Christian Stipeldey | Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger - Warum fahren Seenotretter im Sturm raus?
Shownotes
Wenn Menschen auf der Nord- oder Ostsee in Not geraten, wenn Boote kentern, Menschen über Bord gehen oder Schiffe havarieren, dann gibt es eine Organisation, die rund um die Uhr bereitsteht: die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Seit mehr als 160 Jahren retten ihre Besatzungen Menschen aus Seenot – oft bei Sturm, Dunkelheit und unter Bedingungen, bei denen andere lieber festen Boden unter den Füßen hätten. Christian Stipeldey spricht mit André Puchta über die Geschichten hinter den Einsätzen, die Technik der Seenotrettungskreuzer und vor allem über die Menschen, die freiwillig und hauptamtlich ihr Leben einsetzen, um andere zu retten.
Im Podcast „Schüchtern bis nüchtern“ begrüßt André Puchta spannende Charaktere mit außergewöhnlichen Berufen, Lebensentwürfen oder Leidenschaften. Eine Bühne für Biografien, die man nicht erfinden könnte. Hier trifft Kuhfriseur auf Detektiv, Domina auf Pfarrerin, Dildo-Designerin auf Tatortreinigerin, Human Puppy auf Ordensfrau und Hebamme auf Tantra-Trainer. Ein Podcast über das Ungewöhnliche – und das, was uns verbindet.
Transkript anzeigen
00:00:04: Herzlich willkommen bei Schüchtern
00:00:07: bis Nüchdern.
00:00:08: Dem Publicity-Podcast mit André Puchter und chilligen Gästen, fast live
00:00:15: aus Berlin!
00:00:23: Wenn Menschen auf der Nord oder Ostsee in Not geraten, wenn Boote kentern, Menschen über Bord gehen oder Schiffe havarieren dann gibt es eine Organisation die rund um die Uhr bereit steht – Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung schiffbrüchiger.
00:00:37: Seit mehr als einhundertsechzig Jahren retten ihre Besatzungen Menschen aus Seenot, oft bei Sturm, bei Dunkelheit und unter Bedingungen bei denen andere lieber festem Boden unter den Füßen hätten.
00:00:50: Mein heutiger Gast kennt die Geschichten hinter den Einsätzen bestens – die Technik der Seenots-Rettungskreuzer und vor allem die Menschen, die freiwillig und hauptamtlich ihr Leben einsetzen um andere zu retten.
00:01:03: Herzlich willkommen bei Schüchtern bis Nüchdern!
00:01:05: Christian Stüppeldei
00:01:07: Moin aus Bremen.
00:01:09: Ich grüße Sie!
00:01:09: Ja, ich freue mich dass Sie mein Gast sind und Sie haben viel zu tun.
00:01:12: Sie sind in vielen Terminen glaube ich eingebunden.
00:01:14: Sie haben einen sehr spannenden Job lieber Herr Stippel-Dai.
00:01:17: Vielen Dank für die Einladung.
00:01:18: Ich freue mich ja wie gesagt.
00:01:19: also es ist eine große Erde das sie bei mir sind.
00:01:21: Sie machen das glaube ich schon sehr lange und können auch viel über Ihren Beruf bei mir loswerden und erzählen.
00:01:28: aber was mich als allererstes interessieren würde... Was geht Ihnen denn heute noch durch den Kopf wenn nachts Ihr Telefon klingelt und ein Seenotfall gemeldet wird?
00:01:37: Eigentlich gar nicht so viel, denn je mehr Gedanken man sich macht die Realität zeigt dann doch dass sie immer anders aussieht.
00:01:42: Es gibt keinen Muster für Alarmierungen bei den Seenotrettern.
00:01:45: es gibt ungezählte Gründe um nach unserer Hilfe zu rufen und jeder Seenotsfall ist anders.
00:01:52: Man kann also nicht sagen das läuft nach Schema-Evters läuft nach Leerbuch ab selbst wenn man eine erste Vorstellung davon hat um was es da draußen gerade gehen könnte.
00:01:59: Wenn die Kollegen dann rausfahren und vor Ort sind dann sehen Sie meistens erst wirklich etwas erforderliches.
00:02:05: Ja, ich kann mir das glaube ich nur ansatzweise vorstellen auch nach diesen vielen Jahren dass da auch eine Alarmierung etwas Besonderes ist.
00:02:12: Nach wie vor man weiß ja auch nie was die Besatzungen erwartet.
00:02:15: Möchten Sie uns bitte mal so ein bisschen abholen?
00:02:17: zur deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrücke haben?
00:02:19: Was dürfen wir uns darunter vorstellen?
00:02:21: Wie sind sie aufgestellt?
00:02:22: Wir arbeiten sich wie viele Ehrenamtlichttätige.
00:02:25: Die DGZRS ist einhundert und sechzig Jahre alt ist ja heutzutage rund zweitausend Mal auf Nord- und Ostsee jedes Jahr im Einsatz.
00:02:33: Sie ist zuständig für Suche und Rettung, also für diesen Maritimen Such-und-Rettungsdienst den SAR-Dienst Search and Rescue-Suche und Rrettung.
00:02:41: So steht es auch in großen Buchstaben am Bug aller unserer Schiffe.
00:02:44: Es haben vielleicht viele die uns jetzt zuhören auch schon mal gesehen.
00:02:48: Und all das was auf See passieren kann, was man sich nur vorstellen kann und ein Grund sein kann um nach den Seenotrettern zu rufen, das kann noch ein Grund für unseren Einsatz sein.
00:02:57: Das Besondere ist dass wir freiwillig unabhängig spendenfinanziert unterwegs sind Das eben schon mehr als sechzehn Jahrzehnte.
00:03:04: Diese Freiwilligkeit, die allseitige Freiwilligkeit ist prägend für unsere Arbeit – also die freiwillige Einsatzbereitschaft der Besatzungen auf See genauso wie die freiwillige Finanzierung durch ganz viele Menschen im ganzen Land.
00:03:16: Denn wir verzichten ganz bewusst auf jegliche staatliche öffentliche Mittel und finanzieren unsere gesamte Arbeit sowie vor hundertsächzig Jahren auch heute ausschließlich durch freiwilliga
00:03:26: Zuwendung.".
00:03:27: Ja nun verbinden ja viele Menschen eine Rettung.
00:03:31: Ich nenn das jetzt mal dramatischen Filmen, Blockbastern.
00:03:35: Wie nah ist denn die Realität daran?
00:03:38: Ja, Filme sind natürlich immer eskapistisch aber es kann auch auf See schnell dramatisch werden.
00:03:43: Vielleicht kann man so eine Grundregel sagen Auf See kann man wenn man ein kleines Problem hat nicht mehr eben rechts dran fahren wie man das vielleicht aus dem Straßenverkehr kennt.
00:03:50: Also auch ein kleises technisches Problem Kann auf se schnell zu einer gefährlichen Notlage werden zur einer lebensgefährlichen Lage möglicherweise Wenn zu einem technischen Problem andere Dinge hinzukommen, sich das Wetter verschlechtert, plötzlich ein Wassereinbruch herrscht oder jemand... beim Versuch ein technisches Problem zu beheben über Bord geht, so wie Sie es gerade einleiten gesagt haben.
00:04:08: Dann wird schnell lebensgefährlich auf See.
00:04:10: und die Bedingungen auf See sind sehr herausfordernd!
00:04:13: Man hat's mit schwankendem Untergrund zu tun, man hat sie mit wechselnden Wetterbedingungen zu tun , man hat es mit stark tietenabhängigen Gebieten zu tun... Man kann also nicht gerade ausfahren, sobald das vielleicht im Autoatlas aussieht sondern muss oft Wege fahren um überhaupt dort anzukommen wo man hinkommen will.
00:04:28: Es gibt keine Hilfsfristen auf See Wenn man das aus dem Rettungsdienst an Land kennt, wer wollte die auch definieren.
00:04:35: Und da schießt sich der Kreis zu der Eingangsfrage von eben jeder Einsatz ist eben anders.
00:04:41: Ja es wird nicht langweilig.
00:04:42: Das ist zwar einerseits gut aber eben die Nordsee zählt ja auch zu den anspruchsvollsten Segelbieten Europas
00:04:47: und die Oste auch.
00:04:48: Die Oste ja.
00:04:49: ich denke mir Sturmfluten schnell wachsende oder schnell wechselnde Wetterlagen die erhöhen dann das Risiko erheblich.
00:04:55: Welche Eigenschaften braucht denn ein guter Seenotretter?
00:05:00: Ja, vor allem die Einsatzbereitschaft tatsächlich auch bei jedem Wetter rauszufahren.
00:05:04: Wenn andere reinkommen also wenn andere den schützenden Hafen anlaufen dann in den Einsatz zu fahren Mit einem gewissen Respekt vor den Naturgewalten, sicherlich nicht mit Angst.
00:05:14: Angst wären schlechter Ratgeber.
00:05:15: Aber der Respekt von der See fährt immer mit und das gilt für unsere wenigen Festangestellten, hundert-achtzig an der Zahl genauso wie die mehr als achthundert freiwillige Seenotretter, die wir haben.
00:05:25: Die sind alle gleich professionell unterwegs und ausgebildet.
00:05:28: nur die Allermeisten machen das eben neben ihrem Hauptberuf im Ehrenamt.
00:05:33: Und die Ausbildung umfasst zahlreiche praktische theoretische Inhalte.
00:05:38: Möchten Sie uns mal ein bisschen mitnehmen, Herr Stiepeldai?
00:05:41: Was die Ausbildung angeht.
00:05:43: Wie läuft das ab?
00:05:45: Seenotrettung ist grundsätzlich Teamarbeit muss man sagen.
00:05:47: also alleine kann auf See niemand etwas ausrichten.
00:05:50: Das wissen Seeleute und das wissen natürlich auch Seenortretter.
00:05:52: d.h.
00:05:53: Man muss zusammenarbeiten Und man isst oft engstem Raum Auf sich gestellt auf das team angewiesen oft über Stunden Einsätze auf se dauernd in der regel deutlich länger als einsätze im rettungsdienst an land.
00:06:04: Das heißt, diese Grundvoraussetzung zusammenzuarbeiten und auch längere Zeit auf engem Raum zusammenzuleben.
00:06:12: Auf den nächsten Einsatz zu warten und dabei ja nicht Däumchen zu drehen sondern zu warten die Technik zu warten also Wartungsaufgaben wahrzunehmen damit eben alles im Einsatz immer perfekt funktioniert und man sich auf die technik verlassen kann Die technik die einem hilft das zweifellos immer vorhandene risiko so gering wie möglich zu halten Das sind Eigenschaften, die man braucht.
00:06:33: Die Teamfähigkeit ist, glaube ich, die größte Eigenschaft und natürlich die Bereitschaft immer da zu sein.
00:06:39: Es gibt niemanden keine staatliche Stelle, die irgendjemand hier in Deutschland in den Einsatz auf See hinaus befehlen würde.
00:06:45: Ich sagte ja schon, die altseitige Freiwilligkeit ist prägend für unsere Arbeit.
00:06:49: Andererseits ist mir kein Fall bekannt, indem mal ein Seenotretter zu Hause geblieben wäre Aber es bleibt immer eine freiwillige Angelegenheit auch für unsere wenigen Festangestellten.
00:06:58: Ja Und ich kann mir vorstellen, dass auch Besonnenheit eine große und wichtige Rolle dabei spielt.
00:07:03: Ja das meinte ich ebenso mit dem Respekt vor den Naturgewalten.
00:07:06: also sicherlich nicht.
00:07:08: ja wie so ein Supermehrmann zu denken Ich habe so'n tolle Schiff Mir kann nix passieren.
00:07:13: Das wäre sicherlich die falsche Herangehensweise.
00:07:16: Unsere Schiffe sind äußerst sehtüchtig.
00:07:18: Wir bauen sie mit Spezialwerften nach unseren eigenen Vorstellungen und den Erfahrungen unserer Seeleute.
00:07:24: Es sind perfekte Schiffe, kann man schon sagen.
00:07:26: Die sie natürlich immer noch wieder weiter verbessert werden können.
00:07:29: aus jedem Einsatz bringt man auch Erfahrungen mit und in die Entwicklung neuer Spezialschiffe fließt neues Wissen ein.
00:07:36: Aber man muss immer sagen diese Besonnenheit wie Sie es genannt haben Ja im Prinzip immer sich auch der eigenen geringen Größe angesichts Der riesigen weite des Meeres bewusst zu sein da spielt er schon mit rein.
00:07:49: ja
00:07:50: Ja, ich hatte mir bei der Vorbereitung der heutigen Folge Ihren Jahresbericht.
00:07:54: Ich glaube das heißt so für ... nie für ... kann das ja nur sein?
00:07:59: Also Jahrbuch ... heißt es tatsächlich mit dem Bericht über die Arbeit im vergangenen Jahr.
00:08:05: Dass sich sehr spannend und informativ fand genau!
00:08:07: Und da gibt es einen Vorwurf des ehrenamtlichen Vorstandes von Ingo Kramer und Lars Carstensen und die beiden Herren schreiben hier... auf See wie an Land.
00:08:20: Das stimmt natürlich, was sich aber noch spannender fand in anderer Angelegenheit das ist eine Absatz zwei Absätze weiter.
00:08:27: die Bedeutung der Meere für unser tägliches Leben ist enorm.
00:08:30: Der Welthandel wird zu mehr als neunzig Prozent über See abgewickelt.
00:08:33: Das hat mich dann doch ein bisschen überrascht.
00:08:36: Ja, man könnte es plakativ so sagen.
00:08:38: Man kommt schon mit dem Meer in Kontakt wenn man in Süddeutschland in den Supermarkt geht und Bananen kauft.
00:08:42: also wir alle sind in unserem täglichen Leben davon abhängig dass Deutschland eine maritime Nation ist.
00:08:48: viele Menschen im Binnenland stehen vielleicht eher mit dem Rücken zu Nord- und Ostsee aber viele Menschen sind sich dessen auch bewusst eigentlich immer mehr Menschen.
00:08:55: Wir haben das alle in der Pandemie gemerkt als das Klopapier alle war wie sehr wir von diesen Nachschubwegen abhängigs sind die eben tatsächlich weltweit zu Neunzig Prozent über See abgewickelt werden.
00:09:04: Das heißt unser aller Leben ist auch davon abhängig, dass diejenigen, die bei nahezu jedem Wetter da draußen unterwegs sein müssen um ihr Geld zu verdienen und um die Versorgungssicherheit unseres Landes zu gewährleisten das denen geholfen wird.
00:09:16: Und dafür sind diese Seenotretter da vielfach eben für die Berufsschifffahrt natürlich genauso auch für den Wassersport.
00:09:21: wir sind eben ein umfänglicher Rettungsdienst keine Hilfsorganisation sondern zuständig.
00:09:29: Unser Staat, die Bundesrepublik Deutschland hat den Seenotreitern diese hoheitliche Aufgabe verbindlich übertragen und damit sind wir natürlich auch in so einer Art Garantenpflicht für jeden der da draußen um Hilfe ruft dazu sein.
00:09:41: Und dafür kann man Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen auch nur danken für dieses Engagement, diesen Einsatz das vorab.
00:09:47: Was war denn die Geschichte eines Geretteten, die sie besonders bewegt hat?
00:09:51: Ist etwas in Erinnerung geblieben über dass Sie jetzt nach all den Jahren vielleicht gerne oder auch vielleicht etwas bewegter sprechen?
00:09:59: Die große Gedankbarkeit der Geretteten, das bericht nach unserer Besatzung immer wieder.
00:10:03: Die bleibt schon hängen.
00:10:05: Das ist nicht in jedem Fall so weil Seeleute die weltweit unterwegs sind sie sind dann auch morgen wieder aus den Augen und aus dem Sinn Und die sieht man ja meist nicht wider.
00:10:13: Sehfahrt ist international das war schon immer so.
00:10:16: Aber es gibt auch Menschen die feiern ihren zweiten Geburtstag jedes Jahr und kommen noch auf Stationen bringen jedes Jahr einen gebackenen selbstgebackenen Kuchen mit und die dankbarkeit gegenüber Ihren rettern ist sehr groß.
00:10:28: Besondere Einsätze gibt es natürlich auch zahlreiche.
00:10:31: Das würde unsere Zeit jetzt hier mehr als sprengen, aber ganz besonders sind natürlich Momente mit Kindern an Bord.
00:10:36: Es gibt auch Geburten an BORD unserer Rettungseinheiten immer wieder vorgekommen.
00:10:40: Ich sage mal so in den letzten siebzig Jahren etwa fünfzehn, sechzehn und siebzehn Geburt bei uns an BORT gewesen.
00:10:46: das sind natürlich auch dann Menschen wenn die groß werden, die den Seenotrettern auf ganz besondere Weise verbunden sind weil Sie einen ganz außergewöhnlichen Geburtsort haben der manchmal nur in Länge- und Breite notiert ist oder mit dem Namen eines Seenotsrettungskreuzers Ja, und auf der anderen am anderen Ende stehen kuriosere Einsätze.
00:11:02: Es muss nicht immer mit Schiffen zu tun haben was die Seenotretter tun.
00:11:05: wir haben auch schon mal einen Heißluftballon vor einer Notwasserung bewahrt in dem wir ihn rechtzeitig an eine lange Leine genommen und wieder über Land geschleppt haben.
00:11:14: Wahnsinn das ist ja schon eine Geschichte die auch hängen bleibt.
00:11:20: Viele gerettete Bleiben der deutschen Gesellschaft zur Rettung schiffbrüchiger Lebenslang verbunden, das auch das hat sich gelesen.
00:11:25: Die werden später selbst Förderer oder auch Ehrenamtliche.
00:11:28: Das heißt man möchte dann auch wieder etwas zurückgeben für diesen zweiten Geburtstag wie sie ihn genannt haben.
00:11:34: Ja auch das erleben wir, wenn gleich man das ein bisschen relativieren muss.
00:11:37: Die meisten Menschen die regelmäßig für die Seenotretter spenden ja haben eigentlich wenig mit dem Meer zu tun.
00:11:44: Haben eine große Maritima Affinität.
00:11:46: Leben im Binnenland sind vielleicht ein zwei Mal im Jahr an der Küste.
00:11:51: Sind fasziniert von der maritimen Welt und haben in unserer Organisation vielleicht etwas gefunden was ihnen imponiert?
00:11:57: Und engagieren sich deshalb regelmäßig finanziell für die seenotrettere.
00:12:00: Das ist das allerwichtigste für unsere Arbeit neue regelmäßige Spenderinnen und Spender zu gewinnen, denn dadurch dass wir ja nicht erst anfangen um Spenden zu bitten wenn irgendetwas passiert ist wie nach einer Hungersnot oder Naturkatastrophe sowie andere gemeinnützige Organisationen das machen.
00:12:14: Dadurch dass wir ein hoheitlich zuständiger Rettungsdienst sind der ständig für den Tag X vorbereitet sein muss haben wir natürlich laufende Kosten und diese Planbarkeit die ein Rettungstienst braucht.
00:12:23: die ermöglichen uns eben ausschließlich die regelmäßig Entschuldigung, ausschließlich die regelmäßigen Spenderinnen und Spender.
00:12:31: Sodass wir mit diesen regelmäßige Spenden eben auch in die Zukunft schauen können.
00:12:35: Wir wissen ja beispielsweise wann wir ein neues Schiff brauchen wie lange es im Dienst bleibt, wie wir unsere Flotte modernisieren müssen um immer wieder auf die Herausforderungen der Zukunft zu reagieren.
00:12:44: Ja diese Herausforderung sind vielfältig.
00:12:47: Wann wird denn aus einem normalen Bootsausflug plötzlich eine lebensgefährliche Situation?
00:12:52: Was sind so die Ursachen die man oft unterschätzt?
00:12:57: Die Seenotretter sind ja da draußen unterwegs ohne Ansehen der Person und Ursache.
00:13:01: Das heißt, wir fragen gar nicht danach wie ein Notfall geschehen ist Und aus der Frage spricht er auch so'n bisschen gleich so ein bisschen der Blick auf den Wassersport raus.
00:13:09: dem Blick möchte ich eigentlich ein bisschen da weg lenken denn Ich sagte eben schon Wir sind oftmals für die Berufsschifffahrt unterwegs und wo Menschen arbeiten und sich Menschen bewegen Da passiert naturgemäß auch etwas.
00:13:18: das ist hier an Land ganz genau So.
00:13:22: Da jetzt eine Ursachenfrage zu stellen, das würde kein Rettungsdienst tun.
00:13:25: Ein Rettungstienst der an Land kommt zu einem Herzinfarkt, der fragte ja auch nicht ob man sich falsch ernährt hat oder ob man so wenig Sport getrieben hat als erstes sondern zuerst mal wird gerettet und alles weitere bespricht man nachher mit dem Hausarzt.
00:13:36: Und wenn auf See eine Ursache ermittelt werden muss dann ist das Behördensache aber nicht die Sache des Seenotretter.
00:13:42: Das heißt wir führen gar keine Statistik darüber aus welchen Gründen Menschen bei uns im Hilferufen.
00:13:47: natürlich wissen wir was unsere Einsatzlagen betrifft und was auch die größten Herausforderungen für die Seenotretter sind.
00:13:53: und das ist ein bisschen so wie bei der Feuerwehr.
00:13:55: Das Haus in Vollbrand ist selten, die eigentliche Seenode der Mensch der im Wasser treibt oder das eigene Schiff verlassen muss oder über Bord geht beim großen Berufsschiff ist auch selten.
00:14:05: aber das sind die Situationen für die Feuerwehrleute auf der einen Seite und Seenortrette auf der anderen Seite trainieren müssen.
00:14:11: Und die technische Hilfeleistung und die Katze auf dem Baum Die ist bei der Feuerwehr häufig.
00:14:18: Durch gute technische Möglichkeiten haben wir heute natürlich auch oftmals die Chance, echte Seenot im Vorfeld durch frühzeitiges Eingreifen zu verhindern.
00:14:26: Das haben sie super erklärt.
00:14:27: Ich hatte mit einigen Freunden natürlich auch im Vorfeld gesprochen und sie so ein bisschen gefragt, wie würden wir das einschätzen als Laien?
00:14:33: Als jemand der jetzt nicht in diesem Thema steckt?
00:14:35: und dann wurden immer wieder Themen genannt mögliche Ursachen die eine fehlende Sicherheitsausrüstung oder eben technische Defekte.
00:14:42: großer Teil der Einsätze entsteht vielleicht auch durch Maschinenprobleme durch Navigationsfehler und medizinischen Notfälle an Bord.
00:14:48: aber ich verstehe es richtig dass alles interessiert in Anführungszeichen ihre Kolleginnen Kollegen erst mal nicht primär
00:14:55: Richtig verstanden und das betrifft auch Berufsseeleute wie Wassersportler gleichermaßen.
00:14:59: Wo Menschen unterwegs sind werden auch Fehler gemacht, ohne dass wir das nachhalten.
00:15:04: also das ist tatsächlich ja überall so, dass das passieren kann solange sich Menschen bewegen.
00:15:10: aber wir bewerten das nicht.
00:15:11: Wir laufen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auf Nord- und Ostsee herum sondern wir fahren raus und helfen.
00:15:19: Die Natur ist ja sehr schön, also ich bin jetzt auf der Nordsee unterwegs.
00:15:22: Auf der Ostsee gibt es dort Momente die sie selbst auch schon so wahrgenommen haben.
00:15:27: Der absoluten Schönheit nenne ich sie jetzt mal.
00:15:29: oder anders gefragt vielleicht berichten auch viele ihrer Kolleginnen und Kollegen von besonderen Naturerlebnissen während ihrer Einsätze
00:15:38: Ja, und auch von besonderen Begebenheiten und Momenten des Dankes.
00:15:42: Also wenn sie beispielsweise einen Fischkutter nehmen also zum typischen Fall aus der Berufsschifffahrt dem die Seenotretter wie übrigens in der vergangenen Nacht auch gerade passiert ja in einem schwierigen Einsatz bei vielleicht einigem Seegang geholfen haben Ein Schiff das festgekommen ist dass es von der Brandung immer wieder auf den harten Sand geworfen wird wo die Fischer an Bord vielleicht auch nicht wissen Wie geht das jetzt hier aus?
00:16:03: Wenn uns keiner zur Hilfe kommt Und auch das ist Alle Hilfeleistung, Durchreitungseinheiten der DGZRS kostenlos.
00:16:11: Egal ob dabei ein unmittelbar in Menschenleben gerettet wird oder nur technisch Hilfe geleistet wird und die Grenze ist wirklich manchmal fließend... Und dann wechselt in der Berufsschifffahrt noch ein Beutel mit Granats, so nennt man die Nordseekrammen hier an der Küste.
00:16:24: Den Besitzer.
00:16:25: und dann sitzen die Seenotretter abends mit ihrem Schwarzbrot dabei und können sich etwas Gutes tun und selbstgepulte Krammen essen.
00:16:33: Dann guckt man vielleicht mal den Sonnenuntergang und seniert ein bisschen darüber nach was man da eigentlich in der Nacht zuvor gemacht hat.
00:16:38: Na klar!
00:16:39: So wie es euch um Momente gibt's
00:16:40: Ja, unter anderem vielleicht vier Wattwanderer von der Sandbank retten.
00:16:44: Das hat zumindest die badische neuesten Nachrichten berichtet im Mai twenty-fünfundzwanzig also auch das passiert aber ihre Retter oder ihre Kolleginnen und Kollegen die ehrenamtlich tätigen ja Menschen die eben anderen Menschen auch helfen in diesen Situation Die konzentrieren sich ja komplett auf diesem Einsatz.
00:17:04: Die Emotionen kommen ja meistens erst danach.
00:17:06: Wie fühlt es sich denn für Ihre Kolleginnen und Kollegen an, wenn Sie Menschen aus Situationen retten in denen ja auch oft Sekunden überleben und tot entscheiden?
00:17:14: Das macht doch was mit einem.
00:17:18: Ein weißer Vormann hat mal gesagt wir können das machen.
00:17:22: oder mit einem anderen Satz von demselben Menschen ausgedrückt.
00:17:27: Wer soll das sonst machen, wenn wir das nicht machen?
00:17:29: Oftmals ist Seenotrettung auch Familien-Tradition in vielen Orten an der Küste.
00:17:34: Also mein Vater war Seenottretter, meinen Großvater war Seennotretter... Meine Frau ist heute auch dabei.
00:17:38: also da ist oftmals schon der Teamgedanke in der Familie verhaftet und es wird gar nicht großartig gefragt warum mache ich das einfach sondern viele haben einen so großen Bezug auch zu mehr dass sie auch wissen wie das ist auf der anderen Seite zu sein und selbst vielleicht mal auf Hilfe angewiesen zu sein Gilt das ohnehin?
00:17:56: Es ist eine enge Gemeinschaft, jeder der sich auf See bewegt weiß wie gefährlich das sein kann und dass man schnell aufeinander angewiesen ist.
00:18:03: Auf den anderen angewiesen ist, der ja nicht unbedingt ein professioneller Seenotretter sein muss sondern vielleicht auch ein sogenanntes Chip of Fortune also einen zufällig vorbeikommenden Schiff, das aber dann zum Lebensretter werden kann.
00:18:14: von daher... So eine großartige Selbstreflektion ist bei vielen unserer Kolleginnen und Kollegen gar nicht da.
00:18:20: Aber was wir auch immer wieder hören, ist wenn Seeleute die das beruflich machen sich entscheiden irgendwann nicht mehr in der großen Fahrt unterwegs sein zu wollen und näher heimatnäher arbeiten zu wollen Die Familie die Kinder groß werden sehen wollen Dass man dann auf die Idee kommt, was kann ich denn sinnvolles tun?
00:18:38: Ich möchte jetzt nicht irgendwo ein Schreibtisch-Shop haben oder ja nur in einem Hafen mit einem Boot von A nach B rumfahren.
00:18:46: Wenn Sie dann so den Sinn des Lebens suchen kommen sie oftmals zu den Sehnotrettern und das freut uns natürlich dass sich das eine mit dem anderen dann verbindet Und da schließt sich auch so ein bisschen der Kreis zu.
00:18:55: einer der Eingangsfragen Die Leidenschaft ist natürlich auch da wieder zu spüren
00:19:01: diesen Sinn des Lebens den suchen wir glaube ich alle und ich hatte in bisher einhundert fünf folgenschüchter bis nüchtern mit sehr, sehr vielen menschen gesprochen die auf ganz unterschiedliche art und weise ja auch diesen sinn des lebens entweder gesucht oder vielleicht auch oft gefunden haben.
00:19:15: deswegen finde ich das hoch spannend was ihr team ihre kolleginnen und kollegen dort macht.
00:19:20: Ich kann mir aber vorstellen Das ja dazu auch Respekt gehört.
00:19:24: Respekt vor den Naturgewalten, da gehört auch eine Angst sicher dazu.
00:19:29: die kann auch hilfreich sein weil sie ja auch aufmerksam macht.
00:19:32: gibt es Situationen in denen selbst erfahrene Senodretter Angst haben?
00:19:38: Wie ich eben schon sagte, Angst werden schlechter Ratgeber.
00:19:40: Also ich habe noch keinen Seenotter getroffen der Angst hat dann wäre er sicherlich nicht in unseren Reihen aktiv.
00:19:46: aber der Respekt vor den Naturgewalten fährt immer mit.
00:19:48: also das Bewusstsein dem Fahrhebel nicht immer auf den Tisch zu legen also weit nach vorne zu drücken sondern es legitim zu finden, den auch zurückzunehmen und mit Halberkraft irgendwohin zu laufen.
00:20:00: Denn man will ja auch da ankommen!
00:20:01: Und bei langedauernen Anfahrten auf See- und langedauernden Einsätzen kommt es manchmal tatsächlich nicht auf Sekunden an sondern ist es legitim etwas langsamer und noch einen Schlenker zu fahren weil man eine Untiefe vermeidet oder wenn einer entgegenkommenden hohen Welle ausweicht auf die man immer reagieren muss.
00:20:22: Also immer im Blick zu haben mit den Naturgewalten gemeinsam unterwegs zu sein, aber nicht gegen die Naturgewalten unterwegs zu seien.
00:20:29: Das ist glaube ich auch ganz wichtig für Senotran.
00:20:32: Ja lieber Christian Stüppeldei!
00:20:33: Ich frage das eben auch da ich mir vorstellen kann auf der See wirken ja Wind, Wellen, Strömung, Kälte oft gleichzeitig und die verstärken ja auch diese Risiken erheblich.
00:20:43: Mit Angst meine ich sie tun sicherlich viel um diese Ängste gar nicht aufkommen zu lassen.
00:20:48: Stichwort Schutzausrüstung.
00:20:50: Was habe ich denn an oder was habe in meiner unmittelbaren Umgebung, damit es gar nicht zu einer Gefahr kommen kann bei einem Einsatz?
00:20:57: Zunächst mal sind die Rettungseinheiten der Seenotretter äußerst sehtüchtig.
00:21:00: Sie sind alle Selbstaufrichter.
00:21:02: Das bedeutet je... Also egal wie hoch eine Welle ist, die eine unserer Rettungs- einheiten auf die Seite wirft sie können sich theoretisch sogar, nicht nur theoretisch sondern auch praktisch einmal um die eigene Längsachse drehen.
00:21:12: also wieso steht Aufmännchen richten sie sich immer selbst wieder auf?
00:21:16: Natürlich, wenn ein Loch in einem Rumpf ist kann jede Schiff sinken.
00:21:19: Unsere Schiffe sind nicht unsinkbar aber sie sind für Schiffe die in diesen Grenzbereich der Seefahrt hineinfahren bestmöglich konstruiert.
00:21:26: das heißt man hat einen sehr sicheren fahrbaren Untersatz bei sich und dann hat man gerade richtig auch schon gesagt, eine sehr gute moderne persönliche Schutzausrüstung und natürlich auch eine sehr gut Aus- und Fortbildung.
00:21:37: Das Training das muss natürlich auch immer gewährleistet sein.
00:21:40: wir haben eine eigene Seenotretter Akademie mit einem Trainingszentrum mit einer kleinen Trainingsplotte, mit einem Simulatorzentrum, mit einer elektronischen Lernplattform viele Dinge die zusammenkommen, die dafür sorgen dass die Seenortretter immer im Training bleiben.
00:21:54: Zur persönlichen Schutzausrüstung gehören beispielsweise neben der Rettungsweste, die natürlich eine Ohnmachts-Sichererrettungsweste ist.
00:22:01: Also jemanden einen menschlichen Körper immer so nach oben dreht, dass man mit dem Gesicht aus dem Wasser guckt falls man ohnmächtig sein sollte wenn man über Bord fällt.
00:22:11: Da ist ein Sender eingebaut sodass wir zumindest die Chance haben einen überbordgegangenen Kollegen wiederzufinden.
00:22:18: Das hatte man vor dreizig Jahren auch noch nicht.
00:22:19: das sind natürlich Entwicklungen der jüngeren Zeit.
00:22:23: Weiterhin gehört dazu ein Überlebensanzug, der Kälteschutz bietet so dass man wenn man über Bord geht dann zumindest eine längere Zeit dort aushalten kann als völlig ungeschützt zu sein.
00:22:34: Helme, Sicherheitsschuhe, Sicherheitshandschuhe all das was man sonst auch aus dem Arbeitsschutz kennt gibt es natürlich auch für besondere Maritime Anforderungen.
00:22:43: Wir schauen da sehr genau hin, was am Markt angeboten ist und notfalls entwickeln wir etwas selber wenn uns das nicht gefällt weil wir tatsächlich in einem Bereich unterwegs sind der sehr besonders ist.
00:22:54: Und dass alles kostet viel Geld.
00:22:55: Sie haben das schon erwähnt.
00:22:56: sie finanzieren sich ja ausschließlich durch freiwillige Beiträge und Spenden.
00:23:00: Wenn ich jetzt der Meinung bin Mensch das hört sich alles sehr wichtig und gut an definitiv Ich möchte gerne etwas spenden.
00:23:08: Wann geht's denn los?
00:23:09: Hilft Ihnen da schon ein Euro?
00:23:10: oder sagen Sie Mensch, wie viel Geld brauchen Sie denn im Jahr.
00:23:13: Ich bin jetzt Großspender.
00:23:14: Ab wann wird es denn spannend?
00:23:16: Ich hatte eben schon das Prinzip der allseitigen Freiwilligkeit erwähnt und das spiegelt sich eben so wie im Einsatz auf See auch an Land.
00:23:23: die DGZRS macht keine Vorgaben zu Mindestspendenhöhen- oder Spendenrhythmen sondern jeder kann selbst von frei entscheiden wie oft und wieviel er im Jahr spenden möchte.
00:23:33: Die Durchschnittspende im Jahr liegt bei etwa hundert Euro pro Person.
00:23:37: Aber es gibt eben auch Menschen, die spenden.
00:23:38: Fünfzig Euro im Jahr und es gibt Menschen, der spendet tausend Euro im Ja.
00:23:41: nach oben gibt's dann natürlich auch keine Grenze.
00:23:44: so bunt wie unsere Bevölkerung ist So sind natürlich auch die menschen, die sich den Sehenotrettern verbunden fühlen Und das soll eben auch jeder selbst entscheiden.
00:23:50: Es gibt auch keine Kündigungsrüsten oder sowas Gastiges bei uns.
00:23:53: Sondern wenn man das eines Tages nicht mehr machen möchte Dann hört man damit einfach auf und dann bekommt man vielleicht noch einmal unser Ja-Buch geschickt wird noch einmal dran erinnert und Das ist es dann eben auch gewesen.
00:24:02: aber die meisten Menschen Die sich für uns finanziell engagieren sind uns in der Tat sehr lange verbunden, treu verbunden.
00:24:08: Das hören wir auch immer wieder.
00:24:09: es spricht eine große Anerkennung was wir in den sozialen Medien lesen aber auch was wir täglichen Zuschriften bekommen.
00:24:15: das freut unsere Rettungsleute und dass ist die Motivation ja auch immer weiter in den Sturm hinaus zu fahren ohne diese Motivations die viele Menschen ihnen mitgeben.
00:24:23: ich sage mal für eine anonyme Behörde würden viel unserer Freiwilligen eben nicht so einfach in den sturm hinausfahren.
00:24:29: das eine bedingt das andere
00:24:31: Das glaube ich gerne.
00:24:32: Aber was ist das,
00:24:33: wenn ich das noch beantworten darf?
00:24:34: Sie haben ja noch gefragt nach dem Jahresbudget.
00:24:38: Wir brauchen so pro Jahr etwa sechzig Millionen Euro um den Rettungsdienst am Laufen zu halten.
00:24:43: wir betreiben Sechzig Rettungseinheiten zwanzig größere mit den Tochterboten hinten drauf Hat der eine oder andere vielleicht schon mal gesehen bei uns, der uns jetzt zuhört.
00:24:50: Und vierzig kleinere die freien von Ehrenamtlichen und den Freiwilligen Seenotrettern gefahren werden... ...und all das zu unterhalten kostet viel Geld!
00:24:58: Wir betreiben hier in Bremen die deutsche Rettungsleitstelle C. Das heißt wir koordinieren nicht nur unsere eigenen Schiffe sondern jedes zur Rettung geeignete Fahrzeug solange es um Menschenrettung geht auf Nord- und Ostsee weil das eben unsere Zuständigkeit ist das umfänglich zu koordinierend durchzuführen.
00:25:13: Also hier gibt es Experten, wir haben eine eigene Werftalle, eigene Techniker.
00:25:16: All das kostet viel Geld aber ich nehme mit meinem kleinen Gehaltchen noch der geringste Posten.
00:25:20: Wir haben wirklich ein sehr kleines hauptamtliches Team in der Verwaltung.
00:25:24: Die meisten Leute die über uns fest angestellt sind, sind Seeleute und Techniker Und da ist auch nicht an Neubauten gedacht.
00:25:30: Wenn wir jetzt an neue Schiffe denken, die kosten dann so von einer Million bis zu weit über zehn Millionen je nachdem wie groß das Schiff ist was für was wir neu bauen.
00:25:39: und da gibt es tatsächlich Menschen die sich auch beispielsweise in ihrem Nachlass für uns engagieren.
00:25:45: Aber egal ob eine Million, zehn Millionen seines Sechzig Millionen wenn man sich die Summen anschaut die jedes Jahr hin- und hergeschoben werden bei uns in Deutschland Europa das sind sechzig millionen meine Augen ja wirklich nicht viel Geld für so ein wichtiges Thema.
00:26:01: Es zeigt sich, dass viele Menschen die sich zusammen tun und wenn auch im Einzelfall kleinen Beiträgen im Großen viel erreichen können.
00:26:11: die deutsche Gesellschafts-Rettung schiefbrüchiger ist, ja eine der ältesten Bürgerinitiativen Deutschlands im ursprünglichen Sinn des Wortes.
00:26:18: Sie ist aus der Bürgerschaft gegründet worden.
00:26:20: das bürgerschaftliche Engagement ist das was uns auch heute noch trägt.
00:26:24: rauszufahren braucht dieses bürgerstaftliche Engagement diese Bereitschaft aber eben auch die Finanzierung genauso auf den Schultern der Bürgerinnen und Bürger.
00:26:32: man könnte dass so ein bisschen Ja wenn man das politisch ausdrücken würde würde man es heute modernen Subsidiarität nennen also das alles selber zu machen was man als Bürgerinnen selber machen kann, bevor man nach dem Staat ruft.
00:26:43: Man muss nicht nach dem Start rufen wenn man eine Aufgabe auch in freier Entscheidung eigenverantwortlich leisten
00:26:48: kann.".
00:26:49: Da bin ich ganz bei Ihnen.
00:26:50: Ich glaube nur dass der Staat im viele andere wichtige Themen natürlich auch unterstützt und gerade in Ihrem Bereich der fundamental wichtig ist für viele Menschen die eben in diese Situation kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen.
00:27:03: Diese sechzig Millionen dem Land Deutschland sicherlich nicht wehtun würden, wenn man sich anderes um in der Relation anschaut.
00:27:11: Aber uns würde das weh tun, wenn Geld vom Staat dazu kämen?
00:27:14: Denn wir sind überzeugt davon dass wir unterm Strich eher weniger Geld hätten.
00:27:17: dann denn für viele Menschen die uns regelmäßig unterstützen ist dann ein Großteil der Faszinationen nicht mehr vorhanden.
00:27:23: Wir hören oft den Satz Wenn der Staat euch Geld hinzugeben würde Dann würde ich nicht mehr spenden.
00:27:28: und diese Völlige Unabhängigkeit hat eben auch den großen Vorteil, dass der Fuß der Mitsprache des Staates eben nicht in der Tür ist.
00:27:35: Sondern das wir selbst entscheiden können wann wir ein neues Schiff brauchen wie das auszusehen hat wo wir es bestellen.
00:27:40: Wir sind da keine Ausschreibungspflichten gebunden weil wir so unabhängig agieren können.
00:27:45: und das hat viele viele Vorteile.
00:27:47: Und es erweist sich eben außer über hundertsechzig Jahren Das System ist, was den größten Bestand hat.
00:27:52: Über viele politische Systemwechsel und wirtschaftliche Aufs- und Absenddeutschland hinweg gibt es die deutsche Gesellschaftsurrettung Schiff Brühiger unter dem selben Namen noch heute so wie sie am neunzwanzigsten Mai, achtzehnhundertfünfundsechzig gegründet
00:28:04: wurde.".
00:28:05: Also da bin ich wirklich beeindruckt!
00:28:07: Das zeigt ja auch das Jahrbuch.
00:28:08: Da hat ihr ehrenamtlicher Vorstand genau das auch in der Überschrift hier dargestellt unabhängig eigenverantwortlich – Heute und im Zukunft?
00:28:15: Das ist auch damit gemeint.
00:28:17: Genau, das hat unser Vorstand damit gemeinnt.
00:28:20: Was ist denn der größte Irrtum?
00:28:22: Lieber Herr Stiepeldai, den Landraten wie meine Wenigkeit über eine Rettung.
00:28:27: Ich nenne das jetzt mal Rettungen auf hoher See haben!
00:28:31: ganz bewusst, wir hatten das kann man so weit sagen auch ein Vorgespräch und da war es ihnen auch wichtig dass gewisse Formulierungen natürlich auch richtig dargestellt werden.
00:28:40: Das kann ich komplett unterschreiben da ich glaube dass viele die jetzt nicht immer mit ihnen in Kontakt treten mit der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger vielleicht das eine oder andere auch verwechseln.
00:28:53: Jetzt habe ich Ihnen so zugehört, dass ich die Eingangsfrage gar nicht mehr präsent habe.
00:28:57: Das tut mir sehr leid!
00:28:58: Ich hatte eine Frage nach den größten Irrtürmen.
00:29:00: Also es gibt ja bestimmte Sachen, die man einfach nicht wissen kann als Außenstehender?
00:29:06: Ja
00:29:06: also vielleicht das man sich eine Rettung aus Seenotie im Hollywood Film vorstellt.
00:29:10: Es kann sehr dramatisch sein sicherlich dramatischer als man sich das als Landratte wie sie es genannt haben auch vorstellen kann.
00:29:16: Aber meist ist es im Hollywood-Film überdramatisiert.
00:29:19: Es ist manchmal doch etwas bodenständiger, wie's auf sie zugeht auch wenn der Boden dann oft mal schwankt.
00:29:27: Wenn man so an Hollywood-Filme denkt, sieht man vielleicht Seenotretter vor Augen die beispielsweise das eigene Schiff verlassen.
00:29:33: Das tun Seenottretter eigentlich gar nicht!
00:29:34: Wir sind keine Rettungsschwimmer, wir sind keine Wasserretter.
00:29:37: Sondern die Seenotsretter fahren mit großen Schiffen weit hinaus aufs Meer Sind selten im Küstenvorfeld unterwegs wie Wasserrettungsorganisationen Die Strände bewachen.
00:29:45: all das sind wir nicht.
00:29:47: Von daher, in Filmen vermischt sich so was manchmal etwas.
00:29:51: Und das sind schon zwei sehr unterschiedliche Professionen wenn man so will.
00:29:55: Wasserretter brauchen ganz andere Qualifikation und leisten auch einen sehr schätzbaren Dienst aber haben eben mit Seenotrettern nichts zu tun.
00:30:02: vielleicht ist es das worauf sie hinaus wollten
00:30:04: Absolut und ich möchte vor allem auch auf die Technik nochmal zu sprechen kommen.
00:30:07: Die hat sich in all den Jahren sicher auch verändert, die Einsatzmöglichkeiten der Technik, Navigationen, die Kommunikation, die Ordnung sind wahrscheinlich deutlich präziser geworden oder?
00:30:17: Ja, tatsächlich vor über hundertsechzig Jahren waren die Seenotretter in offenen Ruder-Rettungsboden unterwegs.
00:30:22: Ohne Motor vielleicht mit einer Hilfsbesiegelung, die man aber auch nicht immer nutzen konnte und waren oft stundenlang unterwegs was sehr kräftezehrend und auch gefährvoll für die Seennotrettern war.
00:30:31: Aber man musste ja dann wenn man die eigentliche Rettungsarbeiten getan hatte also schiffbrüchige an Bord genommen hat auch noch wieder zurück rudern.
00:30:39: Also der Rückweg kam ja dann auch noch Die Motorisierung der Rettungsschlotte, die Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts eingesetzt hat natürlich einen ersten großen Schritt zur Erleichterung und auch für mehr Sicherheit für die Seenortretter getan.
00:30:51: Die Entwicklung des modernen Seenotrettungskreuzers mit dem bekannten Tochterboot hinten auf dem Achterschiff, die dann nach dem Zweiten Weltkrieg begonnen hat und ja sehr schnelle und gleichzeitig sehr sehtüchtige Fahrzeuge hervorgebracht hat, die immer bis heute weiterentwickelt wurden – die prägt sicherlich die vergangenen Jahrzehnte.
00:31:07: Und ja, immer mehr Technik an Bord.
00:31:09: Auch Medizintechnik die sich weiterentwickelt hat aber auch zusätzliche Hilfssysteme wie beispielsweise Wärmebildkameras sind an BORD gekommen kommen an BORT.
00:31:19: Eine Sache ändert sich natürlich nicht und da sind wir wieder bei der Freiwilligen Bereitschaft es braucht Menschen die diese Technik bedienen.
00:31:25: Man musste damals erfahren sein ein Ruderrettungsboot zu bedienen, man musste den Umgang mit den Riemen kennen.
00:31:32: Man musste gleichzeitig rudern und sehr exakt sein bei dem was man tut.
00:31:36: Und man muss heute erfahren sein Technik zu bedienen aber auch nach wie vor trotz aller technischen Hilfsmittel beispielsweise Navigation mit Papierseekarte Zirkel- und Kursdreieck beherrschen.
00:31:46: denn es kann ja mal sein dass im Einsatz die Bildschirme dunkel werden und wir die da draußen unterwegs sind dann plötzlich auf ganz klassische Seemannschaft angewiesen sind.
00:31:54: Ja, aber da schließt sich dann die Frage an.
00:31:56: Wie kommen Sie dir denn an diese Menschen?
00:31:58: An diese gegenüber?
00:31:59: wie erreichen sie den?
00:32:00: Ähm...wie wir neue Seenotretter finden mit solchen Konfigurationen.
00:32:06: Einerseits bei den Festangestellten sind es in aller Regel Menschen aus der großen Fahrt kommen also ihre ausgefahrenen Patente Schiffsführerscheine mitbringen, die große Schiffe geführt haben denen man nicht beibringen muss wie ein Schiff auf See bewegt, aber die man zur Rettung spezialisten.
00:32:20: Dann macht in einer zweijährigen Qualifizierung bei uns wir nennen das Laufbahnausbildung alle werden dann auch Rettungsanitäter und wer gewisse Qualifikationen schon hat und in diesen zwei Jahren nicht machen muss geht schon eher in den Borddienst.
00:32:32: Und bei unseren Freiwilligen, das sind ja vier Fünftel unserer Mannschaften.
00:32:35: Da sind es eben anders als vor fünfzig Jahren noch heute weniger Seeleute.
00:32:40: Früher kam jeder zweite Seenotretter so gefühlt aus der Fischerei und war sowieso mit Seebeinen aufgewachsen und groß geworden.
00:32:46: Heute ist vielleicht der Polizist der Steuerfachgehilfe die Bäckerin ganz unterschiedliche landgestützte Berufe, die vielleicht in ihrer Freizeit irgendwas mit dem Wasser machen – vielleicht aber auch gar nicht – und alles klassische Seemannschaft erstmal von der Pika auf lernen müssen!
00:33:02: Dann haben sie eine Leitstelle, die dann jede Meldung ernst nimmt professionell bewertet und wahrscheinlich auch ab und zu mal schmunzelt.
00:33:10: Weil es vielleicht zunächst nicht nach einem Fall klingt den man ja verfolgen sollte und sich aber doch einen Notfall heraus stellt.
00:33:19: In jahrzehntelange Erfahrung haben wir uns das Schmunzeln abgewöhnt, muss ich sagen.
00:33:22: Denn man kann einen Fall nie vom grünen Tisch aus beurteilen.
00:33:25: auch wenn es so klingt dass das vielleicht absolut Routine ist oder etwas vermeintliches mit einem Lacher enden könnte dann ist man in dem Moment eigentlich schon falsch gewickelt, weil das kann man nicht im Vorhinein sehen.
00:33:37: Es entwickeln sich manchmal kuriosere Dinge wie die Sache mit dem Heißluftballon, die ich eben gesagt habe – so was gibt es natürlich!
00:33:44: Aber die deutsche Rettungsleitstelle See, die wir hier in Bremen wenige Schritte von meinem Büro entfernt betreiben, sieht tatsächlich die ganze Bandbreite der Notrufe ganz spektakuläre Dinge.
00:33:56: Die meisten, die uns zuhören werden sich wahrscheinlich daran erinnern vor zweieinhalb Jahren, ist der Frachter Verity in einer deutschen Bucht nach einer Kollision gesunken.
00:34:02: Wir haben achtzehn Stunden lang, zwanzig Schiffe und mehrere Hubschrauber koordiniert bis dann schweren Herzens auch.
00:34:08: Ja die deutsche Rettungsleitstelle sehe also wir hier entscheiden müssen eine Suche einzustellen was natürlich dann die letzte Hoffnung für Seeleute ist.
00:34:17: wenn es nach menschlichem Ermessen keine Chance mehr gibt und diese Zeit weit überschritten ist dann muss man irgendwann auch sagen Es gibt jetzt keine Hoffnung mehr.
00:34:25: Auch das gehört zu den Herausforderungen für Seenotretter nicht jedem Menschen aufs See helfen zu können.
00:34:30: Also die ersten Minuten nach einer Alarmierung sind entscheidend für den Einsatzerfolg.
00:34:35: Aber wie reagiert man denn auf einen Notruf, wenn Ihre Kolleginnen und Kollegen die Rettungsleitstelle nicht weiß ob man rechtzeitig ankommt?
00:34:45: Zunächst mal mit der unmittelbaren Hilfszusage über Funk ist das manchmal ganz kurz mit der Antwort wir kommen Es gibt auch einen Seenotretterkalender, der diesen plakativen Namen trägt.
00:34:54: Das hat sich so raus gemendelt könnte man sagen.
00:34:59: dieser knappe Antwort über Funk die sagt demgegenüber doch zu Hilfe ist unterwegs.
00:35:03: natürlich können wir nicht vorher sagen wie schnell unter welchen Wetter- und Segangsbedingungen wir wann vor Ort sein können.
00:35:09: Aber dass man angekommen ist mit seinem Notruf, mit seiner Alarmierung – das ist natürlich schon viel wert und es gibt Menschen auch neue Hoffnungen.
00:35:15: Das ist im Land rettungsdienst ganz genauso.
00:35:17: die unmittelbare Hilfszusage, die bekommt man ja auch wenn man die eins-eins zwei wählt.
00:35:21: Du bist gehört mit deinem Notrufe und jetzt wird alles getan!
00:35:24: Jetzt kümmern sich Profis darum dir zu helfen.
00:35:27: Und viele Angehörige teilen auch diesen Stolz?
00:35:30: Dass ihre Angehörtigen eben ehrenamtlich tätig sind wissen aber natürlich auch um die Risiken.
00:35:37: Wie erklärt man seiner Familie, dass man freiwillig bei Sturm aufs Meer hinausfährt?
00:35:43: Von Seenotretterinnen und Seenodretern höre ich immer wieder das mitgetragen wird.
00:35:49: Einerseits von den Familien nicht nur von Frau und Mann sondern auch von den Kindern ja die nötigenfalls wenn es nachts losgeht oder in den Sturm hinaus geht dann auch zu Hause bangen.
00:36:00: Für die Freiwilligen ist das manchmal sogar eine, ja ich will nicht sagen Last aber eine größere Herausforderung als für die Festangestellten.
00:36:06: Denn unsere fest angestellte Seeleute haben vierzehn Tage Dienst an Bord und dann sind sie wieder anschließend vierzehnt Tage bei den Familien.
00:36:12: Das heißt wenn die vierzehrtage von zu Hause weg sind, dann sind Sie sowieso weg!
00:36:15: Und dann weiß die Familie gar nicht.
00:36:17: Sind sie jetzt im Einsatz oder haben sie nur Wache im Hafen an Bort?
00:36:20: Für die freiwillige ist es dass wenn die Alarmierung reinkommt für die ganze Familie in der Regel in dem Moment ja zu spüren.
00:36:25: Jetzt geht's los also noch mal viel unmittelbarer zu spühlen
00:36:30: Und da hat die Sicherheit der Besatzung auch bei allen Einsätzen höchste Priorität, gibt es Momente in denen Retter selbst gerettet werden müssen?
00:36:37: Ja.
00:36:38: Die hat immer wieder gegeben in unsere Geschichte.
00:36:40: auf der Haben Seite stehen in den einhundertsechzig Jahren über siebenundachtzig tausend Gerettete also Menschen die tatsächlich aus Lebensgefahr oder aus gefährlichen Situationen befreit worden.
00:36:50: weit aus mehr haben wir geholfen in dieser Zeit.
00:36:52: Die Statistik haben wir gar nicht vom ersten Tag angeführt, aber wenn wir jetzt mal nur die kritischen Fälle nehmen dann sind das schon ja fast eine Großstadt Einwohner, die die Seenotretter gerettet haben und ihnen das Leben gerettete.
00:37:03: Auf der anderen Seite stehen aber auch forty-fünf Kollegen, die an Bord waren und aus dem Einsatz nicht lebendig zurückgekehrt sind.
00:37:12: Das ist relativ wenig über so lange Zeit Aber diese Fälle ziehen sich überall Generation bis in die jüngste Zeit hinein.
00:37:20: Glücklicherweise ist es schon gut, dreißig Jahre her, dass die letzten beiden Seenotretter im Einsatz auf See geblieben
00:37:26: sind.".
00:37:27: Dann wollen wir mal hoffen, das es noch viele, viele Jahre dauert, bis sich dieser schlimme Fall dann doch vielleicht irgendwann wiederholt.
00:37:34: Das hoffe ich auch
00:37:35: ja!
00:37:36: Die Frage, die ich Ihnen jetzt stelle, haben Sie mir auch schon beantwortet aber auch das möchte ich nochmal an der Stelle erwähnen was passiert wenn jemand gerettet wird und die Rechnung nicht bezahlen kann?
00:37:44: Wenn ich sie richtig verstanden habe... Es gibt keine Rechnungen.
00:37:47: Richtig, die Hilfeleistung durch Rettungseinheiten der deutschen Gesellschafts-Rettung Schiffbrüchiger ist immer kostenfrei.
00:37:53: Die meisten Menschen wissen wie wir finanziert sind oder sie erfahren es dann.
00:37:57: das heißt es gibt maximal eine Bitte nach einer einfachen technischen Hilfeleistungen.
00:38:01: wenn kein Leben bedroht war gibt es eine bitte eine Spendenbitte.
00:38:05: Ich sag's mal ganz plakativ, es wird vermittelt.
00:38:08: Jede Schiffsbewegung ist mit Kosten verbunden.
00:38:10: Überleg doch bitte inwiefern du dich an den Kosten die wir jetzt gehabt haben weil wir dir helfen konnten?
00:38:14: Weil wir vielleicht auch einen Sachwert geborgen haben deinen Schiff eingeschleppt haben wie du dich daran beteiligen kannst und diese Bitte zeigt sich wird immer sehr gut aufgenommen und eher noch nach oben aufgerundet.
00:38:26: also wer oft gefragt was soll ich denn geben?
00:38:29: da antworten wir wenig drauf, weil das natürlich auch von Schiff zu Schiff unterschiedlich ist.
00:38:33: Ein großes Schiff zur Hilfeleistung kommt hat andere Betriebskosten als ein kleines Schiff.
00:38:37: Das muss schon jeder selbst entscheiden und es wird aber eher reichlich gegeben, weil Menschen dann unmittelbar die Hilfe der Seenotretter erfahren haben und gespürt haben warum es so wichtig ist dass es uns gibt?
00:38:51: Warum es sie gibt glaube ich haben wir nach den knapp vierzig Minuten heute hoffentlich alle verstanden Aber über Christian Stiepel.
00:38:58: daher sind fast am Ende angekommen.
00:38:59: Ich habe noch zwei Fragen an Sie.
00:39:02: Was können den Menschen von Seenotrettern fürs Eigengeleben lernen?
00:39:06: Ich meine damit jetzt nicht, also weniger die Prinzipien oder Verantwortung übernehmen als Teamhandeln.
00:39:12: Das glaube ich ist vielen klar.
00:39:13: aber gibt es noch irgendetwas was sie uns allen mitgeben möchten?
00:39:18: Also die Seenotretter wollen sicherlich nicht schulmeisterlich um die Ecke kommen und sagen, die Gesamtgesellschaft soll sich so organisieren wie wir das getan haben.
00:39:24: Für unseren Bereich ist diese freiwillige unabhängiger eigenverantwortliche Organisations- und Finanzierungsform das Optimum.
00:39:31: Da sind ja auch nicht alleine in Europa sondern es ist europaweit vorherrschend dass das so organisiert ist, auch in unseren Nachbarländern.
00:39:38: In Deutschland ist eben die Besonderheit, dass wir auch zuständig sind oder eben die Rettungsleitstelle See selbst betreiben.
00:39:42: Das ist nochmal eine Besonderkeit.
00:39:44: Ich antworte auf die Frage mal so, wie ich meinen Kindern antworten würde.
00:39:47: Denn ich versuche mit denen auch zu vermitteln, welche Werte diese Freiheit, Sicherheit, Gemeinschaft, die großen Werte, die die Sehen und Retter tragen, welche werte vielleicht auch im persönlichen Leben wichtig sein können?
00:39:57: Und einen Wert – und das schließt sich auch schön der Kreis zur.
00:39:59: einer Eingangsfrage haben wir ja schon ganz zu Beginn gesagt – Teamarbeit!
00:40:03: Das ist auch in einer Familie wichtig.
00:40:04: Auch da ist man alleine nicht so stark wie gemeinsam Und manchmal ist es eben auch in einer Familie ganz gut, sich ein bisschen kleiner zu machen als man sich gerade fühlt um das Ziel zu erreichen.
00:40:14: und das habe ich ja eben auch schon gesagt.
00:40:15: Das ist auch für Seenotretter wichtig sich bewusst zu sein dass die Naturgewalten immer stärker sein werden als der Mensch.
00:40:21: Ja also es geht vor allem um Verantwortung Teamgeist Technik Mut und vor allem Um die Menschen die bereit sind auch anderen in ihrer schlimm schlimmsten Stunde zu helfen.
00:40:31: Ja, das letzte könnte man vielleicht mit dem Wort Selbstlosigkeit beschreiben.
00:40:34: Also ich will nicht sagen zuallerletzt an sich selbst zu denken.
00:40:37: Seenotretter müssen auch zu Beginn des Einsatzes an sich denken.
00:40:40: Safety first also die eigene Sicherheit geht natürlich vor, um andere überhaupt helfen zu können.
00:40:45: Aber sich ein Stück weit zurückzunehmen und selbstlos unterwegs zu sein und nicht zu fragen was habe ich davon wenn ich jemandem anderen helfe?
00:40:52: Sondern dem Menschen da draußen die Helfende Hand zu reichen den man ja in der Regel nicht kennt das sind ja Unbekannte denen man die helfende hand reicht wie es auch anderen Rettungsdiensten geht.
00:41:01: Das hat Otto Ernst vor weit über hundert Jahren in seiner Ballade Nisrandas, die vielleicht auch viele kennen.
00:41:06: Über den Urtyp des Seenotretters ganz gut auf den Punkt gebracht.
00:41:09: Nisran das der ja seinen eigenen Bruder rettet entgegen dem Rat der Mutter.
00:41:12: Die sagt, dein Vater ist schon auf See geblieben und dein Bruder is verschollen.
00:41:16: jetzt fahr du nicht auch noch?
00:41:17: Und Nisrann das sagt und seine Mutter... ...und rettett dann sein eigenem Bruder da draußen.
00:41:23: Und wer nach diesem Podcast heute noch mehr sehen möchte es gibt auch eine AD-Dokusserie.
00:41:28: Die hat jede Arbeit sehr gut dargestellt, es gibt seit Anfang des Jahrhunderts schon die zweite Staffel.
00:41:35: Die Dritte wird gedreht gerade!
00:41:37: Ja
00:41:37: das wäre nämlich jetzt die nächste Frage gewesen wie geht's denn weiter?
00:41:40: Sie sind ja wahrscheinlich da auch eingebunden in den Dreharbeiten.
00:41:43: Ja, sechzehn Folgen sind tatsächlich online in der ARD Mediathek.
00:41:47: Jede Folge ist anders.
00:41:48: ganz unterschiedliche Folgen und auch die schweren Schiffsunglücke von denen wir eben gesprochen haben sind durch großes Reporterglück waren Kameras auch bei diesen Einsätzen an Bord sind dort nachzuerleben Auch die Beschwernisse auch für Seenotretter dann eine große Suche einzustellen, das ist sehr einfühlsam geschildert worden.
00:42:05: Es gibt in diesen Folgen keinen Offsprecher sondern die Seenottretter erzählen selbst was sie dort tun in sogenannten abgesetzten Interviews, die immer dazwischengeschaltet sind.
00:42:14: also es kann man nur empfehlen Alten Folgen, sie sind ja noch gar nicht alt.
00:42:17: Sind erst anderthalb Jahre online sozusagen nochmal reinzuschauen.
00:42:20: und die dritte Staffel wird gerade gedreht.
00:42:22: da kann ich natürlich noch nicht spoilern weil wir kaum was bisher wissen was dort gedreet worden ist und die Dreharbeiten noch viele Monate jetzt in diesem Jahr noch weiter laufen werden.
00:42:31: Die Veröffentlichung ist wahrscheinlich wieder für den Jahreswechsel vorgesehen.
00:42:36: Was soll man sich wünschen für die dritte Staffel?
00:42:37: Wir wünschten uns natürlich nicht, dass Einsätze passieren.
00:42:39: Der beste Einsatz ist immer der, der möglichst gar nicht gefahren werden muss sagen wir.
00:42:43: aber die ersten beiden Staffeln haben gezeigt das es auch so spannend bleibt.
00:42:46: Ja vielleicht wünsken wir unseren Happy End für alle Beteiligten.
00:42:49: Das
00:42:49: wünscht schon uns in jedem Fall.
00:42:51: dem schließe ich gerne an.
00:42:52: Lieber Christian Stiepeldai letzte Frage an Sie heute.
00:42:56: stellen sie sich vor Sie stehen heute Abend Morgenabend am Hafen.
00:43:00: Sie blicken auf die Nordsee.
00:43:02: Was bedeutet Ihnen dieses Meer ganz persönlich, Ihnen und vielleicht auch Ihrer Familien?
00:43:08: Ja, ich sag mal so in meiner Kindheit war das mehr Erholungsort.
00:43:11: So wie es für viele unserer Förderinnen und Förderer der Fall ist die vielleicht ein oder zweimal im Jahr sehen und sonst mit den Nachrichten der Seenotretter ja vielleicht die eigene Sehnsucht nach dem Meer aufrechterhalten.
00:43:23: Inzwischen ist das mir natürlich für mich Arbeitsort geworden.
00:43:25: Ich bin oftmals mit Journalistinnen und Journalisten Aufsee unterwegs und lerne von unseren Seeleuten immer Neues und vermittle es Medien auf der anderen Seite.
00:43:35: Also von daher, ich will nicht sagen habe ich ein zwiehgespaltenes Verhältnis zu mehr.
00:43:38: Das klingt so negativ aber ich hab natürlich ein doppeltes Verheilnis zum Meer.
00:43:43: Wenn ich Urlaub mache dann fahre ich ganz bewusst ans Meer dort wo es keine rot-weißen Schiffe gibt Denn hier an der Küste läuft man ja doch jemandem bekannten mal immer wieder über den Weg.
00:43:52: da weiche ich dann doch woanders hinaus.
00:43:54: Aber man guckt natürlich trotzdem.
00:43:56: auch wenn man im Urlaub ist guckt man nach dem was die Kolleginnen und Kollegen in einem anderen Land tun denn auch das ist etwas sehr schönes eine große Familie Weltweit, egal wo man hinkommt.
00:44:06: Wenn man sagt wo man in Deutschland arbeitet dann wird man so aufgenommen als würde man sich schon lange kennen und dazugehören.
00:44:13: Es ist ja in der Regel so dass je Start nur eine einzige Organisation für diese Arbeit zuständig ist.
00:44:19: Ja sodass es da auch kein Konkurrenzdenken gibt sondern ein ganz tolles Miteinander und er ist recht.
00:44:22: mit unseren Nachbarstaaten haben wir dann ständigen Austausch auf allen Ebenen, im Rettungsdienst und in der Öffentlichkeitsarbeit.
00:44:28: Das ist immer toll zu spüren!
00:44:30: Und das ist auch etwas von diesem besonderen Teamgeist,
00:44:35: Also, dann wünsche ich Ihnen für die Zukunft vor allem natürlich Gesundheit Ihren Kolleginnen und Kollegen immer glücklicher Einsätze.
00:44:42: Und vielleicht zieht es hier auch mal in den Berge in den Urlaub.
00:44:45: Auch der Süden Deutschland soll sehr schön sein nicht nur die Nordsee und die Ostsee.
00:44:48: Ich war durchaus schon da!
00:44:49: Ich habe mal davon gehört ja Das
00:44:51: ist schonmal gut das beruhigt mich ein bisschen.
00:44:53: Ich wünsch Ihnen auf jeden Fall alles denkelich gute und danke Ihnen sehr für dieses sehr offene vor allem sehr professionelle Gespräche.
00:44:58: Man merkt, sie sind da auch im Thema drin und können auf jede Frage eine Antwort finden.
00:45:03: Das gefällt mir immer wenn Menschen mit so viel Engagement bei der Arbeit dabei sind.
00:45:07: alles erdenklich gute Liberistinstipeltei.
00:45:09: Ganz vielen Dank für diese vielen guten Wünsche und für das große Interesse an unserer Arbeit auf Nord- und Ostsee!
00:45:27: Vielen Dank fürs
00:45:27: Zuhören und
00:45:28: bis zum nächsten
00:45:33: Mal.
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