Christina Böhm | Familienunternehmerin - Wie besäufniserregend geht es Deutschland?

Shownotes

Was macht eine gute Unternehmerin aus? Geht es um Zahlen, Strategien und Entscheidungen – oder vor allem um Menschen? Gemeinsam mit ihrem Bruder führt Christina Böhm ein Familienunternehmen in vierter Generation und gehört zu den engagierten Stimmen des deutschen Mittelstands. Mit André Puchta spricht Christina Böhm über Unternehmensnachfolge, den Fachkräftemangel, Künstliche Intelligenz im Handwerk, den Mut, sich gesellschaftlich und politisch einzubringen, und darüber, warum Menschlichkeit auch in wirtschaftlich besäufniserregenden Zeiten kein Widerspruch zum Erfolg ist.

Im Podcast „Schüchtern bis nüchtern“ begrüßt André Puchta spannende Charaktere mit außergewöhnlichen Berufen, Lebensentwürfen oder Leidenschaften. Eine Bühne für Biografien, die man nicht erfinden könnte. Hier trifft Kuhfriseur auf Detektiv, Domina auf Pfarrerin, Dildo-Designerin auf Tatortreinigerin, Human Puppy auf Ordensfrau und Hebamme auf Tantra-Trainer. Ein Podcast über das Ungewöhnliche – und das, was uns verbindet.

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00:00:04: Herzlich willkommen bei Schüchtern bis Nüchdern.

00:00:08: Dem Publicity-Podcast mit André Puchter und chilligen Gästen, fast live aus Berlin!

00:00:23: Wer ein Unternehmen führt trifft jeden Tag Entscheidungen.

00:00:27: Manche betreffen Zahlen andere Maschinen viele Prozesse die wirklich wichtigen Entscheidungen betreffend jedoch Menschen.

00:00:36: Christina Böhm führt gemeinsam mit ihrem Bruder einen Familienbetrieb in vierter Generation.

00:00:43: Rund dreißig Mitarbeitende aus mehr als zehn Nationen arbeiten heute im Unternehmen.

00:00:49: Moderne Robotik, künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit gehören dort genauso selbstverständlich zum Alltag wie klassisches Handwerk.

00:00:57: Doch wer Christina Böhm zuhört merkt schnell sie spricht selten zuerst über Farbe, umsatz oder Baustellen.

00:01:05: Sie spricht über Verantwortung Für ihre Mitarbeitenden, für den Mittelstand, für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

00:01:12: Deshalb engagiert sie sich weit über ihr Unternehmen hinaus, mischt sich in politische Debatten ein, wirbt für bessere Damenbedingungen und setzt sich sogar für Entwicklungsprojekte in Afrika ein.

00:01:25: Mich interessiert heute deshalb weniger die Unternehmerin als der Mensch hinter den Entscheidungen.

00:01:30: Wann wird Verantwortung zur Last?

00:01:33: Wie führt man ohne sich selbst zu verlieren?

00:01:35: Und warum lohnt es sich trotzdem, jeden Morgen wieder Verantwortung zu übernehmen?

00:01:41: Herzlich Willkommen bei Schüchtern bis Nüchdern.

00:01:43: Christina Böhm!

00:01:45: Ja vielen Dank für die Einladung.

00:01:46: schön, dass ich dabei sein darf.

00:01:48: Liebe Christina herzlich willkommen bei mir.

00:01:50: und Hand aufs Herz ist die Lage denn in Deutschland besäufniserregend.

00:01:57: Ja leider schon.

00:01:58: ne

00:01:59: Kannst du das ein bisschen ausführen für uns?

00:02:02: Ja ich meine unsere aktuelle Regierung Hilf mir vierzehn Monate, fünfzehn Monaten im Amt.

00:02:08: Und ich muss dir ganz ehrlich sagen also wenn ein Mitarbeiter ... wir haben bei uns Probezeit sechs Monate nach sechs Monaten so performt wie unsere Regierung dann würde ich den rausschmeißen.

00:02:20: Ja also über diese Probezahl der Bundesregierung die ja schon vorbei ist sprechen wir auch gleich noch etwas ausführlicher.

00:02:25: liebe Christina bist du denn vom Typ her eher schüchtern oder er nüchtern oder beides?

00:02:33: Puh vielleicht weder noch Nein, ich bin Nüchtern.

00:02:38: Ich bin nüchter im Podcast aber schüchtern eher nicht.

00:02:41: Also ich bin eher so der extrovertierte Typ.

00:02:43: Ja also du wärst auch nicht die erste, die nicht nüchdern in meinem Podcast ist?

00:02:47: Also damit kannst du mich jetzt nicht wirklich schockieren warum wir das hier mit dem nüchan und bei den Beseufnissen so thematisieren.

00:02:52: darauf kommen wir auch gleich noch.

00:02:54: Aber da du das Thema auch schon angesprochen hast viele Menschen haben ja das Gefühl dass Deutschland ein bisschen an Tempo verloren hat Teilst du diesen Eindruck oder wird unser Land oft schlechter geredet, als es tatsächlich ist?

00:03:08: Ich denke das trifft beides zu.

00:03:09: Also ich sehe es genauso.

00:03:11: Ich sehe keinerlei Verbesserung durch unsere Politik die wir aktuell haben.

00:03:16: Ich habe März damals selbst gewählt in der Tiefüberzeugung er is wirtschaftlich affin und iss ein Wirtschaftskanzler und genau das was wir brauchen Und ich hab mir deutlich mehr von ihm versprochen Als jetzt rumgekommen ist.

00:03:28: auf der anderen Seite glaube ich immer noch an dieses land.

00:03:30: also Man liest ja Zahlen, dass Leute auswandern weil sie einfach die Schnauze voll haben.

00:03:34: Das kennen zum Beispiel für mich nicht in Frage.

00:03:37: Ich glaube an dieses Land ich liebe dieses land und ich bin mir absolut sicher das wir die kurve kriegen.

00:03:41: Wir haben unglaublich kluge Köpfe hier.

00:03:43: wir haben viel Potenzial.

00:03:45: wir brauchen jetzt nur einfach Rahmenbedingungen Die zulassen dass dieses potenzial sich auch wirklich entfaltet.

00:03:51: Ja diese Rahmenbedinger sind auch Thema unser des heutigen podcast.

00:03:56: Warum wir aber heute so ein bisschen sprechen ist, wie kam ich denn überhaupt auf dich?

00:04:00: Liebe Christina das wird vielen so gegangen sein die schon mal über deinen Namen gestäubert sind und dich danach mal so'n bisschen näher betrachtet haben.

00:04:06: Denn die wenigsten Unternehmerinnen landen ja in der Heute Show um ZDF.

00:04:10: Du schon!

00:04:11: Hast du da damals zuerst gedacht wie schön?

00:04:14: oder eher hoffentlich werde ich jetzt nicht komplett auf die Schippe genommen?

00:04:18: Ganz ehrlich, weder noch.

00:04:20: Also das ging so schnell.

00:04:21: wir standen da in der Gruppe zusammen und haben uns unterhalten Und plötzlich hat mir Fabian Kösters Mikro in den Nase gehalten und mich gefragt so sinngemäß Wie sehen sie die wirtschaftliche Lage in Deutschland?

00:04:32: Ich hatte keine große Gelegenheit darüber nachzudenken ob ich das jetzt gut oder schlecht finde Oder ob ich kakao gezogen werde sondern ich habe einfach

00:04:40: Und deine Antwort war besäufnis erliegend.

00:04:45: Magst du uns kurz ein bisschen mitnehmen, in welchem Rahmen ist das passiert?

00:04:49: Das ist passiert beim Zukunftstag Mittelstand des BVMW.

00:04:53: Der BVMM ist der Bundesverband mittelständische Wirtschaft also ein großer Lobby-Verband, der den Mittelstand vertritt Und das war im April, meine ich.

00:05:02: Die Heute Show hat tatsächlich das ganze Event so ein bisschen begleitet und da waren nichts groß abgesprochen sondern wie gesagt die sind einfach mal immer auf den einen oder anderen Gast dann drauf zugegangen und haben denjenigen halt kurz gefragt... Ich gehörte dazu!

00:05:17: Ja du Glückliche!

00:05:23: Vor wenigen Tagen Wolfgang Bossbach bei mir zu Gast.

00:05:26: Sehr geschätzt, auch parteiübergreifend und wirklich ein toller Gesprächspartner und auch ein toler Mensch – wir kennen uns schon einige Jahre – und ich hatte ihn auch gefragt, mensch sind sie eigentlich froh jetzt nicht mehr am Bundestag zu sitzen so ein bisschen das hinter sich zu lassen?

00:05:39: Das waren ja damals auch andere Zeiten.

00:05:41: vermissen Sie die heute schon?

00:05:42: er meinte naja also ganz ehrlich er hat sich das mal einmal angeschaut aber so er schaut kaum noch Fernsehen.

00:05:47: wie ist das denn bei dir?

00:05:49: Ich schau tatsächlich auch wenig fern.

00:05:51: Also wenn dann ist es irgendwas aus einer Mediathek, so auf irgendwelchen Doku-Channels oder sowas?

00:05:56: Das sind sich mir ganz gezielt Dokumentationen oder was Ähnliches anschauen.

00:06:01: aber jetzt irgendwie im Free TV rumseppen ist auch nicht meine Art.

00:06:04: ich höre tatsächlich ganz wie Podcasts.

00:06:06: Na das ist schon mal gut!

00:06:07: Dann hast du jetzt noch einen mehr auf deiner Liste.

00:06:09: Absolut!

00:06:10: Ich frage das auch weil wir ja in einer Zeit leben in der ein einziges Video innerhalb weniger Stunden Manchmal auch Minuten wirklich hunderttausende Menschen ja auch erreichen kann.

00:06:21: Ist das denn für Unternehmerinnen heute eher eine Chance oder manchmal vielleicht auch ein Risiko?

00:06:27: Beides, also ich meine natürlich... Also du hast es angesprochen mit der Heute-Show.

00:06:31: dieser Clip an dem ich antworte die Lage ist besäufniserregend ging glaube ich Millionenfach durchs Netz.

00:06:37: Ja.

00:06:38: Das danach folgende Interview nicht!

00:06:41: Ich habe noch ein paar Mehrsätze gesagt, dass ich kein Schwein interessiere.

00:06:47: Natürlich kann da in dem Moment ein Bekanntheitsgrad wahnsinnig schnell in die Höhe schießen.

00:06:51: Ob man sich jetzt natürlich persönlich drüber freut, dass man für eine Aussage wie Die Lage ist besäufniserregend millionenfach angeguckt wird weiß ich nicht.

00:07:00: Ich hätte mir gewünscht es wäre vielleicht etwas gehaltvoller Inhalt gewesen der dann so zu Begeisterungstürmen führt.

00:07:09: aber ja mein Gott.

00:07:12: Ja also wie gesagt das ist glaube ich es ist ein zweischnahtiges Schwert Weil zum einen kannst du natürlich schnell viele Menschen erreichen.

00:07:18: Du kannst dich aber auch ganz schnell fürchterlich in die Nesseln setzen.

00:07:23: Also diese gehaltvollen Zeiten sind auch vorbei?

00:07:26: Ja, also ich denke halt auch... das ist auch zum Teil wenn man sich auf den Wahlkampf zum Beispiel schaut ja früher wenn du dich über Politik informieren wolltest musstest du sagen wir mal zumindest ein halbseitigen Zeitungsartikel lesen Um so grob zu wissen, worum geht's denn?

00:07:40: Heute gefühlt zumindestens reicht für viele Menschen ein dreißig sekundliches Video auf TikTok.

00:07:46: Dass du natürlich in dreizig Sekunden keine wirkliche inhaltliche Botschaft rüber bringst sondern eher irgendwas was halt einfach Aufmerksamkeit generiert ist ja klar.

00:07:55: aber ich glaube dass viele junge Menschen oder viele Menschen generell nicht nur jung sich gut informiert

00:08:01: fühlen

00:08:01: wenn sie einfach drei vier fünf tiktok videos angucken und sagen ja ich habe eine Ahnung Und dann fehlt jeder Hintergrund.

00:08:08: Ich glaube auch, dass das der Grund ist warum gerade Parteien an den Rändern des Verfassungsbogens auch so viel Zulauf haben.

00:08:16: Ich bin da komplett bei dir.

00:08:17: Das bestätigen ja auch die Gäste, die schon aus dem politischen Spektrum bei mir waren zum Beispiel SPD-Generaissektor Tim Klüssendorf oder auch Felix Banachak von den Grünen.

00:08:26: Die haben wir das beide in der Aufzeichnung erzählt, dass es ja früher so war.

00:08:30: man ist nach vorne gegangen zur Zum Redepult im Deutschen Bundestag.

00:08:34: Man hat eine Rede vorbereitet mit seinem Team, mit seinem Referentensprach dann irgendwie zehn zwölf Minuten und dann wurde das eben bei Phoenix übertragen beispielsweise so heutzutage ist es so in vielen Büros da kommen die Referenten auf einen zu die Social Media Experten und sagen okay dass ist deine Rede zehn zwälf Minuten fünf Minuten.

00:08:52: hier hast du den rot markierten Satz auf denen kommt es an der ist irgendwie zwölfs Sekunden lang und dem musst du so entrüstet Vortragen oder begeistert vortragen, dass er hängen bleibt.

00:09:04: Das sind die fünfzehn zwölf Sekunden, die später auf den sozialen Kanälen dann funktionieren werden.

00:09:10: Ja das sind die neuen Zeiten!

00:09:13: Die haben mit Sicherheit auch Vorteile.

00:09:14: um Gottes Willen ich will es gar nicht verteufeln Ich will nur denke ich darauf hinaus und da bist du vermutlich auch bei mir Dass man sich sowas halt klar machen muss dass die Art, wie wir Informationen konsumieren eine andere ist und natürlich auch damit der Informationsgehalt ein anderer ist.

00:09:29: Das heißt nicht ohne, dass es schlechter ist?

00:09:30: Es ist halt anders!

00:09:32: Wie viel Humor braucht man in deiner Meinung nach wenn man sich öffentlich zu politischen Themen äußert?

00:09:37: Ich frag das auch im Hinblick auf Friedrich Merz, den man jetzt nicht unbedingt nachsagt, dass er der Humorfäuste isst im Umgang mit Medien.

00:09:46: Du brauchst Humor... ...und du brauchst ein dickes Fell Gerade, also z.B.

00:09:52: auch mit Blick auf diesen Paragraf, den es ja jetzt nicht erst neu

00:09:55: gibt.

00:09:56: Der wurde ja einfach nur überarbeitet.

00:09:59: und gerade mit Blick nach diesem Paragraph muss ich ehrlich sagen würde ich mir von unserer Politikerriege mal so ein bisschen mehr dickes Fell erwarten.

00:10:07: Also wenn man sich Helmut Kohlen anschaut in diesem wunderbaren Interview Ich glaube das war mit Günther Jauch wo er, ich paraphrasiert so'n bisschen sagt naja als Politiker bist du der Hahn auf dem Kirchturm und bist dir dem Sturm ausgesetzt Und ich bin freiwillig Parteivorsitzender geworden.

00:10:23: Ich bin freiwählig Kanzler geworden, jetzt muss ich also auch quasi freiwillige herhalten wenn man mich durch den Kakao zieht.

00:10:29: Der hat nie in seinem Leben glaube ich irgendjemanden angezeigt.

00:10:31: Angela Merkel übrigens auch nicht.

00:10:33: und wenn ich dann sehe dass es mittlerweile schon Angie ausgibt die sich darauf spezialisieren das Netz zu durchforsten wenn jemand ein politiker Schwachkopf was Lügenfritzen und sonst wie nennt und das so Anzeige bringen wo ich denke Also wenn ich mir dann andere Politiker anschaue, wie einen Wolfgang Kubicki zum Beispiel oder jetzt mal um aus dem politischen Spektrum rauszukommen ein Ulf Poschard.

00:10:58: Man kann

00:10:58: schon den Leuten halten was man will ist mal egal aber was die sich manchmal anhören müssen und trotzdem sagen Ich stehe da drüber finde ich bemerkenswert.

00:11:06: Und wenn ich dann eben Politiker der ersten Reihe anschau eine Frau strackt Zimmermann einen März Habeck Baerbock und Kroo ja ich meine die Hauptkläger sage ich mal sind ja bekannt Dann finde ich das ehrlich gesagt armselig, ganz ehrlich.

00:11:23: Haben wir in deiner Meinung nach auch so ein bisschen die Leichtigkeit verloren?

00:11:27: Oder Entspanntheit?

00:11:28: Ich glaube, Entspantheit trifft es eher.

00:11:32: Entspanntheit oder...ich würde noch einen Begriff draufsetzen und sagen ist es Souveränität?

00:11:37: Ja

00:11:38: Wir haben Souveränität verloren, die Souverenität über solchen Dingen drüber zu stehen.

00:11:41: Was anderes ist es wenn über soziale Medien welchen Kanal auch immer irgendwelche Drohungen ausgesprochen werden.

00:11:48: Ja, das heißt keine Ahnung ich stech dich ab oder ich weiß wo deine Kinder zur Schule gehen oder irgend so.

00:11:52: ein Scheiß.

00:11:54: Da müssen wir nicht drüber reden!

00:11:55: Das muss geahndet werden.

00:11:56: aber wenn ich mich jetzt hinstelle und sage keine Ahnung der und der ist ein Idiot meine Güte dann denke ich mir Alter wenn du damit nicht klarkommst bist im falschen Job.

00:12:07: Kann den Satire manchmal vielleicht eher Wahrheiten aussprechen die ihn zum Beispiel in Talkshows untergehen?

00:12:16: Also ich finde, die Wahrheiten muss man generell in jedem Format sagen können dürfen.

00:12:21: Also völlig egal ob das jetzt Satire ist oder ob es jetzt eine Polit-Talkshow ist, Satire erreicht vielleicht manchmal mehr Menschen weil's auf ne Humorvolle oder auf eine sag' ich mal weniger trockene Art vermittelt wird.

00:12:36: Ja.

00:12:36: Und wenn es vielleicht ein größeres Publikum anspricht als der Politiker bei dem wie du vorhin gesagt hast die zwölfminütige Rede auch Phoenix übertragen wird.

00:12:47: Nie sprich?

00:12:48: Ich wollte die nicht unterbrechen, ich wollte sie nur zustimmen.

00:12:50: Das ist absolut richtig was du sagst ja.

00:12:52: Na also von daher glaube ich das Satire vielleicht einfach manchmal in größeren Bekanntheits oder einen größeren Zuhörerkreis erreicht.

00:12:59: aber grundsätzlich bin ich der Meinung dass man die Wahrheit schon in jedem Format sacken können sollte.

00:13:05: Das höre ich oft, wenn ich mit meinen Gästensprecher, dass sie alle das Gefühl haben, dass der Umgang etwas vernachlässigt wird in der Gesellschaft.

00:13:14: Dass wir uns gar nicht mehr in die Augen schauen können und vielleicht auf Augenhöhe auch miteinander sprechen können ohne das Gefühl zu haben man wird falsch verstanden.

00:13:23: Ich generell finde ist die Diskurskultur in unserem Land ziemlich abhandengekommen.

00:13:28: Also es fängt schon im Bundestag an.

00:13:30: Wenn ich mir das von früher anschaue... Ich will jetzt nicht sagen, früher war alles besser.

00:13:35: Ich meine, hier gerade in Bayern ist Franz Joseph Strauß nach wie vor eine gestandte Persönlichkeit.

00:13:41: Die jeder kennt wenn man sich anschaut, wie der manchmal gewettert hat.

00:13:45: und trotzdem konnte man sich danach ganz vernünftig unterhalten.

00:13:49: Und wenn ich mir heute den Bundestag anschaue Norbert Lammert nannte ihn immer das Hohe Haus.

00:13:56: Und dann denke ich mir, wie die manches Mal dort miteinander umgehen.

00:13:59: Wie auch aus dem Plenum heraus provoziert wird!

00:14:02: Da hat einer eine Cabbie auf und dann wird der dreimal am Mahn.

00:14:05: Das heißt nicht mal die Scheiß-Cabbie ab verdammt ja?

00:14:07: Es ist die Hausordnung Herr Gott nochmal... ...und dann sitzen die Provokativ da drin oder mit irgendwelchen Aufdrucken auf T-Shirts wo ich sage es ist ganz klar untersagt dass da was aufgedrucktes Verdammt nochmal Haltigkeit dran.

00:14:18: Ja aber das ist für mich in Form von Provokation um jeden Preis.. Die überhaupt nicht zielführend ist.

00:14:24: Das ist für mich eine Art von Diskurs oder zwischenmenschlicher Auseinandersetzung, was hier abhandengekommen ist.

00:14:30: Was ich furchtbar bedauerlich finde weil das automatisch auch dazu führt dass viele Menschen glaube ich das Gefühl haben sie können nicht mehr alles sagen Sie dürfen nicht mehr ansagen Wehe dir du äußerst dich nicht in gewisse Weise politisch korrekt was auch immer das dann heißen mag und das finde ich zum einen sehr schade und zum anderen es ist eine Bedrohung der Demokratie.

00:14:52: Das Thema hatte ich auch mit Wolfgang Bosbach in der letzten Folge.

00:14:56: Da haben wir ein bisschen über die Deutschlandflaggen gesprochen, also wenn ich im Ausland unterwegs bin, ich bin gerne in Spanien eher sind Griechenland und

00:15:02: Co.,

00:15:02: da haben dir einen unheimlichen Stolz auf ihr Land und ich finde wir Deutschen können doch auch stolz sein auf das Deutschland heute!

00:15:09: Also mit unserer Geschichte natürlich der Vergangenheit, aber mit dem modernen Deutschland.

00:15:14: Mit dem weltoffenen Deutschland in dem wir jetzt leben.

00:15:17: Aber wenn du eine Deutschlandflagge auf deinem Balkon hinst, wirst du oft schon schräg angeschaut und das finde ich.

00:15:22: persönlich habe auch sehr viele Freunde unterschiedliche Nationalitäten die bestätigen das und sagen warum tickt ihr so?

00:15:28: Das kann doch nicht sein!

00:15:29: Ihr könnt auch stolz sein auf das gute alte Deutschland oder das neue Deutschland.

00:15:34: Du sprichst dann ganz wichtig ein Punkt an.

00:15:35: also mir geht es genauso.

00:15:36: ja Ich bin stolz auf mein Land, ich liebe mein Land Und ich habe mich mal unterhalten mit einem Migranten, der gesagt hat ihr sagt immer wir sollen uns integrieren.

00:15:47: Worin sollen wir uns den integriern?

00:15:50: Was sollen wir denn annehmen?

00:15:52: Ihr schämt euch doch für alles was eure Kultur ausmacht!

00:15:55: Ja du darfst auch in Deutschland schon gefühlt nicht keine Nationalstolz zeigen oder irgendetwas sagen.

00:16:01: In was soll ich mich dann integriere?

00:16:03: Was ist denn bei euch Kultur?

00:16:05: da wird doch sofort drauf gedroschen Dass wir Multikulti sind und dass wir weiß ich nicht was, das ist ja alles schön und gut.

00:16:12: Können wir auch sein?

00:16:12: Sollen wir auch seien.

00:16:13: aber wenn wir wollen, dass Menschen sich integrieren dann müssen wir denen auch sagen worin sie sich integieren sollen.

00:16:19: Vor allem müssten wir es auch... Wir müssten's auch vorleben!

00:16:22: Wir müsstens vorleben mit einem gewissen National stolz und der hat jetzt nichts mit Nazi-Tum und weiß ich etwas zu tun.

00:16:29: Müssen uns vorleben und wir müssten halt einfach auch mal sagen Ja, was sind denn unsere Werte von den?

00:16:34: wir wollen dass ihr euch integriert

00:16:37: Wenn du morgens, liebe Christina die Nachrichten einschaltest.

00:16:40: Wenn wir schon von Werten jetzt sprechen welches Thema beschäftigt dich denn derzeit am meisten?

00:16:45: Welche Wertes sind vielleicht auch abhandengekommen?

00:16:49: Boah was beschäftigt mich?

00:16:50: natürlich die Wirtschaftslage.

00:16:52: also ich meine als Unternehmerin hängen wir direkt oder indirekt an allen möglichen Entscheidungen die getroffen werden Sei es jetzt zum Beispiel Energiepreise, jetzt natürlich auch der Iran Krieg.

00:17:05: Der die Benzinpreise in die Höhe treibt und den Ölpreis und damit natürlich auch den Benzin-Preis.

00:17:10: Unsere Leute fahren mit Verbrennerautos auf die Baustelle.

00:17:14: Das schlägt bei uns natürlich ganz brutal ins Kontor.

00:17:17: Das ist eine Lage oder generell die Konfliktlage der Welt, die mich einfach umtreibt und beschäftigt.

00:17:24: Ich glaube, es gibt niemanden, denen das kalt lässt.

00:17:28: Und ich weiß nicht, ob wir auch nicht auf internationaler Ebene eine gute Form von Diskurs verloren haben.

00:17:38: Das kann durchaus sein also wenn man sich die Diskussionen anschaut, die in Brüssel geführt werden oder an anderen Orten dann schüttle ich zumindest oft den Kopf und denke mir wo sind wir nur angekommen?

00:17:53: jegliche Unterhaltung verloren haben, die auch zu einem Ergebnis führt.

00:17:58: Also man spricht ja sehr viel, man plant sehr viel aber wo sind denn bitte jetzt die Ergebnisse?

00:18:02: Die auch dem gegenüber also den Bürgerinnen und Bürgern dann in Europa einen Vorteil bringen.

00:18:07: Aber was uns doch heute auf jeden Fall mal interessiert liebe Christina deswegen bist du hier auch da!

00:18:11: Du bist der Unternehmerin und du bist nicht in das Unternehmen hineingewachsen sondern erst später eingestiegen.

00:18:16: dein Bruder sagte damals irgendwie sinngemäß ich möchte das nicht alleine machen War das denn für dich eher so eine Einladung oder ein Satz, der dein Leben auch wirklich verändert hat?

00:18:27: Ich würde mal sagen beides.

00:18:31: Als mein Bruder das gesagt hat – also wir hatten vorher auch mit unserem Vater schon drüber gesprochen und gesagt er hatte nicht mehr ewig Bock, das weiter zu machen – und als mein Brudder gesagt hat, er würd's gern weiterführen aber eben nicht allein habe ich es halt ja klar dann steig' ich mit ein.

00:18:44: Also für mich war das eine Einladung oder auch schon eine Art Berufung Und natürlich mein Leben verändert, oh ja.

00:18:52: Also mehr als ich mir vermutlich je hätte vorstellen

00:18:55: können.".

00:18:56: War dein Vater denn auch derjenige, der dir die Verantwortung vorgelebt hat?

00:19:01: Ja, natürlich!

00:19:02: Mein Vater und auch meinen Opa... Das ist ein klassischer Familienbetrieb.

00:19:07: das heißt bei Familienfeiern im größeren Rahmen oder einfach nur beim Abendessen zu Hause war natürlich die Firma immer Thema.

00:19:15: also da wurde immer drüber gesprochen was lief gut was lieft schlecht.

00:19:19: Ich komme ja noch aus einer Kinderzeit ohne Handy.

00:19:23: Kann sich heute kein Mensch mir vorstellen, so alt bin ich schon!

00:19:26: Naja...

00:19:28: naja das lass'n jetzt mal so stehen.

00:19:31: Aber ich kenne auch Urlaube.

00:19:33: also wenn mein Vater im Urlaub war dann hat der Telefontermine mit seiner Sekretärin ausgemacht und ist entweder im Hotel an die Rezeptionen telefoniert oder wir sind rechts rangefahren in ein Telefonhäuschen.

00:19:46: Das gab es damals noch.

00:19:47: Denke ich auch noch?

00:19:48: Kennen wir noch?

00:19:49: Und hat dann also mit dem Büro telefoniert, später hatte mein Vater eines der allerersten Auto-Telefone.

00:19:57: Diese riesengroßen Knochen mit der Antenne oben drauf im Zähnetz glaube ich war das rottetäuer, krotlinhafte Verbindung aber er war halt immer erreichbar.

00:20:06: warum?

00:20:06: weil er erreichba sein musste als Chef und so habe ich es von Kindesbeinen an erlebt und so lebe ich's heute im Prinzip auch.

00:20:13: Und du hast dich dann entschieden, Verantwortung für ein Familienunternehmen zu übernehmen.

00:20:17: Wie alt warst du damals?

00:20:20: Also als ich eingestiegen bin in die Firma das ist jetzt... Das war im Jahr zwei tausendsehntzehn also neun Jahre hier.

00:20:27: Okay,

00:20:27: gut.

00:20:28: Doch ja!

00:20:29: Ja doch, dein Alter hast du immer noch nicht verraten.

00:20:31: Musste auch nicht, aber ich bin natürlich so ein bisschen gespannt.

00:20:34: Ich

00:20:34: kann mich gerne sagen.

00:20:35: Da sind wir ja... Schau mal, ich bin Baujahr neunzehnhundertreinundachtzig.

00:20:38: Also da tun wir uns ja wirklich nicht viel.

00:20:40: Ja siehst du, ja ich auch, ich werde heuer drehenvierzig

00:20:42: Dann sagst du, du bist alt.

00:20:44: Entschuldige mal bitte!

00:20:47: Frauen

00:20:48: werden alt, Männer reifen wie guter Wein.

00:20:50: Ja das ist wohl wahr.

00:20:52: aber ich finde auch mit zweiundvierzier und dreinviertzig egal ob Frau oder Mann oder divers völlig egal.

00:20:57: ja ist man noch gehört mal nicht zum alten Eisen auch dieses Best-Ager.

00:21:01: also ab fünftig ab fünffünfzig ist es neu vierzig.

00:21:04: Also ich hatte hier schon Podcast.

00:21:05: Gäste die waren über neunzig und hörten sich an.

00:21:09: Anneliese Hackmann falls ihr uns mal wieder zuhört.

00:21:11: Annelise Hackmann eine bezaubernde Frau Neunzig Jahre alt Und die Katzen-Lady Europas, die hat die Katzengesetze mit ausgehandelt in Brüssel.

00:21:19: Also jeder der eine Katze zu Hause sitzen hat oder für den Kater arbeitet zuhause darf Anneliese Hackmann danken.

00:21:26: Die hat da viel erledigt.

00:21:28: Ach nein!

00:21:29: Wie geil ist das denn bitte?

00:21:31: Das nur am Rande.

00:21:32: Musste immer googeln und dann am besten noch die Podcastfolge anhören.

00:21:36: Genau.

00:21:37: Aber zurück zum eigentlichen Thema.

00:21:39: also du hast an irgendwann diese Verantwortung auch für ein Unternehmen, für dein Familienunternehmen mit übernommen?

00:21:45: Hast du denn jemals das Gefühl gehabt, dafür auch ein Stück Freiheit aufgeben zu müssen?

00:21:50: Ja natürlich.

00:21:52: Also ich empfinde es als Privileg dieses Unternehmen entführen zu dürfen und mit jedem Privilegg geht auch eine Verpflichtung einher und damit natürlich auch irgendwo ein Stück weit Verlust von Freiheit.

00:22:03: Ich habe es gerade gesagt mein Vater hat einen Teil seines Urlaubs damit zugebracht mit dem Büro zu telefonieren.

00:22:08: so ist bei mir auch.

00:22:09: also kann jetzt nicht irgendwie sagen ich bin jetzt vor zehn Tage nicht da und tschüss sondern Ich bin erreichbar und das ist für mich schon auch eine Form von Freiheitsverlust.

00:22:19: Auf der anderen Seite gewinne ich auch so unglaublich viel Freiheit, also... ...ich kann meiner Berufung nachgehen, auch wenn es jetzt furchtbar pathetisch klingt, aber es ist so,... ...ich kan meinen Lebensentwurf so leben wie ich das für richtig halt.

00:22:35: Ich finde unglaublich viele Erfüllungen in dem was ich tue in meinem Beruf und es ist für Freiheit und Freiheitsgewinn.

00:22:42: Also ich kann meine Zeit komplett freitakten, ich kann ja nicht tun lassen was ich will weil da durch den Rahmen gebunden aber denke das ist was ich mein.

00:22:53: also ich empfinde dass durchaus als freiheitsgewinne.

00:22:56: Nein!

00:22:56: Ich verstehe es überhaupt nicht Oh Mann, natürlich verstehe ich das.

00:23:02: Und ich glaube wer selbst Verantwortung trägt und Personalverantwortung hat der weiß auch dass man eben nicht das Telefon dann irgendwann wegliegen kann um sechzehn Uhr oder sagt am Freitag um zwölf.

00:23:10: jetzt habe ich mal Feierabend.

00:23:12: Hat man schon irgendwie aber man trägt eben diese Verantwortung vierundzwanzig Stunden.

00:23:16: Genau!

00:23:17: Ich empfinde es aber nicht als Belastungen.

00:23:18: Ich glaub das ist ein ganz wichtiger Punkt.

00:23:21: Das ist gut.

00:23:21: Das merkt man dir ja auch an du bist ja mit großem Engagement bei der Sache.

00:23:25: und was ich auch sehr spannend finde, euer Unternehmenssitz.

00:23:28: Der liegt in Strullendorf.

00:23:30: das ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg und wer es bis jetzt noch nicht gehört hat wir sind beide aus Oberfranken.

00:23:38: Ja also daher möchte ich die Frage jetzt auch mal an dich stellen.

00:23:41: Ich kann mir die Antwort schon fast denken welche Rolle spielt denn diese Verwurzelung für euren Erfolg?

00:23:46: Also ich sage mal für den reinen unternehmerischen Erfolg jetzt eher weniger aber für mich persönlich ganz stark weil Das Grundstück, auf dem die Firma auch steht.

00:23:56: Ich wohne da übrigens auch.

00:23:57: Also das ist quasi permanentes Homeoffice!

00:24:02: Das Grund-Stück hat mein Opa gekauft und entwickelt.

00:24:05: Und ich wohne auch im Bungalow in dem man eine Großeltern gewohnt haben.

00:24:10: Mein Opa und ich waren zeitlebens unglaublich eng miteinander... ...und jetzt hier quasi auf dem Grundstuck sein Erbe vorzuführen In den Räumlichkeiten, in denen er auch war, das bedeutet mir persönlich sehr viel.

00:24:23: Von daher ist dieser Firmensitz für mich persönlich sehr

00:24:26: wichtig.".

00:24:28: Und du sagst auch dass du deine Schwächen kennst aber ebenso offen mit deinen Stärken kennst und gerade aus schlechten Führungserfahrungen viel gelernt hast?

00:24:39: Was können denn Mitarbeiter von dir

00:24:41: erwarten?".

00:24:44: Oh Gott!

00:24:45: Ich würde mal sagen Nahrbarkeit Menschlichkeit?

00:24:52: Ich glaube, ich bin ein sehr authentischer Mensch.

00:24:55: Ich trage meine Emotionen im Gesicht die fröhlichen und wenige Fröhlichen.

00:25:02: Respekt!

00:25:05: Ja, das ist so was mir spontan einfällt.

00:25:09: Du hast auch einmal gesagt dass du von schlechten Chefs fast mehr gelernt hast als von den Guten.

00:25:14: Gibt es da eine Begegnung, die dich bis heute geprägt hat?

00:25:20: Und gekündigt, ich habe in Akienturen vorher gearbeitet.

00:25:23: Also ich komme aus der Geisteswissenschaft und hab vorher in der PR- und in der Unternehmenskommunikation gearbeitet... Ja!

00:25:28: ...und ich hatte in der Agentur gekündigt und habe das mit meinem direkten Vorgesetzten gemacht und der ist los und hat sofort den Chef geholt.

00:25:36: Und dann hat dieser Chef der Inhaber mich eine Dreiviertelstunde lang so abgekocht dass ich heulend in dem Zimmer saß.

00:25:45: Ich habe gezittert am ganzen Körper Also war wirklich völlig am Ende mit den Nerven, dass das nicht sein kann und ob ich bei der Konsequenzen im Klaren bin.

00:25:58: Das ist für mich ein ganz konkretes Beispiel eines schlechten Chefs oder eines Chefs, der sich selbst nicht in Griff hat.

00:26:08: Gut!

00:26:08: Und das möchte man dann natürlich auch seinen Mitarbeitenden nicht mit auf den Weg geben?

00:26:12: Ich glaube daraus lernt man ja auch aus diesen schlechten Erfahrungen

00:26:16: Absolut, also mir ist das tatsächlich dann auch passiert.

00:26:19: Ich habe einen Mitarbeiter für den wir sehr viel gemacht haben und er war ein paar Jahre bei uns und hat gesagt ja überlegt sich, sich beruflich zu verändern.

00:26:28: Er hat da Familienangebot... Und meine erste Reaktion, mein erstes Gedanke war natürlich Boah du Arsch!

00:26:34: Ja aber das hab ich nicht gesagt.

00:26:36: Ich dachte ne, du gehst jetzt hier mal zwei Schritte zurück.

00:26:39: Ich hab mit ihm gesprochen und hab gesagt du pass auf.

00:26:41: Das ist natürlich für unseren Herr Verschlag.

00:26:42: wenn du gehen würdest wäre das sehr bitter.

00:26:45: Aber Du musst das für dich entscheiden, denn du musst mit dieser Entscheidung happy sein und macht dir Gedanken.

00:26:52: Das Gespräch war bestimmt ne Stunde lang.

00:26:54: Und end vom Lied ist.

00:26:55: wir hatten am Donnerstag gesprochen und er sagte mir am Montag meldet er sich und gibt mir Bescheid wer sie entschieden hat.

00:27:01: Er hat mich Sonntag angerufen und ich sag so weißt du was?

00:27:03: Ich bleib bei euch!

00:27:05: Du hast so cool und so entspannt reagiert und ich habe mich sowohl gefühlt und ich sage nee das ist meine Firma.

00:27:10: Bei euch will ich weiterbleiben.

00:27:13: Schön!

00:27:16: Ist er denn heute noch bei euch?

00:27:17: Ja.

00:27:18: Wow, das ist toll.

00:27:20: Also euer Unternehmen beschäftigt ja auch Menschen aus ich glaube über zehn Nationen.

00:27:27: Was hast du durch diese Vielfalt über Menschen gelernt dass dir auch kein Studium hätte vermitteln können?

00:27:33: Oh Gott ganz viel Toleranz diesen wunderbaren Spruch try first to understand then be understood.

00:27:43: Ja, jeder Mensch hat für das was er tut einen Grund.

00:27:45: Und auch wenn mir dieser Grund vielleicht total lapidar erscheint und ich mit der Gehöhe ist es für denjenigen offensichtlich ein ganz wesentlicher Punkt des zu tun was er gerade tut.

00:27:56: Und da sich zu versuchen hineinzuversetzen finde ich es nicht nur bei Menschen mit Migrationshintergrund sondern einfach auch generell beim Menschen ein ganz ganz wesentlicher Punkt von Führung.

00:28:08: aber ja also grade mit Menschen die vielleicht auch nicht aus der EU kommen kulturelle Offenheit, dass den Menschen die so viel zu erzählen haben.

00:28:15: Die ein völlig anderes Leben gelebt haben als ich bisher und von denen man einfach was das angeht wahnsinnig viel lernen kann.

00:28:24: also Ich bin jedes mal dankbar wenn mir auch einer meiner Mitarbeiter irgendwas erzählt aus seiner Herkunft oder Aus umständen.

00:28:30: wir hierher gekommen ist bewegt mich das zum einen Und wie gesagt zum anderen nehme ich immer irgendetwas mit was sich für mich Als learning verbuchen kann.

00:28:39: Ja das ist wichtig und das ist gut, liebe Christina.

00:28:42: Stell dir mal vor morgen würde ein junger Mensch noch jünger als du Vor dir stehen uns sagen ich möchte Unternehmer oder Unternehmerin werden.

00:28:51: Würdest du spontan sagen macht das?

00:28:54: Oder würdest du erstmal ganz viele Fragen stellen?

00:28:58: Also Ich würde sagen mach dass weil also das Unternehmer

00:29:04: gehen

00:29:04: hast du entweder oder Du hast es nicht an und für sich nicht lernen.

00:29:10: Aber wenn jemand schon dieses Gefühl oder dieses Bedürfnis hat, sich selbstständig zu machen dann würde ich jetzt mal sagen hat er dieses Unternehmer gehen?

00:29:19: Und ich glaube tatsächlich sogar dass eine gewisse Blaueugigkeit manchmal helfen kann.

00:29:25: also bei mir ist es zum Beispiel so gewesen Ich habe dir gesagt die kommen aus einer ganz anderen Ecke und sehr blauäugig in das Familienbusiness mit reingegangen und ich glaube manchmal Wenn ich gewusst hätte was mich erwartet Hätte ich gesagt, boah, das schaff weiß ich nicht.

00:29:43: Da ich es aber nicht wusste, sondern mit einem gnadenlosen Optimismus an die Sache rangegangen bin, habe ich's gemacht?

00:29:49: Wobei ich muss einen Einschub bringen... Ich hab schon immer gewusst was ich kann und auch was ich nicht kann!

00:29:54: Und ich hab von ganz Anfang an die Dinge, die ich nicht konnte – und auch heute noch nicht – dass das Thema Jurist ist.

00:30:03: Das ist das Thema Steuer.

00:30:06: Finanzen im Detail.

00:30:07: Dafür habe ich mir halt einfach Leute ins Boot geholt, die damit ihr Geld verdienen und damit richtig gut sind.

00:30:12: Wo ich sage Ich muss nicht alles können und ich muss nicht Alles wissen.

00:30:15: Ich brauche nur jemand an meiner Seite der es kann.

00:30:18: Aber Leine diese Aussage qualifiziert dich ja schon als Arbeitgeberinnen.

00:30:22: Wenn man weiß, was man kann und vor allem wenn man weiß was man nicht kann dann ist es doch schön!

00:30:26: Es gibt nicht die eierlegende Wäumichsau, die wünschen wir uns ja alle, die sind ihr selbst nicht.

00:30:31: Du setzt dich ja auch intensiv mit Unternehmensnachfolge auseinander.

00:30:34: du warst davor dass Bürokratie und Unsicherheit junge Menschen von unternehmerischer Verantwortung abstecken kann.

00:30:41: wie steht das denn um die Bürokratei in Deutschland?

00:30:45: Also eine Katastrophe.

00:30:46: also ich glaube wir hatten Lass mich lügen, zwanzig fünfundzwanzig hundertviertfünfundvierzig Milliarden Bürokratiekosten.

00:30:54: Also ich meine da braucht man nicht darüber reden über irgendwelche Löcher im Haushalt ne?

00:30:58: Ich habe die Zahlen jetzt nicht verorgen aber ich kann mir das durchaus vorstellen dass es sich in dieser Größenordnung bewegt.

00:31:02: Meines

00:31:03: ist vom IFO-Institut.

00:31:05: also die Zahl ist mit sich... Es ist auf jeden Fall eine dreistellige Milliardensumme und Bürokratee wirkt im Prinzip Jede Art von Fortschritt, von unternehmerischer Mut.

00:31:19: Von Enthusiasmus ab!

00:31:21: Weil ich kann gerne ein Beispiel bringen...

00:31:25: Gerne.

00:31:26: Als mein Opa die Firma gegründet hat waren es hundert Leute mit sieben Leuten im Büro.

00:31:35: Heute sind wir dreißig und haben sieben Leute in Büro.

00:31:38: Und das liegt nicht da dann dass die Leute heute dümmer sind als vor dreißzig-vierzig Jahren sondern dass wir uns zu Tode verwalten.

00:31:47: Und ja, ich denke dieses Beispiel ist es tatsächlich realistisch.

00:31:52: also waren damals knapp hundert Leute mit sieben Leuten im Büro.

00:31:55: das war in achtzig Jahren als mein Opa die Firma geführt hat.

00:31:57: und wie gesagt heute sind sieben bei dreißig Mitarbeitern und Ich habe das Gefühl Es wird immer schlimmer.

00:32:02: Also Die Politik Das Ist ja nicht nur erst März der kommt und sagt Wir wollen die Bürokratie abbauen.

00:32:06: das War Ja auch schon Scholz Wie gesagt haben Ja Hier Bürokrate muss weniger werden.

00:32:10: Ich hab's Gefühl Es Wird Immer mehr und Nicht Weniger.

00:32:14: Ja, mit der Meinung stehst du auch nicht alleine.

00:32:17: Man sollte vielleicht noch mal erwähnen es handelt sich ja um einen Malerbetrieb und wenn jemand heute an ein Maler Betrieb denkt da haben viele wahrscheinlich dann erst mal Farbeimer und Pinsel vor Augen.

00:32:27: aber ihr arbeitet ja längst auch mit Robotik, mit digitalen Prozessen, mit künstlicher Intelligenz.

00:32:33: Wann hast Du denn da gemerkt?

00:32:34: das Handwerk von morgen wird völlig anders aussehen als das was viele vielleicht heute noch im Kopf haben?

00:32:41: Also mein Bruder und ich haben das im Prinzip eigentlich schon gedacht, als ich mit in die Firma eingestiegen bin.

00:32:46: Das war dann wie gesagt, siebzehn, zwanzigachzehn.

00:32:48: Und wir haben dann zwanzichachzehnt auch die Firma komplett digitalisiert also nicht über Nacht sondern.

00:32:54: In Schritten.

00:32:54: aber das war so der Status dass wir gesagt haben Wir müssen hier digital werden.

00:32:59: Was den was den Fokus jetzt auf Robotik zum Beispiel angeht meine Ich glaube es war die Bau zweiundzwanzig wo ein einen Lifferant von uns Oder ein Hersteller, Schreckstrich-Lieferant.

00:33:12: Ein Baustellenroboter vorgestellt hat den die mitentwickeln und wie gesagt dann boah wie cool ist das denn bitte?

00:33:20: Und seitdem sind wir Technologiepartner oder Pilotprojektpartner und sind da quasi als Inputgeber dabei.

00:33:31: Also spätestens da war uns klar das Handwerk hat irrsinniges Potenzial, sich weiterzuentwickeln ist auch schon sehr stark dabei, sichs weiter zu entwickeln.

00:33:41: Auch wenn natürlich immer noch viele Leute glauben das es im Prinzip eine Rolle und ein Pinsel und das war's?

00:33:46: Ja, es geht ja nicht nur um die Rolle und den Pinsel Es geht da auch in den heutigen Zeiten eben viel um KI und künstliche Intelligenz Und viele Menschen haben eben auch Angst dass Arbeitsplätze ersetzt werden.

00:33:57: Hast du denn diese Sorge auch oder glaubst Du, dass KI uns eher Zeit für das Wesentliche schenkt.

00:34:04: Also ich glaube, diese Singularität dieser Moment an dem KI und Robotik die Weltherrschaft an sich heißen.

00:34:12: Und den Menschen fast klaben so Terminator-like ja?

00:34:16: Ich glaub, dieser Moment wird nicht kommen!

00:34:21: Natürlich sehe auch Risiken, brauchen wir nicht drüber reden aber ich seh' die Potenziale als schwerwiegender... ...und die Chancen, die wir haben als schwerwiegender als das was möglicherweise schiefgehen kann.

00:34:32: K.I.

00:34:32: unterstützt uns heute schon in gerade so monotonen oder sich wiederholenden Prozessen, wo du Mitarbeiter sagst naja da muss jetzt kein Raketenwissenschaftler sein um das umsetzen zu können.

00:34:44: Wo K. I. uns wahnsinnig viel abnimmt und da auch vor dem Hintergrund Thema Bürokratie ja viel Manpower ersetzen kann ohne dass ich glaube dass die KI den Menschen ersetzt.

00:34:56: weil Sag ich mal, ich habe es gerade gesagt.

00:34:59: Wiederholende Prozesse, monotone Prozese – alles super!

00:35:02: Aber ich glaube dass das Zwischenmenschliche niemals von KI ersetzt werden kann.

00:35:07: Da wirst du immer Menschen brauchen.

00:35:08: Von Mensch zu Mensch.

00:35:11: Wenn Du das schon erwähnt, was glaubst Du denn?

00:35:13: Was würde denn eine geklohnte KI-Geborene Christina Böhmen besser

00:35:17: machen?!

00:35:19: Boah...

00:35:20: Ich glaube sie wäre ... sie wär ... turierter Und in ihrer Schreibtischordnung besser als ich.

00:35:31: Ich muss klar ein bisschen schmunzeln, denn diese Frage habe ich etwas abgewandelt auch vor wenigen Tagen Harry Weinfurt gestellt.

00:35:38: Was hat der gesagt?

00:35:39: Wir kennen ihn alle noch – der Preis ist heiß!

00:35:41: Eine Legende... Und Harry meinte, also ich hatte ihn gefragt wie es denn aussieht Mensch wieder auf Lage und das ist ja alles gar nicht mehr so einfach.

00:35:49: Und der hat er tolle Quoten früher.

00:35:50: Ja, es war sein Bekanntheitsgrad in Deutschland riesig.

00:35:53: So.

00:35:56: Das war Jörg Träger.

00:35:57: Geh aufs Ganze!

00:36:01: Ja, da gab's ja vieles.

00:36:02: Ich hatte auch Friedrich Meißner bei mir zu Gast vom Glücksrad und also die Shows waren ja toll!

00:36:07: So und Harry meinte ja... Stellt ihr mal vor es würde zwölf von ihm geben.

00:36:11: Zwölf Harry Weinforz der könnte er von morgens bis abends alles moderieren bei RTL und würde auch nichts mehr kosten.

00:36:17: Und dann haben wir so ein bisschen philosophiert und er meint ja, da müssen sie mir aber erstmal meinen Gesicht abkaufen und die Stimme daran erkennt man ihn auch.

00:36:25: Aber das ist ja schon Ein schwieriges Thema, wenn man sich mal so diese Synchronspecher anschaut oder auch Schauspieler in Hollywood.

00:36:33: Da gibt's Filme die schon komplett mit KI gemacht werden.

00:36:35: Also vielleicht wieder zurück zum Handwerk.

00:36:38: das interessiert mich ja dann auch was wird denn in deinen Augen ein guter Handwerker in zwanzig Jahren können müssen?

00:36:45: Mit- oder ohne KI Was heute noch gar nicht in der Ausbildung vermittelt?

00:36:49: wird?

00:36:50: Der Umgang mit Robotik tatsächlich Ja also einfach einen Roboter bedienen können und vielleicht um es mal in ein bekannteres Tätigkeitsfeld zu ziehen, so den kleinen Ölwechsel machen können.

00:37:04: Also wir bilden unsere Mitarbeiter zum Operator aus.

00:37:10: Der Bediener des Robotters wird genannt und der in der Lage ist, keine Ahnung, Update auf das Software zu fahren.

00:37:17: Wenn sich das System mal aufgehängt hat, ist neu zu starten.

00:37:21: Im Prinzip das Mini-Admin am Rechner.

00:37:25: Dazu bilden wir schon Mitarbeiter aus.

00:37:29: Und das glaube ich wird ein ganz wesentlicher Punkt sein, der das Handwerk... also nicht nur Maler und Lackierers sondern der das generell das Handwerker beschäftigen wird.

00:37:37: Ja was das Hand Werk ja auch beschäftigt ist der Fachkräftemangel.

00:37:41: Der beschäftigt fast jedes Unternehmen.

00:37:43: wenn ich dich frage was fehlt euch wirklich Menschen oder Begeisterung für Berufe?

00:37:48: Was würdest du antworten?

00:37:51: Also bei uns jetzt direkt im Betrieb kann ich jetzt ganz Arroganz sagen weder noch.

00:37:57: Wir haben wirklich, also wir haben unglaubliche Nachfrage auch an Ausbildungsplätzen hat setzt aber voraus dass wir uns wahnsinnig in der Region engagieren.

00:38:07: Also wir sind in Schulen und halten dort kurz Vorträge zum Beruf des Malers.

00:38:12: Wir bieten Praktika an, wir arbeiten zusammen mit einer Einrichtung hier für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wo wir Praktik veranbieten und wo wir so quasi junge Leute schon versuchen um den Begriff zu begeistern was auch in weiten Teilen funktioniert.

00:38:29: also wir haben dieses Jahr vier Azubis fürs erste Lehrjahr Was bei unserer Betriebsgröße schon wirklich viel ist

00:38:35: Bei dreißig Jahren

00:38:37: Genau!

00:38:37: Also wir mussten auch schon welche ablehnen.

00:38:41: Also ich kann mich da nicht beschweren, aber natürlich es fehlt immer noch am Verständnis in der Bevölkerung fürs Handwerk.

00:38:51: Wobei das besser wird.

00:38:53: vor zehn, fünfzehn Jahren hieß es immer noch was?

00:38:55: Handwerker, nee, nee aus dir soll mal etwas Besseres werden.

00:38:58: heute wissen die Menschen glaube schon dass gerade das Handwerk wieder goldene Boden hat weil KI ersetzt keine Ahnung was an Schreibtisch berufen Den Handwerker, der auf die Baustelle fährt und keine Ahnung im Altbau eine Wohnung streicht, bei der kein Winkel gerade... Kein Winkel neunzig Grad hat.

00:39:19: Das wird eine Robotik so schnell nicht können!

00:39:21: Und das wird auch eine KI so schnell nie können.

00:39:23: Also dass das Hand, das wirklich tun mit deinen Händen glaube ich wird in den nächsten Jahren wieder deutlich mehr an Wertschätzung erfahren.

00:39:31: Und das ist auch gut so, liebe Christina.

00:39:34: Was auch gut ist du engagierst dich unter anderem im Bundesverband Mittelständische Wirtschaft BVMW.

00:39:40: Du bist im Wirtschaftszenat engagiert.

00:39:43: Du bringst dich in wirtschaftspolitische Diskussionen ein und vieles mehr.

00:39:49: Warum engagierest du dich darüber hinaus so stark?

00:39:52: Du hast ja eigentlich sehr, sehr viel schon zu tun und dennoch geht dir die Energie nicht aus!

00:39:57: Ja ich bin halt... Ich glaube es ist auch wieder so das Thema Unternehmer Machen ist, wir wollen nur krasser.

00:40:04: Ich will halt nicht immer nur jammern!

00:40:06: Also ich will damit keinem Unternehmer unterstellen der sich nicht politisch engagiert dass er nur jammet und keinen Bock hat was zu machen.

00:40:12: vor allen Dingen von dem Hintergrund das wenn man gerade Handwerk anschaut.

00:40:15: der durchschnittliche Handwerksbetrieb hat dreieinhalb Mitarbeiter.

00:40:17: Da ist der Chef die ganze Woche auf der Baustelle und macht am Wochenende Abrechnung, Kalkulation, Buchhaltung.

00:40:23: Der kann nicht nach Berlin fahren und da in irgendwelchen Podiumsdiskussionen sitzen und Gott weiß was machen.

00:40:30: Er fehlt dann als wirtschaftliche Kraft auf der Baustelle.

00:40:33: Ich habe das Privileg dass es bei uns so funktioniert, dass ich mich da mal rausnehmen kann.

00:40:38: Und sagen kann ich kann nach Berlin?

00:40:39: Ich kann nach Brüssel!

00:40:40: Ich kann dort die Interessen des Mittelstands und des Handwerks vertreten.

00:40:45: Ich mache es zum einen sehr gerne und eben vor dem Hintergrund, aber das ist auch nicht jeder kann.

00:40:51: Ist es für mich eine Verpflichtung oder ein... ich schulde dass der Mittelstand, ich schulte das unserem Handwerk.

00:41:00: Dass ich mich dafür starkmache, dass wir gehört werden, dass die Stimme

00:41:03: haben.".

00:41:04: Und wenn du in Berlin bist dann begegnest du auch regelmäßig Politikerinnen und Politikern?

00:41:09: Was würdest du dir wünschen, dass sie häufiger tun zuhören oder klären?

00:41:12: Oder beides?

00:41:16: Oder auch mal den Mund halten?

00:41:18: Auch, reden ist überschweigendes Gold.

00:41:20: Ich würde mir auch wünschen dass sie wieder mehr die Nähe zur Bevölkerung suchen würden zu den Menschen die Sie vertreten, zur Wirtschaft, zur Unternehmen.

00:41:33: also ich meine wenn man sich mal anschaut... ich glaube die AfD ist die einzige Bundestagsfraktion die Handwerker beschäftigt in ihren Reihen hat oder generell.

00:41:44: Der Unternehmer wird immer weniger vertreten im Bundestag.

00:41:48: Und dabei soll doch der Bundestag oder die Mitglieder des Bundestags sollen ja dann in die Bevölkerung vertretern.

00:41:53: und ich habe das Gefühl, dass Politiker sich immer weiter von den Menschen, die sie vertrethen sollten entfernen und dass deshalb auch natürlich dann irgendwelche Entscheidungen getroffen werden oder Pakete geschnürt werden, die jenseits aller Vernunft sind.

00:42:10: Und ich glaube nicht, dass das Politiker grundsätzlich machen aus Bösartigkeit.

00:42:14: Sondern einfach oft weil sie den realen Bezug gar nicht haben!

00:42:19: Ich meine, stell dir doch an... Wenn Merz sagt ja bei dem Vorschlag AU ab dem ersten Krankheitstag und dann sagt ja nee der Mitarbeiter muss ja nicht am ersten Krankheitstag zum Arzt, er braucht ja nur eine ARU.

00:42:32: Dann sag ich, woher soll er die kriegen?

00:42:36: Wenn er nicht zum Arz

00:42:37: geht?!

00:42:38: Dann geht er am zweiten Tag seiner Krankheit, wenn sie ihm vielleicht schon wieder besser geht zum Arzt.

00:42:43: Wo eigentlich auf die Arbeit gehen könnte.

00:42:45: aber er muss ja zum Arz und sich für den ersten Krankheitstag eine EU holen.

00:42:51: Findet die Logik?

00:42:52: Findet den Fehler?

00:42:54: Ja

00:42:55: das würde nicht passieren, wenn unsere Politiker näher an der Realität dran wären!

00:43:02: Ich frage mich, dass sie eben auch oft.

00:43:03: Und ich gerade auch bei diesem Beispiel wieder, man merkt ja die Zustimmungswerte dann, die den Keller rauschen und diese Spitzenpolitiker sind umgeben von so vielen Beraternsprechern.

00:43:13: Ich bin selbst hauptberuflich Pressesprecher also ein bisschen Kommunikationsverständnis habe ich daran auch.

00:43:20: Wer beriet dich eigentlich?

00:43:21: Bist man so blind, unterhältst du dich nach Feierabend gut.

00:43:24: Das gibt es in den Shops Helden.

00:43:25: aber wenn du irgendwann mal außerhalb deiner Blase unterwegs bist jetzt mal nicht im Regierungsviertel, dich mit ganz normalen Menschen unterhältest und fünfzehn Menschen fragt was sie dazu sagen und fünft sind der gleichen Meinung und sagen das ist totaler Bullshit.

00:43:37: was ihr da plant da oben dann könnte man doch vielleicht auch darüber mal nachdenken und das nochmal infrage stellen.

00:43:44: Ich komme genau wie du aus der Kommunikation und ich habe genügend Unternehmen begleitet, auch auf Pressekonferenzen.

00:43:49: Und ich frage mich das gleiche wie du, sei ich mir... Sind eure Kommunikationsberater einfach nur Scheiße?

00:43:56: Oder

00:43:57: hört ihr nicht

00:43:58: zu?!

00:43:58: Also ich denke mir so manches Mal wenn so ein Politiker dann vor's Mikro tritt Wenn ich jetzt dein PR-Berater wäre, ich würde erst dich erschießen und dann mich!

00:44:07: Also ich hoffe nur wirklich, also nicht wirklich gemein sondern nur sinnbildlich.

00:44:11: Aber da wird es doch wahr in manches Mal!

00:44:14: Naja viele sind auch blind Beratungsassistent Da hilft der beste Spächer die beste Spächere nichts.

00:44:19: Die sind dann die ersten die gehen müssen.

00:44:20: ja aber ist das Bauernopfer das so genannte?

00:44:24: Ich hatte mal gelesen mit, ich glaube bis dreiundvierzig oder so.

00:44:27: Schönes Alter!

00:44:28: Ist man noch fähig sich auch zu verändern und dann ist der Charakter auch gefestigt?

00:44:32: Und ich glaube jemand, der schon vielleicht Ende sechzig Anfang siebzig ist, der wird sich nicht mehr verändern.

00:44:37: Ja aber ich glaub da brauche ich doch dann schon ein hohes Maß an...ich bin unfehlbar ne?

00:44:42: Ja gut, aber das musst du haben sonst wirst du nicht in so einer spitzen Position.

00:44:47: Das kann auch sein.

00:44:48: Vielleicht ist es auch das ein Problem was unsere Politiker haben dass die von ihrer eigenen Unfehlberkeit überzeugt sind.

00:44:54: Ja, deswegen hilft auch der Blick ins Ausland.

00:44:57: und da sind wir noch mal beim Thema Afrika.

00:44:59: Du engagierst dich für Projekte in Afrika?

00:45:01: Was hast du dort, liebe Christina, gelernt dass deinem Blick ein bisschen auf Deutschland verändert hat?

00:45:08: Improvisationsterlent Dinge einfach mal nicht ganz so verbissen zu sehen.

00:45:18: Und Demut Weil wir Deutschen laufen ja schon wahnsinnig gerne durch die Weltbeschichte mit dem erhobenen Zeigefinger.

00:45:25: Wir können's besser, wir wissen es besser.

00:45:26: Wir erklären euch jetzt mal wie der Hase

00:45:27: läuft.".

00:45:29: Zum

00:45:29: einen kommt das nicht immer so wahnsinnig gut an und zum anderen ist es so dass wenn ich jetzt in Afrika Rwanda oder Senegal als Beispiel nehme die machen Dinge anders.

00:45:42: Die machen sie deswegen aber nicht schlechter.

00:45:44: Und ich glaube uns täte es mal ganz gut und da selber wieder zu hinterfragen nur weil jemand etwas anders macht ist es damit falsch, dann muss man natürlich korrigieren oder ist es einfach nur anders.

00:45:58: Und wenn ich sage okay du hast einen anderen Ansatz aber ich versuche mich da mal hineinzusetzen wie das Thema try first understand and to be understood und kann da vielleicht sogar was davon lernen?

00:46:11: Ja!

00:46:12: Das wird schön... So denkt denn ich war vor acht Jahren in Kenia, also in Afrika an Kenia.

00:46:20: Nairobi und war auch auf dem Land in Kishumu.

00:46:22: das ist am Victoria See und dort eine sehr schöne Ecke bin dort dann auch mit dem... Gefahren worden und dann sieht man natürlich am Straßenrand viele Kinder auch zur Schule laufen.

00:46:33: Die laufen dann größtenteils barfuß, nicht weil sie sich jetzt keine Schulleisten können für die Schule.

00:46:40: Aber zum Teil ist das so.

00:46:42: aber größten teils liegt es vielleicht auch ein bisschen an der Lebens... Haltung dort vor Ort an der Leichtigkeit, wie man dort eben auch zur Schule läuft.

00:46:50: Und das machen sie dann über zwei drei Kilometer aber Sie tun das mit einer Freude im Gesicht.

00:46:54: also wenn man die Kids beobachtet und auch die Eltern da wirkt jetzt keiner traurig.

00:46:59: und das ist ja auch glaube ich den Menschen vor Ort wichtig dass wir nicht immer sagen Das sind die armen Afrikaner Ja denn ich glaube was uns fehlt es so ein bisschen der Blick auch Auf uns, also wir haben genügend Probleme auch vor der eigenen Tür.

00:47:12: Aber ich glaube dass wir Deutschen manchmal vergessen haben wie gut es eigentlich auch selbst noch geht.

00:47:17: Natürlich!

00:47:18: Wir jammern generell auf hohem Niveau.

00:47:19: Das meinte ich damit genau.

00:47:20: Absolut,

00:47:21: absolut ja.

00:47:24: Lieber Christina zum Ende der heutigen Folge Wann gehst du denn mit dem Gefühl nach Hause heute war ein guter Tag?

00:47:33: Oh Gott wenn wir im Team irgendeine Herausforderung lösen konnten Wenn... Ich eine Mitarbeiter oder einem Kunden irgendwie bei irgendwas helfen konnte, da sind manchmal Kleinigkeiten.

00:47:50: Ja wenn ich das Gefühl habe dass ich heute irgendeinem Menschen irgendetwas Gutes getan hab und das meine ich nicht monetär sondern auf Gott welche Art weiß er auch immer sei es mal ein Lächeln ja einfach nur mal auch was freundliches gesagt.

00:48:05: ich mein der Franke sagt ja ne kchimpftes Club genug Du

00:48:09: vertriehst

00:48:10: mich, ich weiß nicht ob eine

00:48:11: Podcast

00:48:11: höre.

00:48:12: Und das schätzt mal meine Podcast-Zuhörer nicht?

00:48:18: Dass man das eben dann doch nicht macht, dass man sagt Mensch, ich lobe jetzt mal jemanden für ne Kleinigkeit!

00:48:23: Ich bedanke mich!

00:48:25: Das ist ja auch so ein Ding...ich kann als Chef bitte und Danke sagen, da breche ich mir nix dabei

00:48:30: ab.

00:48:31: Wenn dann mich jemand anlächelt oder anstrahlt, dann gehe ich nach Hause und denke mir heute war ein guter Tag.

00:48:38: So, und jetzt hast du noch die einmalige Gelegenheit, liebe Christina.

00:48:42: Den Bundeskanzler ist Unternehmerin noch irgendwas mit auf den Weg zu geben?

00:48:46: Er wird das wahrscheinlich nie hören!

00:48:47: Deswegen kannst du ganz frei raus sagen was du ihm noch mitgeben möchtest.

00:48:51: Was ich ihm mitgeben möchte... Also wenn ich ihn reden höre, nach vierzehn Monaten hat die Bundesregierung Tritt gefasst.

00:49:00: Dann lege ich mir ... Und dafür willst Du jetzt ein Lorberg-Renz oder wie?

00:49:04: Also komm ins Doing Alter, komm ins Doing und hör auf zu reden!

00:49:10: Einfach mal machen.

00:49:12: Einfach Mal Machen?

00:49:13: Ja.

00:49:14: Ist krass aber

00:49:15: funktioniert.

00:49:16: Das ist doch schön das ein schöner Schlusssatz.

00:49:18: also wir haben heute nicht wirklich über Farben gesprochen Aber so'n bisschen über Menschen dass es viel wichtiger und über Verantwortung und Humor Und bisäufnis erregende Zustände in Deutschland.

00:49:28: Liebe Christine, das war mir ein Fest Also von Oberfranken zur Oberfränke und ich wünsche dir von Herzen alles erdenklich guter weiterhin vor allem Gesundheit.

00:49:37: Viele gute Ideen auch für die Mittelstadt.

00:49:39: Danke schön!

00:49:41: Das war

00:49:42: Schüchtern

00:49:42: bis Nöchtern, der Publicity-Podcast

00:49:45: von

00:49:46: André Puchter.

00:49:47: Alle Infos zu dieser Folge auf www.schüchdernbisnüchern.de.

00:49:53: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:49:54: und

00:49:55: bis zum nächsten

00:49:55: Mal Schlager Radio Podcast.

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