Dr. Bernd Slaghuis | Karriere- und Business-Coach - Ist der klassische Lebenslauf ein Auslaufmodell?
Shownotes
Karriere beschäftigt uns fast ein ganzes Leben lang. Sie beeinflusst unsere Entscheidungen, unseren Alltag und oft auch unser Selbstbild. Doch was macht beruflichen Erfolg eigentlich aus? Und warum sind so viele Menschen trotz guter Jobs auf der Suche nach Veränderung? Dr. Bernd Slaghuis begleitet Menschen auf ihrem Weg durch Karriereentscheidungen, Sinnkrisen, Jobwechsel und berufliche Neuanfänge. André Puchta spricht mit dem Karriere- und Business-Coach, Autor und gefragten Experten für berufliche Neuorientierung über die größten Irrtümer rund um Karriere und Erfolg, über die Angst vor Veränderungen und die Frage, warum viele Menschen länger in unpassenden Jobs bleiben, als ihnen guttut.
Im Podcast „Schüchtern bis nüchtern“ begrüßt André Puchta spannende Charaktere mit außergewöhnlichen Berufen, Lebensentwürfen oder Leidenschaften. Eine Bühne für Biografien, die man nicht erfinden könnte. Hier trifft Kuhfriseur auf Detektiv, Domina auf Pfarrerin, Dildo-Designerin auf Tatortreinigerin, Human Puppy auf Ordensfrau und Hebamme auf Tantra-Trainer. Ein Podcast über das Ungewöhnliche – und das, was uns verbindet.
Transkript anzeigen
00:00:04: Herzlich willkommen bei Schüchtern bis Nüchdern, dem Publicity-Podcast mit André Puchter und chilligen Gästen.
00:00:14: Fast live aus Berlin!
00:00:23: Karriere beschäftigt uns alle – sie beeinflusst wie wir arbeiten, wie wir leben und oft auch wie wir uns selbst wahrnehmen.
00:00:31: Gleichzeitig haben sich die Vorstellungen von beruflichem Erfolg in den vergangenen Jahren stark verändert.
00:00:37: Lebensläufe werden vielfältiger, Sinn fragen wichtiger und klassische Karriere-Mustler zunehmend hinterfragt.
00:00:45: Ein heutiger Gast begleitet Menschen genau in diesen Situationen.
00:00:50: Dr.
00:00:50: Bernd Sluckhäus ist Karrière & Business Coach, Autor, Speaker und gefragter Experte im Medien wie Spiegel, Fokus oder Business Insider.
00:01:01: Seit vielen Jahren unterstützt er Menschen dabei berufliche Entscheidungen zu treffen Veränderungen zu gestalten und ihren ganz eigenen Weg zu finden.
00:01:11: Ich freue mich auf ein Gespräch über Karriere, über Berufung, Zweifel, über Erfolg, Selbstbestimmung und die Frage wie Arbeit zu einem erfüllten Leben beitragen kann!
00:01:21: Herzlich Willkommen bei Schüchtern bis Nüchdern Dr.
00:01:24: Bernd Slakhäus.
00:01:26: Vielen Dank André und auch Danke für die Einladungen in dein Podcast.
00:01:29: ich freue mich dabei zu sein.
00:01:30: Ja die Freude ist ganz meinerseits lieber Bernd.
00:01:33: Welchen Beruf würdest du denn niemals coachen wollen?
00:01:35: Steigen wir doch gleich mal mit dieser schönen Frage ein.
00:01:39: Das ist eine spannende Frage und irgendwie kommt mir als Erste in den Sinn, eigentlich geht es gar nicht um Berufe sondern ich arbeite ja mit Menschen und nicht mit Berufen Und das ist ja gerade das Spannende an meinem Job dass sich einfach unfassbar viele Menschen kennenlerne Gerade im Karrierecoaching.
00:01:55: die kommen oft irgendwie vielleicht zu zwei drei Mal für zwei Stunden also auch sehr kurze Einsätze und damit sehr viele Menschen die ich kennenlerne mit total unterschiedlichen Berufen.
00:02:05: Das ist der Lehrer, die Lehrerin da sind Juristen dabei aus Kanzleien.
00:02:11: Da ist die Ärztin aus dem Krankenhaus dabei.
00:02:15: Da is jemand aus den Rechnungswesen, Finanzen natürlich auch irgendwie mal Presse, Medien, Kommunikation vielleicht auch mal Handwerk das sind selbständige.
00:02:23: und gerade diese bunte Mischung die macht es für mich aus.
00:02:27: Ich arbeite gerne mit Menschen Und mir macht mein Beruf sehr viel Freude, aber für den Coaching-Prozess ist es total egal in welchem Job jemand ist der mir gegenüber sitzt.
00:02:36: Mensch da haben wir ja gleich eine Gemeinsamkeit.
00:02:38: denn genauso wie du mit sehr sehr vielen unterschiedlichen Menschen zu tun hast begrüße auch ich bei meinen Podcastschüchtern bis nüchternd ganz unterschiedliche Charaktere und ich hatte da ja auch schon einige Berufe die ich dir mal nennen könnte zum Beispiel eine Tatortreinigerin oder einen Burgschreiber oder einen Sensenmann.
00:02:56: hattest Du denn mit einem Sensen Mann schonmal zu tun?
00:02:58: Nein noch nicht!
00:02:59: Aber vielleicht meldet er sich nach dem Podcast, nach der Ausstrahlung.
00:03:02: Ich würde mich freuen!
00:03:03: Das kann ja noch kommen... Was glaubst du denn?
00:03:05: Worüber werden Menschen auf dem Sterbebett später häufiger sprechen über ihre Karriere oder über die Dinge, die sie sich vielleicht nicht getraut haben?
00:03:15: Ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht so genau.
00:03:17: ich fürchte oder vermute dass Sie über keins verweiden wahrscheinlich sprechen sondern vielleicht sich eher an Menschen erinnern, die ihr Leben geprägt haben, die Sie getroffen haben, an schönen Momente und tolle Ereignisse an Erlebnisse, die ihr Leben geprägt haben.
00:03:32: Und deswegen weiß ich gar nicht so genau ob das immer nur um dieses Thema.
00:03:37: habe ich meinen Beruf gelebt?
00:03:38: Habe ich mein Leben gelebt?
00:03:40: hab ich irgendwelche Chancen verpasst?
00:03:42: wirklich auf ein Sterbebett geht?
00:03:44: Ja der Beruf ist Teil einer Lebensphase.
00:03:48: Es ist nur eine Lebensphase und sollte natürlich auch zum Leben passen.
00:03:51: Ich finde es aber eben wichtig und das finde ich auch in den Coachings wichtig Gar nicht so sehr auch zwischen Beruf und Leben zu trennen.
00:03:58: Sondern ja der Beruf ist Teil des Lebens.
00:04:01: Und so sollten wir ihn auffassen und danach auch
00:04:02: steuern.".
00:04:05: Ich
00:04:29: habe keine Ahnung.
00:04:31: Ich weiß es wirklich nicht mehr, also so wie mir auch viele gegenüber sitzen bin ich auch echt der Typ Generalist eher.
00:04:41: Also sehr breit interessiert und mit vielen Stärken ausgestattet.
00:04:44: Ich war früher total künstlerisch-kreativ unterwegs.
00:04:47: Ich mache immer noch gerne Musik gespielt Klavier Ich bin genauso gut, der allytische Mensch.
00:04:53: Liebe zahlen kann mich auch stundenlang mal in Excel-Tabellen verlieren.
00:04:56: Bin der Strategie, kann groß denken, kann vernetzdenken sie kann Komplexität erkennen, kann Strukturen schaffen und irgendwie.
00:05:03: ich kann mich jetzt nicht erinnern dass ich irgendwie mit dem Abitur irgendwie wusste okay das möchte ich mit dreißig vierzig fünfzig sein ganz im Gegenteil.
00:05:12: Ich hatte Mathe Physik im Abiturn.
00:05:14: Ich war in einem Physikleistungskurs mit acht Mitschülern Schülerinnen Und sieben von denen, ich war in München-Ladbach in der Schule und bin da aufgewachsen.
00:05:23: Und sieb von denen sind irgendwie nach Aachen zum Studiengang Maschinenbau oder E-Technik.
00:05:27: Bernd hat sich eine Bankausbildung entschieden.
00:05:29: Ich weiß, mein Physiklehrer war damals irgendwie total frustriert und irgendwie auch verärgert.
00:05:32: Er meinte wie kannst du das machen?
00:05:34: Verschwendung... Ich habe das gemacht!
00:05:37: Auch da fragt mich nicht ...ich kann mich echt nicht mehr erinnern ob das so der eigene Antrieb war, ob es vielleicht auch ein bisschen Prägungen und Stubbsite der Eltern war im Sinne von mach was vernünftiges.
00:05:46: Eine Bank aus Bildung ist eine gute Basis Junge.
00:05:49: Es war super, es war eine super tolle Zeit.
00:05:53: Auch die Ausbildung vor dem Studium war auch super für mich als Person, als Mensch für meine Persönlichkeit und so hat sich dann eine Frage zu beantworten.
00:06:01: So hat sich irgendwie eins zum nächsten ergeben Und ich glaube das ist auch was ganz wichtiges und das zieht sich wahrscheinlich auch ein bisschen durch unser Gespräch durch.
00:06:11: Ich bin überhaupt kein Fan davon Karrieren langfristig zu planen.
00:06:15: Unser Leben verändert sich Da haben wir manchmal auch nicht wirklich Einfluss drauf.
00:06:20: Es spielen auch zufällende Rolle, also nach dem Studium noch der Promotion da war ich in Bochum habe ich mich breit beworben und es ist die Roland-Rechtschutzversicherung in Köln geworden.
00:06:31: davon hätte ich auch nie mitgerechnet dass ich zur Versicherung gehe würde mir heute auch nie wieder einfallen.
00:06:37: nach fünfzehn zwanzig Jahren später Und das hat sich so ergeben dann bin ich nach Kölnen gezogen.
00:06:43: Ich hab mich Menschen kennengelernt Kontakt bekommen zu der Coaching-Ausbildung, fand ich super spannend in der Zeit.
00:06:52: Und hab die gemacht!
00:06:54: In der Coaging Ausbildung habe ich gemerkt okay das macht mir Spaß, das liegt mir, war damals auch in einer sehr frustrierten Jobzeit und Jobwelt für mich, hab mir überlegt wie kann es weitergehen?
00:07:03: Hab mich entschieden so kündigen und das Coaching aufzubauen nebenher noch als externer Projektleiter berater gearbeitet und du merkst wie ich das so erzähle Da war nicht wirklich viel Plan dabei.
00:07:15: Ich habe mir zu gewissen Zeitpunkten in meinem Leben Gedanken gemacht, was kann für mich ein sinnvoll nächster Schritt sein?
00:07:20: Was fühlt sich gut an und bin je weg dann gegangen?
00:07:24: Ja das finde ich total spannend denn du bist nicht der erste Gast bei mir, der eine Bankausbildung absolviert hat.
00:07:31: Ich hatte vor einigen Monaten einen sehr spannenden Gegenüber.
00:07:35: In meinem Podcast heißt Klaus Baer und er hat auch eine Ausbildung als Kaufmann gemacht fühlte sich dort aber nie so wirklich wohl in diesem Beruf.
00:07:45: Das war etwas solides, seine Eltern meinten ja das machst du bitte hier haste was in der Tasche Nichts gegen diesen Beruf, alles wunderbar und toll dass es viele Menschen gibt die das auch beherrschen.
00:07:55: Aber er ist jeden Tag mit einem gemischten Gefühl zur Arbeit gegangen hat dann für sich entschieden ich muss ja ausbrechen und er wurde später Weltenbummler erst also durch die ganze Welt gereist in Tunisien irgendwie stecken geblieben im Sand Und war dann sehr sehr viele Jahre auch immer wieder in den USA dort Siegfrieden und Reu getroffen und er hat seine Erfüllung damit gefunden.
00:08:16: War das bei dir dann später auch so als du den Schritt gegangen bist?
00:08:18: Dann doch etwas anderes zu machen?
00:08:21: Also, ich würde rückblickend keine der beruflichen Phasen irgendwie missen wollen.
00:08:28: Die Zeit war immer für irgendwas gut.
00:08:31: Ich erinnere mich nicht dass ich natürlich gibt es mal Tage wo du mal irgendwie gestresst bist wo dir vielleicht ein bisschen mit Bauchschmerzen ausstehst oder ich das gemacht habe.
00:08:39: Gab sicherlich auch mal irgendwie nervige Zeiten wo ich vielleicht auch viele Dinge gemacht hab die mir nicht so gut liegen oder wo ich dachte muss das jetzt sein?
00:08:47: Aber so dieses Gefühl von ich bin hier irgendwie mal völlig falsch abgebogen oder bin in einem Job, der überhaupt nicht meiner ist.
00:08:55: Das kenne ich nicht so richtig!
00:08:56: Das sehe ich aber natürlich bei vielen Klienten und Klientinnen gegenüber dass das der Falle ist.
00:09:00: und wie du es jetzt auch beschreibst von dem anderen Gast Ich finde auch so ein bisschen... Du fragst nach Erfüllung und Berufungen Und ich persönlich kann mit dem Begriff Berufung für mich nichts viel anfangen.
00:09:14: Mir macht mein Beruf Heute Freude, ich mach das gerne.
00:09:17: Ich mache das jetzt auch fünfzehn Jahre lang.
00:09:20: Ich kann mir schon vorstellen dass es in den nächsten Jahren vielleicht auch noch mal so ein bisschen Neues Veränderung gibt.
00:09:25: wie gesagt der Generalist hat Bock auf Abwechslungen und Neues auf Veränderungen Und... Ich finde das geht nicht so sehr um.
00:09:34: also für mich ist es nicht die Berufung.
00:09:35: Die Berufung hat für mich irgendwie so ein Gefühl von Endlichkeit.
00:09:39: Wenn ich einmal meine Berufung gefunden habe dann ist endlich alles gut Und dann muss ich da vielleicht auch bis zur Rente drin bleiben, weil es ist ja meine Berufung.
00:09:47: Und mir als Wert – vielleicht reden wir gleich noch ein bisschen über Werte – mir ist als Wert Freiheit total wichtig und damit verbinde ich auch, Gestalter meines Lebens und damit auch meines Berufs sein zu können und die Freiheit zu haben, Dinge verändern zu können.
00:10:01: Ich glaube so dieses Gefühl von Berufung ist mir zu endlich angekommen.
00:10:07: Deswegen denke ich, ich bin zufrieden.
00:10:09: das macht mir Freude.
00:10:10: Das ist jetzt für meine Lebensphase, für die Zeit in der ich gerade bin.
00:10:14: Ist das super?
00:10:15: Es darf aber auch mal wieder etwas Neues kommen!
00:10:17: Das hört sich sehr angekommen an und ich glaube über Werte werden wir definitiv noch sprechen denn ohne die geht es ja auch nicht vor allem im beruflichen Kontext.
00:10:27: Wir müssen heute aber auch über den Arbeitsmarkt sprechen Denn der steckt aktuell in einer sehr ungewöhnlichen Doppelkrise.
00:10:33: Einerseits steigt die Arbeitslosigkeit andererseits suchen Menschen Entscheider Unternehmer Unternehmen Weiterhin händelinget nach Fachkräften.
00:10:43: Wie passt das deiner Meinung nach zusammen?
00:10:47: Ja, was ich da im Arbeitsmarkt gerade tut ist irgendwie eine total absurde, fast paradoxe Situation für Bewerbende und Jobwechseler super frustrierend grade.
00:10:58: natürlich geht immer noch so dieses Thema rum aber wir haben doch Fachkräftemangel, wieso bekomme ich so viel Absagen?
00:11:04: Ich sage schon seit Jahren, dass es weniger ein Fachkräftemangel ist in der Breite flächendeckend sondern dass es eher ein Matching-Problem zwischen Arbeitgebern und Jobwechseln und Arbeitnehmern ist, die sich immer schwerer tun, sich gut zu finden.
00:11:22: Das hat etwas damit zu tun.
00:11:24: auf der einen Seite wenn du dir heute Stellenausschreibung anguckst ganz viele Klienten und Klientinnen mir gegenüber sagen irgendwie kann ich mit den Stellenausschreiben nichts mehr anfangen.
00:11:33: Ich scroll durch die großen Jobbörsen durch werde da müde vom Skollen.
00:11:36: alles klingt gleich komische Titel die nicht mehr lesbar sind, Inhalte total generisch.
00:11:43: Du sollst irgendwie kommunikationsstark belastbar und durchsetzungsfähig sein und das und das studiert haben Und am besten auch mit Anfang zwanzig schon zehn Jahre Buchserfahrung haben.
00:11:51: und Das ist so dieses einer dass glaube ich Arbeitgeber vielleicht auch sich zu wenig Gedanken machen heute wen suchen wir wirklich?
00:12:02: Was heißt das für unsere Suche und die Ausschreibung?
00:12:05: Und auf der anderen Seite ist Bewerben halt in den letzten Jahren auch massiv leichter geworden.
00:12:11: Das fing an, dass... Da kommen wir aber auch noch so ein bisschen aus einer anderen Zeit früher wo einfach Arbeitgeber auch relativ wenig Bewerbungen kommen haben.
00:12:19: da ging es darum die Hürden zu senken.
00:12:21: Wir schaffen das Anschreiben ab!
00:12:22: Wir machen die Einglickbewerbung.
00:12:24: Du kannst dich heute von LinkedIn und anderen Portalen mit einem Klick mit deinem Profil irgendwo bewerben.
00:12:29: Bewerbung platziert Ja Und das führt halt heute dazu in der aktuellen Phase massenweise mit Bewerbung zugeschüttet werden.
00:12:39: Wenn ich mit Rekrutern, Arbeitgebern und Personaler spreche dann sagen die mir aber auch ninety-fünf Prozent davon sind absoluter Schrott auf den ersten Blick Schrottbewerber.
00:12:47: Und das entwickelt sich so gefühlt gerade beides noch weiter auseinander.
00:12:53: Das führt dazu, dass es einfach immer schwieriger wird.
00:12:56: Dass Bewerber immer mehr Bewerbung im Markt brauchen und sie mehr rausschicken müssen.
00:13:00: Arbeitgeber immer zugeschüttet werden.
00:13:02: Immer mehr ein Problem haben dann noch die passenden auch rauszufiltern.
00:13:06: Und da bin ich der Meinung das wir versuchen müssen so diesen diesen Kreislauf da so bisschen zu durchbrechen.
00:13:12: Vielleicht sind andere Auswahlverfahren vielleicht ist es auch eine andere Art von Bewerbungen nicht mehr klassisch irgendwie anschreiben Lebenslauf sondern irgendwie Mechanismen, Prozesse dahinter um da diese Situation zu entspannen.
00:13:27: Aber klar der Arbeitsmarkt gerade ist schwer sind natürlich wir lesen täglich in der Presse wie viele Entlassungen in großen Konzernen passieren und natürlich das sind oft Menschen die habe ich auch gerade vermehrt im Coaching mit über fünfzig die mir halt mit einer guten oft aus den Konzern mit einer fetten Abfindung gegenüber sitzen Aber erst mal sagen, okay wo habe ich jetzt noch eine Chance?
00:13:50: Wer nimmt mich noch in meinem Alter?
00:13:53: Wie komme ich da irgendwie weiter?
00:13:54: weil bis zur Rente reicht die Kohle nicht mehr.
00:13:56: Natürlich!
00:13:57: Da kommt viel zusammen.
00:13:58: der anhaltende Fachkräftemangel, die wirtschaftliche Schwäche dann wahrscheinlich auch der Eintritt der Baby Boomer in den Ruhestand sicherlich auch ein Thema
00:14:08: Ja total.
00:14:09: also Ich will der Fachkräftenmangel gar nicht wegreden Der ist da aber aus meiner Sicht mehr wirklich punktuell im bestimmten Branchen und Regionen.
00:14:18: Ja, da werden wir uns natürlich seit vielen, vielen Jahren so dieses ganze Thema Pflege, Krankenhaus-, Gesundheitswesen angucken.
00:14:25: Da haben wir natürlich einen Fachkräftemangel.
00:14:27: aber auch da hat sich in den letzten Jahren schon viel getan wenn man uns zum Beispiel die Galsentwicklung anguckt.
00:14:32: Natürlich gibt es ein Fachkräftigmangel in bestimmten Regionen.
00:14:35: Es gibt einfach natürlich auch auf strukturschwache Regionen wo Menschen nicht hinziehen wollen wegen ihres Shops und dass es dann natürlich Probleme gibt fassende Kandidaten.
00:14:48: Ja, Angebot auf dem Arbeitsmarkt eben auch zu finden und zu generieren.
00:14:51: Das ist natürlich klar.
00:14:52: ja
00:14:53: also besonders gesucht werden Fliegekräfte Ärzte medizinisches Personal wahrscheinlich auch im Bereich Handwerk.
00:15:00: ich kann mir vorstellen Elektriker Sanitär Bau aber wahrscheinlich auch Erzieher IT Fachkräfte Ingenieur der Berufskraftfahrer.
00:15:07: da ist schon noch etwas Bewegung.
00:15:08: Aber wenn ich das richtig verstehe fehlt es oft.
00:15:11: also oft fehlen nicht die Arbeitsplätze oder zumindest nicht immer sondern Gegenüber mit den passenden Qualifikationen, zumindest aus der Sicht des Arbeitgebers.
00:15:19: Und da schließt sich ja die Frage an muss denn der Arbeitnehmer also der Bewerber heute noch zum Unternehmen passen oder sollte es sich vielleicht das Unternehmen auch mehr auf den Arbeitnehmer auf dem Bewerbereinstellen?
00:15:28: Auf seine Fähigkeiten und vielleicht die Position auch etwas mehr auf diese... auf den vielleicht nicht ganz passenden Bewerbern zu schneiden?
00:15:36: Ja beides!
00:15:37: Ich finde wichtig dafür gleich immer beide Seiten hat einzubeziehen.
00:15:40: und auch dass sehen wir gerade ganz extrem ist gibt Ganz viele Bewerber, die ganz viel Arbeitgeber-Bashing betreiben und sagen wie schlimm alles ist.
00:15:48: Genauso gibt es Arbeitgebers, die sagen irgendwie wir kriegen nicht die passenden Bewerbe und da müssen beide aufeinander zugehen.
00:15:54: Und meine Wahrnehmung ist gerade jetzt in der Zeit von Erwirtschaftsschwäche das Arbeitgeba zunehmend sicherheitsorientierter werden.
00:16:05: also ich sehe dass bei allen die jetzt nicht so den klassischen Lebenslauf haben wo der Lebenslauf bunt ist wo es mal viele Veränderungen gibt, jemand der viel gewechselt ist vielleicht auch in seiner Berufchenlaufbahn.
00:16:16: Der in verschiedene Stationen war, der vielleicht auch zwischendurch mal selbstständig war und jetzt wieder angestellten Position sucht.
00:16:23: Also überall da, wo der Lebenslauf nicht auf den ersten Blick mit dem total tiefroten Faden zu einer Stellenausschreibung passt – da sehe ich gerade die Leute tun sich gerade wahnsinnig schwer!
00:16:34: Und das werfe ich so ein bisschen….
00:16:35: Ich kann das verstehen auf Arbeitgeberseite aber ich werf sie ihnen auch so ein bißchen vor wir da nochmal anders auf Lebensläufe drauf gucken sollten und vor allen Dingen auf den Menschen dahinter.
00:16:46: Wie gesagt, die Mehrheit meiner Klientinnen und Klienten sind Generalisten und das typische bei der Gen- bei Generalisten ist dass sie halt sich sehr schnell in neue Themen, Neubranchen, neue Rahmenbedingungen, neu Teams Projekte reinfinden können und auch wollen!
00:17:01: Das macht ihnen Spaß, das is deren Stärke.
00:17:04: Und da auf Lebens läufe zu gucken und sagen du hast aber nicht das und das studiert Und deswegen bekommst du jetzt mit über fünfzig nicht diesen Job für ein Studium, was dreißig Jahre her ist.
00:17:15: Das ist halt vollkommen mal Quatsch!
00:17:17: Da bin ich der Meinung dass da sowohl Arbeitgeber vielleicht so bisschen anders auf Lebensläufe freier flexibler Medi-Menschen sehen sollten Genauso gut aber eben auch auf der Bewerbaseite sich viele nicht so sehr von den Stellen auch Schreibungen Kirre machen sollten und zu viel Eingrenzen sollten sondern sich da auch zu trauen da sehr klar mit Als Generalist vor allen Dingen mit den eigenen Stärken, mit den Erfahrungen auch auszugehen.
00:17:44: Also sehen wir auch eine Verschiebung von Arbeit als Pflicht hin zu Arbeit, als Teil eines erfüllten Lebens?
00:17:50: Da hat ja jede Generation vielleicht andere Erwartungen oder stellt andere Anforderungen als ich im Stichwort Genset.
00:17:59: da ging es oft und geht es oft um flexible Arbeitszeitmodelle Homeoffice-Möglichkeit.
00:18:03: Welche Veränderung lieber Berndt beobachtest du denn in der Arbeitswelt derzeit noch besonders.
00:18:11: Ich würde das interessanterweise gar nicht so sehr nur an Gen Z und X oder Baby Boomer oder Y festmachen, an Generationen fest machen sondern ich sehe auch bei denen die mir mit über fünfzig gegenüber sitzen auch die wünschen sich vielleicht nur noch vier Tage Woche weil sie irgendwas nebenbei aufbauen wollen oder weil sie mehr Zeit für sich und die Familie haben wollen und sogar auf Einkommen verzichten wollen.
00:18:36: Sehe genauso gut natürlich wie du sagst bei der Gen Z auch dieses sehr viel Flexibilität, viel Homeoffice.
00:18:42: Sehr selbstbestimmt schon früh so dieser Wunsch nach Sinn erleben im Beruf.
00:18:49: Was ich zwischen den Generationen sehr stark sehe ist dass viele aus jüngeren Generationen schneller wechseln weniger aushalten oder durchhalten Vielleicht man könnte es auch negativ sagen vielleicht nicht mehr in der Lage sind Konflikte zu klären oder auszuhalten und daraus Lösungen zu entwickeln sondern nach dem Motto, naja wenn es mich jetzt nicht gefällt.
00:19:07: Wenn der Chef mir doof kommt dann wechsle ich halt.
00:19:09: danke ich zum nächsten.
00:19:11: Ich glaube dass auch die spüren... Auch da gibt's ja Studien gerade drüber das einfach auch Berufseinsteiger zunehmend Probleme haben in den Jobs reinzukommen.
00:19:20: dank KI im Sinne von DKI übernimmt hier ist die Einstiegs-Jobs und Juniorjobs Das vielleicht auch da so.
00:19:26: dieses auch ich wechsel jetzt mal zum nächsten nicht mehr ganz so leichtes aber das nehme ich soweit eine jüngere Generation war.
00:19:31: gleichzeitig ist das natürlich aber auch was sehr Gesundes, eben nicht mehr Dinge zu lange auszuhalten.
00:19:38: Was ich bei den anthöne Zeichen älteren halt häufiger sehe.
00:19:41: Da sitzen mir manchmal Leute gegenüber wo ich denke wie kannst du diese Situation über Jahre ausgehalten haben?
00:19:48: Wo nicht mit Kollegen gesprochen wird, wo es wirklich um Mobbingzustände geht, wo ein Chef wirklich... Ich mag eigentlich das Wort nicht, aber es trifft manchmal zu.
00:19:56: toxisch ist, Erfahre natürlich auch ganz viel Schlimmes aus Unternehmen und von Führungskräften, wo ich manchmal da setze.
00:20:05: Und denke wie kann das sein?
00:20:06: Also dass es überhaupt so ist.
00:20:08: aber noch mehr... Wie kann das seien, dass jemand das solange durchhält und solange auf Besserungen hofft?
00:20:17: Wie gießt du damit um?
00:20:18: was macht das mit dir?
00:20:19: also schaffst du das abends dann auch von dir zu schieben Damit du auch mal wieder für dich durchatmen kannst?
00:20:25: Ja das gelingt mir sehr gut.
00:20:28: Also ich reflektier schon oft so die Coachings und überleg auch, was ist auch so meine Erkenntnis daraus?
00:20:33: oder was würde ich auch anders machen?
00:20:35: Was ist gut gelaufen.
00:20:37: Was würde vielleicht auch das nächste Mal irgendwie anders fragen oder anders auf Themen eingehen?
00:20:41: Aber doch, das kriege ich ganz gut abgegrenzt!
00:20:46: Natürlich sind das zum Teil echt schlimme Geschichten.
00:20:48: Natürlich sind es zum Teil auch... Also ich sage mal anders rum und ich hole ein bisschen aus.
00:20:54: Die meisten kommen halt weil sie mich als Karrierecoach finden mit dem beruflichen Thema zu mir.
00:21:00: Fast immer steckt daran aber immer auch irgendein privates persönliches Thema, ob das dann vielleicht die Trennung, Scheidung von einem Partner einer Partnerin ist?
00:21:12: Ob das die Geburt von Kindern isst?
00:21:15: Ob dass vielleicht auch der Tod von Eltern von Angehörigen iß?
00:21:18: Also ganz oft treten diese beiden Ereignisse Beruf und Leben zusammen auf Und das zeigt sich manchmal erst so ein Coaching-Prozess, dass jemand zu nebenbei erwähnt.
00:21:28: Das ist aber in ganz vielen Fällen auch der Auslöser.
00:21:31: Dass mir vielleicht jemand gegenüber sitzt mit Anfang Mitte dreißig.
00:21:36: Wenn wir jetzt mal wirklich in Klischees denken, vielleicht so ein bisschen der bisher super Karrieregeile Unternehmensberater Typ in den großen Beratungen viel Kohle verdient aufgestiegen dem er dann gegenüber sitzt und sagt, jetzt ist irgendwie hier unser Sohn unsere Tochter geboren.
00:21:53: Vom paar Monaten und ich merke einfach im Job dieses irgendwie achti Stunden die Woche und das fette Gehalt muss nicht sein wie schaffe ich es davon wegzukommen runter zu kommen?
00:22:02: Das sind oft so Auslöser oft aus den privaten die dann eben die berufliche Veränderung oder den den Drang oder die Notwendigkeit der beruflichen Veränderungen nach sich ziehen.
00:22:11: Ja, das passt so ein bisschen.
00:22:12: Ich hatte mich natürlich auf diese Folge auch vorbereitet dann durch verschiedene Studien geklickt und so weiter und sofort.
00:22:19: Und da heißt es ja immer wieder dass besonders Menschen zwischen fünfunddreißig und fünfundfünfzig oft ihre berufliche Situation hinterfragen weil sie genau eben diese... Ja, familiäre Veränderungen auch mit sich zieht und sie vielleicht jetzt heiraten Kinder bekommen usw.
00:22:36: Und ich hatte auch gelesen dass ein Vollzeitbeschäftigter im Laufe seines Lebens durchschnittlich rund achtzigtausend Stunden mit Arbeit verbringt.
00:22:43: das ist ja schon viel.
00:22:44: also man verbringt mehr Zeit mit der Arbeit als mit seinen Freunden.
00:22:48: da lieber werden wir.
00:22:49: auch meine Frage warum fällt es uns denn trotzdem oft zu schwer herauszufinden was wir beruflich wirklich wollen?
00:22:58: Also die Zahlen ist beeindruckend, die habe ich auch noch so nie ausgerechnet oder gehört.
00:23:04: Ich glaube dass wir... Auch da würde ich gar nicht so unterscheiden zwischen Arbeit und Privatleben.
00:23:09: Ich glaub das wir im Privaten auch ganz auf Dinge tun wo wir vielleicht hinterher denken oder auch vorher schon denken, wo hab' ich eigentlich keinen Bock drauf?
00:23:16: Jetzt soll ich mich irgendwie mit meinen Freunden treffen.
00:23:17: eigentlich wäre ich viel lieber alleine.
00:23:19: Und dann machen wir es aber trotzdem und halten das vielleicht aus!
00:23:22: Und ich glaube der gemeinsame Nenner vielleicht oft durch zu wenig Selbstreflexion, also selbst nicht klar zu sein.
00:23:30: Was ist mir jetzt überhaupt wichtig in der Situation im Leben und Beruf?
00:23:35: Vielleicht aber auch durch äußere Umstände, gesellschaftliche Konventionen... Ach das macht man doch nicht!
00:23:42: Ich bin noch erst ein Jahr dabei in diesem Job.
00:23:44: ich kann euch jetzt nicht schon wieder kündigen was sollen die anderen denken?
00:23:47: oder wie sieht es in meinem Lebenslauf aus?
00:23:49: Also ich lern das immer Lebenslaufhygiene.
00:23:52: Auch da denken natürlich ganz viele Menschen mehr in ihrem Lebenslauf PDF als wirklich an ihr eigenes Leben.
00:24:01: Und das macht halt solche Entscheidungen schwer, kann ich auch total nachvollziehen.
00:24:06: und ja aber wie gesagt, ich glaube es hat gar nicht so sehr was mit irgendwie wie wir Stunden verbringen im Beruf oder wie sehen wir unsere Freunde zu tun sondern wirklich so dieses sich selbst bewusst machen sich selbst bewusst werden.
00:24:18: Was ist mir als Mensch wichtig?
00:24:21: In welcher Lebensphase bin ich gerade?
00:24:23: Was brauche ich, um Energie zu tanken und zufriedenzusein, um Freude zu haben im privaten und dem Beruf.
00:24:31: Und auf der Basis dann aber auch möglichst konsequente Entscheidungen zu treffen.
00:24:37: Und das zeigt sich eben auch erst nach vielen Jahren.
00:24:40: Viele Berufsentscheidungen werden ja in jungen Jahren getroffen bevor Menschen auch ihre eigenen Stärken und vielleicht auch Werte wirklich kennen.
00:24:47: Das stimmt!
00:24:48: Ja, wobei ich auch da sehe wenn Jungmenschenarbeit.
00:24:52: Es kommt selten vor, dass ich wirklich junge Menschen im Sinne von irgendwie nach einem Abitur oder während eines Studiums oder als Absolventen habe.
00:24:59: Aber auch da war ich am Anfang noch total überrascht, wo ich dachte naja ob die so ihre Stärken bewusst sind?
00:25:06: Ich hab so ein Tool mit Stärkenkarten, die gehen wir durch und dann soll jemand sagen, ich definiere eine Stärke nicht in dem Sinne von was kannst du gut sondern was gibt dir was.
00:25:15: also wir können ja Dinge oft trainiert haben und gut können Sie können das aber trotzdem Energie rauben und dann ist das für mich keine Stärke.
00:25:21: Das finde ich total wichtig in
00:25:22: Unterschied.".
00:25:24: Und da habe ich mich früher gefragt, na ja ob da so junge Menschen da schon so ein Gefühl dafür haben?
00:25:29: Ganz viele haben das!
00:25:30: Also ganz viele können sagen wenn sie sehen... Keine Ahnung der Koordinator oder der Moderator als Stärke Ist es was was mir etwas gibt oder was ich mir vorstellen kann was geben würde und wovor nicht gerne mehr machen würde Oder ist es eher was was mit Kraft raubt?
00:25:46: Genau so gut sehe ich auch ältere mit irgendwie Mitte, Ende Fünfzig mit gegenüber sitzen.
00:25:51: Und da bin ich dann zum Teil auch echt erstaunt oder fast schockiert die ganzes Leben da überhaupt kein Gefühl für entwickelt haben.
00:25:59: Die lesen dann die Karten und die Stärken und sie können ganz schwer für sich rein fühlen ob das was ist, was ihnen etwas gibt oder nicht.
00:26:06: Sie haben es einfach jahrelang gemacht und vielleicht sogar ganz viel von dem gemacht was ihnen eigentlich total viel Energie raubt.
00:26:13: Sagst du jetzt mal platt aus dem letzten Loch pfeifen.
00:26:16: Ja, ja ausgebrannt sind.
00:26:18: Genau.
00:26:20: Aber dann sagen viele eigentlich geht es mir doch gut aber irgendwie kann es das noch nicht gewesen sein da fehlt mir irgendetwas?
00:26:29: Ja...ja.
00:26:31: also ich weiß gar nicht ob so dieses Gefühl ist.
00:26:35: da fehlt mehr noch irgendwas.
00:26:36: das kannst du nicht gewesen seien sondern ich glaube dass kommt oft mehr aus so einer Unzufriedenheit heraus vielleicht auch ein bisschen Blick nach draußen.
00:26:44: gibt es da nicht noch irgendwas Besseres, was ich noch nicht entdeckt habe.
00:26:48: Da sind wir wieder so ein bisschen bei diesem Gemanken von Berufung, da draussen schlummert irgendwo die Berufung und dann werde ich glücklich.
00:26:56: Und viele sind natürlich auch bei mir wirklich aus einer aktuellen belastenden Situation heraus weil sie eine Führungskraft haben, die sie klein hält, weil sie sich langweilen in ihren Jobs.
00:27:09: Ich habe so eine Traumjob-Übung, da lasse ich verschiedene Verhältnisse mal beurteilen.
00:27:16: Was ideal wäre und wie gerade der ist Zustand ist?
00:27:18: Und das erste Verhältnis ist Abwechslung zur Routine.
00:27:22: Die Klassiker Antwort ist siebzig Prozent Abweichselung, dreißig Prozent Routine die sich viele wünschen also ganz viel neues Lernen, neues Entdecken.
00:27:32: Da stecken ganz viele in einer zehn zu neunzig.
00:27:34: Neunzig Prozent des Tages, des Shops in Routine.
00:27:37: Das sind Situationen die belasten.
00:27:39: dann Und dann geht es eher darum zu sagen, wie komme ich aus dieser Situation heraus?
00:27:44: Die meisten nicht zu mehr kommen wissen klassischerweise was sie nicht mehr wollen und was die stört.
00:27:49: Ja.
00:27:49: Dann geht es aber eben genau darum zu überlegen ja was macht am nächsten sinnvollen Schritt aus.
00:27:55: Das deckt sich auch so ein bisschen mit den Arbeitszufriedenheitsstudien die dann belegen das eben gute Bezahlung zum Beispiel Alleine jetzt selten der wichtigste Faktor ist, da geht es um Wertschätzung, Entwicklungsmöglichkeiten.
00:28:07: Abwechslung das hast du ja schon beschrieben, eine Selbstständigkeit auch im Job.
00:28:11: Lieber Bern gibt es denn den Einsatz, den Du von Deinen Klienten immer wieder hörst?
00:28:19: Ja, es gibt verschiedene Sätze.
00:28:21: Das davon gehe ich aus!
00:28:22: Den Einsatz habe ich noch keine Statistik zugeführt.
00:28:26: also hat ganz oft was mit Selbstzweifeln zu tun.
00:28:30: Also natürlich gerade bei denen, die mir auch mit Ü-Fünfzig gegenüber sitzen ist es natürlich oft zu dieser Satz habe ich da mit dem Lebenslauf noch eine Chance.
00:28:38: Wer nimmt mich denn noch?
00:28:40: Manche wollen auch wissen manchmal im Vorgespräch schon von mir bin ich ein Hoffnungsloser Fall also ganz viel mit Selbstzweifeln selbst Entwertung auch zu tun.
00:28:52: genau das sind so häufige Sätze die kommen und ja Punkt
00:29:00: Punkt!
00:29:00: Genau, dann schließe ich kurz an.
00:29:01: Denn den Satz, den ich mir vorstellen könnte ist... Ich bin unglücklich im Job aber ich weiß nicht was ich stattdessen machen soll.
00:29:10: Also das würde wahrscheinlich so eine typische Antwort sein können denn ich glaube also wenn wir nochmal über diesen klassischen Lebenslauf sprechen du hast es ja schon erwähnt selbst Zweifel Ist der klassische Lebenslauf mit Ausbildung?
00:29:24: Karriereleiter und Rente so ein Auslaufmodell?
00:29:28: Du hast erwähnt, Lebensläufe werden individueller.
00:29:31: Wie stehst du denn zu den Brüchen?
00:29:32: Zu diesen neue Orientierungen?
00:29:34: Zu dem schnelleren Wechsel?
00:29:35: ist das bei der jüngeren Generation inzwischen Routine?
00:29:39: Normalität
00:29:42: auch?
00:29:43: da tut es mir leid sagen zu müssen sowohl als auch.
00:29:45: also ich finde das gut.
00:29:46: Ich find das gut dass Inzwischen über die Jahre dass das nämlich wirklich sehr stark war so mehr Offenheit gerade auch Bei denen Arbeitnehmern da ist.
00:29:56: und manchmal denke ich vielleicht sind Arbeitgeber dann gar nicht so ganz angekommen bei dieser Offenheit der Flexibilität, aber ich sehe schon und wie gesagt eigentlich auch Generation unabhängig so dieses.
00:30:08: ach irgendwie möchte ich noch was Neues machen.
00:30:11: Möchte nochmal mein Berufsleben verändern?
00:30:14: Und kann das auch selbst in die Hand nehmen?
00:30:17: Und da wo vielleicht unsere Elterngeneration noch... Mein Papa war Textilingenieur, der hat glaube ich die letzten zwanzig-fünfundzwanzig Jahre war einer Firma verbracht.
00:30:28: Ich weiß dass es auch nicht immer alles super war.
00:30:32: Der wird auch Phasen gehabt haben, wo er einfach durchgehalten hat.
00:30:34: Wo das normal war vielleicht auch dazu bleiben bis zu einer Rente und dass sich das verändert hat im Sinne von mehr Möglichkeiten, mehr Freiraum auch Dinge zu verändern, vielleicht auch mehr gesellschaftliches Gesellschaftliches Commitment Zustimmung und dass es auch okay ist auch vielleicht in Bündel-Fünfzig nochmal neuen Wegen einzuschlagen.
00:30:54: Das ist ja super!
00:30:55: Das hat natürlich aber auch die Schattenseite von unfassbar viele Möglichkeiten und ganz viel Freiheit.
00:31:02: Und der Frage, dem Druck vielleicht auch – was ist nicht jetzt meins?
00:31:07: Für mich ist es gleichwertig!
00:31:08: Es gibt Menschen und wenn wir mal aus unserem Bubble rauskommen würde ich behaupten für die wirklich breite Masse der Arbeitnehmenden in Deutschland.
00:31:19: Ist klassisch Ausbildung, Studium irgendwo anfangen, viele Jahre beim Arbeitgeber bleiben und dann irgendwann Rente gehen.
00:31:30: Ist das ein gutes Modell?
00:31:31: Und das ist ja auch okay.
00:31:33: Ich gebe Menschen, die brauchen ganz viel Struktur, sie brauchen Sicherheit... ...die brauchen Beständigkeit.
00:31:37: und wem das wichtig ist, der ist doch damit total glücklich!
00:31:41: Und jemand, der sagt ne ich muss alle fünf Jahre meinen Arbeit überwechseln und möchte mich mit fünfzig nochmal selbstständig machen und mich selbst verwirklichen, ist auch das doch total ok.
00:31:50: Ja definitiv.
00:31:52: aber dann stelle ich mal die provokante Frage Stimmst du dem zu, dass Arbeitgeber sabbaticals Weiterbildungen Familienzeiten berufliche Neuorientierungen die dann auch in einem Lebenslauf stehen?
00:32:04: Inzwischen positiver bewerten in einem Auswahlverfahren als das vielleicht vor zehn fünfzehn Jahren noch der Fall war.
00:32:12: Ja es wird Arbeitgebern geben, die das positiver bewerden oder zumindest gelassener sehen oder nicht abwerten.
00:32:21: Der Kern wird aber sein und ich arbeite ja eben vorwiegend mit den Arbeitnebenden.
00:32:27: Bei denen sehe ich, dass sie das oft nicht positiv bewerten und dass Sie da noch irgendwie so ein bisschen stigmatisiert sind.
00:32:34: Und Angst haben wie kommt so Wasser an?
00:32:37: Ich seh sehr eindeutig in dem Moment wo jemand mit seinem Lebenslauf im Reinen ist selbst im reinen ist, was für sich verarbeitet hat.
00:32:45: Für sich klar ist okay auch dieses Jahr sabbatical zwischendurch zu nehmen war für mich eine gute Zeit.
00:32:51: Das war notwendig und damit kann ich jetzt auch rausgehen und darüber auch sprechen.
00:32:55: dann Ist das auf Arbeitgeberseite überhaupt kein Thema mehr?
00:33:00: Also vielleicht erkundet sich ein Arbeitgeba, auch ist ja spannend.
00:33:02: Was haben sie denn da gemacht in dem Jahr?
00:33:04: Aber in den Moment wo ich darüber sprechen kann und einem Arbeitgebar das Gefühl geben kann Das war ein gutes Jahr und ich bin damit total im Rhein.
00:33:11: Ich bin fein damit wird es kein Thema sein Und deswegen geht's für mich auch gar nicht mehr so sehr um dieses.
00:33:17: muss ich irgendwie Lücken kaschieren oder was denken Arbeitgebers oder werde ich wegen der Lücke oder zu viele Wechseln aussortiert sondern Der Effekt oder der Erfolg hängt davon ab, wie ich selbst mit meinem Lebenslauf, mit Brüchen und Veränderungen, mit Lücken für mich umgehe.
00:33:35: Ja aber dazu muss es dann eben auch erstmal kommen.
00:33:38: man muss ja auch erst mal eingeladen werden zu einem Vorstellungsgespräch kennenlernen Gespräch um vielleicht auch den Lebenslauf zu erklären.
00:33:44: Denn so ein Lebenslauf zeigt Stationen, aber er zeigt eben nicht warum jemand die Entscheidung getroffen hat oder welche Krisen er bewältigt hat oder was ihm oder sie wirklich antreibt.
00:33:54: Was verrät denn einen Lebenslauf?
00:33:56: Lieber Bernd, deiner Meinung nach noch über einen Menschen?
00:33:59: und was verrät der?
00:34:00: vielleicht gerade nicht?
00:34:03: Gibt es auf verschiedene Ebenen also... Der Lebenslauf ist ja erstmal reine Vergangenheit.
00:34:08: Also der Lebenslauf verrät erst mal nur die Vergangen- heit-, die berufliche Vergangenheid eines Menschen und sagt überhaupt nichts darüber aus, was einem Menschen, einem Kandidaten im Lebenslauf, was einen Menschen in Zukunft wichtig ist.
00:34:23: Was braucht jemand für ein neues Umfeld?
00:34:26: Warum entscheidet sich jemand diesen, genau diesen Schritt zu gehen?
00:34:30: Warum entscheiden sich vielleicht auch jemand, eine Führungsposition abzugeben und zurück ins Team zu wächst und auf Einkommen zu verzichten der Downshifter?
00:34:37: Und deswegen bin ich der Meinung dass der Lebenslauf alleine auch überhaupt nicht ausreicht, um eine gute Auswahlentscheidung zu treffen.
00:34:45: Sondern es immer irgendwas nebenbei braucht was mehr den Blick in die Zukunft richt ist.
00:34:50: Ob wir das anschreiben nennen und ob das irgendeine andere Form von Kommunikation ist, ist ja mal egal.
00:34:55: Aber der Lebenslauf alleine ist erst einmal reiner vergangenheit.
00:34:58: Und die zweite Ebene die ich sehe und habe jetzt die letzten fünfzehn Jahre so über zweieinhalb tausend Klienten Klientinnen bei diesem Schritt begleitet also auch viele viele Lebensläufe gesehen.
00:35:07: Ich lese oft den Lebensläufen an der Mensch dahinter in den Stationen erlebt hat oder wie viel Wert er ihnen bemisst.
00:35:17: Also wenn jemand vielleicht die letzten zehn Jahre bei einem Arbeitgeber war, untertauchen dann drei Unterpunkte auf im Lebenslauf und davor jemand drei Jahre beim anderen Arbeitgebern stehen zwanzig Unterpunkten, ist das jetzt mal übertrieben?
00:35:33: aber da ist es schon echt eindeutig dass einfach jemand sagt die letzten Zehn Jahre waren total Mist und haben überhaupt keinen Wert für mich.
00:35:42: Aber das war sich davor gemacht, das war toll.
00:35:44: Und also so zwischen den Zeilen jetzt für mich mit dem geübten Auge transportiert der Lebenslauf und die meisten Klienten-Klientinnen schicken mir vor einem ersten Coaching auch ihre Lebensläufe rüber.
00:35:56: Das heißt wir haben bisher noch nicht so viel dann darüber gesprochen über den Berufchenweg.
00:36:00: Und was ich eben aus diesem Lebenslauf auch vielleicht zwischen den Zielen von der Aufmachung, von der Struktur vom Wörding in den Stationen sehe zeigt sich oft auch bei den Menschen hinterher im Gespräch.
00:36:15: Und wenn du jetzt auf diese vielen Karrieren schaust, zweieinhalb Tausend die du begleitet hast bisher was unterscheidet denn Menschen die ihren Weg finden von denen die dauerhaft unzufrieden bleiben?
00:36:28: Also erstmal die innere Klarheit also sich selbst bewusst zu werden und ich sehe dass das auch oft Zeit braucht auch ein bisschen Zeit dauern darf.
00:36:38: Da sind viele manchmal so ungeduldig mit sich selbst sich wirklich tief substanziell Gedanken zu machen, was ist mir als Mensch, wie gesagt ich finde wichtig auch zu betrachten in meiner aktuellen Lebensphase.
00:36:51: Was ist mir wirklich wichtig?
00:36:52: Das sind die Werte.
00:36:54: Brauche ich viel Geld, möchte ich mehr Sinn, brauche ich Herausforderungen, suche ich Abwechslung, geht es mir mehr um Kollegialität und Zugehörigkeit, braue ich vielleicht auch Struktur oder Sicherheit?
00:37:07: Ich habe so ein Wertetool mit vierundzwanzig solcher Begriffe.
00:37:09: Am Ende bleiben drei bis vier wichtigste übrig in diesem Ausfallprozess und da sehe ich natürlich, dass bei allen hinterher eine andere Kombination übrig bleibt.
00:37:18: Ja klar gibt es Werte die irgendwie beliebter sind als andere.
00:37:22: Spannenderweise das Geld also nicht mehr spannender Weise weil wir haben es im Runde ja eben auch schon gesagt Das Geld landet selten in der letzten Runde her.
00:37:28: ne Endausfall Natürlich sagen wir alle beim Geld, ist mir wichtig.
00:37:32: Brauche ich um meinen Lebensstandard zu halten und die Miete zu bezahlen?
00:37:35: Keine Ahnung!
00:37:35: Die Familie zu ernähren.
00:37:37: Aber Geld ist am Ende nicht entscheidend für meine Freude und zur Friedenheit in einem Job.
00:37:42: Und das ist so der erste Punkt sich selbst wirklich da ehrlich zu reflektieren sich selbst bewusst zu werden.
00:37:47: was ist mir Wichtig?
00:37:48: und Na dann gehört es vielleicht unterzu sich auch noch mal.
00:37:52: Ich gerade sage dass so dieses stärken Thema anzusehen ja Was gibt mir eigentlich was als Mensch?
00:37:56: und wenn ich das weiß Dann gezielt nach Rollen, nach Arbeitgebersuche.
00:38:05: Ich gezielt und konsequent diesen Weg auch gehe.
00:38:09: Vielleicht auch mal wirklich ohne äußere Einflüsse.
00:38:11: Ohne Leute die mir sagen kannst du doch nicht machen wir sieht man das im Lebenslauf aus.
00:38:15: Denk nochmal an das und dass dann sehe ich kommen die Menschen in einer deutlich höheren Zufriedenheit mehr Freude im Job haben.
00:38:24: also im Grunde der Kern ist muss auf den Punkt zu bringen innere Klarheit Konsequentes Handeln, Gestalter zu sein.
00:38:32: Wir sitzen ganz viele Menschen gegenüber, die sind keine Gestalter mehr oder waren über viele Jahre keine Gestalter mehr.
00:38:37: Manchmal sind sie in der Opferrolle gerutscht.
00:38:39: Die Welt ist böse, der Arbeitsmarkt ist schlecht, mein Chef ist gemein ... die Kollegen mobben mich.
00:38:44: Sie sind komplett aus ihrer Selbstverantwortung raus und in einer Opfer-Rolle gelandet.
00:38:49: also Opfer an Anführungszeichen ne?
00:38:50: In eine Opferrollen gelandete.
00:38:53: und bei denen merke ich halt, ich sage immer so dass ich im Coaching ins Arbeiten komme Ich werfe den Ideen übertisch, gebe den Feedback sag hast du mal daran gedacht?
00:39:04: oder könnte nicht das auch was sein.
00:39:05: Oder da und dann sehe ich dich Und sofort in nächsten Sekunden kommt ein Aber.
00:39:10: aber das habe ich alle schon probiert aber das funktioniert ja nicht.
00:39:12: aber da ist es ja genauso schlecht wie hier.
00:39:15: und Das ist für mich immer so ein Zeichen von Ja Da Ist Jemand Nicht der Gestalter Für Sich Sondern Dreht sich In So einem Ja, fast selbst der stöhrerischen Opferkreisel herum.
00:39:26: und das ist wichtig gestalter zu sein und zu bleiben.
00:39:29: Naja viele Menschen träumen von Veränderungen bleiben aber eben auch jahrelang im selben Job Und das ist ja so.
00:39:35: nicht die Angst vor der Veränderung sondern die Angst für Unsicherheit hält einen dann vielleicht auch zurück.
00:39:40: Das Bekannte fühlt sich oft sicherer an als eine Chance deren Ausgang man ja nicht kennt.
00:39:44: wie es immer so schön heißt
00:39:45: Alte ist stärker als Neues.
00:39:47: Ja, definitiv.
00:39:48: Aber wie ist das denn jetzt?
00:39:49: Also wenn ich jetzt eine Stellenausschreibung sehe, die mir jetzt auf dich vielleicht nur zu fünfzig Prozent passen würde, sollte ich mich dann deiner Meinung nach definitiv dennoch bewerben oder sagst du, das ist dann so inflationär eigentlich.
00:40:02: konzentriere dich bitte nur auf die Stellen, die tatsächlich zu deinem Profi passen.
00:40:08: Ich halte nichts von Prozentangaben und du liest in der Medien noch oft irgendwie so siebzig-achtzig Prozent Reichen aus.
00:40:14: Mein Ansatz ist immer, guck dir die Ausschreibung an.
00:40:18: Also wenn du weißt was du mitbringst, was du an Erfahrungswissen hast das wertschätzen kannst, was deine Stärken sind alles das was ich gerade beschrieben habe.
00:40:25: Guck dir die Auschreibungen an, guckt den Arbeitgeber an.
00:40:27: Wenn du das Gefühl hast ja dieser Arbeitgebers passt zu mir da ist viel von dem wahrscheinlich erfüllt was mir wichtig ist.
00:40:35: Wenn Du das Gefühl hasst beim Lesen der Aufgabenbeschreib'ung Ja das passt zudem wie ich so meinen Job mir vorstellen kann wofür ich gerne eingekauft und bezahlt werden möchte.
00:40:45: Ich traue mir zu, da in relativ kurzer Zeit reinzukommen.
00:40:49: Dann würde ich immer denken, vergiss die Anforderung, die darunter in der Stellenausschreibung stehen und schickt eine Bewerbung hin.
00:40:56: Klar gibt es manchmal wirklich absoluter Kaokriterien in einer Ausschreibungen.
00:41:02: Also wenn jemand sagt, ich möchte gerne ... Ich habe bisher Rolatoren vertrieben und möchte jetzt in die Photovoltaikbranche wechseln.
00:41:10: Und in der Ausschreiben steht, du bringst mindestens zehn Jahre in der Photovoltakbranche mit dann ist das wirklich ein offensichtliches Kaokriterium, da macht es keinen Sinn.
00:41:18: Aber bei allem anderen würde ich wirklich mehr für mich nach innen rein hören im Sinne von habe ich da Bock drauf?
00:41:25: Kann ich mir das vorstellen?
00:41:27: Ist es das was so meinem Bild vor dem nächsten Schritt entspricht?
00:41:32: und wenn das so ist und es kein Kaokkriterium gibt, würde ich immer etwas hinschicken.
00:41:36: Wenn
00:41:39: wir uns jetzt in den vergangenen vierzig Minuten über die Werte und all das unterhalten haben, was vielleicht für viele Bewerber tatsächlich wichtig sein könnte in Zukunft.
00:41:49: Ich überlege die ganze Zeit – es geht mir nicht aus dem Kopf!
00:41:51: Wir müssen auch noch über soziale Medien sprechen lieber während.
00:41:54: Was mir auch nicht ausm Kopf geht, hatte ich jetzt gerade nochmal so ein bisschen überlegt.
00:41:58: Du hast dich….
00:41:59: was mir so auffällt beim Coaching?
00:42:01: Du beschäftigst dich … wenn ich das richtig verstehe häufig weniger mit fehlenden Fähigkeiten aber wahrscheinlich mehr mit dem fehlendem Vertrauen deiner Gegenüber an die eigenen
00:42:09: Fähigkeit.".
00:42:11: Ja, genau.
00:42:13: Das geht mir nicht aus dem Kopf und ich denke eben auch die ganze Zeit an den sozialen Medien.
00:42:17: Die vermitteln ja oft den Eindruck schneller Erfolge und ich glaube aber dass natürlich die Karrieren tatsächlich meist deutlich weniger Geradlinik verlaufen als das vielleicht auch in den sozialem Medien dargestellt wird?
00:42:31: Also jetzt hast du verschiedene Punkte angesprochen.
00:42:33: Sorry, das
00:42:33: sind meine Gedanken.
00:42:34: Das war zu Gedanken, wie er an der
00:42:35: letzten Frage zeichnet.
00:42:37: Ja natürlich!
00:42:39: Aber ich habe
00:42:39: mich dir geöffnet mit meinen Gedanken was mir alles durch den Kopf gegangen ist und dass es einiges.
00:42:45: Ich versuch's mal zu sortieren.
00:42:48: Ganz viele sitzen mir gegenüber mit einem Defizitdenken vor allen Dingen beim Fachwissen.
00:42:52: Ich unterscheide zwischen Fachwisten und Erfahrungswissen.
00:42:55: Fachwissen ist so dieses ganze Studium, was hast du gelernt?
00:42:58: Studiert Ausbildung gemacht.
00:43:00: Weiterbildung, Zertifikate und so weiter.
00:43:01: Und ganz viele – das sind auch gerade die sehr berufserfahrenden mit irgendwie Ende-Fürzig über Fünfzig, Ende-fünftig, die so dieses Gefühl haben und dann von mir wissen wollen, was brauche ich jetzt noch an Zertifikaten und an Kursen, an Weiterbildung damit ich eine Chance habe.
00:43:20: Dieses Defizitdenken ist ganz oft, hätte fast gesagt, fehlgeleitet und eine Fehlannahme.
00:43:25: Ob das signalisiert uns der Markt?
00:43:27: Wenn ihr die Stellenausschreibung anguckt, ist in der Regel der erste Punkt oben das Fachwissen.
00:43:31: Du hast das unterstudiert oder eine vergleichbare Ausbildung.
00:43:35: Jetzt stell dir vor... Also ich bin dreiundfünfzig heute aktuell Der Diplomökonom, den ich ... Wann habe ich?
00:43:45: Das ist recht noch die Promotion als der promovierte Ökonom.
00:43:50: Ich hab über mathematische Modelle und Projektmanagement Optimierungsverfahren im Projekt-Management und irgendwelche Principle Agent Theorien geschrieben.
00:44:01: Was hat das heute für einen Wert für meine Qualität als Karrierecoach?
00:44:06: Relativ wenig!
00:44:07: Natürlich war die Zeit wichtig, hat mich geprägt Aber ob ich Diplomökonom bin oder Erziehungswissenschaftler, oder Psychologe oder Pädagoge, welchen Studienabschluss ich habe ist für meine Arbeit heute schlutzbibägal.
00:44:19: Relativ egal, behauptig!
00:44:22: Und das ist oft so.
00:44:23: dieses Denken von vielen die mir, sag' ich mal zum Zeitpunkt des Stoppwechsels gegenüber sitzen, die das Gefühl haben irgendwie mein Fachwissen ist falsch Ich hab das falsche studiert für die Zukunft Oder mir fehlt irgendwas und das halt oft gepaart mit dem Erfahrungswissen nicht erkennen.
00:44:41: Und Erfahrungs-Wissen, sage ich extra nicht Berufserfahrung, ist für mich auch so dieses auf welchen Ebenen hat sich jemand bewegt in einem Unternehmen?
00:44:53: Welche Konflikte, schwierige Gespräche hat jemand geführt und Lösungen gefunden?
00:44:56: In welche Themen oder welche Branchen hat sich irgendjemand eingearbeitet?
00:45:01: Führungserfahrungen sitzen ganz viele Manager auf Führungskräfte gegenüber die nur in fachlichen Themen denken Und so dieses ganze Thema Mitarbeiterführung, Mitarbeiterentwicklung einstellen.
00:45:12: Vielleicht auch mal Mitarbeitende entlassen müssen.
00:45:15: Schwierige Gespräche führen Gehaltsverhandlungen und alles das was da dran hängt haben ganz viele in dieser Lebenslaufschreib-Situation oder Dorfwechselsituation für sich nicht auf dem Schirm.
00:45:26: Das ist für mich ganz oft der Kern im Coachingprozess nochmal so dieses Erfahrungswissen für sich rauszuarbeiten.
00:45:33: Ich sage immer Was unterscheidet dich heute von einem?
00:45:36: Vielleicht alle zwanzig, zweiundzwanzig?
00:45:38: hier ein Bachelor-Absolvent nur der Assolvente.
00:45:41: Meine Falten im Gesicht?
00:45:43: Ja die auch!
00:45:43: Aber auch die machen dich ja seniorisch.
00:45:47: Ich bin dreiundvierzig da dauert es noch ein bisschen aber ich weiß was du meinst.
00:45:50: man ist eben dann doch einige Jahre länger in Beruf und trotzdem eine andere Generation und das hat alles hat seine Zeit.
00:45:58: Ich glaube wir sprechen auch in Deutschland so viel über die Schwächen.
00:46:01: vielleicht zeugen wir mehr über die Stärken des einzelnen Sprechen also das tust Du ja schon in Deiner Arbeit.
00:46:07: Vielleicht liegt es auch daran, dass wir das, was wir besonders gut können für uns oft selbstverständlich wirkt und wird das dann gar nicht mehr so nach außen tragen.
00:46:18: Genau!
00:46:19: Das ist doch normal.
00:46:19: Es ist doch nichts Besonderes, was ich jetzt hier letzten zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre gemacht habe.
00:46:23: Und ja... Ich kann das verstehen?
00:46:27: Also da können wir uns ja alle an die Eigenase packen.
00:46:29: natürlich ist auch das jetzt total normal, dass sich hier ein Podcast mit dir führt.
00:46:33: Für mich total normal regelmäßig einen Gastbeitrag im Spiegel zu haben.
00:46:38: Also alles das, was wir natürlich oft machen und sich wiederholt verliert natürlich diesen Wert oder verliert ja vielleicht auch so gefühlt den Wert.
00:46:47: Es wird halt normal.
00:46:48: es gehört dazu Und Sich das bewusstzumachen Vielleicht sich da auch immer wieder mal aus ein stück rauszunehmen und von außen drauf zu blicken von Nee, das ist nicht normal.
00:46:57: es gibt viele viele andere die keine spielkolone haben.
00:47:01: Du lädst mit Sicherheit nicht jeden in deinem Podcast ein Ja und sich das bewusst zu machen, ohne dass es jetzt irgendwie total selbstverherrlichen kind.
00:47:12: Aber das sehe ich halt.
00:47:14: Das vergessen viele so auf ihrem Weg.
00:47:16: Und wir sind natürlich dieses normal kommt ja auch aus einem.
00:47:19: Wir sind ja täglich irgendwo in unseren Hamsterrädern gefangen zum Teil oder da mal rauszugehen und sich bewusst Zeit zu nehmen und das sich bewusst zu Machen gerade eben auch im Veränderungszeitpunkt.
00:47:32: Das ist halt total wichtig.
00:47:34: Und also, jetzt nochmal auf dieses Erfahrungswissen drauf zu gehen.
00:47:39: In dem Moment wo vielen das bewusst wird... Also so wie ich es dir gerade erzählt habe gucken mich ganz oft die Leute mit großen Augen an und sagen Ja klar!
00:47:48: Das hab' ich alles gemacht!
00:47:49: Ist ja irre!
00:47:50: Wahnsinn!
00:47:52: Wenn ich das gemacht hab', dann kann ich auch das andere bei einem anderen Arbeitgeber machen.
00:47:57: Und wenn das Bewusstsein da ist und auch das dauert manchmal ein zwei Wochen Bis das mal gesagt ist, bis sich jemand immer so erinnert hat.
00:48:04: Nicht verändert, erinnerte hat und was jemand vielleicht auch über Jahre in verschiedenen Stationen gemacht oder erlebt erfahren hat dann kann ich damit ja auch erst bei einem neuen Arbeitgeber damit auch wirklich selbstbewusst rausgehen weil das... Das ist der Wert nicht die fehlende KI-Weiterbildung oder sonstwas.
00:48:24: Wer Bock hat irgendwas fürs Köpfchen zu tun?
00:48:26: Wem langweilig es Wer sich irgendwie verändern will und Weiterbildung gesuchen will, finde ich in der Phase immer gut und sinnvoll.
00:48:35: Ich sehe aber auch viele die sich mit zu viel Weiterbildung manchmal auch Arbeitsagentur finanziert, auch massiv den Tag zuballern und zublocken Und zu wenig Zeit ist für das andere was in der Fase wichtig ist.
00:48:51: Also die Mischung macht es
00:48:53: Genau.
00:48:53: Ja.
00:48:55: Also ich kann dich erstmal beruhigen in meinen Podcast kommen grundsätzlich nur tolle Menschen, ich sage mal idiotenfrei.
00:49:03: Ich lasse aber natürlich auch andere Meinungen zu.
00:49:05: das gehört auch für mich dazu dass man sich ja auch mal fetzen kann ohne jetzt persönlich die Wertschätzung vor dem gegenüber zu verlieren.
00:49:13: das haben wir vielleicht auch ein bisschen verlernt finde ich anderen zuzuhören auch mal andere meinungen auszuhalten auch im beruflichen Kontext ohne gleich immer persönlich werden zu müssen.
00:49:23: Wenn wir noch kurz nach vorne schauen lieber Bernd, was glaubst du denn?
00:49:26: welche Berufsbezeichnung wird es in zwanzig Jahren wahrscheinlich nicht mehr geben?
00:49:31: Also die Glaskugel habe ich nicht.
00:49:35: Vor zwanziger Jahren glaube ich hätte auch niemand damit rechnen können dass es heute irgendwie ein Promt-Engineer oder KI irgendwas gibt.
00:49:43: Das sehen wir ja im Grunde jetzt schon gerade durch das KI.
00:49:46: Thema Verändern sich Shops, verändern sich Shopwelten grade massiv.
00:49:53: Ich glaube, dass wir sehen werden das natürlich alles was so vielleicht heute sagen.
00:49:58: Das sind so klassische Sachbearbeitungs-Shops also wo es einfach darum geht Daten abzugleichen, Daten zu pflegen.
00:50:04: Also sehr einfache, sehr viel Routine Tätigkeit sehr stark wegfallen wird.
00:50:10: ich glaube dass sich natürlich Berufseinstiegsposition verändern werden.
00:50:13: Es wird weiterhin Junior Position geben und brauchen aber sie werden anders aussehen.
00:50:17: Vielleicht starten Menschen Ihr Rufgelaufbahn auf einem anderen Niveau als vorher, will ich damit sagen.
00:50:27: Keine Ahnung!
00:50:27: Ich finde es zwanzig Jahre, das klingt wenig.
00:50:30: aber wenn wir uns die letzten fünf Jahre ansehen glaube ich wäre das zu viel Glaskugel und total unseriös zu sagen Das sind die Fünf Drops, die kommen werden und die zehn fallen weg.
00:50:41: also macht jenes.
00:50:42: und nicht dass nur dann werde ich in Zukunft haben sondern Ich finde es vielleicht gut, mal zu überlegen.
00:50:49: Also jetzt eine Ausbildung zum Druckvorlagenhersteller zu machen, zum Litographen oder zum Schauwerbegestalter und schaubt wenn sie das dekorieren.
00:51:02: Da würde ich wahrscheinlich immer sagen, da würde ich nochmal drüber nachdenken.
00:51:06: aber Jetzt aufgrund der aktuellen Entwicklung zu sagen, ich muss jetzt irgendwas mit KI machen und Digitalisierung darf keine Ausbildung mehr irgendwie im Marketing oder Kommunikation machen, das finde ich zu eng gefasst.
00:51:24: Also was ich damit sagen will ist... Ich würde schon gucken wie entwickelt sich Märkte?
00:51:28: Wie können vielleicht auch so die nächsten drei bis fünf Jahre sich entwickeln?
00:51:32: Was tut sich da gerade?
00:51:34: Aber du merkst das vielleicht, dass zieht sich auch ein bisschen durch unser Gespräch.
00:51:38: Ich find's fast wichtiger gar nicht zu stark nach außen zu blicken und Da können wir noch mal so ein bisschen dieses Social Media Thema auch mit reinnehmen.
00:51:46: Ich glaube, dass wir gerade unfassbar viel von außen geprägt werden was ich total ungesund finde sondern wirklich mehr auf sich selbst zu hören zu sagen okay worauf habe ich Lust?
00:51:57: Wofür schlägt mein Herz?
00:51:58: Was ist mir wichtig?
00:51:59: wie will ich arbeiten und welchen Menschen möchte ich arbeiten?
00:52:03: in welcher Kultur, Organisationsstruktur möchte ich Arbeiten?
00:52:07: bin ich eher der Typ für Mittelstand?
00:52:09: habe ich eher Bock auf Konzernen und Hierarchie und Aufstieg.
00:52:12: Und alles was da dran hängt, also sich selbst bewusst zu werden und dann den Schritt zu
00:52:17: gehen.".
00:52:18: Ja du hast das ja richtig erwähnt.
00:52:20: Also soziale Medien verstärken daran auch oft soziale Vergleichsprozesse.
00:52:25: Wenn ich jetzt mal in die letzten Folgen denke... Ich hatte einen Raumausstatter bei mir zu Gast Matthias Berger.
00:52:30: Der wird das vielleicht nur zur Hälfte unterschreiben, der hat schon noch gut zu tun.
00:52:33: Ich glaube aber wenn er heute nochmal die Entscheidung treffen müsste oder in zwanzig Jahren würde es sich dann wahrscheinlich auch anders entscheiden.
00:52:40: und wenn wir es übrigens irgendwann mal genau wissen wollen ich hatte auch eine Astrologin bei mir zu Gast Andrea Buchholz.
00:52:46: Die kann uns dann vielleicht mehr, ich will jetzt nicht sagen die Karten legen aber zumindest in die Zukunft schauen mit uns gemeinsam mal überlegen wie es dann aussehen könnte.
00:52:53: In der beruflichen Welt und ich hatte auch eine künstliche Intelligenz bei mir Und die habe ich auch mal gefragt Wie sieht's denn aus in den nächsten Jahren?
00:53:00: Brauchst du uns eigentlich noch als Menschen?
00:53:03: natürlich Ja klar und ja das war wirklich sehr interessant.
00:53:07: Ich hatte dann die künstlich Intelligenzen gefragt Wie sie denn zu uns Menschen steht.
00:53:11: und ja, kann natürlich dann so die Standard antworten.
00:53:16: Ja ohne geht es nicht.
00:53:17: gute Kombinationen und wir können uns nur gegenseitig unterstützen.
00:53:21: Es macht mir manchmal auch etwas Angst da bin ich ehrlich aber Ich glaube das berufe gehen und Berufe kommen und darum geht's ja auch im Leben?
00:53:29: Ja also ich glaub aus wie gesagt ich glaube aus heutiger Sicht keine Ahnung was in fünf Jahren ist.
00:53:34: Ich glaube halt dass überall da wo es wirklich um Menschlichkeit, Kreativität also menschliche Kreativity.
00:53:42: Entscheidungsfindung Empathie geht das vorwiegend sage ich mal stärken oder Einsatzgebiete oder Themen sind die so schnell nicht von der KI übernommen werden können.
00:53:58: Ja Das ist ein schönes Schlusswort
00:54:01: Sich dazu erlegen was passt da eben zu und Was sind das für Jobs?
00:54:05: Was sind dass für Aufgaben für Tätigkeiten.
00:54:07: Das finde ich wichtig, aber wie gesagt ohne sich dabei selbst zu verlieren.
00:54:12: Und es macht immer noch einen Unterschied ob man eine KI vor sich sitzen hat oder einen Menschen und das soll auch in hoffentlichem Zukunft bleiben.
00:54:19: Wie bei Bernd also wir haben heute gelernt Wir haben viel über Karriere gesprochen Aber es ging eben auch etwas um etwas viel größeres um Entscheidungen Um Veränderung Selbstbestimmung ein wichtiges Thema und vor allem um die Frage wie werden Arbeitsleben selbst gestalten können dass zu uns passt?
00:54:34: deswegen bedanke mich bei dir lieber Bernd für deine Zeit, für diese tollen Einblicke und deine Erfahrungen.
00:54:39: Ich wünsche dir von Herzen alles Gute weiterhin!
00:54:41: Und uns allen ein erfülltes und glückliches Berufsleben noch!
00:54:45: Sehr gerne dem schließe ich mich an.
00:54:46: danke auch dir und ja ich freue mich wenn vielleicht auch Feedback kommt.
00:54:53: jeder kann mich natürlich auch gerne kontaktieren hinterher oder mir auch ein Feedback schicken sehr gerne über die üblichen Kanäle.
00:54:59: Das war
00:55:00: Schüchtern bis Nöchtern der Publicity Podcast von Andre Puchter.
00:55:05: Alle Infos
00:55:06: zu dieser Folge auf www.schüchternbismüchdern.de.
00:55:11: Vielen Dank fürs
00:55:12: Zuhören und
00:55:13: bis zum nächsten Mal!
00:55:16: Schlager Radio Podcast.
Neuer Kommentar