ich es zuhören das ist gigantisch.

00:43:36: wenn sich die Welt ein wenig mehr gegenseitig zuhören würde Die weltbevölkerung und alles dass Dann dünnen wir uns wirklich besser miteinander verstehen.

00:43:49: Du hast dein Berufsleben damit verbracht, Menschen Fragen zu stellen?

00:43:53: Gibt es eine Frage die dir selbst viel zu selten gestellt wird?

00:43:57: zum Beispiel und das habe ich heute leider auch versäumt.

00:43:59: Das muss sich selbst kritisch eingestehen so nach vierundvierzig Minuten nämlich wie geht es dir wirklich liebe WG?

00:44:06: Geht es dir gut!

00:44:09: Das ist aber auch so eine Frage, die kriegt man schon immer gestellt.

00:44:13: Na wie geht's dir denn?

00:44:15: Also mir geht es sehr gut!

00:44:16: Ich kann es nicht anders sagen, das geht mir sehr, sehr gut.

00:44:19: Aber ich achte auf mich.

00:44:22: tatsächlich tu' ich was.

00:44:24: Auch speziell nach unserer Doppel noch mal so viel geändert, was meine Ernährung Bewegung vor allen Dingen angeht.

00:44:32: Ich stemme jetzt Gewichte – das habe ich nie gemacht.

00:44:36: Aber eben solche Dinge.

00:44:38: Aber sagen wir mal eine Frage, die seltener gestellt wird ist, Bigi wann schaltest du eigentlich mal so richtig aus und ab?

00:44:49: Das kenne ich irgendwo ja!

00:44:52: Da muss ich erst mal nachhängen.

00:44:53: bitte sagen viel zu wenig.

00:44:56: Naja, das liegt vielleicht auch daran dass wir beide und viele viele andere unsere Tätigkeiten oder unser die Berufe nicht als berufe empfinden sondern als Hobbys.

00:45:04: Oder ist etwas sehr schönes und Das ist auch bei mir ein Podcast tatsächlich der Fall.

00:45:08: Bei mir ist immer das sage ich immer gerne Arschlochfreizone.

00:45:11: ja Man kann unterschiedlicher Meinung sein und ich hatte auch schon sehr unterschiedliche Gäste bei mir, aber ich bin nicht eigentlich wie es noch auf Industriepartner.

00:45:20: Ich muss keinen Sponsor gefallen, ich muss auch keinen Prominenten gefallen!

00:45:23: Ich erzähle Freie Schnauze und das ist glaube ich wichtig dass man auch diesen Umgang zueinander findet also dieses ehrliche, dieses authentische und das erwarte ich auch von meinem Gegenüber.

00:45:32: Ja was finde ich toll?

00:45:33: Also das finde ich klasse und wahrscheinlich wird der Podcast deshalb so viel gehört.

00:45:37: Jetzt

00:45:37: wisst ihr ja... Also ich hoffe, ich hoffe.. Aber du wirkst ja auch viele Menschen unglaublich Positiv.

00:45:43: ist denn Optimismus für dich eine Entscheidung oder eher eine Charakter-Eigenschaft?

00:45:51: Ja, im Grundsatz am Anfang sicher mal ein Charakter, das wurde so einem in die Wiege gelegt.

00:45:59: Aber ich finde man kann da auch dran arbeiten.

00:46:02: also da gibt es ja dieses berühmte Ich sehe das Glas immer halb voll und nicht halb leer.

00:46:08: Und ich finde, wenn man sich das mal fünfmal am Tag, wenn mein Miese Laune hat oder irgendwie negativ drauf ist, sagt da kann man schon daran arbeiten!

00:46:16: Ich bin eigentlich lieber ein positiver Mensch und ich suche immer nach Lösungen und gucke Hacke nicht so ständig auf Dinge rum.

00:46:26: Das ist eine gute Voraussetzung Wenn heute eine junge Moderatorin oder ein junger Moderator, oder einen Alien im Straßenverkehr vor dir sitzt und fragt was muss ich eigentlich können?

00:46:38: Was würdest du ihm oder ihr antworten?

00:46:41: Zu hören.

00:46:42: Wir können dann dich auf gar keinen Fall über andere Menschen wenn du mit ihnen lustig machen weil zeitweise liebt unsere derzeitige TV-Gesellschaft davon dass man sich über andere einfach nur lustig macht Und das ist unschön, finde ich.

00:47:01: Es gab damals bei uns die große Ansage von Frank Elstner, der ja mein Chef war damals – ihr dürft alles!

00:47:06: Ihr dürft nur nicht länger als drei Minuten reden und ihr dürfte euch nicht über eure Hörer, die euch anrufen lustig machen.

00:47:13: So, das wäre mal das erste.

00:47:14: Nimm bitte deine Zuhörerrenten, deine Zuschauer und Zuschauern ernst... Die zweite Sache, lerne deine Moderation ohne Teleprompter und ohne Zettel zu machen.

00:47:27: Ich sehe heute häufig das nur noch vom Telepromper abgelesen wird.

00:47:31: Und das ist eigentlich schade, denn was uns ausmacht, ist ja dass wir authentisch reden können.

00:47:38: Das wäre ganz wichtig!

00:47:39: Und nimm wirklich die, die du fragst... ...und auch die Menschen mit denen du sprichst, nimm dir ernst.

00:47:47: Hör ihn zu!

00:47:50: Schöne Worte, denn ich glaube es so geht das auch vielen Menschen.

00:47:53: die wollten früher vieles perfekt machen und heute wissen sie dass Echtheit oft viel wichtiger ist als Perfektion.

00:48:01: Früher war ich auch immer so und hab gedacht ah das muss alles perfekt sein und das muss hier und da perfekt sein.

00:48:06: Das hat sich bei mir.

00:48:07: aber jetzt im Laufe der fehlenden Jahre hat sich das ein wenig oder sagen wir mal so Ich kann dazu eine gute Anekdote wenn ich darf zum Schluss erzählen

00:48:17: Du darfst jederzeit!

00:48:18: Wir haben alle Zeit der Welt.

00:48:19: Als ich zur Radio Luxemburg kam, da war ich ganz jung und habe nur gedacht, oh Gott was mache ich hier hinter diesem Mikrofon?

00:48:24: Und habe mich akribisch vorbereitet.

00:48:26: Ich habe jede einzelne Moderation aufgeschrieben.

00:48:29: Perfekt!

00:48:30: Und wirklich perfektionistisch.

00:48:34: Dann hab' ich die immer vorgelesen, dann kam wieder Musik und vorglesen... ...und eines Tages hatte ich mich wieder super vorbereitet in meinen dreißig Blättchen- und Saarstar.

00:48:45: Als ich dann die Musik angesagt habe, wir haben damals ja noch mit Techniker gearbeitet.

00:48:50: Der saß und der die Musik abgespielt hat, sah ich hinter dieser Glasscheibe, da saß überhaupt kein Techniker.

00:48:56: Da hab' ich gesagt, ey, müssten der jetzt hin?

00:48:58: Ist er vielleicht auf dem Internet?

00:49:01: Und dann saß ich damit meinen vorbereiteten Blättchen... ...und der kam auch gar nicht wieder!

00:49:05: Und dann hab ich erstmal meine ganzen Blättchien vorgelesen.

00:49:08: Und als ich am Ende war, mit diesem Blätchen war der immer noch nicht da.

00:49:12: Dann war ich fix und fertig, mir wirklich knallrot und mir handen schon die Schweißpapfen runter.

00:49:19: Und dann habe ich gesagt ja liebe ihr Lieben jetzt muss ich doch wirklich mal was sagen!

00:49:24: Ich sitze hier, ich lese meine Blättchen ab und wenn ich jetzt zum Tecica gucke, da ist gar keiner.

00:49:29: Was mache ich jetzt?

00:49:30: Erzähl' ich euch einen Schwank aus meiner Jugend oder... Und hab dann angefangen völlig locker und völlig frei zu moderieren!

00:49:36: Auf einmal tauchten unter dem Studiopult nicht nur der Techniker, der tauchte daher vor, sondern die halbe Mannschaft von Radi Luxburg.

00:49:44: Wir haben alle geklatscht und haben gesagt, fein, jetzt hast du freisprechen gelernt.

00:49:49: Ja das ist ja eine großartige Anekdote

00:49:52: Und damit war auch mein Perfektionismus im Grunde gestorben.

00:49:56: Da habe ich gedacht, also ich setze jetzt wirklich mehr auf Authentizität und nicht so sehr auf Perfekcionismus.

00:50:03: Also auf das Ende war ich jetzt nicht vorbereitet.

00:50:05: Deswegen schön dass wir das so noch zu Ende bringen konnten.

00:50:08: Wir sind nämlich fast am Ende.

00:50:09: aber liebe Biggie irgendwann werden sich ja die Menschen vielleicht nicht mehr alle daran erinnern welche Sendungen du moderiert hast so in fünfhundert Jahren die nachfolgenden Generationen doch noch irgendwie mal in Erinnerung haben.

00:50:21: Woran sollen sie sich denn erinnern, wenn Sie an dich denken?

00:50:24: Da kommt aber irgendwann ein Außerirdischer daher und sagt Momen machen!

00:50:28: Hier gab's nochmal Biggie Lechtermann mit der hab ich doch Musical gemacht.

00:50:31: Nein Spaß bei Seite.

00:50:33: An Fröhlichkeit, an schöne Sendungen mit tollen Kindern, an Herzlichkeit und daran dass ich allen sag' ich mal wirklich immer zugehört habe und ihnen auch zugewandt war, den Zuschauern genauso wie den Zuhörer.

00:50:51: Und deswegen und das haben wir heute auch wieder festgestellt vielen vielen Dank liebe Biggie für deine Offenheit und vor allem für deine Wärme die man immer noch spürt und für deine tollen Geschichten und Erlebnisse.

00:51:01: und von Herzen alles erdenklich gute.

00:51:03: weiterhin für dich Gesundheit und dass wir uns in fünfzig Jahren da nochmal mit den Ayens verablegen können.

00:51:08: Gott, jetzt sind wir schon in dem Alter wo man sich Gesundheit wünscht.

00:51:11: Da muss ich mich aber noch dran gewöhnen.

00:51:14: Aber ganz herzlichen Dank!

00:51:16: Mir hat es viel Spaß gemacht und weiter so...

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