Ludwig Keller | Winzermeister - Wie schmeckt ein perfekter Herbst?
Shownotes
Zwischen Weinberg, Keller und fränkischer Lebensart wächst seit Generationen eine Leidenschaft: Wein. Winzermeister Ludwig Keller aus Eußenheim führt ein Familienweingut, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1856 zurückreichen. Gemeinsam mit seiner Familie lebt er Wein nicht nur als Produkt, sondern als Handwerk, Tradition und tägliche Verantwortung. Vom naturnahen Arbeiten im Weinberg bis zur fertigen Flasche erzählt jede Lage, jede Rebe und jeder Jahrgang eine eigene Geschichte. Mit André Puchta spricht Ludwig Keller über die besondere Verbindung von Familie und Weinbau, über das Arbeiten mit der Natur – und darüber, warum ein guter Wein oft mehr über Menschen erzählt als über Trauben.
Im Podcast „Schüchtern bis nüchtern“ begrüßt André Puchta spannende Charaktere mit außergewöhnlichen Berufen, Lebensentwürfen oder Leidenschaften. Eine Bühne für Biografien, die man nicht erfinden könnte. Hier trifft Kuhfriseur auf Detektiv, Domina auf Pfarrerin, Dildo-Designerin auf Tatortreinigerin, Human Puppy auf Ordensfrau und Hebamme auf Tantra-Trainer. Ein Podcast über das Ungewöhnliche – und das, was uns verbindet.
Transkript anzeigen
00:00:04: Herzlich willkommen bei Schüchtern bis Nüchdern.
00:00:08: Dem Publicity-Podcast mit André Puchter und chilligen Gästen, fast live aus Berlin!
00:00:23: Zwischen Reben, Jahreszeiten und Generationen entsteht etwas das man nicht einfach herstellen kann – Charakter.
00:00:30: Mein heutiger Gast lebt genau dafür.
00:00:33: Ludwig Keller ist Winzermeister und für den Außenheim ein Familienweingut, dessen Geschichte bis ins Jahr eighteenhundertsechsundfünfzig zurückreicht.
00:00:42: Wein ist bei ihm kein Produkt von der Stange sondern das Ergebnis von Erfahrung, von Geduld und der täglichen Arbeit mit der Natur.
00:00:50: Jeder Jahrgang ist anders jede Entscheidung spürbar – und genau das macht diesen Beruf so besonders!
00:00:57: Heute sprechen wir über das Leben im Weinberg, über Verantwortung zwischen Tradition und Zukunft Und darüber, warum ein guter Wein oft mehr über den Menschen erzählt, der ihn macht als über die Trauben selbst.
00:01:09: Herzlich willkommen bei Schüchtern bis Nüchtern – Ludwig Keller!
00:01:13: Ja hallo, danke für die Einladung, möchte ich erst mal aussprechen und ich freue mich auf.
00:01:17: unser Gespräch ist natürlich für mich ein bisschen eine Neuland aber interessiert mich brennend und ich freu mich drauf.
00:01:24: Ja, lieber Ludwig.
00:01:24: Ich freue mich, dass du mein Gast bist!
00:01:26: Wir haben uns vor einiger Zeit in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin persönlich kennenlernen dürfen.
00:01:30: Das war eine große Ehre für mich denn du bist ja wirklich auch in der Community durchaus bekannt und daher bin ich ganz gespannt auf den Austausch mit dir heute.
00:01:39: Lieber Ludwig und was mich natürlich als erstes interessiert ist wann denn so dein Tag wirklich beginnt?
00:01:44: Also wann der Wecker klingelt oder wann du das erste Mal in den Weinberg schaust?
00:01:51: Der Tag beginnt eigentlich... Schon früh, wenn der Wecker klingelt.
00:01:55: Wobei wird die Reben nach ein Stück weit mit ins Bett nehmen, nicht fast gesagt?
00:01:59: Sowohl Witterung alles ist ja immer entscheidend bei uns und das haben wir im Hinterkopf, wenn man ins Bett geht und für beim Aufstehen natürlich sofort wieder.
00:02:07: also Die Reben sind dann immer präsent.
00:02:09: Das ist
00:02:09: einfach so.
00:02:11: Und wann ist das morgens bei dir der Fall?
00:02:12: Wann klingeln der Wecke etwa?
00:02:13: Also fünf Uhr dreizig meistens noch bevor er weggeklingelt also fünf vor dreizig.
00:02:18: bis spätestens sechs uhr legt der Dach früh los.
00:02:23: Der Tag beginnt bei dir in Außenheim, das ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart in Bayern.
00:02:29: Also der Ort Außenheim liegt an der Wehrn.
00:02:32: Ich hoffe ich spreche das richtig aus in der Region Würzburg und im Landkreise Main-Spessart.
00:02:35: Im fränkischem Weinland sagt man auch.
00:02:39: Da ist schon auch Geschichte vorhanden?
00:02:42: Ja, Weinbaugeschichte, sogar Traditionsreuch bei uns in der Ecke.
00:02:47: Samt Franken ist für den Weinbau seit achthundert Prozent also bei uns An der Sinn, an Saale und Wern geht sogar der Weinbau urkundlich erwähnt zurück bis auf siebhundertfünfundsechzig.
00:03:00: Also noch ein bisschen früher wie im Main-Dal.
00:03:04: Von davon gehen wir aus dass mir so die fränkischen Vorreiter waren aus unserer Ecke.
00:03:07: Wir sind so die nördliche Peripherie vom fränkschen Weinbaugebiet.
00:03:11: aber kleine aber feine Weinberge das ist unser großes Credo
00:03:15: Ja!
00:03:15: Und für viele Winzer beginnt der Tag dann auch mit dem Blick aufs Wetter.
00:03:19: und eben Reben Das entscheidet oft alles.
00:03:21: wenn dein Wein Lieber Ludwig, sprechen könnte.
00:03:24: Was würde er denn über dich erzählen?
00:03:27: Oha!
00:03:28: Ja natürlich spannend.
00:03:30: Nachdem ich das ja nicht mehr alleine mache sondern mein Sohn oder unser Sohn mit seinem Studium ist er schon mit eingestiegen bei uns die nächste Generation im Weingut dabei.
00:03:42: dann sprechen die Weine jetzt über uns und unsere Reden also.
00:03:45: wir würden es glaube ich bis als pedantisch beschreiben.
00:03:48: Wir versuchen natürlich draußen das Optimum zu erlangen, sowohl im Anbau wie spät.
00:03:54: auch beim Weinausbau wird also unsere Bisse so vielleicht als knorrig, mürrisch sowie die Franken alle bisschen Sinn beschreiben.
00:04:02: Wird uns dann gerne ein bissel als pedantisch genau und gewissenhaft beschreiben in der Kategorie aber auch weltoffen mit ein bisschen freundlicher Art weil wir ein bisschen Gastgeber und immer ein bisschen Eventmanager sind.
00:04:15: ein Stück weit müssen wir natürlich für unsere Kunden immer ein bisschen präsent sein.
00:04:20: Und das verlangt dann ja vom Wind so etwas Offenes und auch das
00:04:23: spürt
00:04:24: einen Wein, ein Rebstock ganz genau bis es abzählt.
00:04:28: Ja jetzt hast du ja den Franken schon richtig beschrieben.
00:04:31: Du sprichst heute auch mit einem anderen Franken.
00:04:33: also dass ist heute eine fränkische Podcastaufzeichnung lieber Ludwig.
00:04:38: Wir wollen ja heute über den Weinbaussprechen.
00:04:39: der gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit Der ist bis heute in die Mischung aus Handwerk, aus Naturbeobachtungen Unternehmertum.
00:04:47: Um mich auf diese Folge vorzubereiten, hatte ich natürlich auch so ein bisschen geschaut wie viele Anbaugebiete es zum Beispiel gibt.
00:04:55: Also in Deutschland gibt es rund hunderttausend Hektar Reepfläche verteilt auf dreizehn Anbaugebiete und Franken spielt ja eine große Rolle für seine mineralischen oft im Boxbeutel gefüllten Weine habe ich gelesen.
00:05:07: Was ist denn für dich der schönste Moment im Jahr?
00:05:09: Ist das die Lese der erste Schluck oder den Moment wenn andere deinen Beinen genießen?
00:05:16: Wenn ich jetzt spontan antworten müsste, wäre es natürlich immer die Lese der schönste Moment.
00:05:20: Man arbeitet ein ganzes Jahr gezielt draußen.
00:05:24: mit den ganzen Unwettern und den ganzen unwillenden Natur macht man so... bis es so ein Spagat und versucht, das möglich, das Optimum rauszuholen.
00:05:32: Und dann ist man natürlich hoch erfreut wenn wir dann im Herbst die Erträge einfahren kann.
00:05:37: Man macht wirtschaftlich also auch finanziell bereitet man das ja vor.
00:05:41: Also von dem werdenden Wein noch keine Einnahmen nix sondern erst mit dem Produkt, wenn man es wirklich am Herbst reinholt.
00:05:49: Dann ist natürlich ganz spannend um das erfreute ich immer, wenn's dann alles so funktioniert, wenn natürlich das Wetter beim Herbst nicht mitspielt oder aus irgendwelchen Gründen Fäulnisauftritt oder echnische Sachen, die man nicht so gerne, weil der Weinlees hat.
00:06:04: Dann denkt man natürlich schon lieber... also wenn ich jetzt länger darüber nachdenke dann denke ich dann schon lieber.
00:06:08: das ist natürlich ein Feedback von unseren Kunden gesagt bekommen, also in unserem Weinfreunden.
00:06:13: Wir nehmen sie ja gar nicht unbedingt die Kunden, sondern sind alles Weinfreunde.
00:06:17: Es müssen nämlich eine große Weinfamilie und dann kriegt man Feedback, dass das wieder gelungen war.
00:06:22: Und der Draminer hat so einen schönen raffinierten Abgang und was auch immer dann so zurückkommt ist natürlich auch balsam für die Winzerseele oder wenn er dann im Herbst im Keller steht den ersten Schluck von dem neuen.
00:06:34: Der Bach hat das wunderschöne Aroma und ist so richtig griffig und obstig, und es ist dann auch ein harbendes Gefühl.
00:06:41: also alles was für sie aber spontan ist natürlich immer die Weinlese.
00:06:46: Bevor wir darauf zu sprechen kommen da entscheidet er jede Phase auch über die Qualität des späteren Weins und zum Winzer arbeitet er bei Nino mit den Trauben sondern ja vor allem mit der Zeitartig gelesen.
00:06:57: Lass uns doch mal ein bisschen beginnen.
00:06:59: Korrigiere mich bitte, es geht doch eigentlich so ein bisschen los auch mit dem Rebschnitt im Winter?
00:07:05: Das ist erstes Qualitätsmanagement.
00:07:09: Der Rebschneid ist ja die Grundlage wie die spätere Qualität wird.
00:07:13: also das ist auch was was definitiv immer der Fachmann macht.
00:07:17: Also da gibt's jetzt keine Hilfskräfte die dann mal mitmischen sondern das machen wir immer für uns selber alles Derjenige, ob unser Mitarbeiter der Winzergeselle ist, Maximilian als Weinbar-Engineur oder ich als Winsermeister.
00:07:30: Wir legen den Grundstoff also mit dem Triebschnitt.
00:07:34: Das muss eigentlich schon korrekt und akkurat und auch reden Hygiene.
00:07:37: Da müssen so viele Faktoren beeinflusst die Einfluss haben müssen da beabsichtig werden und das machen definitiv im Januar auf Februar manchmal schon im Dezember geht es los damit.
00:07:49: So dann schauen wir ein bisschen weiter nach vorne.
00:07:50: Dann findet er sogenannte Austrieb statt.
00:07:52: im Frühjahr Magst du uns da mal so ein bisschen reinnehmen?
00:07:56: Was dürfen wir uns denn darunter vorstellen.
00:07:58: Zwischendrin kommt noch das Rebenbinden, also je nach Erziehungsform.
00:08:01: es gibt die unterschiedlichsten Erziehung von den Reben wie später aufwachsen sollen als Flachbogen, Bändelbogen und Halbbogen.
00:08:09: Da gibt's ganz viele Varianten.
00:08:11: Das sucht sich jeder seine optimale Lösung in seiner Bewirtschaftung natürlich aus.
00:08:15: Wir im Franken haben uns auf dem Flachbogen spezialisiert.
00:08:19: Die Reben werden dann in diese Drahtanlauher, die man an den Hängen sieht, eingepunkt und das Wachstum hat es leicht zu korrigieren, dass sie da schön hoch wachsen können.
00:08:33: Das ist der nächste Schritt.
00:08:36: Wenn es dann so ist, im Mai kommt der Austrieb.
00:08:38: Da bangen wir natürlich, dass sie Maifrüste, die Eishiligen, die man ein bisschen landläufig kennt, nicht zuschlagen.
00:08:45: Und jetzt im Juni sind das Längen wachstum.
00:08:46: Das heißt, sie wachsen in die Höhe, die reden und setzen gleichzeitig die werdenden Trauben.
00:08:52: Also zu dem Zeitpunkt noch Gescheine nennt man das.
00:08:55: Die setzen jetzt an und werden ihnen ja in den nächsten zwei, drei Tagen ... Ist die Rebenblüte im vollen Gange?
00:09:02: Kommt immer auf die Witterung an wie... bei allem beim Wein, die Witterung ist ausschlaggebend.
00:09:06: Wenn es schön warm bleibt, kriegen wir eine Rebenblüte.
00:09:08: Da riegen die Weinbärchen so ganz fein wie so leichtbar für mich also atemberaubend wenn man da einen Spaziergang macht und hat dann so nasevoll Reben blüte ist wunderschön.
00:09:20: Das ist die nächste Geschichte.
00:09:22: und dann geht es weiter mit Laubarbeiten, also Ausbrecharbeiten.
00:09:24: Was so vieles kommt jetzt schon raus?
00:09:26: Triebkorrekturen, Grünlese wo zu viele Trauben dranhängen, die nehmen wir jetzt schon weg um den Stock einen schönen Aufwuchs zu erleichtern.
00:09:34: Geht dann später über bis ins Längenwachstum in der nächsten zwei Monaten wie die Länge korrigiert.
00:09:39: da die Rebe an lian gewächst ist wächst sie überall hin, die wächst immer zu dem Licht nach und das muss eingedämmt werden dass die Kraft unten bleibt bei den Trauben Also dass das eingelauchert werden kann, was wir uns erwarten.
00:09:53: Und dann machen auch die Zugerstoffe.
00:09:54: Da müssen alte Blätter weggenommen werden, damit die Jungen wachsen können und die Alten sind verbraucht mit der Fotosindese.
00:10:01: Das schaffen dann die jungen wieder besser.
00:10:03: also da gibt es ganz viele kleine Vereinheiten, die man noch korrigieren kann.
00:10:07: und dann sind wir so ja in Richtung August und da haben wir vielleicht einen Monat oder ein bisschen Luft wo mal ein bisschen Weine abfüllen, vielleicht nur einen kleinen Urlaub machen Und dann absebt den Berg jetzt mit der Lese los.
00:10:20: Puh, ja das hört sich noch viel Arbeit an.
00:10:22: Das hört sich nach viel Arbeit ein lieber Ludwig.
00:10:24: Kurz abriss!
00:10:25: Wie wir dieses Jahr haben noch neue Anlage von alten Weinbergen gerodet, neue Angepflanz da gehört die neue Erziehung.
00:10:33: also den Drahtraum wieder aufbauen und es ist natürlich sehr viel händisch dabei, die Arbeit also auch körperlich anstrengend, das passiert dann so zwischendurch.
00:10:40: Also der Dach ist beim Windsohn eigentlich komplett vom Frühmessabend durchgetaktet Sobald wir jetzt noch als Selbstvermarkter direkt am Kunden sind, an den Weinfreunden.
00:10:51: Das heißt, wir verkaufen nebenbei nicht nebenbei sondern eine ist immer fürs Geschäft auf die Bienothek, dass man Beine verkosten kann und kommen eben wieder Touristen neue Mitglieder unserer Weinfamilie Und wir gehen natürlich auch raus zwischen euch an der Wochenende machen Weinverkostungen, Weinproben, Weinfeste je nachdem Man hat schon einen erfülltes Arbeitsleben.
00:11:16: Ja, das glaube ich dir und du hast deine Wein-Familie schon angesprochen?
00:11:19: Das Weingut ist ein Familienbetrieb in vierter Generation mit einer langen Tradition denn es wird ja auch schon seit eighteenhundertsechsundfünfzig betrieben wobei nineteenhundertzweiundachtzig dann euer Weingutt entstand also den Weinbau, den gibt es schon lange und das Weingutz seit neunzehnhundertzw.
00:11:36: achtzig.
00:11:38: spürst Du denn diese Geschichte jeden Tag auch bei der Arbeit?
00:11:41: Ja, eigentlich schon.
00:11:42: Und zumal mit Maximilian ist er praktisch die fünfte Generation jetzt schon mit eingetreten seit letztem Jahr in Zweingut.
00:11:51: wenn ich dann mit meinen Vater Triligeneration und Max-Millen zusammengearbeit haben da war das natürlich sowieso nur präsent.
00:11:58: und dann hat man auch die Ansätze gemerkt.
00:12:00: jeder hat eine andere Ausbildung.
00:12:01: mein Vater war eigentlich nur Landwirt mit Weinbarerfahrung Ich bin so ein Meister, dann war es ein Million Ingenieur und jeder hat einen ganz anderen Ansatz.
00:12:09: Also die Geschichte ist Generationenübergleichenspülpern.
00:12:14: Die Geschichte ist natürlich auch in unserem Gemäuernspülper.
00:12:20: Wir haben unser Weingut in eine alte Zehnscheune Zähntkeller Amtsfugteil vom Festbischofilus Echter eingebaut also Alte und Modern kombiniert.
00:12:28: da haben wir den alten Gewölbekeller unsere Weine lagern und liegen zum Ausbau.
00:12:34: Ja und wir sind permanent mit unserer Geschichte konfrontiert.
00:12:38: Also es ist auch nicht eine feste Hoffläche, die betoniert ist und alles schön akkurat mit Pflasterbrunnen wieder aufgemauert ganz viel Muschelkalks also Bruchsteinwände mittendrin natürlich klassisch der fränkische Walnussbaum mitten im Hof also alle Geschichten die man jeden Tag sehen spüren und erleben kann.
00:12:58: Ihr habt ja insgesamt circa neun Hektar Rebfläche, wie ich lesen konnte.
00:13:03: Lieber Ludwig wann war denn für dich klar?
00:13:05: Ich übernehme das Weingut!
00:13:08: Oh da gibt's eine super Anectode André.
00:13:11: Ja es war eigentlich so.
00:13:13: wir haben bei uns in Außenheim auch noch eine klassische fränkische Dorfgaswirtschaft betrieben also sprich meine Eltern.
00:13:22: Ich bin dort aufgewachsen mit ganz vielen Senioren, mit ganz viel Klientel.
00:13:26: Ich habe jede Art von fränkischer Persönlichkeit kennengelernt und für mich gab es dann die Entscheidung eigentlich nur... Entweder wirst du Koch oder du machst Winzer.
00:13:36: Also Koche in der Küche, in der Gastronomie war schon immer herausfordernd.
00:13:40: Ist ja unbedingt meine zweite Lieblingsbeschäftigung bis jetzt.
00:13:42: so gucken kann sich mit Wein natürlich auch wunderbar verbinden.
00:13:46: Wein- und Essen passt immer!
00:13:49: Und dann hat sich das aber so rausgestellt, dass in dem Zuge in den Siebzigerjahren neue Weinberge angelegt wurden.
00:13:55: Wir konnten uns vergrößern und mein Vater ist auf die Kur gegangen.
00:14:00: Und nach drei Wochen Kur ist er zurückgekommen und gesagt, ich habe einen Ausbildungsplatz für dich!
00:14:03: Also ich bin auf der Kur, wenn nicht verschabelt worden, bei Wurzburg, daran ist auch ein größerer Weinort und da hab' ich eine Lehrstelle gehabt.
00:14:11: Das war in den siebzigen Jahren nicht immer ganz so einfach an den Lehrstellen zu kriegen, aber beim Kuraufenthalt war das Ganze schon gemanagt.
00:14:18: also... Natürlich mit meinen Einverständnissen, aber es hat sich dann so ergeben und da habe ich Winzer gelernt.
00:14:24: Und das ist dann natürlich so weiter gemacht – mit staatlich geprüften Wirtschafter bis zum Winzermeister und dann natürlich in verschiedenen Prüfungsgremien für die Regierung von Unterfranken unterwegs gewesen.
00:14:34: Das war dann so Stand um sie auch weiterzubilden, um den Beruf noch mehr erlebbar zu machen.
00:14:40: Ich hab's bis heute nicht bereut, dass ich so gemacht
00:14:42: habe.".
00:14:44: Also schnell kann das gehen, ne?
00:14:45: Und Familienbetriebe profitieren ja Erfahrung der Generationen und auch oft von frischen Ideen, wenn dann auch mal jemand nachkommt.
00:14:53: Ich kann mir aber vorstellen dass es ja auch zu Herausforderungen führt, wenn man vielleicht auch unterschiedlich auf gewisse Dinge blickt.
00:15:00: ist das bei euch in der Familie auch der Fall oder tickt ihr da ähnlich?
00:15:04: Ja wie gesagt mit der Maximilierung hat natürlich viel modernere Ansätze schon wieder weg.
00:15:09: ich hatte moderne Ansätze wie meinem Vater also auch wieder zum Beispiel damals.
00:15:14: Ja, in den Sechziger-Siebzigerjahren gab es ja so viele Erträge, dass es Übermengen gab und dann hat man eine Regelung finden müssen.
00:15:22: Was macht man?
00:15:23: Und im Franken hat man sich dafür entschieden, eine sogenannte Grünlese zu machen.
00:15:28: Das heißt jetzt nach der Blüte, wenn man sieht was kann der Ertrag bringen, wie weit wird's kommen, dann kann man schon abschätzen wo die Reise hingeht.
00:15:38: Dann hat man im Franks gesagt wir machen Grünlese das heißt damit der Rebstelle durchgelaufen zu viele Trauben.
00:15:45: Und wenn man gemerkt hat, es ist schlechte Witterung dann braucht der Rippstock sogar noch ein bisschen Korrektur dass er wen hier Trauben hat.
00:15:50: Dass er doch eine gute Qualität bringt.
00:15:52: also das sieht man dann und da macht mir die Grünlese.
00:15:54: Man läuft durch und schneidet Trauben raus und verwirft sie einfach.
00:15:58: Die werden auf den Boden geworfen und werden wie Gründungen eingesetzt.
00:16:04: Das kam dann zu dem Eklat mit meinem Vater.
00:16:06: das der gesagt hat junger Mann des was wir da auf den Bodenschmeißen das habe ich früher nicht geerntet Ich gehe nicht mehr mit raus hat sein Winzer Herz nicht über die Seele gebracht, dass er gesehen hat wie wir die Trauben verworfen haben.
00:16:20: Also das war Fakt!
00:16:21: Das war für uns ein leichtes... Wir haben gesagt es ist zu viel und das muss raus.
00:16:25: aber die Senioren von früher waren das gar nicht gewohnt, dass überhaupt so viele Trauben bekommen haben.
00:16:29: Da sind natürlich mit der Forschung, mit der Veredlung und mit der Züchtung den neuen Reden zusammen, dass da ein bisschen mehr Power dahin steckt.
00:16:36: Ja und dann so gibt es natürlich die Einungsverschieden auch direkt im Weinberg.
00:16:40: Aber wir sind eine große Weinfamilie, wir sind alle Weinaffin ob Döchter Schwiegersöhne, Söhne alles Weinaffinen.
00:16:47: Wir machen eigentlich unsere Veranstaltungen und unseren Weg sprechen wir ihm alles durch Freitagabend meistens eins bis zweimal im Monat setzen uns zusammen mit was zu trinken ist auch jetzt mal vorsichtig muss nicht nur Wein oder Alkohol sein.
00:17:01: Und dann wird beraten, machen wir neue Ideen.
00:17:04: Können wir das neu anpacken?
00:17:05: Neue Vertriebswege?
00:17:06: Wir könnten da mal ansprechen.
00:17:08: Wir könnten in Oberbayern jetzt am Chiemsee da mal ein bisschen was machen.
00:17:11: Also solche Ideen werden dann geboren und die werden dann alle zusammen verfolgt.
00:17:15: Das geht auch demokratisch zu.
00:17:18: also wo die Mehrheit dafür ist es wird dann ausprobiert.
00:17:20: Ja das
00:17:21: ist ja schonmal gut Mensch!
00:17:22: Ich hoffe dass hat sich zwischen deinem Vater und dir dann später auch wieder eingeringt.
00:17:29: Das beruhigt mich.
00:17:31: Wenn ich sage, wir könnten jetzt das so hin und her bumpen den Wein im Keller und sagen oh!
00:17:36: Wir müssen schonend, wir lassen nur ein bisschen laufen und dann bumpen wir jetzt diesmal nicht drum.
00:17:40: Wir warten da noch bis die Feinhefe weg ist und solche Geschichten also da hätten wir schon mal an aber das ist immer noch ganz kurzzeitig.
00:17:46: Also es funktioniert schon.
00:17:48: Ja Jetzt hast du ja lieber Ludwig schon die Leser angesprochen.
00:17:50: Die ist ja oft eine Frage von Tagen oder sogar Stunden denn Das hatte ich auch bei der Vorbereitung der Folge gelesen.
00:17:57: Der Zugergehalt, der Trauben spielt eine große Rolle?
00:18:02: Noch genau!
00:18:03: Es ist unser großer Parameter wo die Qualitätsstufe eingeordnet wird.
00:18:07: Die geht aufgrund der Öksele gerade, der Zugegehalt der festgestellt wird und man hat dann natürlich nach neuesten Erkenntnissen die Forschung bleibt da auch nicht stehen.
00:18:17: Wir haben früher gesagt wir warten immer bis der Nebel weg ist die Sonne rauskommt und die Trauben dann geändert werden, wenn sie vollkommen trocken sind.
00:18:27: Ein Kanäbel mehr drin hängt ist heute alles vom Tisch.
00:18:29: Heute gehen wir also früh um vier Uhr fünf Uhr raus auch mit Maschinenlese und holen den kalten Trauben weil die mehr Aroma haben usw.
00:18:37: Also das spielt heute eine große Rolle dass wir die Lesezeiten ganz klar nach der Qualität optimieren und dann spielt es ja keine Rolle, ob's noch dunkel ist oder nicht.
00:18:47: Also heutzutage kann man auch im Weinberg lichten machen, auch das schaffen wir.
00:18:52: Und in Zukunft, wie es im Jahr zum Jahr- und Jahrzehnt, gibt es ein neues Qualitätssystem.
00:18:56: Das hat uns die EU eingebrockt.
00:18:58: also es gibt Ländergesetze, es gibt Bundesgesetzte und es gibt natürlich auch EU Gesetze bemerkbar sind.
00:19:06: Und mit unserem EU-Gesetz ist es dann in Zukunft nicht mehr ausschlaggebend, dass die Öksle gerade die Qualität bestimmen sondern auch wie in den anderen Weinballändern Frankreich, Italien das romanische Prinzipos gewachsen ist.
00:19:21: also ist im Moment ein bisschen so der schwere Diskurs, den Franken oder Deutschland weit durchgeführt wird weil wir das jetzt alle einführen müssen.
00:19:28: obwohl wir mit unserem Weingesetz eigentlich ganz gut fahren würden müssen wir das jetzt aber alle umstülpen.
00:19:35: Und deswegen ist dann die Ökselzahl, sprich der Zuckergehalt nicht mehr des ausschlagenden Parameter an der
00:19:42: Geschichte.".
00:19:43: Dieser Zuckergehalt, der Trauben, der bestimmt ja den Alkohol-Gehalt und die Säure und Aromen ... also diese beiden Faktoren sind dann eher für das Geschmacksbild verantwortlich?
00:19:56: Ja wobei man auch das im gesamten sehen muss... Wenn man Alkohol leichtere Weine haben will, früherer Lesezeitpunkt.
00:20:04: Säure frische Weine das ja nicht so... Wie ich vorhin schon mal gesagt habe wenn wir lang wartet und die Trauben sind warm geht Aroma verloren dann haben sie schneller einen biologischen Säurerbau und verlieren dann an Säuren Und dann sind es auch nicht so lange haltbar.
00:20:17: also Es gibt ganz viele Faktoren die sich miteinander verbinden und die man alle beachten muss.
00:20:23: Also da sind wir.
00:20:24: während der Herbst sind wir wirklich stark fordert dass ihr alles was Einfluss nehmen kann und einen Hut bringen.
00:20:32: Ich hatte auch gelesen, dass man natürlich auf das Wetter achten muss.
00:20:35: Das hatte ich ja auch am Anfang der Folge schon gefragt.
00:20:40: Was ist denn das perfekte Wetter für eine Lese?
00:20:42: Spätfrost klar eher so im Frühjahr Kann die ganze Ernte gefährden.
00:20:46: aber ich kann mir vorstellen als auch der Regen eine große Rolle spielt oder eine Gefährdung darstellt.
00:20:52: Also es gibt ganz viele Faktoren.
00:20:54: Natürlich auch der Winterfrost der wenn zu intensiv ist wenn er weit über Fünfzehn, achtzehn und zwanzig Grad kälte man raus, also Minusgrade.
00:21:02: Dann kannst du den ganzen Rebstock dann gieren, dann geh'n ganze Reb an Lachen komplett kaputt.
00:21:08: Spätfröste im Mai machen immer so dass dann die Grünaufwüchse kaputt gehen können eventuell nachtreiben, nachkommen später in Nachkömmlinge.
00:21:18: Also da gibt's immer wieder Varianten was immer Gefährdung ist in der Herbszeit wenn Harkel kommt.
00:21:24: also wir hatten jetzt In den letzten vierzehn Tagen, zweimal Hagel.
00:21:27: Da haben wir schon wieder gebannt um die Ernte.
00:21:29: Wenn das natürlich im Herbst auftritt bei vollreifend Bären und der Hagel schlägt auf die Beeren dann platzen sie auf.
00:21:36: Das heißt ist ein gefundenes Fressen für die Insekten, die man ja ganz gerne in Weinberg haben.
00:21:40: aber die setzen sich sofort rein fangen zu naschen an und dann kommt die Feunnis obendrauf und dann wird es akut.
00:21:47: Und wenn noch Wasser dazukommt vom Regen dann hat man eine gemengene Lage.
00:21:52: da wird es hektisch und akut.
00:21:54: also dann sind fast rund in die Uhr am Lesen, dass man die Trauben einige Maßen reinbringt.
00:21:59: Dann wird natürlich selektiv gelesen alles was beschädigt ist oder angestochen oder nicht hundertprozentig gesund muss dann ausgelesen werden deinerseits auch von Hand.
00:22:07: also es macht das Ganze dann schon etwas strange und etwas kompliziert.
00:22:11: das ganze muss man ehrlich so sagen.
00:22:13: Also Die Idealbedingung ist natürlich wenn wir früh um fünf Uhr anfangen können bei Leichten, warmen Temperaturen lesen da bis zehn Uhr elf Uhr durch.
00:22:24: Machen vielleicht nachmittag in der Steilache oder ist es ja meistens noch eine kleine Handlese?
00:22:28: Wo wir noch ein klein Menge machen oder bereiten nachmittags dann Rotweine, die wir enttratten also von den Stiehen wegnehmen oder solche Geschichten, die man früh gelesen haben.
00:22:38: Also man verschiebt das ganze Wohl früher zehn, zwölf Stunden am Tag gelesen worden sind.
00:22:44: Das verschiebt man alles mehr in die Morgenstunden und lässt dann Mittag oder Nachmittag hinten raus, wo es Wagen wird richtig ausklingen Und dementsprechend schieben sich die Lesedauer ein bisschen in die Länge.
00:23:02: Also ich bin total fasziniert weil der Beruf des Winzers anscheinend ja schon auch von äußeren Faktoren abhängig ist.
00:23:08: aber man hört ja auch oft dass Winzer, einer der vielseitigsten Berufe überhaupt ist.
00:23:13: Denn du bist ja gleichzeitig irgendwie Landwirt durch die Arbeit im Weinberg!
00:23:16: Du bist Handwerker, durch die Kellerarbeit... ...du bist Unternehmer verkaufst und machst das Marketing mit deiner Familie.
00:23:22: Du bist Gastgeber bei Weinenproben oder Events und oft dann auch Wetterexperte.
00:23:27: Dadurch hast du viele Entscheidungen vorher sagen musst.
00:23:31: Lieber Ludwig was unterscheiden und unterschätzen denn Menschen am meisten wenn sie an dem Beruf des Winzers denken?
00:23:39: Ja, also ich halte den Winzer für einen allrounder Beruf.
00:23:43: Also das geht ja noch ein bisschen weiter als Handwerker natürlich auch derjenige der Maschine repariert.
00:23:49: wenn wir draußen vor Ort Problemen mit der Fräse haben dann muss die vor Ort repariert werden.
00:23:54: Das war während meiner Ausbildungszeit war es gang und gäbe dass mir Maschinen da alles selber nachbauen mussten ist heute hat sich das umgewandelt.
00:24:02: halt müssen die Lehrlinge Dann Marketing machen müssen Weinprobe führen, Versand, Weinversand und Messestände einrichten.
00:24:09: Solche Geschichten also das wird alles vom Winzer gefordert.
00:24:11: wir sind während der reife Zeit unsere Weine im Keller natürlich immer darauf angewiesen dass man die Werte der Weine kennen d.h.
00:24:20: so Grundwerte wie Sauere, Alkohol, Zucker.
00:24:24: das können alle selber untersuchen.
00:24:25: d. h. Wir haben so bisschen Chemielaborant.
00:24:29: jeder Winzer oder jedes Weingut hat so ein kleines Labor dabei.
00:24:33: Für größere Angelegenheit gibt es externe Labor, aber kleine muss man vor Ort auf die Schnelle selber untersuchen.
00:24:38: Das heißt ein bisschen Chemieverstand und ein bisschen Laborhändling gehört auch dazu.
00:24:42: Also das könnte man so weitermachen.
00:24:44: Entertainer oder die Leute wollen unterhalten werden bei Wein.
00:24:49: Wir haben uns als Ein- oder Slogan ist wir machen Wein zum Erlebnis sowohl beim Trinken wie auch bei einer Probe oder so.
00:24:55: Und deswegen haben wir eigentlich Ja, immer wieder Weinsprüche auf Lachen.
00:25:02: Wir motivieren die Leute mit ihnen, damit neue innovative Ideen... Also das ist schon sehr vielseitig.
00:25:07: und aufgrund deiner Frage was unterschätzende Leute ich hatte oder ich mache für die Regeln von unten fragten auch eine Nebenerwerbsausbildung also Winzer, die diese Ausbildung neben ihren normalen Beruf machen möchten.
00:25:22: und da kam ein Elektromeister der hat sogar eine Ausbildungsstätte Energieunternehmen geleitet und er kam zu mir und hat nebenbei die Ausbildung zum Winzer gemacht.
00:25:35: Und der war nach diesen dreieinhalb Jahren fix und fertig, als hätte er nie gedacht.
00:25:40: Er hatte sich schon immer das elektrische alles wieder kompliziert vorgestellt aber so umfangreich wie beim Winzer hat er das nicht, aber der war also dann schon... Dann auch prüfungsbester, aber auch zeitlos auf den Schlauch gestanden.
00:25:53: Weil die Anforderungen neben dem normalen Beruf fast nicht zu stemmen waren.
00:25:56: Also ein Winzer unterschätzt man glaube ich in ganz vielen Belangen.
00:26:01: Da ist es ganz viel dabei was man sich vom Winzer so nicht erwartet
00:26:06: Aber das sind wir ja wieder beim Thema So.
00:26:07: ein guter Winzer greift dabei soviel einen wie nötig, aber so wenig wie möglich heißt es ja immer um den Charakter der Trauben und der Lage zu bewahren.
00:26:15: Kann man denn nen guten Bein planen oder isst er immer auch ein Stück Zufall?
00:26:20: Ja, ein bisschen Zufall spielt schon manchmal dazu.
00:26:24: Aber in der Regel ist es immer stückweit auch geplant weil die Arbeiten müssen terminiert gemacht werden.
00:26:30: Die müssen dann angemacht werden wenn sie anstehen Weil nützt nichts Wenn ich dann Ausbrecharbeiten vier Wochen zu spät mache Dann hat er Stockshow So eine Leidensphase hinter sich die ihr vielleicht nicht mehr aufholt.
00:26:41: also das muss schon ein bisschen akkurat durchgeplant sein und wir beobachten, das haben wir jetzt schon mehrmals im Wetterbericht genau.
00:26:48: Wir spielen unsere die nächsten vierzehn Tage auf jeden Fall durch wie es aussieht mit Pflanzenstärkungen, Pflanzenschutz.
00:26:58: Wir machen alles genau so was draußen passiert dass ja der ideale Zeitpunkt ist.
00:27:03: also draußen wird der Grundstock gelegt.
00:27:07: musste gekältert sind und die Gärung läuft, da kann man nur noch ein bisschen variieren.
00:27:11: Aber der große Grundstock wird draußen in den Weinbergen gelegt und da entstehen eigentlich die Qualitäten.
00:27:17: Wenn er zu spät dran ist oder das termingerecht nicht hinbringt hat man in der Qualität natürlich manchmal auch einbosen.
00:27:25: dann kann der Zufall manchmal wieder helfen.
00:27:27: aber auf dem Zufallen verlassen wir uns nicht so gerne.
00:27:33: Was anderes als der Zufall sind aber Studien und die zeigen, wenn man den selben Wein einmal als teuer und einmal als günstig ausgibt bewährten Menschen den teuren Wein deutlich besser.
00:27:43: Also unser Gehirn trinkt schon auch mit.
00:27:45: Puh definitiv!
00:27:47: Da erlebte ich die dolzen Sachen.
00:27:49: das gleiche könnte man machen der gleiche Wein in zwei unterschiedlichen Gläsern ein bisschen so Ein plumpes Glas, der dickwandig ohne Fuß und so weiter.
00:28:01: Und der Wein in einen eleganten Stihlglas mit vielleicht einer Säurelippe dabei.
00:28:06: Dann kommt er schmacklich schon ganz anders rüber.
00:28:08: Schon die erste Optik ist schon anders.
00:28:10: Und dann ist bei vielen Leuten im Kopf die Entscheidung schon gefallen.
00:28:13: So geht es übers Etiquette, so geht das über den Preis.
00:28:18: Also nicht jeder Wein, den man heute groß in der Werbung sieht Die große Markenkellerreihen, auch mit Fernsehwerbung von Malten hat qualitativ das zu bieten was viele Winzer als normale Standardweine bei sich im Angebot haben.
00:28:35: Aber auch der Geschmack hat ein bisschen gelitten von den Leuten.
00:28:38: man kennt eigentlich nicht mehr so die feine Johannes Bäre wie sie genau schmeckt.
00:28:43: und soweit er das mir dann überrascht wenn man wirklich mal so einen Aroma in den Mund bekommt, das wirklich klassisch jetzt nach Trauberschmeckt.
00:28:50: Das kennt man dann halt von Supermarkt oder von irgendwelchen Produkten her ganz anders und das ist auch eines unserer Ziele an dem wir im Moment arbeiten mit Kräuterführung damit riech und probier Ecken um die Leute wieder an den ursprünglichen Schmack der Natur bis heran zu bringen.
00:29:07: Ja ihr macht unglaublich viel darum.
00:29:09: trinken Winzer so selten Wasser?
00:29:11: weil sie lieber was mit Charakter haben heißt es mal
00:29:14: Genau, weil ja immer Charakter oder sollte Charakter haben.
00:29:18: Aber nicht so trotz... Also unser Dachensprogramm ist eigentlich nicht Kaffee und Wasser allerdings nicht im Wein.
00:29:23: also wir trinken unseren Wein schon ins Hohle und das Wasser.
00:29:26: Das trinkt man nebenbei.
00:29:28: aber was mit Charakter ist immer gut?
00:29:30: Also das klingt schon dazu.
00:29:33: Welche Rolle spielen denn lieber Ludwig so ein ökologischer Weingau Weinenbauentschuldige oder Dessourcenschonung, Klimawandel.
00:29:41: Die gewinnen ja an Bedeutung.
00:29:43: daher auch die steigenden Temperaturen den Weinbauspürbar verändern und eine veränderte Wetterlage?
00:29:50: Ja, auf jeden Fall ist es natürlich ein Faktor mit dem biodynamischen Weinbau, der naturnahen Weinbau.
00:29:58: Es gibt ja ganz viele Varianten, die jeder für sich selber finden muss.
00:30:02: Wir machen einen Naturnahnenweinbau, Allerdings, wenn man mit den Bio-Winzern heute selber redet ist das große Endeckheit der Bio-Windser dass sie ein Kupferpräparat einsetzen müssen um Pflanzen zu schützen also um die Reben vor dem Pilzen.
00:30:23: Und Kupfe ist bekanntlich ein Schwermetal und es ist etwas umweltbelastend.
00:30:28: Werden Biowinsern auch recht, wenn man heute das nicht mehr bräuchte sondern irgendwelche andere Möglichkeiten hätte.
00:30:34: Aber ansonsten bin ich voll auf der Bio-Linie, wir verschaffen unseren ganzen die Abfälle die Bestände die beim Rebenschneiden also sprich des Altholz bei der Grünpflege was an Mähgut rein und kommt.
00:30:52: Es wird alles im Weinbech belassen, wird alles kächselt und wird wieder als Humusmaterial eingearbeitet.
00:30:57: und so versuchen wir also auch eine Düngung zu umgehen in der Mineraldüngung.
00:31:02: Wir versuchen die dann nur alle drei Jahre als Erhaltungsdüngungen zu machen und so muss jeder für sich seine Variante finden.
00:31:10: ich bin eigentlich kein Freund der Bewässerung wie es viele jetzt beim Klimawandel schreien müssen.
00:31:15: Weinberge bewässern das Wasser haben wir nur einmal und das können wir noch einmal einsetzen.
00:31:21: Für mich und da ist der Maximilian auf der gleichen Wengelänge, war mein Vater übrigens auch.
00:31:27: Da waren wir uns komplett einig wenn es den Weinbergen... Und das geht in der Regel ja nur den jüngeren Weinberg ein bisschen schlecht Wenn sie Wasserstress kriegen die Alten mit ihren langen Wurzeln Die können wir insofern korrigieren dass man Traugen rausnehmen Dann müssen wir halt nochmal auf einen Teil des Ertrags verzichten Und wir fahren in unseren Anlachen so maximal maximal siebzig Prozent im Schnitt.
00:31:49: An dem, was wir ernten dürften und dann hat man meistens... Also nicht immer, es klappt nicht immer aber meistens haben wir keine Probleme von wegen Trockenstress, von wegen Klimawandel und sonst welche Geschichten.
00:32:02: also das kann man ja schon ein bisschen überbrücken.
00:32:04: da muss sich jeder bloß sich selber sein Konzept entwickeln.
00:32:08: Aber definitiv ist es Fakt, dass wir mit dem Klimawandel höhere Temperaturen haben, längere Drockenfasen.
00:32:14: Die Wetter- und Wittererungsbedingungen sind extremer geworden.
00:32:20: also auch länger anhalten das jetzt regnet oder dass es dann langdruckend bleibt.
00:32:24: und solche Geschichten des da drüben müssen uns einstellen.
00:32:27: Da kommen nicht drum rum.
00:32:30: Einstellend?
00:32:30: Ja!
00:32:30: Hat
00:32:30: man einen Lebeneffekt zum Beispiel.
00:32:33: Ranken ist ja in den deutschen Weinbarregionen Eigentlich in der Mitte angesiedelt mit unseren six-tausend treibundert Hektar, die wir an Reepfläche haben.
00:32:42: Sind wir gut dabei also in der mitte?
00:32:44: aber mit weiß weinen sind wir eigentlich deutschlandweit mit vorne dabei.
00:32:49: Also das können die franken immer.
00:32:51: rotwein war bis er so Der steckenpferd ist ein bisschen mehr im vordergrund hätte sein müssen.
00:32:58: Also gewisse regionen haben schon immer in franken Rotwein angebaut Die anderen haben es dann probiert.
00:33:02: Das kam nicht immer das optimale Ergebnis dabei raus, auch jetzt muss ich vorsichtig mit dem Klimawandel.
00:33:08: Natürlich diese warmen Phasen kommen mehr in die Mediterranean-Geschichte,
00:33:12: d.h.,
00:33:13: die Rotweine profitieren jetzt den Rotweintrauben, dass es draußen lang warm heiss bleibt und auch drücken bleibt.
00:33:20: Es ist schon ein bisschen Rotweinwetter für uns Franken.
00:33:25: Wie komme ich jetzt von dieser Antwort auf meine nächste Frage, lieber Ludwig?
00:33:29: Die würde ich ja freuen.
00:33:29: Da kann ich dir jetzt schon sagen... Ich fange jetzt schon an zu lachen!
00:33:33: Also, ich hatte vor vier Jahren einen Podcast-Gast bei mir.
00:33:36: Sie hieß Lady Susan und Lady Susan trinkt sicherlich auch gerne mal in Wein.
00:33:42: Wird sich jetzt herfreuen denn du schlimmer Finger, Lieber Ludwig Denn in deinen Alltag spielt auch eine Domina eine Rolle.
00:33:48: Jetzt musst du uns mal ein bisschen erzählen was hat es mit der Domina auf sich?
00:33:52: Ja das ist immer so.
00:33:54: Das wo alles errötet bei der Wahlenprobe, wenn die Dominer ins Spiel kommt.
00:33:58: Also so schlimm ist es nicht aber... Wir erzählen's auch nicht hinter vorgehalten Handel.
00:34:02: Es ist ganz offiziell die Rebsorte-Dominar.
00:34:05: da handelt sich um eine Rebsorte.
00:34:07: Diese Kreuzung aus blauer Spätsburgunder und blaue Portugieser wurde einmal gezüchtet Und man hat also dann bei jedem Sortenversuch über den längeren Zeitraum die Sorte bewertet.
00:34:20: Man hat also gemerkt dass diese Rebsorter Wenn man sie im Vergleich mit anderen Reben steht die da immer.
00:34:26: Und wenn wir es dann vergleicht, Traubengröße, Wachstum, blühte Empfindlichkeit alles was bei den Remstock während ein Jahr passiert wird analysiert und mit anderen Räben verglichen.
00:34:38: Und zum Schluss war auf dem Blatt halt immer gestanden Dominant also einen Längenwachstum dominant.
00:34:42: Immer war Dominant dabei gestanden bis mal auf die Idee kam Dominant dann nehmt er sich auch Dominar und jetzt gibt's und das ist fast ein Alleinstellungsmerkmal für Franken Also in keinem anderen Weinbaudreigen im Bundesland findet man die Rebsorte Domina.
00:34:59: Die gibt es definitiv nur in Franken und da sind wir eigentlich stolz drauf, weil bei uns Erdiche auch ein bisschen dieses mineralische das beim Rotwein ja selten durchkommt dann in Verbindung mit schwarzen Früchten und soweit auch tief dunkel beeinflusst natürlich alles den Synonym der Dominer der Wein fast schwarz im Glas steht, hat natürlich alles Interpretation im Hinterkopf.
00:35:25: Das passiert bei jeder Weinprobe, dass dann immer so alles in Gelächter ausbricht und ein bisschen so Anekdoten da rundherum erzählen um das erste Etikett usw.
00:35:33: Und dass die ersten paar Weine auf St.
00:35:34: Pauli verkauft worden sind.
00:35:35: Also das macht es immer sehr spaßig aber ist eine ganz labitare Geschichte.
00:35:40: Eine Rotweinrebsorte, die sie in Franken super gut etabliert hat und auf die man auch mächtig stolz sind weil sie eine unheimlich schöne Spotfolie an Qualitäten anbietet.
00:35:50: Was für die Dominer, die Peitsche ist für dich die Lese.
00:35:53: Deswegen was ist denn körperlich anstrengender?
00:35:55: Die Arbeit im Weinberg oder die Verantwortung, die du mit dir herumtrickst?
00:35:57: Ich frag das auch wenn ich das noch ergänzen darf lieber Ludwig Wenn man jetzt nochmal auf die Weinrebe schaut also so eine einzige Weinrebekannem Jahr ja zwischen einem und drei Kilogramm Trauben liefern.
00:36:09: daraus entstehen dann etwa ein bis zwei Flaschen Wein.
00:36:13: aber so'n Winzer investiert ihr auch sehr, sehr viel.
00:36:16: Rund ein tausend bis eintausend fünfhundert Arbeitsstunden pro Hektar und ja Pro Hector wohl bemerkt.
00:36:21: also das zeigt dir auch wie arbeitsintensiv dein Beruf ist?
00:36:24: Ja muss man ganz klar sagen in letzter Zeit hat sich natürlich ein bisschen gewandelt wieder so die Generation.
00:36:30: wenn ich durchspielt bei meinem Vater war es natürlich noch bis zu achtzig Prozent wars noch Handarbeit hat sich jetzt durch verschiedene Maschinentechniken doch ein bisschen aufgespaltet.
00:36:41: also wir sind aber Mehrmals im Jahr und früher gab es den Slogan, der Repstock will seinen Herrn sieben Mal im Jahr sehen.
00:36:49: Also mindestens sieben mal muss man den Repstock begehen das heißt mit den verschiedenen Arbeiten und das ist einfach so.
00:36:57: also wir kommen nicht drum herum Händisch den Rebschnitt zu machen, da gibt es nur Unterstützung mit elektrischen oder normalen Möglichkeiten.
00:37:05: Aber die optische Geschichte kann man noch selber entscheiden und das sind schon Maßnahmen, die dann einen schon fordern.
00:37:13: Und von daher muss ich sagen... Die Anstrengung ist zwar da aber nicht so groß.
00:37:18: für mich ist jetzt die Belastung vom Kopf her.
00:37:22: Das ist fast größer weil wir Verantwortung mit der Natur haben, Biodiversität Man ist auch gleich im Geräte drin, wenn eine Biene vom Himmel fällt dann heißt da ist was falsch gelaufen oder so.
00:37:34: Also da muss man ganz vorsichtig sein.
00:37:36: wir sind ja immer in der Öffentlichkeit präsent mit Wein sowieso.
00:37:41: Das ist für mich sehr verantwortungsbewusst.
00:37:44: zu handeln für unsere späteren Generation natürlich ein intakter Natur zu hinterlassen das ist für ich ganz wichtig.
00:37:52: Wir haben wirtschaftliche Faktoren im Moment einen wirtschaftlichen Druck wie noch nie Im Weinbau, so behaupte ich das mal.
00:37:58: Zumindest war es bei uns noch nie so ausgeprägt und aber von Winzerkollegen höre ich das, dass es im Moment überall so ist mit dieser Antialgolfase und was es alles gibt.
00:38:08: Da sind wir natürlich schwer am Rudern Mit einem Lebensmittel, das wir auf den Markt bringen.
00:38:16: Da sind wir in gewissen Rahmen- und Richtlinien gebunden... ...und dem muss alles Rechnung getragen werden!
00:38:21: Und man weiß es wird immer mehr mit Nährwertangaben die jetzt auf den Etikett sein müssen und und.
00:38:27: Der geht ja selbst um die Schriftgröße auf ein Etiket.
00:38:29: Das muss ja alles exakt erfüllt werden.
00:38:32: Die Verantwortung ist mir fast schon für mich zumindest als Person Ludwig Keller... körperliche Arbeit, die ich da verrichten muss.
00:38:45: Da hat sich in den letzten Jahren sehr viel geändert.
00:38:48: der Korken war lange Standard aber heute setzen viele Winzer auf Schraubverschluss, da er auch anscheinend Vorteile hat weil er den Wein konstanz erreichen lässt.
00:38:57: was sind denn so die größten Veränderungen der vergangenen Jahre oder vielleicht auch Jahrzehnte für dich gewesen die du wahrgenommen hast?
00:39:04: Ja da gibt es eigentlich ganz viele.
00:39:07: ja mit den Regularien mit Pflanzenschutz Die Dokumentation ist zum Beispiel eine Riesenveränderung, was da alles läuft.
00:39:15: Man hat schon immer Dokumentdokumentation gemacht aber jetzt muss man das Ganze noch ein bisschen mehr machen.
00:39:20: wenn ich überlege Ich bin selber Prüfer für verschiedene Sachen Also wie Gehilfenprüfungen Zwischenprüfung auch Sachkundennachweisprüfungs Das heißt Pflanzenschutztechnik.
00:39:30: Auch mir müssen alle drei Jahre unseren Sachkunden Nachweis wieder erneuern um zu zeichnen dass wir es noch können.
00:39:38: Alles ein bisschen belastend.
00:39:40: Also ich gehe jetzt mal gerade ein bisschen so die Regularien durch.
00:39:43: Die Truppbehälterverordnung und zur Presse müssen allerdings geprüft werden, die schon immer ohne Prüfung ausgekommen sind.
00:39:50: Das sind so Sachen.
00:39:52: da überlegt man sich muss es sein neue Veränderungen war.
00:39:56: Da muss man viel Kunden mitnehmen.
00:40:00: Der Boxboil, das ist für uns in Franken zumindest.
00:40:03: Der Box-Boil wurde von der alten, der barocken Rundenform auf eine neue eckige Form umgestellt – auf den Boxboile PS.
00:40:10: Das ist natürlich Frankens liebstes Kind!
00:40:13: Der Boxball, die extravagante Flasche, die es ja nur im Franken gibt?
00:40:18: Dann gibt's ein Fühe und Wiedervöhe des Neues oder des Altes.
00:40:22: Gegensätzliche Meinung muss da immer wogen, glätten.
00:40:25: Man hat.
00:40:26: mittlerweile haben auch alle Flaschen noch im Bestand.
00:40:29: also wir fühlen sowohl alt wie auch neu um unsere ganzen Weinfreunde damit zu bedienen.
00:40:34: jeder wenn wir es gerne hätte.
00:40:36: du hast angesprochen Wir sind vor ein paar Jahren als sie eigentlich schon bei schönen Jahre vom Korken auf den MCA PVS diesen technischen Metallverschluss umgestiegen war.
00:40:47: natürlich super, weil ein guter Wein braucht diesen technischen Verschluss.
00:40:50: Weil er dann besser haltbar ist.
00:40:52: und alles Maximilian – neue Winzell-Generationen macht jetzt neue Weine seine eigene Linie Maximum heißt die und dann vergoren wie es in meiner Lehrzeit war.
00:41:03: was macht der jungen Mann verschliesst wieder mit Korken?
00:41:06: Also wir fangen gerade wieder mit Korgen an!
00:41:09: Es gibt einen Wandel, der geht vor und zurück.
00:41:13: Alles, was alt war kommt wieder ein Teil zurück.
00:41:17: Wir sind da stetig am Wandel und jetzt sind wir gerade dabei umzudenken, das aufgrund der Wirtschaftlichkeit, ob man unsere eigene Abfüllanlage noch weiter nutzen oder ob wir Lohnunternehmen am Hof kommen lassen die dann sporadisch abfüllen.
00:41:30: solche Geschichten also.
00:41:32: es gibt laufend Neuerungen und es gibt immer wieder Neues.
00:41:35: Also gerade die Weihungssätze und seitdem die EU da im Spiel ist europäischen Weinregionen gleichschaltet ist natürlich spannend, weil da kommt ja jedes Jahr was Neues.
00:41:46: Also das ist ohne dass wir echt eine Änderung haben oder wieder echt etwas umgebaut werden muss und etwas neu aufgestellt werden muss, kommt man fast gar nicht mehr zurecht.
00:41:55: Ja es ist eben dann doch auch ein Wirtschaftsbetrieb zwischen dieser ganzen Arbeit, zwischen diesem Engagement, das er an den Tag liegt.
00:42:03: Seid ihr auch wirklich kreativ unterwegs?
00:42:06: Ich habe das selbst nicht glauben können denn Das, was ich jetzt erzähle.
00:42:09: Ich hatte vor einiger Zeit einen Podcast-Gast bei mir.
00:42:13: Lutz Trabaiski das ist der Großgewinnberater von Lotto Berlin.
00:42:15: Das ist der Mann, bei dem dann auch irgendwann mal die Lottogewinner im Büro stehen und er darf ihn dann nochmal ganz offiziellen gratulieren und sagen Mensch sie haben hier hundertzwanzig Millionen Eurocheckpot gewonnen.
00:42:26: Ihnen geht es jetzt ein bisschen besser!
00:42:27: Ein sehr sympathischer, ganz unaufgeregter Mann und seine gegenüber, die bei ihm im Büros sind, würden sich sehr freuen.
00:42:33: Die wissen ja manchmal nicht wohin mit dem Geld.
00:42:34: am liebsten würde man das Geld irgendwo wahrscheinlich verstecken bei euch ein Bodensafe an, der mitten in euren Weinbergen versenkt werden kann.
00:42:43: Ich musste selber erst mal schauen ob das stimmt.
00:42:45: also dass es wirklich war ja ihr habt einen eigenen Bodensave?
00:42:48: Ja ist aber nur ein Synonym für Bodenseef.
00:42:51: Ist kein klassischer Safe.
00:42:54: Stammt aus der Coronazeit.
00:42:56: Während Corona du musst also kommst nicht mehr an deine Weinfamilie ran alles nur kontaktlos.
00:43:01: das heißt wir haben einen Ausliefer-Service gemacht und den Wein vor die Tür gestellt, wer was gebraucht hat.
00:43:08: Gleichzeitig haben wir gemerkt dass viele Leute in den Ausnahmebeinbergen spazieren gehen.
00:43:12: Die haben mit ihrer Zeit nichts anzufangen gewusst.
00:43:14: also gehen sie in der Natur spaziert und haben gesagt wie können wir die Leute abfangen?
00:43:18: Wir haben dann eine offene Ecke wo man ein bisschen Rebfläche damals reduziert haben aber Rebzeilen weggenommen.
00:43:24: Haben da eine Sitzgruppe hingestellt.
00:43:25: das muss ich hier also mitten im Wein gleich mal hinsetzen kann.
00:43:29: Haben dabei Bäume gepflanzt.
00:43:31: Wir haben in der Maximilien nicht auf die Idee gekommen, wir graben da Ballnöcher und versenken Rohre drin.
00:43:38: Und unsere eine Tochter Maschinenbarschstudentin hat gesagt ich mache einen Stell dazu.
00:43:42: Die andere Tochter, eine Gymnasiale erinnert sich, ich mach die Werbung und das Outfit.
00:43:46: Dann haben wir Rückzug in diesen Röhren.
00:43:49: Wir haben meterfünfzig Meter sechzig hohe Etagenstelle reingelassen, die mit Wein bestückt werden können, mit Gläsern Die entdeckelt drauf haben, mit Zahlen schloss QR Code.
00:44:01: Die Leute laufen spazieren, fragen nach ob da was drin ist an Wein?
00:44:05: Die Leute bestellen oder über Internet oder auch über ihr Handy.
00:44:09: zu der Zeit also im Jahr zwanzig-einundzwanzig wird aber heute sogar mehr genutzt wie damals.
00:44:14: Aber noch bestellen dann laut unserer Liste.
00:44:17: Oh ich hätte gerne.
00:44:18: nächste Woche laufen wir mit der Gruppe darum um sechzehn Uhr am Samstag hätten wir gern drin.
00:44:22: drei Flaschen Riesling zwei Flasche Wasser Zwei Flaschen Seco und sieben Gläser brauchen wir dazu.
00:44:28: Und das müsste um Samstag und sechzehn Uhr drin sein, dann ist dieser Safe gefüllt als eine Safe-Röhre.
00:44:34: Die Leute gehen spazieren, kriegen dann während dem Spaziergang aufs Handy den Zahlenchot.
00:44:40: Setzen sich da hin machen das Ding auf holen die Gläse raus Wein raus, Seko raus Machen sich einen schönen Nachmittag lassen die Erwanderung ausklingen rollen ein melden den Vollzug und wir schicken dann eine Rechnung aufs Handy.
00:44:54: Das wird dann so bezahlt, also das war die kontaktlose Variante über unseren Wine-Safe mit den Leuten weiterhin Gschäfte zu betreiben muss man ganz ehrlich sagen.
00:45:04: Und es hat sich sehr gut etabliert.
00:45:06: Ja und das haben wir dann ein bisschen erweitert und es wäre mir sogar noch in anderen Weinbergen zu machen weil man da einfach dazwit schöne Aussicht hat.
00:45:14: Ruhe in den Weinbergen genießte Natur.
00:45:16: Das kombinieren wir auch noch Insekten, Hotels, Totholzer, alte Rebstöcke, Bergeweißabgelauer.
00:45:24: Steinriegel.
00:45:25: von den Lesesteinen bauen wir da ein bisschen Biodiversität auf und das sind wir letzte Woche sogar brandneu.
00:45:33: Das sind wir vom fränzischen Weinbauverband mit der Gruppierung Weinschöner Landshimmer mit einem Preis ausgezeichnet worden für diese innovative Idee.
00:45:42: also solche Sachen entstehen dann immer mal so bei unserem Freitag Abendsgleichen, dass man solche Ideen dann machen, die man in der Tat umsetzen und denke auch zum Erfolg führen.
00:45:55: Also dazu erstmal herzlichen Glückwunsch!
00:45:56: Und vielleicht solltet ihr euch da nicht nur am Freitag treffen sondern auch an den restlichen sechs Tagen wenn solche tolle Ideen entstehen.
00:46:02: also da kann man ja wirklich nur seinen Hut ziehen.
00:46:04: das ist eine fantastische Idee.
00:46:06: Wirklich, wie wichtig ist denn das Marketing heute für ein Weingut im Vergleich zum eigentlichen Handwerk?
00:46:11: Ich kann mir vorstellen in Zeiten von TikTok und Instagram.
00:46:15: Ihr seid dort ja auch zumindest teilweise aktiv.
00:46:17: Macht es dann eher die nächste Generation bis du da auch irgendwie unterwegs...
00:46:22: Also ich halte mich davor nehmt zurück.
00:46:24: Bin ich ganz ehrlich.
00:46:26: Nee!
00:46:27: Ja mit einem bisschen Lauf.
00:46:28: Die Mädels usw.
00:46:30: noch die Jungs Die machen auch meine Frau zum Teil, die machen natürlich alle Instagram.
00:46:34: Alle solche Geschichten.
00:46:36: Der Senior ist derjenige, der an der Front steht und ich bin derjenig, der im Verkauf ist.
00:46:41: Und das war vorhin gesagt ein Management.
00:46:44: Mir entwickeln neue Ideen waren jetzt Schiffweinprobe, Herrn Kiemsee, lauter solche Geschichte, die arbeite ich dann aus mit den Leuten.
00:46:52: Ich bin eigentlich fast nicht mehr so viel in Weinberg Definitiv kaufmännisch gebunden bin.
00:46:58: Erstens ganz viel Dokumentation, ganz viel Bürogramm und jeden Tag... Wir lassen dann also auch jeden Tag nicht bloß zwei Stunden offen sondern wir wollen natürlich viele Weinfreunde mit ansprechen das heißt wir haben den ganzen Tag offen.
00:47:15: da bin ich natürlich immer riemär im Weinverkauf Und die Jungs sind in Weinberg und wenn es zu der letzte Woche daran zwickt Wird mal vormittag doch zugemacht, dann gehen alle in Weinberg oder sonst welche Geschichten.
00:47:28: Aber das Marketing und Weinverkauf fordert mittlerweile eine ganze Person bei uns im Weingut.
00:47:35: Ja ja es kann ich mir gut vorstellen, dass ist so.
00:47:38: Lieber Ludwig sind fast am Ende der heutigen Folge schon angekommen.
00:47:41: Was ich dich aber noch fragen möchte was wünscht du dir ganz persönlich für die nächste Generationen im Weinbau?
00:47:49: Ja was wünschten wir?
00:47:51: nach dem liebsten würde ich mir wünschen dass man viel bürokratischen Hürden Da bist du zurückbauen.
00:47:58: Was ich mir ganz speziell wünsche mit unserem Qualitätssystem, das du vorhin angesprochen hast, sind wir natürlich auch in einem ganz engmaschlichen Netz eingepresst, dass nicht viel Möglichkeiten offen lässt.
00:48:09: Jetzt gibt es aber heute die Naturweinliebhaber und da werden die Produzenten von Naturweinen, die machen wieder ganz andere Schiene.
00:48:17: Die kann man dann gar nicht prüfen und die kann man gar nicht in dieses Qualitätenetz mitverspannen weil das gar nicht funktioniert.
00:48:23: Da müsste man viel flexibler werden.
00:48:24: Also mir ist diese Qualitätsweinprüfung, nennt sich das ja... ...ist mir zu viel zu strammend.
00:48:30: Die lässt also keine Variation nach oben und unten.
00:48:33: Da geht es nicht um Fehler oder um schlechte Weine oder so, sondern dass man da mehr Interpretationsmöglichkeiten hat.
00:48:39: Da ist zum Beispiel ganz viele Luft noch nach oben.
00:48:42: natürlich Bürokratieabbau zumindest dass nicht mehr dazukommt.
00:48:48: Mit dem Wetter sehe ich das noch nicht an so schlemmen Klimaerwerbungen.
00:48:50: Ja, aber es ist nur nicht so dass man solche Kapriolen nicht gehabt hat bislang sondern eher die Capriolen, dass sie die Phasen viel länger dauern wie normal oder wie in den letzten Jahren.
00:49:03: Das ist das Ganze.
00:49:03: also auch mit dem Klimawandel können wir wenn sich's nicht motzverschärft doch auch ein gewisses Stück weit umgehen.
00:49:12: Ansonsten wünsche ich natürlich Maximilian mit seiner Generation immer gute Hand.
00:49:18: Was das ganz großes Problem ist, der Markt ist halt so kurzdenken und so kurzlebig dorthin.
00:49:24: Das funktioniert beim Wein gar nicht!
00:49:26: Dann ist die Schaurewehn-Model... Man kann halt nicht seine Weinberge roten und morgen Schauräbe anlegen, dass man in drei Jahren Schauräbe hat und dann ist er Draminer.
00:49:37: wenn der gesucht wird, dann hat man dreißig Jahre Scheurebe die niemand will.
00:49:42: Also das wäre ein bisschen moderater ablaufen würde.
00:49:46: aber das liegt nicht in unseren Händen.
00:49:47: wir natürlich immer ganz gut.
00:49:49: ansonsten ja wenn vieles so bleibt wie es ist bin ich schon sehr zufrieden.
00:49:54: also dann haben wir heute so mitgenommen.
00:49:56: Wein entsteht nicht im Keller er beginnt draußen in der Natur mit Geduld mit Erfahrungen vielleicht auch dem richtigen Gefühl für den Moment.
00:50:03: und lieber Ludwig ich darf dir wirklich danken für dieses Offene, ehrliche sympathische Gespräch.
00:50:08: Du hast uns heute so ein bisschen zeigen können wie viel Handwerk ja auch in jeder Flasche steckt und Verantwortung und Leidenschaft die behältst du dir bitte auch?
00:50:16: Und dir und deiner Familie von Herzen alles erdenklich Gute für die Zukunft!
00:50:27: Der Kunde, der Weinfreund auch spüren, wenn er den Wein trinkt oder wenn er mit mir redet.
00:50:32: Und das ist unser großes Plus gegenüber Supermarkten, gegenüber die Riesen-Warnregale, die man überall in den Discountern kriegt.
00:50:40: Da kriegt man alles was aus dem Herz begehrt.
00:50:42: aber die Seele des Weines kriegt wir nur beim Winzer selber mit und das ist das wo ich immer dafür stehe und wo ich auch wenn jemand zu uns kommt auch gerne rüber bringen.
00:50:53: Das war Schüchtern bis Nöchtern, der Publicity-Podcast von André Puchter.
00:50:59: Alle Infos zu dieser Folge auf www.schüchdernbisnüchern.de.
00:51:05: Vielen Dank fürs Zuhören
00:51:06: und
00:51:06: bis zum nächsten Mal!
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