Jonas Döbel | Umweltingenieur und Klimaschutzmanager - Warum reicht Mülltrennen allein nicht mehr aus?
Shownotes
Umweltschutz klingt oft nach komplizierten Debatten, Zahlen und politischen Programmen. Jonas Döbel zeigt, dass es auch anders geht: verständlich, faktenbasiert und alltagstauglich. Der Umweltingenieur und Klimaschutzmanager begeistert als Gründer der Plattform „Umweltfragen“ auf Social Media zehntausende Menschen für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen. Er erreicht monatlich mehrere hunderttausend Menschen, erklärt komplexe Zusammenhänge rund um Klimawandel, Abfall, Biodiversität oder nachhaltigen Konsum – und wurde für dieses Engagement unter anderem mit dem Kasseler Klimaschutzpreis ausgezeichnet. Mit André Puchta spricht Jonas Döbel darüber, wie man Umweltwissen verständlich vermittelt, warum Fakten im Klimadiskurs so wichtig sind – und wie jeder Einzelne im Alltag tatsächlich etwas verändern kann.
Im Podcast „Schüchtern bis nüchtern“ begrüßt André Puchta spannende Charaktere mit außergewöhnlichen Berufen, Lebensentwürfen oder Leidenschaften. Eine Bühne für Biografien, die man nicht erfinden könnte. Hier trifft Kuhfriseur auf Detektiv, Domina auf Pfarrerin, Dildo-Designerin auf Tatortreinigerin, Human Puppy auf Ordensfrau und Hebamme auf Tantra-Trainer. Ein Podcast über das Ungewöhnliche – und das, was uns verbindet.
Transkript anzeigen
00:00:04:
00:00:04: Herzlich willkommen bei Schüchtern bis Nüchdern.
00:00:08: Dem Publicity-Podcast mit André Puchter und chilligen Gästen, fast live aus Berlin!
00:00:23: Klimawandel, Müll, Nachhaltigkeit Themen die oft kompliziert moralisch oder vielleicht auch etwas überfordernd wirken.
00:00:32: Mein heutiger Gast zeigt dass es auch anders geht verständlich humorvoll und nah am Alltag.
00:00:39: Jonas Dübel ist Umweltingenieur, Klimaschutzmanager und der Kopf hinter dem erfolgreichen Social Media Projekt Umweltfragen.
00:00:48: Mit einfachen Quiz-Fragen überraschenden Fakten und viel Persönlichkeit erreicht er jeden Monat hunderttausende Menschen und schafft etwas das im Netz selten geworden ist – er bringt Menschen dazu sich freiwillig mit Umweltthemen auseinanderzusetzen ohne erhobenen Zeigefinger!
00:01:05: Wir sprechen heute über Nachhaltigkeit zwischen Alltag über die Herausforderung Menschen zu erreichen, ohne sie zu belehren und über die Frage warum kleine Veränderungen manchmal größer sind als wir denken.
00:01:18: Herzlich willkommen bei Schüchtern bis Nüchdern Jonas Döbeln!
00:01:22: Ja vielen Dank lieber André, danke für die Einladung und dass ich hier sein kann.
00:01:26: Du bist sehr gerne bei mir zu Gast lieber Jonas.
00:01:28: das darf ich wirklich auch am Anfang erwähnen.
00:01:30: du warst es mir sehr wichtig.
00:01:30: Ich verfolge deine Tätigkeit Deine Aktivitäten schon seit vielen Monaten und finde das ganz großartig was du machst.
00:01:36: deswegen denke ich werden wir uns sehr gut Austauschen können über dieses wichtige Thema.
00:01:41: Du beschäftigst dich ja täglich mit Klima, mit Müll und Nachhaltigkeit – ich hatte das schon kurz erwähnt!
00:01:48: Wie schwer ist es eigentlich für Dich noch entspannt durch einen Supermarkt zu laufen?
00:01:54: Ja, das ist eine sehr schöne Frage.
00:01:57: Zum Glück fällt's mir gar nicht schwer.
00:01:58: Also für mich hat sich nach und nach der Fokus verändert.
00:02:02: Es ist jetzt nicht so dass ich die Nachrichten durchlese und dann panisch nur von der einen Ecke in die andere renne Sorge habe, dass alles was dort ist höchst problematisch ist.
00:02:14: Ich glaube mit dem Bewusstsein hat sich nach und nach das Interesse hin zu Produkten entwickelt die zum Beispiel weniger Plastik enthalten oder die langlebiger sind.
00:02:22: Das ist halt natürlich nicht sofort passiert sondern ein schleichender Prozess Und ich glaube den meisten Menschen geht es so wenn sie in den Supermarkt gehen, dass sie häufig ähnliche Punkte im Laden ansteuern.
00:02:31: Das ist einfach eine Routine, das macht jeder.
00:02:35: Der Eine bleibt länger in der Gemüseabteilung und der Nächste dann vielleicht eher bei den Trobeli-Produkten.
00:02:40: Und ich habe früher als Kind zum Beispiel liebend gern Süßigkeiten gegessen... ...und bin dann halt in diese entsprechende Abteilungen im Supermarkt gegangen.. ..und heute weil sich Salat durchaus mehr so schätzt, geht er natürlich eher an die Gemüserabteilungen!
00:02:53: Ja also die Süßkeiten hast du schon angesprochen.
00:02:55: da stehe ich auch jeden Tag wenn ich mal ein Discounter irgendwie wieder meinen Einkaufswagen fülle.
00:03:00: Da hat sich also auch zur Kindheit bei mir nicht viel verändert.
00:03:03: Der Unterschied ist nur, dass der Stoffwechsel nicht mehr so gut ist und man darf nicht mehr zu viel essen.
00:03:07: Aber das Alter kommst du erst noch wenn du das dann irgendwann mal merkst.
00:03:11: Nein nein Scherz beiseite!
00:03:12: Du hast diesen schleichenden Prozess erwähnt.
00:03:14: Wann ging es denn bei dir los?
00:03:16: Dass du da auch so ein Bewusstsein entwickelt hast?
00:03:19: Ja, das hat sich zunehmend entwickelt.
00:03:22: Ich muss sagen ich komme aus dem Elternhaus wo meine Eltern schon recht umweltberußt unterwegs waren.
00:03:27: Das heißt ich bin auch ein Stück weit aufgewachsen in der Natur einem wunderschönen Garten und ja immer wieder mit Berührungspunkten zu diesen Umweltthemen.
00:03:35: Und dass hat sich dann im Laufe der Zeit gesteigert.
00:03:38: Ich habe während des Abis gemerkt, dass ich gerne danach am Studium irgendwas mit Umwelt machen möchte weil dieses Thema mich einfach so packt.
00:03:47: Und da ich ganz gut Mathe konnte, dachte ich ja wieso nicht Umweltingenieurwesen in Kassel studieren bei Mathe und Umwelt.
00:03:54: Und dann bin ich so tief immer tiefer in die Materie reingegangen.
00:03:58: Ja
00:03:59: gut darüber werden wir gleich noch sprechen.
00:04:00: aber du schaust automatisch im Prinzip schauste automatisch anders auf Verpackungen und auf den Konsum als der durchschnittliche Bürger oder der Besucher eines Supermarktes.
00:04:12: Aber man darf sich ja auch nicht verrückt machen wie Bewarst du dir denn diese Leichtigkeit?
00:04:18: Ja, das stimmt.
00:04:19: Also ich schaue ganz gerne auch mal auf die Rückseite der Verpackung und gucke aus welchen Plastikteil oder verschiedene Kunststoffarten die Verpackungen besteht.
00:04:27: aber das ist jetzt nichts dogmatisches oder nicht was ich immer mache.
00:04:30: Aber ja, ich habe einen gewissen Blick dafür die Leichtigkeit einfach daraus, dass es mir Spaß macht darauf zu achten und das ist mir zum Glück dadurch, daß ich mich sehr viel mit dem Thema beschäftige.
00:04:44: Ich auch weiß was so alles dahinter steckt und ich das dann auch entsprechend mit Überzeugung mache.
00:04:48: Da fällt mir vieles gar nicht so schwer!
00:04:50: Ja, Mit Überzeugungen machst du das definitiv und ich habe heute wirklich einen Experten vor mir sitzen der uns mal ein bisschen in das Thema reinholen kann.
00:04:57: denn bei der Vorbereitung dieser Folge hatte ich natürlich auch gelesen Deutschland produziert jedes Jahr Das ist vielen bekannt.
00:05:03: Enorme Mengen Abfall, da gibt es Zahlen von zwei tausend dreiundzwanzig wahrscheinlich inzwischen auch aktuellere da vielen pro Einwohner durchschnittlich rund sechshundertdreizehn Kilogramm sogenannten Siedlungsabfalls an.
00:05:17: Kannst du mir mal bitte kurz erklären falls du das weißt?
00:05:19: Da bin ich mir sicher.
00:05:20: was ist denn ein Siedelungsabfall?
00:05:22: Ja, sehr gerne.
00:05:24: Der Siedlungsabfall ist im Prinzip all das was ein Abfall von Privatpersonen in Deutschland anfällt.
00:05:31: Das geht hin von dem klassischen Restmüll über Papiermüll hin zur Leichtverpackung bis hin auch zu nicht organischen Bestandteilen also Steinen und Bauschutt
00:05:47: usw.,
00:05:48: weswegen die Zahl so hoch ist.
00:05:50: Das ist dann auch interessant dahin gehen, da der Großteil unseres Mülls eben gar nicht im Haushalt entsteht sondern durch Bau- und Abbrucharbeiten.
00:05:57: Das meintest du damit wahrscheinlich?
00:05:59: Genau das meinte ich damit richtig!
00:06:00: Also es entsteht eine ganze Menge Müll in dem Haushalten, das darf man nicht klein reden.
00:06:05: aber man kann sich natürlich vorstellen dass bei so einer Baustelle oder im Bauprozess auch ganz viel anfällt und dass dort dann natürlich auch dieser Abfall der dort entsorgt werden muss entsprechend damit umgegangen werden muss.
00:06:20: Das kann man so stehen lassen, das ist wohl wahr.
00:06:22: Und Deutschland liegt da auch deutlich über dem EU-Durchschnitt.
00:06:27: Was ist denn für dich lieber Jonas?
00:06:30: Ich fange noch mal anders an weil ich diese Frage auch wirklich elementar wichtig finde was sich sehr spannend fand als ich dir begonnen habe zu folgen auf den Social Media Kanälen.
00:06:41: du hast tausende Zigarettenstummel Idee gekommen.
00:06:49: Ja, das war eigentlich eine kleine Motivation meinem damals noch recht kleinen Account zu folgen.
00:06:55: Die Idee war, dass ich pro neuen Follower-Zigarettenstummel aufsammel und das habe ich in einem Zeitraum begrenzt.
00:07:02: Ich hab gesagt bis Weihnachten möchte ich diese Aktion offen halten und das wurde extrem gut angenommen.
00:07:07: Und dann kam eine Zahl raus, es waren siebzehntausend Zigarettenstummeln.
00:07:10: da kann man sich vorstellen wie da mein Account gebohmt hat natürlich und dann war ich im Januar entsprechend beschäftigt die Zigarre... Stumme zu sammeln.
00:07:19: Und dabei ist mir dieses Thema Abfall noch mal viel mehr im Kopf hängen geblieben und es ist nahezu absurd, wieviel Zigarettenstumme wirklich bei uns tagtäglich überall achtlos weggeschmissen
00:07:31: werden.".
00:07:32: Was macht denn so eine Zigarettenstummel so gefährlich in Anführungszeichen?
00:07:39: Man kann sich vorstellen, dass der Filter die Schadstoffe, die eben nicht in den Körper gelangen sollen.
00:07:46: Der diese eben aufbewahrt und in sich trägt wenn der in die Umwelt geschmissen wird und dann durch Regen ausgewaschen wird.
00:07:54: Und dann landen entsprechend dieser Schadstoffe im Boden oder später im Gewässer im Bach und machen dort etwas.
00:08:02: so ein Filter hat bis zu siebentausend schädliche Stoffe in sich, das kann man sich eigentlich kaum vorstellen.
00:08:07: Und der kann bis zu also vierzig- bis sechstig Liter Wasser kann so ein einzelner Zigarettenstummel verundreinigen.
00:08:13: und ja das ist einfach massiv wenn man sich überlegt dass es eigentlich nur so einen kleiner Impel ist.
00:08:18: Ja weil diese Filter eben diese Schadstoffe und natürlich auch Mikroplastik enthalten?
00:08:23: Absolut genau!
00:08:24: Das Thema Plastik ist da noch gar nicht behandelt aber ja klar bleibt dann natürlich auch zurück in der Umwelt und wird dann Jahrzehnte dort braucht es bis er sich zersetzt.
00:08:34: Ja, ich hatte gelesen das Zigarettenkippen weltweit zu den häufigsten Müllarten überhaupt gehören und dass bei Aufräumaktionen das oft dreißig bis vierzig Prozent des gesamten Mülls ausmacht.
00:08:46: Das kann ich nur bestätigen.
00:08:47: ja!
00:08:47: Ich veranstalte regelmäßig – ich habe dazu tatsächlich auch in einem Verein mitgegründet der heißt wir machen das jetzt einfach im Kassel und wir veranstalten regelmäßig müllsame Aktionen in Kasseln und da ist eindeutig sichtbar, mit Abstand, die häufigst weggeschmissen Müll ist.
00:09:05: Wir machen das jetzt einfach.
00:09:06: Das ist ein sehr schöner Claim oder Slogan kann ich dir nur bestätigen?
00:09:09: Ich hatte bei mir im Podcast schon einige Politiker auch zu Gast, zum Beispiel Tim Klüssendorf von der SPD oder auch Felix Bannertschak von den Grünen.
00:09:17: Und ich stelle wenn ich Politiker bei mir habe immer wieder die Frage macht doch einfach mal?
00:09:22: also das ist ja das was wir Bürger ja auch wahrnehmen.
00:09:24: da wird viel gesprochen und sicherlich auch in guter Absicht aber es kommt irgendwie kein Tempo auf die Spur hat man das Gefühl.
00:09:30: und dann gibt es aber Menschen wie dich die dann auch einfach mal machen.
00:09:33: Das finde ich immer sehr sehr spannend und auch beeindruckend und Ich lebe ja in Berlin Und da liegen statistisch gesehen, durchschnittlich rund zwei Komma sieben Millionen Zigarettenkippen pro Quadratkilometer Freifläche.
00:09:45: Heimatland!
00:09:46: In welcher Welt leben wir eigentlich?
00:09:48: Wahnsinn oder ja?
00:09:49: also den Fakt witzigerweise habe ich auch schon mal bei Umweltfragen gepostet, also beim Instagram-Account.
00:09:53: Das
00:09:53: ist einmal die Folge
00:09:55: Ja, sehr gut.
00:09:56: Optimal!
00:09:57: Und genau das zwei Kommasiven-Millionen Kippen auf einen Quadratkilometer.
00:10:02: Ich finde, dass ist gar nichts zu begreifen.
00:10:04: Wenn man jetzt überlegt, dass jede Kippe vierzig bis sechzig Liter Wasser verunreinigt, dann weiß man wie belastet die Böden eigentlich sind mit den Sachen, die eigentlich ja in diesem Filter zurückgehalten werden sollten?
00:10:13: Da sind Schwermetalle drin und natürlich ganz viele andere Nervengüfte usw.
00:10:21: Wir sprechen nicht nur über Belastung, sondern vor allem auch über die Reinigung.
00:10:25: weggeworfen hat Zigarettenstummel.
00:10:27: Das kostet den Kommunen in Deutschland laut Studien jährlich rund zweihundertundzwanzig Millionen Euro und mit diesem Geld könnte man noch ganz andere schöne Sachen machen.
00:10:37: Also es ist natürlich eine Frage der Umsetzung, wie man das schafft.
00:10:42: Dass man das eben stärker belangt weil man's auch am Ende Strafverfolgen muss wenn jetzt jeder Zigarettenstummel wegwirft.
00:10:49: Man kann das nicht alles ahnen und da wäre das Ordnungsamt tagtäglich nur damit beschäftigt und würde trotzdem nicht hinterher kommen.
00:10:55: aber ich fand es manchmal doch schön dass in ausgewählten Bereichen Spanier macht das zum Beispiel, an den Stränden in Spanien darf man nicht mehr rauchen.
00:11:03: Also an den Küsten dass dort eben belangt wird dann zumindest in diesen ausgewählten Bereichen.
00:11:10: ich war vor zwei Jahren im Urlaub am Wattenmeer wunderschön Riesennaturschutzgebiet und dort auch im Strand waren ohne Ende Zigarettenstummel in einem Naturschutz Gebiet also wirklich in einem eigentlich arten Hotspot und da zumindest an solchen Punkten fände ich es schön wenn da wirklich mehr nachverfolgt werden würde.
00:11:28: Das ist ja an sich strafbar!
00:11:30: Ja, das bedeutet nur für viele nichts.
00:11:32: Ich kann das ein bisschen einordnen.
00:11:34: auch da ich relativ oft in Spanien bin und wenn ich durch Madrid oder Barcelona oder andere Städte laufe habe schon das Gefühl die Städten sind sauberer.
00:11:42: Die Menschen gehen da auch anders mit ihrer Umwelt, mit der Natur bzw.
00:11:46: mit der Stadt, in der sie leben oben.
00:11:47: Und was ich bei dir sehr gut finde du erklärst dir Umweltwissen auf Instagram, auf den sozialen Kanälen ohne erhobenen Zeigefinger?
00:11:54: Ich denke dass es total wichtig.
00:11:57: Und da schließt sich auch die Frage an, warum funktioniert genau das heute vielleicht besser als Moralpredigten lieber Jonas?
00:12:05: Das ist eine, finde ich sehr wichtige Frage.
00:12:07: Ich weiß nicht wie es dir geht aber es gibt bei Social Media echt genügend Beiträge die ständig Empfehlungen geben.
00:12:15: Man muss einmal über seinen Feeds scrollen und denkt oh ich muss jetzt ganz dringend mit Sport anfangen am besten laufen gehen und sofort einen Marathon laufen weil Ultraläufe total beliebt sind.
00:12:24: und warum sitze ich eigentlich immer noch hier so rum?
00:12:26: Dann kommt das nächste Thema und ich muss dies und dass machen.
00:12:29: also eigentlich wird man ständig ein bisschen unter Druck gesetzt Und aus der Menge der Ratschläge werden die Menschen dann einfach müde und fühlen sich ertappt.
00:12:38: passiert gar keine Veränderung oder sogar das Gegenteil.
00:12:40: Die Menschen wenden sich ab, fühlen sich überfordert und gegängelt.
00:12:43: wie auch immer gerade beim Thema Umwelt- und Klimaschutz da sind ja sehr sensible Themen Da fühlt man sich dann schnell überfordern der Tapt.
00:12:51: Und meine Strategie ist es eigentlich ein Angebot zu schaffen ohne anstrengende Aufgaben zu vermitteln.
00:12:57: Also ich versuche eine Nachrichtenangebot zu kreieren mit positiven Fakten und schaffe damit einen Raum der zeigt Oh, da passiert ja sogar was Gutes im Umweltkontext.
00:13:07: Cool und das schafft vielleicht Begeisterung, wodurch passiv ganz von allein der Fokus auf der Fokuss der Menschen die das lesen ein Stück mehr in die Richtung gelenkt wird.
00:13:18: Und Humor- und Quizformatisch schaffen dann vielleicht auch niedrigere Hürden denn Menschen lernen eher wenn sie sich nicht angegriffen fühlen.
00:13:25: Richtig, genau.
00:13:25: Das ist ein ganz elementarer Bestandteil bei mir.
00:13:28: Ich versuche immer erstmal das Thema in einem kleinen Quiz-Format meiner Story zu beleuchten.
00:13:33: Das heißt ich meine Followerinnen und Follauer die bekommen dann erst mal so einen kleinen Säbchen von dem Thema worum es geht zum Beispiel um das Thema Regenwald.
00:13:44: Dann gibt's eine Quizfrage dazu Und dann ist man schon mal aktiviert dass das Thema bleibt vielleicht ganz im Kurzzeitgedächtnis und wenn man das nächste Mal an seinem Feed geht und mein Beitrag vorgeschlagen wird denkt man ach Da habe ich ja neulich eine Quizfrage zu beantwortet.
00:13:56: Schauen wir mal, ob ich die auch richtig beantwortete.
00:13:58: und das ist ja sogar verrückt dass das passiert.
00:14:00: so was Gutes!
00:14:01: Und cool da möchte ich mich anschließen.
00:14:04: Das wäre mein Traum-Szenario.
00:14:06: Die Fragen bei Umweltfragen werden dir nicht ausgehen.
00:14:09: Da hast du viel zu tun.
00:14:13: Ich glaube langweilig wird ihr definitiv nicht.
00:14:16: Du kommst ja aus Kassel.
00:14:17: Du hast Umweltingenieurwesen studiert.
00:14:20: Gab es da einen Moment in dem dir klar wurde?
00:14:23: Umwelt wird mein Lebensthema, das ist ja nicht bei jedem an der ersten Stelle.
00:14:29: Richtig, ja.
00:14:30: Also ich hatte schon angesprochen dass Ich auch durchaus von meinem Elternhaus geprägt wurde mit dem umweltthema.
00:14:36: also meine eltern sind dadurch aus auch sehr bewusst und Wir wir sind da wie gesagt mit groß geworden im garten und in der natur unterwegs zu sein.
00:14:45: Meine mutter ist auch umwelten pädagogen das heißt die wenn sie es nicht wüsste wer wüsse dann wie man kindin die richtung lenkt?
00:14:50: also es hat sich wirklich schon sehr gut gemacht und ich Ja habe dann Eigentlich angefangen nach dem Bachelor Umweltingenieurwesen, wo ich ganz viel Input bekommen habe mir gedacht.
00:15:03: Ich muss dieses Wissen weitergehen!
00:15:05: Es bringt mir nichts dieses Wissens zu lernen und in meiner Nische zu behalten.
00:15:08: Ich musste damit raus und den Leuten das erzählen.
00:15:11: Und dadurch ging es eigentlich los und das wurde so gut angenommen bei Instagram dass ich von da an gesagt hab Das mache ich.
00:15:17: Das ist definitiv mein Weg.
00:15:20: Du hast Umweltingenührwesen mit Schwerpunktressourcenmanagement und Abfalltechnik studiert.
00:15:26: Viele verbinden ja Klimaschutz auch mit Verzicht.
00:15:29: Was hat dich daran trotzdem fasziniert?
00:15:33: Also ich verstehe, dass das Thema mit verzicht assoziiert wird.
00:15:38: so wird es ja oft auch in den Medien eigentlich bespielt.
00:15:40: also man sollte am besten nicht in den Urlaub fliegen und möglichst wenig konsumieren und wenn dann überhaupt dann secondhand... Das sind die klassischen Sachen.
00:15:49: aber ich glaube das Thema ist durchaus komplexer Und das darf nicht nur am Individuum gemessen werden und auch ja, nicht nur auf das Individium abgewälzt werden.
00:15:59: Und wie das Individuum das interpretiert, sondern man muss es ein bisschen größer denken.
00:16:04: also Wir müssen jetzt sicher in die Tiefe dabei gehen.
00:16:08: aber ich glaube auch die Wirtschaft und gerade auch der Gesetzgeber hat da eine große Verantwortung und ist ein großer Multiplikator als vielleicht ein Individuen was einen T-Shirt neu gekauft gegenüber einem Second Hand T-shirt dann am Ende bevorzugt.
00:16:23: Ich glaube, man sollte sich als Individuum definitiv reflektieren.
00:16:26: Das gilt in allen Lebensbereichen, dass man seinen Verhalten reflektiert und wenn ich merke das man ganz schön oft fliegt dann ist es vielleicht nicht schlecht den nächsten Urlaub... also wenn man zu dem Punkt kommt der nächste Urlaub vielleicht eher am Chiemsee oder im Elb-Sandstein-Gebirge zu machen beides wunderschön und vielleicht nicht in Brasilien.
00:16:46: Ja, es muss ja auch nicht immer Ballermann sein das geht vielleicht noch.
00:16:49: aber du hast schon recht Ballermannen ist vielleicht nochmal eine andere Entfernung und CO-Zweibilanz als das andere Ende der Welt.
00:16:56: Das ist aber auch die Freiheit die jeder für sich selbst entscheiden kann.
00:16:59: ob er diese Verantwortung für sich eingehen möchte oder sagt is mir jetzt persönlich erstmal egal.
00:17:04: Genau deswegen meinte ich dass dir das der Gesetzgeber und die Wirtschaft da auch ne Rolle spielen.
00:17:08: also man darf es nicht auf das Individuum alleine abwälzen.
00:17:13: das funktioniert so nicht.
00:17:14: Ja, du musst uns ein bisschen abholen bitte lieber Jonas.
00:17:17: Was denn eigentlich so ein Klimaschutzmanager macht?
00:17:19: Du arbeitest glaube ich als Klimaschutzmanager in Fulda Brück wenn ich richtig informiert bin.
00:17:25: wie erklärst du den jemandem deinen Beruf?
00:17:27: in einfachen Worten
00:17:29: Genau, richtig.
00:17:30: das mache ich nun seit September.
00:17:32: Ich habe nach meinem Stream an der Uni auch noch weiter gearbeitet für eineinhalb Jahre und ich dachte oder für mich war klar, ich möchte irgendwann Klimaschutzmanager werden einfach weil man als Klimaschutzmanager ein Multiplikator ist.
00:17:44: Man kann nicht nur für sich selbst was machen gegen den Klimawandel sondern kann Empfehlung und Maßnahmen geben für ganz, ganz viele Menschen.
00:17:51: Und in Fullerbrück ist ein kleiner Ort bei Kassel eine Gemeinde mit neutausend Einwohnern und dort ist das Klimathema bislang nicht bespielt worden und das ist genau meine Aufgabe.
00:18:01: Das Ganze ist eine geförderte Stelle auf der ich bin die in zwei Phasen aufgeteilt ist.
00:18:06: Die erste Phase ist es erst mal im Konzept zu entwickeln.
00:18:08: Im Klimaschutzkonzept.
00:18:10: wie ist die Gemeinde diese ja neuntausende Einwunder große Gemeinde überhaupt schaffen können bis zwei tausendfünfvierzig klimaneutral zu werden?
00:18:18: Die Gemeinde, die Mitarbeiterinnen der Gemeinde haben ja alle ihre Aufgaben und können dann diese große Aufgabe Klimaschutz nicht auch noch zusätzlich bearbeiten.
00:18:28: Das funktioniert einfach nicht.
00:18:29: Und da wurde dieser Stelle für dieses Konzeptschreiben geschaffen.
00:18:33: Und nun bin ich in der zweiten Phase des Konzepts oder der Umsetzung, das heißt in der Umsetzungsphase.
00:18:38: genau in der Zweiten Phase bin ich jetzt dabei erste Maßnahmen aus dem Konzept, was sich in der ersten Phase geschrieben habe umzusetzen.
00:18:48: Das heißt, ich bin gerade dabei eine PV-Anlage auf eine Kläranlage zu setzen oder eine Beratungskampagne, eine kostenlose für Bürgerinnen und Bürger anzubieten wie diese denn ihr Eigenheim sinnvoll energetisch sanieren können.
00:19:00: Also wir sprechen da nicht nur von Photovoltaikanlagen, sondern eben auch von anderen Maßnahmen.
00:19:05: Wenn wir jetzt mal bei Fulda-Brück bleiben kann ja auch jede andere Gemeinde sein.
00:19:09: also du entwickelst Konzepte wie gemeinten klimaneutral werden können.
00:19:14: wenn man sich mit Menschen unterhält heißt das oft naja selbst wenn wir in Deutschland hier gar nicht mehr... also wenn wir alles versuchen würden würde dass ja am Weltbild nichts verändern.
00:19:21: schau dir andere Nationen Kontinente an schau der Brasilien an was daraus gestoßen wird oder was da.. also du weißt was ich meine es ist.
00:19:29: Was bringt es uns, wenn wir in Fulda Brück alles richtig machen?
00:19:32: Aber die Welt an sich vieles falsch.
00:19:34: Stimmst du dem zu oder sagst ne so dürfen wir nicht denken!
00:19:37: Wir müssen im kleinen Fuldabrück Teilen denken und dann können wir die Welt auch verändern.
00:19:42: Das ist eine sehr schöne Frage und die habe ich mir natürlich am Anfang auch gestellt.
00:19:47: was bringt das denn eigentlich... Ich alleine bin eine Person.
00:19:52: was bringt es mir jetzt mein Leben zu verändern als eine Person?
00:19:56: Ja, ein recht kleiner Radius.
00:19:58: Dann sind es neuntausend Menschen in Fulda Brück die ich da in irgendeiner Weise... zumindest Informationen anbieten kann oder Ideen geben kann.
00:20:07: Auch die werde ich nicht alle überzeugen, aber das ist eine große Multiplikation von mir und vielleicht zum Glück gibt es ja Klimaschutzmanager in den meisten oder vielen Kommunen Deutschland und ohne die würde in Deutschland der Klimaschutz einfach so praktisch kaum vorangehen.
00:20:22: also die braucht es damit Deutschland als großes Land mit reinen Achtzig Millionen Einwohnern diese Ziele die sie sich gesteckt hat, im Jahr zwei tausendfünfundvierzig Klima-Nutral zu werden zum Beispiel überhaupt schaffen kann.
00:20:36: Und ja es gibt klar auch andere Länder aber auch da sind andere Entwicklungen zu sehen was ja auch immer ein Klassiker ist.
00:20:43: das China also aber China wir sind in Deutschland und in China da bauen Sie immer noch Kohlekraftwerke.
00:20:49: Das ist ja so ein gängiges Muster und das passiert auch noch das stimmt.
00:20:53: Aber wenn man auf China schaut, da ist eine sehr, sehr interessante Entwicklung zu beobachten.
00:20:58: Letztes Jahr war das Jahr wo China das erste Mal nicht mehr CO₂-Emissionen verursacht hat als im Jahr davor und dieses Jahr wird das erste Jahr sein wo China weniger CO₀-Emissionen verursACHt als im Jahr twentyfünfundzwanzig.
00:21:12: Das bedeutet in China sind die CO₁-Emissions rückläufig.
00:21:15: Es wird zwar Kohle hinzugebaut, aber in einem ganz anderen Maßstab auch PV und Windenergie.
00:21:20: Also der Anteil erneuerbarer Energien in China wächst massiv!
00:21:24: Und wir Menschen haben uns immer in Richtung Effizienz entwickelt... ...und da sind Erneuerbare Energien einfach ein ganz anderes Ding.
00:21:34: Also dann fassen wir zusammen wenn in einigen Jahrzehnten die Überstift bleibt am Ende alle deiner Bemühungen was China von Schulter Brück lernt oder gelernt hat, dann hast du viel geschafft.
00:21:45: Dann hast du dir dein Eckmann auch verdient!
00:21:47: Also da wäre ich... Ja?
00:21:50: Wenn das so kommen würde, da wirklich, da hätte ich alles geschafft.
00:21:52: ja.
00:21:53: Dein Account Umweltfragen der erreicht mehrere hunderttausend Menschen im Monat.
00:21:58: und was ich mir immer wieder frage oder ich mich immer wieder Frage ist warum brauchen den Menschen offenbar einfache Erklärungen für so komplexe Umweltteam?
00:22:07: Das machst Du ja sehr geschickt.
00:22:10: Ja, richtig.
00:22:11: Ganz ganz wichtige Frage und ich glaube jeder Mensch hat wenn man so über bestimmte Themen nachdenkt kann sich dahinein versetzen.
00:22:20: Ich habe früh verstanden dass wenn man sich wirklich in ein Thema reinfuchst recht schnell zu einem positiven Sinne Fachidioten wird Und die breite Masse die man ja eigentlich ansprechen möchte abhängt.
00:22:30: Ich mache mal plakatives Beispiel jetzt ist der FußballwM gestern gestartet und ich würde sagen die allermeisten Menschen in Deutschland kennen Bayern München.
00:22:39: Aber wenn man die Menschen jetzt fragen würde, nenn mal zehn Vereine aus der Bundesliga.
00:22:43: Zähl die mal auf!
00:22:43: Dann wird die Zahl derer, die das beantworten kann schon deutlich schwerer und schwieriger.
00:22:47: Und einen Fußballfan, der sich ein bisschen mit dem Thema auseinandersetzt, würde sich wahrscheinlich wundern dass diese Basics eigentlich nicht jeder kennt.
00:22:54: Und genau so fällt es sich eigentlich bei den meisten Umweltthemen.
00:22:58: Es gibt jede Menge Menschen, die sich richtig gut mit einzelnen Teilbereichen auskennen.
00:23:02: Zum Beispiel kenne ich Menschen, der sich unfassbar gut mit Insektenforschung und Biodiversität auskennt oder auch mit dem Klimawandel.
00:23:09: aber frag mal den Autonomalverbraucher nach zehn verschiedenen Insektonarten?
00:23:15: Oder in welchem Jahr das Pariser Klimaschutzabkommen war?
00:23:18: Da wird die Zahl derer, die das verlässig beantworten können dann doch relativ schnell viel kleiner.
00:23:24: Ich möchte die Menschen erreichen, die sich nicht schon intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben.
00:23:29: Und da... weil die, die schon tief im Thema drin sind, die muss ich auch nicht mehr überzeugen.
00:23:33: Also da ... schön dass sie mir folgen aber die sind eh mit im Boot.
00:23:37: also das ist super top weitermachen.
00:23:40: Aber eigentlich brauchen wir die breite Masse und das schaffe ich eben nur mit der Schwertigkeit.
00:23:44: Ja und deswegen ist Social Media auch so wichtig!
00:23:46: Also ich hatte das in all den Folgen, die ich bisher produzieren durfte mit spannenden Gästen, da kamen wir immer wieder auf das Thema soziale Kanäle.
00:23:54: So, ich hatte eine TikTok-Nonne bei mir zu Gast oder... Ich weiß gar nicht.
00:23:58: Also nicht jeder ist ja auf den Social Media Kanälen aktiv aber bei deinem Thema es ist ja ein relevantes.
00:24:04: Du ziehst dich nicht aus!
00:24:07: Das ist jetzt kein Thema.
00:24:08: wie soll ich das jetzt formulieren?
00:24:10: Wenn ich Katzenvideos anschaue der Algorithmus ist so aufgebaut dass mir dann immer mehr Katzenvideo angezeigt werden.
00:24:16: Aber welcher Mensch schaut sich denn Müllberge an oder Plastikmüll?
00:24:20: Das musst du erst mal schaffen.
00:24:22: Gedächtnis in dieses Bewusstsein der Menschen kommst.
00:24:24: und letzter Satz, dann höre ich auch wieder auf mit dem Monolog.
00:24:28: Wenn du zehn Menschen fragst im Deutschland oder wenn du sie fragst ob Sie wissen, dass es seit Zweitausendfünf ein Gesetz gibt.
00:24:35: Ich glaube das ist ein Gesetz, das in Deutschland kein unbehandelter Restmüll mehr auf Deponien gelagert werden darf Dann wird ja keiner von diesen zehn sagen Das wusste ich weil es einfach nicht sexy genug ist.
00:24:45: Und deswegen ist es so wichtig dass es Menschen wie dich gibt die darüber ja auch aufklären.
00:24:50: hundertprozent, also da kann ich die nur zustimmen.
00:24:52: Das ist das was ich eben meinte.
00:24:53: es wird sehr schnell obwohl man eigentlich denkt wenn man jetzt so im Abfallkontext unterwegs ist ja das weiß jeder, dass in den fünf gab's dieses Verbot.
00:25:02: aber genauso wie du sagst die breite Masse hat davon kein Schimmer weil es einfach zu viele Themen gibt die für Begeisterung schaffen.
00:25:11: dann
00:25:12: lass uns mal ein bisschen über die Mythen sprechen die so herum geistern.
00:25:15: Getränkedosen zum Beispiel Die werden in Deutschland Extrem erfolgreich recycelt, da gibt es eine sehr hohe Recyclingquote anscheinend.
00:25:23: Genau das ist so richtig!
00:25:25: Also das gelingt vor allem durch dass also durch das Sortenreine sammeln von Getränkedosen.
00:25:30: wir haben ja einen Pfandsystem bei uns auf Getränkedosen und das sorgt dafür, dass in diesen Pfandautomaten natürlich dann zu hundert Prozent nur Pfand Flaschen und Behälter, wie diese Dosen eben drin sind.
00:25:42: Und das macht das Ganze sehr sortenrein.
00:25:45: Ein Hauptkriterium für Recycling ist immer ein sortenreines, dass die Menge möglichst dort rein ist.
00:25:51: Das heißt dann können die Prozesse, die nachgeführt werden.
00:25:54: Das heisst es einschmelzen dieser Alu-Dosen.
00:25:57: Das kann auch ideal gelingen und dann kann daraus wieder eine neue Dose werden.
00:26:01: Es ist eigentlich ein perfektes Beispiel dafür, wie Recyling und Kreistoferte funktionieren kann.
00:26:07: Und dann eine Frage, die mir auch immer seit vielen Monaten beschäftigt.
00:26:12: Wenn ich das auch hier in Berlin aufziehe, fand Flaschen Sammler.
00:26:16: es ist leider ja schon traurig dass es notwendig ist für viele Menschen.
00:26:20: eigentlich sollte jeder ein glückliches Leben führen aber das ist eben nicht die Realität.
00:26:25: was ich immer wieder sehe bei Dosen sind das USDRKPF, wenn man sie dann zurückbringt beim Glas verhält es sich aber anders.
00:26:33: da sind glaube ich nur acht für ne Bierflasche
00:26:36: Genau.
00:26:36: Ja,
00:26:37: warum ist das so?
00:26:38: Also Glas wiegt ja auch mehr und für einen Menschen der wirklich kein Geld hat Der muss schon sehr viel sammeln damit er auf fünfundzwanzig Cent kommt.
00:26:46: Warum hebt man das nicht einheitlich auf fünf und zwanzig?
00:26:49: Das ist tatsächlich eine gute Frage die ich gar nicht genau beantworten kann.
00:26:54: Ich könnte mir vorstellen, dass das aus einem Punkt herauskommt, als damals das Fand eingeführt wurde zu Anfang der zweitausender Jahre, dass dort einfach der Anteil an Glasflaschen noch viel, viel professionell höher war.
00:27:07: Das heißt die Masse an Glas flaschen, wie man gesammelt hat gegenüber... den Alubbehältern oder den Getränkedosen viel größer war.
00:27:16: Aber das kann ich nicht genau beantworten, was ich mir ja gedacht habe ist wann wird das Fund eigentlich mal an die Inflation angepasst?
00:27:23: Also die Achtzent waren vielleicht in den zweitausender Jahren als dass da war das richtig etwas wert oder richtig wertig.
00:27:30: aber mal ehrlich heute mit acht Cent kommt man nicht mehr weit Pro Flasche, dann würde man vielleicht alles so viel sammeln müssen.
00:27:37: Ja das meine ich auch.
00:27:38: also es geht jetzt gar nicht um die acht oder ob das jetzt fünfzehnt sind mir fällt es nur auf wenn ich durch Parkes laufe Dann werden eben die Dosen aufgesammelt aber die Flaschen bleiben liegen.
00:27:48: Ganz wichtiger Punkt richtig genau dass.
00:27:50: also da merkt man langsam Dass sich das eben dahin verschiebt dass ist nichts mehr wert ist und das ist ja ein Kernproblem.
00:27:55: Also eigentlich hat das System sehr gut funktioniert.
00:27:58: Da müsste jetzt angegangen werden und dann müsste das dann auch entsprechend angehoben werden, damit das System weiter funktioniert.
00:28:04: Und damit es jetzt nicht falsch rüber kommt?
00:28:05: Das ist nichts gegen die Menschen, die diese Flaschen liegen lassen.
00:28:08: ja also ich verstehe dass aus der Sicht desjenigen, der sagt naja bevor ich hier zehn Flasche für achtzig Cent zurückgebe dann lieber vier Dosen für einen Euro.
00:28:16: aber es ist ein grundsätzliches eine grundsätzliche Frage über die wir sprechen sollten.
00:28:21: Dann zum Thema Glas auch noch Ich hatte gelesen Dass sich Glas theoretisch unendlich oft recyceln lässt.
00:28:28: Ja, das ist richtig.
00:28:29: Man muss immer auch da auf die Sortenreinheit achten.
00:28:34: Interessanterweise sind Trinkflaschen also diese klassischen Bierflasche zum Beispiel wenn wir beim Thema bleiben.
00:28:38: Die sind aus einem anderen Glas als Fensterglas oder Spiegelglas und ähnliches.
00:28:43: Das heißt dass sollte man zum einen nicht vermischen.
00:28:46: Nicht einfach denken weißes Glas ist weißes Glast.
00:28:48: Da ist einfach die kristalline Struktur in der andere.
00:28:51: Und dann, wenn man das Sortenrein schafft – also diese Bierflaschen.
00:28:54: Dann werden die ja erst mal gereinigt und gewaschen... ...und die werden alleine schon bis fünfzigmal wiederverwendet.
00:29:01: Das heißt aus der du trinkst, aus der wurde wahrscheinlich schon mal Bier getrunken!
00:29:05: Wenn das dann kaputt geht, dass Glas im Recyclingprozess oder in den Restmilk kommt,... ...dann wird es tendenziell eingeschmolzen oder kann es eingeschmelzen werden und dann wieder zu Glas verarbeitet werden.
00:29:17: War so vergleichbar mit der Wiedergeburt eines Menschen?
00:29:22: So kann man es sagen.
00:29:25: Ich hatte außerdem gelesen, dass rund vierzig Prozent aller Plastikprodukte weltweit weniger als einen Monat genutzt werden.
00:29:32: Kannst du dem zustimmen?
00:29:37: Ja pauschal kann ich das jetzt nicht einordnen, aber es klingt plausibel.
00:29:42: Also ich kann mir das durchaus vorstellen gerade weil viele Einwegprodukte und einfach nicht so langlebige Produkte tendenziell dafür verwendet werden.
00:29:53: wenn man jetzt auf die Masse schauen würde Es wird ja mittlerweile auch unfassbar viel Kunststoffrohr in unseren Straßen verbaut Ja, auch im Bausektor.
00:30:02: Wir hatten eben das Thema Bauern angesprochen.
00:30:04: Also auch da sind unfassbar viele Mengen an Kunststoffen, die verarbeitet werden und sie durchaus länger bleiben.
00:30:10: Könnte sein, dass sich vierzig Prozent ... Das passt ja!
00:30:13: Und dann gibt es noch den Irrglauben, dass viele Menschen denken Bioplastik löse das Müllproblem aber tatsächlich ist die Entsorgung oft komplizierter?
00:30:25: Ganz klassischer Fall von wie kann man das... also, wie fange ich an?
00:30:31: Biomüllbeutel sind an sich ein guter Gedanke.
00:30:34: Das Problem in unseren Biokompostierungs- und Vergehungsanlagen wo der Biomull landet, da brauchen die Biomüllbeute länger zum Zersetzen als der Biomial.
00:30:45: Das bedeutet am Ende bleiben dann doch die Kunststoffmengen Teilweise da drinnen, auch wenn sie sich dann noch nachversetzen.
00:30:52: Außerdem kann die Maschine, die am Ende, wenn der Müll landet bei der Kompostanlage, nicht unterscheiden zwischen einem normalen Kunststoff und dem Biokunststoff.
00:31:01: Der Biokundstoff würde rausgefiltert werden oder verbrannt werden.
00:31:06: Das ist so ein Thema was ich... Das heißt, dieser Biokunststoffbeutel fällt dann auf die Menge des Kunststoffanteils im Bioabfall.
00:31:19: Und das kann bedeuten dass der Entsorger den Abfall nicht annimmt weil er sieht oh da ist so viel Kunststoff drin.
00:31:25: wir können dem Bio-Abfall hier nicht entsorgen und das machen wir nicht!
00:31:28: Und das ist ein technisches Problem.
00:31:29: also eigentlich sind Bioplastik Beute an sich eine gute Sache aber weil sie so wenig im Markt eingesetzt werden Sie auch für Ihre Zersetzung etwas brauchen, ist es leider etwas Unpraktikable.
00:31:43: Könnte denn da wenn wir über künstliche Intelligenz sprechen KI könnte diese in Zukunft auch Abhilfe verschaffen?
00:31:49: Ja, auf jeden Fall.
00:31:51: Also definitiv es gibt jetzt schon Farbsensoren die anhand oder generell Erkennungssensoren, die an hand von was zum Beispiel auch dem Fließband bei der Müllentsorgungsanlage langläuft sofort erkennen ach das ist das Teil und dann den Trennungsprozess optimieren.
00:32:08: Das heißt sie sehen dann oder läuft klar.
00:32:13: Was heißt Klaas?
00:32:14: Da läuft Kunststoff, ein weißer Kunststoff im Bioabfall.
00:32:17: den entferne ich.
00:32:18: Zack!
00:32:18: Der wird rausgenommen.
00:32:20: Das können Maschinen jetzt schon erkennen und durch KI werden diese Prozesse nur besser.
00:32:23: oder bin ich überzeugt?
00:32:25: Ja das ist nochmal ein Thema für sich.
00:32:26: Ich hatte auch schon eine künstliche Intelligenz bei mir zu Gast in meinem Podcast.
00:32:30: Oh spannend
00:32:31: der war wirklich ein Erlebnis Und mit ihr ihm hatte ich dann so forty fünf Minuten über die Zukunft und die Vergangenheit gesprochen und War dann auch ein bisschen eifersüchtig denn er oder sie Teilte mir dann mit, sobald ich hier die Folge beende kann er sich auch an das nicht mehr erinnern was er gesagt hat.
00:32:46: Angeblich!
00:32:47: Das habe ich mich ganz abgenommen.
00:32:49: Ich glaube dass sieht bei dir dann anders aus.
00:32:51: du wirst dich auch hoffentlich in vier Wochen noch an unser Gespräch erinneren lieber Jonas.
00:32:54: Hundertprozentig.
00:32:56: Aber da sind wir auch beim Thema Kommunikation.
00:32:57: Du interagierst ja sehr intensiv auch mit deiner Followerschaft.
00:33:01: Was überrascht dich denn am meisten an den Reaktionen deiner Community?
00:33:05: Ja... Also ich muss wirklich sagen, ich bekomme so viel Dankbarkeit und Positivität von meiner Community gespiegelt.
00:33:13: Wenn man jetzt in die klassischen Kommentarsektionen sieht von Beiträgen bei Instagram dann denkt man sich ja oft schon achja das sind solche Kleinkriege die geführt werden da möchte ich nicht zu tief reingehen weil man dann wirklich frustriert wird und wenn man nur Hassnachrichten bekommt und so macht es irgendwann auch kein Spaß mehr.
00:33:27: aber ich bekam überwiegend positives Feedback.
00:33:31: Und das hält mich auch motiviert, also da bin ich wirklich sehr dankbar drum und das zeigt auch dass die Themen Interesse finden und wenn man das im Kontext sieht überrascht mich schon.
00:33:43: Gibt es denn ein Umweltthema bei dem du immer wieder merkst wie groß die Wissenslücken sind so das Top-Eins Thema?
00:33:52: Ja, also es gibt Themen die recht oft bespielt werden.
00:33:56: Das sind Klimaschutz oder das Artensterben von großen Arten wie Nahrshörnern, dem Panda Bear und so.
00:34:04: Also ganz klassische Themen, wo der Menschen bewusst ist, ah okay da passiert was, das ist vielleicht nicht so gut dass der Wasserverbrauch vielleicht von bestimmten Dingen ziemlich hoch ist.
00:34:16: Was ich wirklich eigentlich... Was ich wirklich was mich nachdenklich stimmt ist, dass die Klimakrise vielen sehr bewusst ist durchaus oder es klar ist das dieses Thema irgendwie gibt.
00:34:28: Aber die Biodiversitätskrise, dass die noch nicht in der Menge in den Mainstream angekommen ist.
00:34:34: Also wir haben einen so krassen Verlust an Insekten einfach an der Masse an Insekten, die rumfliegen immer wieder.
00:34:41: dieses klassische Beispiel früher war die Windschutzscheibe voll mit Insekte heute ist man mal froh wenn ein Insekt gegen fliegt.
00:34:49: also das ist ein klassisches Beispiel aber das ist einfach noch nicht so klar gerade weil Also in dem Kontext, dass das ganz elementar für jedes Ökosystem ist und auch für uns das Überleben unserer Menschheit.
00:35:01: Dass die Biodiversitätskrise da echt groß ist.
00:35:05: Also mir fällt es auch immer wieder auf, speziell auch hier in Berlin.
00:35:07: Ich hatte über viele Jahre hinweg sehr viele Eichhörnchen vor meiner Tür und jetzt seit einigen Monaten fehlen die Eichhöhnchen.
00:35:14: Das hat jetzt wahrscheinlich wenig mit dem Klimawandel zu tun.
00:35:16: Sie haben sich einen neusten Revier gesucht aber was die Mücken angeht Insekten das stimmt.
00:35:21: dann wenn ich in meiner Heimat im Süden Deutschlands unterwegs bin merke ich dass aber auch da komme ich dann mit zehn Mückenstücken wieder zurück in die Hauptstadt.
00:35:28: Das habe ich ja nicht so.
00:35:29: das ist schon Unterschied.
00:35:31: Ich glaube, das hat natürlich mit Stadt und Land zu tun.
00:35:33: Und ob da wo du Urlaub machst irgendwie ein Gewässer in der Nähe ist... Das spielt schon eine Rolle!
00:35:40: Aber ja ich denke auf dem Land ist es noch ein bisschen weniger problematisch.
00:35:45: Und vielleicht wurde bei dir in der Umgebung, da wo Du in Berlin wohnst, irgendwo ... Bäume gefällt irgendwas am Ambitat verändert der Eichhörnchen, dass die dort nicht mehr vorkommen.
00:35:55: Also schön das du ein Auge dafür hast.
00:35:58: Das finde ich eigentlich erstmal positiv, dass es dir auffällt, dass da eine Veränderung gibt weil das ist auch der erste Schritt zur Veränderungen für einen selbst glaube ich.
00:36:04: Ja
00:36:04: also das fällt mir schon auf, da ich eichhörenliche liebe, liebe Tiere insgesamt und das sind ja auch tolle Lebewesen und wenn man eichhöhnlichen beobachtet wie sie auch so ne Hauswand nach oben klettern Wie breit sich sie sich plötzlich machen können?
00:36:15: Wie süß Sie eigentlich wirklich sind.
00:36:17: Wahnsinn!
00:36:17: Ich habe das neulich das erste mal gesehen.
00:36:20: Es war überrascht.
00:36:21: Das ist der Wahnsinn, also Respekt.
00:36:23: Ja ich könnte das nicht mit meinem Gewicht aber es ein anderes Thema.
00:36:26: Es ist schon faszinierend und da können wir Menschen auch viel von Tieren lernen.
00:36:31: Aber du sagst ja selbst auch kleine Schritte sind wichtig.
00:36:34: Warum scheitern denn trotzdem so viele Menschen daran nachhaltig jetzt zu leben?
00:36:38: Weil sie vielleicht auch denken Sie müssten perfekt sein?
00:36:46: Ein Kernthema.
00:36:47: Es braucht halt eine gewisse Anstrengung, Gewohnheiten zu verändern.
00:36:51: also das... Also ich glaube, man muss ein Prozess mehrere Wochen wiederholen damit er in Fleisch und Blut übergeht.
00:36:58: Und man gar nicht mehr aktiv darüber nachdenkt.
00:37:01: das ist bei allen Themen eigentlich im Leben so.
00:37:04: Je simpler der Prozess ist desto schneller geht es vielleicht etwas zu verändern.
00:37:08: aber je komplexer ihr Aufwendiger desto länger dauert das Ganze und Es ist eben überhaupt nicht bequem für uns Menschen unsere Gewohnheiten zu ver ändern.
00:37:15: Wir müssen dann plötzlich mehr Energie aufwenden mehr nachdenken und dass der Mensch denkt auch energieeffizient.
00:37:20: also der will eigentlich nicht so viel anstrengend nachdenken.
00:37:24: Das heißt, man muss aktiv etwas wollen und das regelmäßig reflektieren.
00:37:30: Und genau dazu dieses Zu-anstrengt.
00:37:33: viele wollen sofort ihre Gewohnheiten komplett umdrehen.
00:37:35: Also das funktioniert einfach in den seltensten Fällen gut.
00:37:38: wenn ich morgen mit dem Joggen anfangen möchte um bei dem Thema zu bleiben dann wäre es keine gute Idee wenn ich direkt einen Marathon laufe.
00:37:45: Da ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich dann in den Tagen danach erst mal nicht joggen gehe oder überhaupt nicht ankomme.
00:37:52: Das wird jeder Kardiologe bestätigen?
00:37:54: Ja, das macht es ganz plakativ!
00:37:58: Das hast du sehr gut auf einen Punkt gebracht.
00:37:59: aber was bringt denn da im Alltag wirklich etwas?
00:38:02: und was ist eher symbolisch?
00:38:06: Vielleicht fangen wir mit dem Symbolischen an, was ganz umstritten oder ganz themat... umkämpft ist.
00:38:14: oder ganz komplizierter Thema ist CO²-Zertifikate.
00:38:18: Also dass man bei Flugreisen beispielsweise, also gerade im Kontext Flugreise, das man dort seine Flugreisereien waschen kann indem man dann eben noch diese Zertifikaten kauft und sich dann denkt okay meine Flugkreise die jetzt ökobilenziell bei Null weil es wurden Bäume irgendwo gepflanzt und ich muss mir keine Gedanken mehr machen Leider ist da die Rückverfolgung von diesen Prozessen extrem kompliziert.
00:38:39: Man weiß weder häufig, wo die Bäume gepflanzt werden oder ob sie gepflanct werden, ob die Bäumen nicht mehrfach in irgendwelche Statistiken mit reingezählt werden und das ist einfach zu wischi-waschi oder zu untransparent dieses Thema.
00:38:54: Und deswegen ist es eher symbolisch – ich meine sich grundsätzlich dafür Das dafür zu entscheiden ist erstmal gut und vertrauen zu haben, dass das schon irgendwie klappt.
00:39:02: Aber man muss ehrlich sagen, ja, das ist eher eine symbolische Akt was wirklich etwas bringt Und da bin ich auch durch meine Arbeit mit Umweltfragen eigentlich nach und nach draufgekommen Dass das Thema Ernährung echt ein Gamechanger ist.
00:39:16: Also das klingt irgendwie schon fast radikal wenn ich das sage.
00:39:19: aber der Konsum von tierischen Produkten der verursacht nicht nur Tierleid Was an sich schlimm genug ist er hat auch massive Auswirkungen auf den Klimawandel.
00:39:26: Zwanzig Prozent der Treibhausgasemissionen sind basiert auf der tierischen Produktion von Tieren und das übertrifft sogar den Verkehrssektor weltweit.
00:39:37: Das heißt, Ernährung hat einen höheren Hebel als Verkehr.
00:39:40: einfach gesprochen – ganz einfach gesprochen!
00:39:42: Es hat Einfluss auf den Wasserverbrauch... einfach weil diese Tiere unfassbar viel Wasser brauchen, dort wo sie gezüchtet werden.
00:39:48: Auf die Landnutzung es werden Regenwälder abgeholzt dafür dass dort Rinderplantagen hinkommen, die dann auch wiederum mit ihren Hufen den Boden so festmachen das dort keine Pflanze mehr wachsen kann über Jahrzehnte.
00:39:59: Das hat Einfluss auf die Biodiversität.
00:40:01: wenn der Ring bald weg ist und dort nur Rinder sind, dann ist dort kein Leben mehr außer den Rindern.
00:40:06: Und ja, durch dieses Festmachen des Bodens gibt es eine Wüstenbildung kann man schon fast sprechen.
00:40:13: Das heißt das wird alles staubtrocken und fest.
00:40:16: Das Wasser kann nicht mehr versickern.
00:40:18: also dass ist wirklich ein so großes Thema was man in seiner Komplexität so oft fast nie betrachtet und hat mich eigentlich dazu gefühlt, mich jetzt so gut es geht gelingt mir auch nicht immer aber ja schon vegan zu ernähren.
00:40:33: Also das so anschaulich zu zeigen, dass ist natürlich auch eine Kunst.
00:40:37: So wie du das jetzt in einer Minute zusammengefasst hast, kann einem gar nicht bekannt sein, wie das alles dann doch irgendwie zusammenhängt?
00:40:45: Richtig!
00:40:48: Das ist genau das, wo wir eigentlich schon ein paar mal darüber gesprochen haben hier in der Zeit... tiefer in die Materie eingeht, dann braucht es einfach Zeit.
00:40:59: Also das hat sich bei mir über Jahre entwickelt und ist nicht von heute auf morgen gekommen aber es hat immer wieder eine Refektion meiner selbst gebraucht, dass dann so für sich zu erkennen.
00:41:11: Ja also ich finde das hoch spannend und ich bin ja ein großer Freund, ich glaube da unterscheiden wir uns auch nicht von Leben und Leben lassen kann jeder erst mal für sich selbst dann, wie in allen Punkten wir erleben möchte, selbst entscheiden.
00:41:22: Ich hatte einen Podcast.
00:41:24: Gras Michael Foster der ist TikTok Metzger also ein Metzker der auf den sozialen Kanälen sehr erfolgreich unterwegs ist und er bekommt natürlich Morddrohungen und hat da eine ein sehr großes einen sehr großen Gegenwind auch was seine Tätigkeit angeht hat auch einmal einer live Schlachtung gezeigt auf TikTok Und als wir uns unterhalten haben meinte er zu mir naja Das ist nur mal mein Beruf und es gibt viele Menschen, die essen nunmal auch Fleisch.
00:41:48: Und die sollen auch bewusst wissen woher kommt das Fleisch?
00:41:50: Was bedeutet das eigentlich auch wenn man ein Tier dafür eben auch einen Leben lassen muss?
00:41:56: Wenn er dazu beiträgt dass es Menschen gibt, die danach Vegetarier werden dann hat der doch auch ein Ziel verfolgt oder vielleicht etwas Gutes getan mit einer für sich neu entscheidet und sagt okay Fleisch ist jetzt nicht mehr das was ich in Zukunft auch konsumieren möchte.
00:42:12: Also den Gedankengang, dass er den sogar so denkt.
00:42:15: Den finde ich tatsächlich... Hätte ich jetzt noch den Anfangssetzten gar nicht gedacht.
00:42:19: also finde ich sehr gut das er vielleicht sogar durch seinen Handeln etwas dazu bewegt.
00:42:24: was ich auch finde wo ich von überzeugt bin was man auf keinen Fall machen darf ist genau das Morddrohungen und andere Menschen denunzieren und denen nur das Böseste wünschen.
00:42:37: Das widerspricht auch meinen Gedankengang von Leben und Leben lassen.
00:42:42: Aber in dem Wort leben und leben lassen oder im Satz steckt ja auch drin, leben lassen.
00:42:45: Und da heißt Metzger natürlich... naja ich sag mal so!
00:42:49: Ist das nicht der ideale Beruf?
00:42:51: Gut aber es ist eben doch ein wichtiger Beruf.
00:42:53: sonst also du verstehst was ich meine.
00:42:55: Ja das ist natürlich.
00:42:57: vielleicht kommen wir in hundert Jahren dahin dass es dann gar nicht mehr notwendig ist irgendein Tier zu verspeisen, weil es anders möglich ist.
00:43:04: Die Frage ist ob wir das als Menschheit möchten oder vielleicht auch gesundes oder eben nicht gesund.
00:43:08: aber das ist diese Frage die werden wir beide wahrscheinlich nicht beantworten können.
00:43:11: was mich aber noch interessiert lieber Jonas?
00:43:14: Was glaubst du denn?
00:43:15: warum reagieren Menschen bei Umweltthemen oft so emotional oder vielleicht doch defensiv?
00:43:22: Ja, weil ich glaube wir als Individuen ist nicht gewohnt sind dass andere Empfehlungen geben wie man sein Leben führen sollte und das ist ja oft bei den wie ich das anfangs gesagt habe über den Umweltthemen ganz auf der Fall.
00:43:32: Ich erinnere mich oder was die ganze Diskussion um die Klima-Kleber Geschichte, die an sich glaube ich davon bin ich überzeugt dass die Menschen, die das gemacht haben auch etwas Gutes im Sinn haben oder etwas Unfassbar Wichtiges im Sinn.
00:43:50: Die Frage ist nur ob die Art und Weise der Umsetzung... Ich verstehe auch die Radikalität und die Notwendigkeit dahinter, dass endlich was passieren muss und die mediale Aufmerksamkeit und all das, was dahinter steht kann ich nachvollziehen weil das Thema dringend ist hundertprozentig.
00:44:05: Aber es ist immer die Frage und da spreche ich wieder über die breite Masse, ob man mit seinem Handeln mehr Menschen überzeugt oder mehr Menschen von sich weghält?
00:44:15: Und ich glaube da haben mehr Menschen gesagt ne so nicht.
00:44:20: also das wenn dass der Klimaschützer sind dann möchte ich irgendwie kein Teil davon sein.
00:44:26: und das ist aber ich glaube bei den ganz vielen Themen reagieren Menschen emotional.
00:44:32: Aber wegen dieser Trinklichkeit der Lage, der Klimakrise, der Biodiversitätskrise die ich angesprochen habe da ist einfach wenn man sich dessen ganz klar bewusst hat und ein sehr feinfühliger emotionaler empathischer Mensch ist dann kann das schnell sein dass man dort emotional reagiert.
00:44:47: Ja hast du denn manchmal auch das Gefühl gegen Windmühlen zu kämpfen?
00:44:53: Zum Glück nicht!
00:44:55: Das klingt vielleicht erst mal komisch.
00:44:57: Aber mich fängt da so ein bisschen das positive Feedback meiner Community auf und ich sage auch, ich habe auch keine andere Wahl.
00:45:04: also ich beschäftige mich ernsthaft mit den Themen und ich kriege wie du sagst wenn ich jetzt nicht diese Aufrufzahlen hätte dann würde ich mir vielleicht denken Mache ich das jetzt hier für drei Personen oder doch eine Anzahl mehr Menschen?
00:45:19: Das motiviert mich schon, muss ich sagen.
00:45:21: Dass sich da nicht nur mich erreiche sondern ganz viele Menschen und daher denke auch dass ich nicht gegen Windmühlen kämpfe.
00:45:27: Und gab es einen Moment der dich in Fulda Brück oder außerhalb von Fuldabrück emotional besonders geprägt hat.
00:45:34: gibt es eine Erinnerung die du nie vergessen wirst?
00:45:38: Ja Den gab es.
00:45:39: Und zwar habe ich in der Stadt Kassel den ersten Klimaschutzpreis verliehen bekommen und das hat mir einfach gezeigt, dass das was ich mache im Social Media am Ende ist ja alles nur ein textbasierter Datei auf einem Handy oder auf dem Bildschirm die nirgends wo in der Realität abgebildet werden kann so richtig greifbar.
00:45:59: und dort hab' ich gemerkt da stand ich auf einer Bühne die Menschen haben gefeiert was ich machen und haben gezeigt Jonas, das was du tust ist gut.
00:46:06: Das hat einen Sinn!
00:46:08: Das ist richtig und das bestärkt mich emotional noch heute.
00:46:11: und ich denke mir, dass hat mir irgendwie eine Anerkennung gegeben die mich noch mehr pusht und die mich geprägt hat.
00:46:18: ja auch zurecht lieber Jonas wir sind fast am Ende der heutigen Folge schon angekommen.
00:46:22: zwei Fragen habe ich noch an dich nämlich gibt es Dinge dir die Hoffnung machen wenn Du auf die nächste Generation blickst?
00:46:29: nicht auf die letzte hoffentlich aber auf die Nächste?
00:46:33: Ja, gibt es auf jeden Fall.
00:46:35: Ich erinnere mich da gerne an ein Gespräch mit meinem Opa der beschrieben hat wie in dem lokalen Bach in dem er gewohnt hat dass dort dieser Bach bunt gefärbt war und voller Schaum war.
00:46:45: und also das heißt eigentlich Tod voller Chemikalien weil die Leute darin gewaschen haben die Industrie dort die ihre Chemikalien entsorgt hat, ihre chemischen Abwasser.
00:46:54: Und heute leben in diesem Bach... Da bin ich auch aufgewachsen in dem Ort.
00:46:57: Da leben so viele verschiedene Arten von Tieren und damals war der wie gesagt nahezu tot.
00:47:02: Ich glaube es gibt so viele positive Entwicklungen, die gar nicht so schlecht laufen.
00:47:06: Und da ich ein hoffnungsvoller Mensch bin und da ich einfach daran glauben möchte, glaube ich auch dass wir diese großen Themen wie Klimawandel, Biodiversitätskrise usw.
00:47:16: hinbekommen.
00:47:16: also da habe ich Hoffnung für die Generationen.
00:47:20: Da bin ich ganz positiv.
00:47:22: Das ist wunderschön zu hören, denn aus kleinen Erfolgen entsteht ja auch oft etwas Großes?
00:47:27: Hundertprozent!
00:47:29: Wenn Menschen nach diesem Gespräch – also alle die uns heute zuhören – nur eine Sache verändern würden….
00:47:36: welche würdest du dir wünschen?
00:47:38: Ja es ist eine schöne Frage... Ich würde mir wüns'n dass die Menschen einen Moment bewusst über ihr alltägliches Handeln nachdenken Aktiv mal darüber nachdenken, was sie eigentlich tagtäglich so machen.
00:47:53: Und ob diese Dinge, die sie so täglich machen vielleicht in einer Woche, weil das da so klassische Muster sind... Ob diese Dinge eher nachhaltig oder weniger nachhaltiger sind?
00:48:02: Das einfach erstmal einordnen ohne es zu werben, für sich einzuordnen und sich dann eine Sache heraus suchen, die Sie vielleicht mal ausprobieren zu ändern!
00:48:10: Sei es zu duschen anstatt zu baden jeden tag wie auch immer oder mal in den Wald vor Ort zu gehen und die Natur zu spüren.
00:48:16: Ich denke, das wäre echt ein cooler Ansatz.
00:48:18: da mal sich einen Punkt rauszusuchen und zu gucken traue ich mich.
00:48:21: daran probiere ich das mal aus und dann zu gucken was passiert.
00:48:24: Das finde ich richtig cool.
00:48:26: also damit fangen wir alle an dass mit dem Duschen bekomme ich hin auch jeden Tag
00:48:30: sehr gut
00:48:31: ich bade ab und zu gerne.
00:48:32: das gestehe ich aber in der Regel nur dann wenn
00:48:37: Ich liebe auch Baden, deswegen war das Beispiel für mich sehr passend.
00:48:40: Ja ich habe zum Glück keine Wahleranne gerade.
00:48:42: Na ja.
00:48:43: Da dann arbeiten wir alle noch.
00:48:45: Das wird bestimmt noch aber das ist ja nicht elementar wichtig fürs gute Leben.
00:48:48: also lieber Jonas ich darf mich bei dir bedanken.
00:48:50: es waren sehr ehrliches ein sehr intensives Gespräch über dieses Thema und das hat ja auch so ein bisschen gezeigt dass Menschen sich selten durch Druck verändern aber eben durch Verständnis und auch Nähe und vielleicht durch neue Perspektiven beeinflussen lassen und mit positiven Sinne auch mal Veränderungen herbeizuführen.
00:49:06: Deswegen danke an dich für dieses sehr, sehr wertvolle Gespräch über Klima-, Überverantwortung-und die Hoffnung dass vor allem auch Veränderung möglich ist!
00:49:13: Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und weiterhin den größtmöglichen Erfolg für deine Aktivitäten und für deinen... sagst du mir bitte nochmal den Kanal das aus seinen Worten kommt.
00:49:24: Ja der heißt Umwelffragen
00:49:26: Und den finden wir wo genau?
00:49:28: Den finden wir bei Instagram und seit neuestem auch bei YouTube
00:49:31: Unter dem gleichen Namen.
00:49:33: Richtig!
00:49:34: Wunderbar, dann wissen alle wo sie dir jetzt folgen können.
00:49:36: bitte macht das ist ein toller Typ und dank dir für alles und alles Liebe.
00:49:40: Ich danke dir.
00:49:41: schönen Tag euch allen.
00:49:43: Das war Schüchtern bis Nöchtern der Publicity Podcast
00:49:47: von
00:49:47: André Puchter.
00:49:49: Alle Infos zu dieser Folge auf www.schüchturnbisnüchdern.de.
00:49:55: Vielen Dank
00:49:55: fürs Zuhören.
00:49:56: Und Bis zum nächsten Mal Schlager Radio Podcast.
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